Bildungschancen von Menschen mit Migrationsgeschichte im Kontext Sozialer Arbeit


Hausarbeit, 2018

20 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Fragestellung der Hausarbeit
1.2 Aufbau der Arbeit

2. Begriffsannäherungen
Bildung
Soziale Ungleichheit
Soziale Arbeit
Soziale Arbeit und Migration
Zwischenfazit

3. Geschichtlicher Rückblick auf die Entwicklung
Sozialer Arbeit und Bildung
Zwischenfazit

4. Migration, Bildung und Soziale Arbeit
4.1. Rassismuskritische Migrationsforschung
Zwischenfazit

5. Schulische Bildung und ihre Auswirkung
auf den sozialen Aufstieg
5.1. Migrationsspezifische Besonderheiten am Beispiel
türkeistämmiger Kinder
5.2. Bildungsphasen bezogene Herausforderungen
Zwischenfazit
5.3. Türkeistämmige männliche Schüler aus Sicht einer Lehrerin
5.4. Auf- Forderungen für mehr Förderung

6. Fazit

7. Ausblick

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Bei der Eingabe des Wortes Bildung auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) im Internet, kann man in einem Artikel von 2013 nachlesen, dass die Themen welche mit Bildung verknüpft werden, als Herausforderung bezeichnet werden, die von der Gesellschaft bewältigt werden müssen. Die ersten Sätze spannen einen Bogen vom Individuum und dessen sozialen Aufstiegsmöglichkeiten über globale Themen wie dem Klimawandel bis hin zur Krise der Demokratie. In allem steckt das Bildungsthema. Entsprechend viele Akteure werden aufgezählt, die sich mit der Thematik zu befassen haben (bpb Editorial, 2013). Explizit genannt wird die Soziale Arbeit bei der Aufzählung der Wissenschaften und Akteure in dem Artikel der bpb nicht. Sie könnte bei den Wissenschaftlern als solche mitgedacht worden sein oder spätestens, wenn es um die Querschnittthemen wie soziale Ungleichheiten geht, könnte einem Leser der mit den Themen vertraut ist, die Soziale Arbeit in den Sinn kommen.

In der Süddeutschen Zeitung und der FAZ wird in einige Artikeln zum Thema Bildung berichtet. Dabei geht es um Situationen rund um das Schulsystem. Die Berichterstattung geht immer einher mit politischen Kontroversen. Sei es im Zusammenhang mit der Frage nach der Beschulung von Flüchtlingskindern (vgl. faz.net, 2018), über Lehrernot (vgl. Zinser, 2018) oder über die Diskussion um die Chance für einen neuen unabhängigen Bildungsrat (vgl. Schmoll, 2018, S. 1).

1.1. Fragestellung der Hausarbeit

Die zentrale Frage dieser Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Handlungsauftrag Sozialer Arbeit im Bildungsdiskurs in Verbindung mit dem Querschnittsthema Bildungschancen von Menschen mit Migrationsgeschichte in Deutschland.

1.2 Aufbau der Arbeit

In der nachfolgenden Arbeit soll es zuerst um Begriffsannäherungen gehen, die für diese Hausarbeit inhaltliche Relevanz besitzen. Wie aus der Einleitung hervorgeht, wird die Soziale Arbeit im Zusammenhang mit Bildung nicht genannt. Im Kontext der Erziehungswissenschaften und Schulen, ist das Bildungsthema hingegen zu Hause. Mit Hilfe eines geschichtlichen Rückblicks soll der Frage nach dem Anfang des Handlungsauftrags der Sozialen Arbeit im Kontext des Themas Bildung nachgegangen werden. Ob und wenn ja wie, sich der Handlungsauftrag verändert hat, wird im weiteren Verlauf der Hausarbeit erörtert. Der Schwerpunkt dieser Hausarbeit liegt auf der Sozialen Arbeit in Verbindung mit Menschen mit Migrationsgeschichte und ihren Bildungschancen in Deutschland. Das Zwischenfazit soll bei der Selbstreflexion der jeweils erarbeiteten Inhalte unterstützen und gegebenenfalls durch eine persönliche Stellungnahme ergänzt werden. Im Schlussfazit wird mit eigenen Worten den Erkenntnissen und Schlussfolgerungen aus der Auseinandersetzung mit der gewählten Thematik Raum geben. Der Ausblick umfasst in aller Kürze die Aktualität des Handlungsauftrages der Sozialen Arbeit im Kontext von Menschen mit Migrationsgeschichte und ihren Bildungschancen in Deutschland.1

2. Begriffsannäherungen

Bildung

Unser heutiges Bildungsverständnis hat seine Wurzeln in der Antike. Auch wenn die heutige Idee von Erziehung und Bildung sich nicht mehr an den Alltag von vor 2000 Jahren erinnert, ist aus der Geschichte von der Idee der Paideia (= Bildung, Erziehung) im 5. und 4. Jh. vor Christus bis heute die Idee von „Bildung“ mit gewachsen. Eine Institution Schule wie wir sie heute kennen, gab es bis zum preußischen Staat im 19. Jh. nicht (vgl. Gudjons, 2003, S. 73-75). Bis heute gibt es auch keine einheitliche Definition von Bildung, ebenso wenig wie ein einheitliches Schulsystem. Vielmehr wird darüber weiterhin kontrovers diskutiert. Bildung ist somit seit der Idee der Paideia bis heute einerseits „auch „politische“ (polis!) Bildung“ (Gudjons, 2003, S. 74) und da sie kontrovers bleibt, auch weiterhin ein politisch relevantes Thema (vgl. bpb Editorial, 2013).

Soziale Ungleichheit

Nach Angelika Diezinger und Verena Mayr-Kleffel setzt sich die Soziale Arbeit mit sozialen Problemen auseinander. Soziale Probleme entstehen beispielsweise aufgrund „mangelnder Bildung, Erwerbslosigkeit, Wohnungslosigkeit oder Armut von Menschen“ (Diezinger, Mayr-Kleffel, 2009, S. 5). Im Weiteren verweisen sie auf Alice Salomon sowie auf die Theorien von Hans Thiersch und Staub-Bernasconi, die jeweils auf soziale Problemen aufmerksam machen um soziale Ungleichheiten zu thematisieren. Das Grundverständnis sozialer Ungleichheit begründet sich darin, dass manche Menschen in einer Gesellschaft über weniger soziales Ansehen, Wohlstand oder Macht verfügen als andere.2

Soziale Arbeit

Die vom internationalen Berufsverband übersetzte Definition des Deutschen Berufsverbandes Sozialer Arbeit lautet:

„Soziale Arbeit fördert als praxisorientierte [1] Profession und wissenschaftliche Disziplin gesellschaftliche Veränderungen, soziale Entwicklungen und den sozialen Zusammenhalt sowie die Stärkung der Autonomie und Selbstbestimmung [2] von Menschen. Die Prinzipien sozialer Gerechtigkeit, die Menschenrechte, die gemeinsame Verantwortung und die Achtung der Vielfalt [3] bilden die Grundlage der Sozialen Arbeit. Dabei stützt sie sich auf Theorien der Sozialen Arbeit [4], der Human- und Sozialwissenschaften und auf indigenes Wissen [5]. Soziale Arbeit befähigt und ermutigt Menschen so, dass sie die Herausforderungen des Lebens bewältigen und das Wohlergehen verbessern, dabei bindet sie Strukturen ein [6] (DBSH, 2016).“

Diese Definition wird von einem vier Seiten langen Kommentar in ihrer Bedeutung weiter differenziert, in welchem neben einer noch detaillierteren Aufgabenbeschreibung der Sozialen Arbeit auf die Grundsätze, das Wissen und die Praxis eingegangen wird. Deutlich geht daraus die Komplexität der Aufgaben Sozialer Arbeit hervor.

Soziale Arbeit und Migration

Die Soziale Arbeit steht in einem schwierigen Verhältnis zum Thema Migration, da es kein eigenes Handlungsfeld ist. Migration ist vielmehr als Querschnittsthema der Sozialen Arbeit zu verstehen. Dies resultiert daraus, dass Migration kein soziales Problem per se ist, worauf die Soziale Arbeit zu reagieren hat. Daher konzentriert sich die Soziale Arbeit in Bezug zu Migration um die sozialen Folgen, welche sie mit sich bringen kann. Kommt es beispielsweise zu Marginalisierung3, Diskriminierung und Benachteiligung von Migrant*innen, gehören die Betroffenen durchaus zum Handlungsfeld der Sozialen Arbeit ( Schirilla, 2016, S. 11).

Zwischenfazit

Die jeweilige begriffliche Auseinandersetzung zeigt, dass die Idee der Bildung auf eine lange Historie zurückblickt. Sie hat sich mit den Veränderungen der Gesellschaft mit verändert und ist weiterhin ein wichtiges politisches Thema und Instrument geblieben. Einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Bildung und sozialer Ungleichheit, stellen Angelika Diezinger und Verena Mayr-Kleffel her, die darauf verweisen, dass ein Mangel an Bildung zu sozialer Ungleichheit führen kann. Die Soziale Arbeit nimmt sich der Themen und Aufgabenfelder sozialer Ungleichheit an und erhält auf diese Weise Zugang zum Thema Migration und den damit einhergehenden Bildungsfragen, welche Migrant*innen betreffen. Der nachfolgende geschichtliche Rückblick hat sowohl Bedeutung für die Frage nach einer sich legitimierenden Aufgabe der Sozialen Arbeit im Zusammenhang der Bildungsfrage als auch ihrer bis heute gültigen Institutionalisierung und somit Finanzierung von Bildungsfördernden Maßnahmen der Sozialen Arbeit.

3. Geschichtlicher Rückblick auf die Entwicklung

Sozialer Arbeit und Bildung

Matthias Euteneuer (et.al.) hat im Rahmen eines zeitgeschichtlichen Forschungsansatzes aus der wissenssoziologisch konstruktivistischen Perspektive der Sozialen Innovation Sozialer Arbeit, besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Innovation soll dazu verhelfen, dass Probleme der Gesellschaft künftig besser gelöst werden. Dabei geht es auch um die Art und Weise wie Probleme gelöst werden sollen. Die Kinder- und Jugendhilfe, wird als größter Teilbereich der Sozialen Innovation genannt. In Form einer Personenbezogenen Dienstleistung, soll sie wesentlichen Einfluss auf die Problemlösung nehmen (vgl. Euteneuer, Hammerschmidt, Uhlendorff, 2014, S. 377,378).

Der Entstehungszeitpunkt der sozialen Probleme wird im Industriezeitalter verortet. Durch die Landflucht und der Entwicklung einer industriekapitalistischen Marktgesellschaft, waren vielfältige Probleme für die Familien entstanden. Die Politik reagierte darauf mit der „Sozialen Frage“. Um die vorhandenen Probleme im Land zu bewältigen, benötigte man die Soziale Arbeit, genauer gesagt, die Sozialpädagogik (vgl. ebd., S. 378).

Aus Sicht der wissenssoziologisch konstruktivistischen Perspektive, handelte es sich bei den gesellschaftlich entstandenen Problemen nicht um objektiv naturalistische Probleme, sondern um Konstruktionen, welche die Gesellschaft in Form von Deutungsmustern selbst herstellte und gleichzeitig anerkannte. Die Soziale Arbeit reagierte ihrerseits nicht nur auf diese Konstruktionen, sondern begann selbst Deutungsmuster zu entwerfen. Dadurch wurden soziale Probleme erst Aufgabe der Sozialen Arbeit. Hierfür mussten zuerst die Veränderungen in der Gesellschaft aus sozialpädagogischer Sicht problematisiert werden. Durch die Problematisierung, ließen sich negative Folgen im Bereich der Pädagogik sichtbar machen, die nicht die Schule betrafen, sondern die Familie. Bei den Eltern wurden bedingt durch den gesellschaftlichen Wandel Probleme im Bereich der Erziehung und Bildung gesehen und bei den Kindern in deren Entwicklung. Damit die in den Fokus gehobenen Probleme zu einer Lösung gebracht werden konnten, benötige man die Soziale Arbeit, genauer die Sozialpädagogik, die sich mit den familiären Problemen beschäftigte. Gesellschaftlich wurde die Soziale Arbeit anerkannt und als hilfreich erlebt. So kam es zu einer Entwicklung die bis zur Institutionalisierung der Sozialen Arbeit führte (vgl. ebd., S. 379-381).

Damit es zur Institutionalisierung kommen konnte, bedurfte es Akteuere, welche sich im besonderen Maße für die Jugendfürsorge einsetzten. Georg Schmidt, Bürgermeister von Mainz und Sozialreformer, brachte mit Frieda Duensing, der Geschäftsführerin der Jugendfürsorge in Berlin, 1910 in Königsberg, den Prozess der Institutionalisierung inklusive der zugehörigen Rechtsprechung in Gang. Bereits 1909 hatte Georg Schmidt in Mainz „die städtische Zentrale für Jugendfürsorge“ gegründet (vgl.ebd., S. 385,386). Es dauerte viele Jahre intensiven Engagements und zahlreicher Auseinandersetzungen bezüglich diverser Interessen- und Zuständigkeitsdebatten, bis 1922 im Reichsjugendwohlfahrtgesetz (RJWG) eine erste einheitliche Rechtsprechung für das „Jugendamt“ verfasst wurde (vgl. Sachße, S.73). Für die einheitliche Namensnennung Jugendamt (vgl. ebd., S. 396), sowie für die Entwicklung neuer und einheitlicher Zuständigkeitsstrukturen innerhalb des umfangreichen Aufgabengebietes, spielte Marie Baum die der Frauenbewegung angehörte eine bedeutende Rolle. Sie wies unter anderem darauf hin, dass es in der Fürsorgearbeit nicht um Einzelschicksale gehe, sondern um die Gesamtlage einer Familie. Aus dieser umfassenden Perspektive werde der Heilplan erstellt, der als Grundlage für die Aufgaben der Außenfürsorge dient (vgl. Euteneuer, Hammerschmidt, Uhlendorff, 2014, S. 396-398).

In Kraft trat das RJWG von 1922 erst im April 1924. Allerdings ohne die erarbeiteten Regelungen der Leistungen in der Jugendhilfe. Dadurch war zuerst einmal verloren, was zuvor so mühevoll erarbeitet worden war. Erst im Jahr 1953 wurde „die Ursprungsfassung des RJWG von 1922 in Kraft“ gesetzt (vgl. ebd., S. 394).

Einhergehend mit der rechtlichen Verankerung wird deutlich, dass die Soziale Innovation „Jugendamt“, ein bis heute gesellschaftlich anerkanntes Konstrukt, für familiäre Problemlösungen der Gegenwart geworden ist (vgl. ebd., S. 399).

Zwischenfazit

Aus dem geschichtlichen Rückblick geht hervor, dass die Soziale Arbeit ihren Handlungsschwerpunkt in den Familien und bei deren Unterstützung sah. Sie trennte bei der Frage nach Bildung, zwischen dem Erwerb schulischer (formeller) Bildung und der (informellen) Bildung welche in der Familie erworben wird. Die Entstehung der Schwierigkeiten im Bereich Erziehung und Bildung, wurde in der Familie gesehen. Spannend ist, dass zuerst sozialpädagogische Deutungsmuster für gesellschaftliche Konstruktionen benötigt wurden, damit sie aus Sicht der Sozialen Arbeit problematisiert werden konnten, um sie für die Praxis der Sozialen Arbeit zugänglich zu machen.

Bei der Entstehungsgeschichte der Institutionalisierung Sozialer Arbeit, wird kurz die Zeit des Nationalsozialismus gestreift. Eine aus meiner Sicht, für die Soziale Arbeit entscheidende Zeit, da die Ideologie der Volksgemeinschaft von Alice Salomon dahingehend umgewandelt wurde, dass Ziele des Nationalsozialismus legitimiert und umgesetzt werden konnten (vgl. Braches-Chyrek et.al., 2013, S. 253). Ein Eingriff, der sich vermutlich auf die Deutungsmuster und die Praxis Sozialer Arbeit auswirkte und bis heute unter anderem für Menschen mit Migrationsgeschichte von Bedeutung ist. Dass es bis heute Folgen von Rassismus und Diskriminierungspraktiken gegenüber Migrant*innen im Kontext der Bildungsfrage in Deutschland gibt, soll nachfolgend betrachtet werden.

4. Migration, Bildung und Soziale Arbeit

Das dreigliedrige Schulsystem in Deutschland ist sozial selektiv. Schüler*innen mit Migrationshintergrund sind von Bildungsbenachteiligung nachweisbar betroffen (vgl. Schirilla, 2016, S. 48). Dies bedeutet, dass Kinder von Eltern mit einem weniger guten formalen Bildungsabschluss und ebensolchem sozialen Status, häufiger auf Hauptschulen verwiesen werden. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit gefördert, dass ihnen über mehrere Generationen hinweg, ein sozialer Aufstieg verwehrt bleibt. Außerhalb der schulischen Bildung betrifft dieser Umstand auch die Soziale Arbeit (vgl. ebd., S. 48). Denn Jugendliche, welche die Schule ohne Abschluss verlassen oder nach ihrem Hauptschulabschluss keinen Ausbildungsplatz bekommen, sind Teil eines sozialen Problems. Die selektive schulische Vorauswahl betroffener Migrantenkinder, steht im Gegensatz zu den Wünschen und Investitionen der Eltern. Diese sehen in einer guten schulischen Bildung gerade die Möglichkeit, dass ihre Kinder es sozial besser haben können. Aufgrund von Förderung und großem Einsatz der Eltern, gelingt dieser Schritt einem Teil der Schüler*innen bevorzugt in Gesamtschulen und als Quereinsteiger*innen (vgl. ebd., S. 50).

Gründe welche als Ursache für die Bildungsbenachteiligung im Diskurs stehen, werden zum Teil bei den Familien selber gesehen, in Form von sozioökonomischen, sozialen wie kulturellen Nachteilen. Auch die Angst der Familien vor Stereotypisierungen und Segregation können Gründe sein (vgl. ebd., S. 50). Weitere Gründe sind bei den Auswirkungen von Schulnormen, den Klassengrößen und einer Kulturalisierung wie Diskriminierung innerhalb des Systems Schule zu finden. Ein bereits erwähnter Grund ist die frühe Segregation durch pädagogische Fachkräfte sowie das dreigliedrige Schulsystem, welches eine ethnische wie soziale Auslese zur Folge hat (vgl. ebd., S. 50-51).

Belegt werden kann, dass die lange in den Vordergrund gerückten fehlenden deutschen Sprachkenntnisse der Eltern, kein nachweisbarer Grund für eine Bildungsbenachteiligung sind. Dennoch liegt nach wie vor der Schwerpunkt integrativer Förderung, beim frühen deutschen Spracherwerb. Hohe Erwartungen werden diesbezüglich auch an die frühen Hilfen und Kindergärten gerichtet (vgl. Schrillia, 2016, S. 51).

[...]


1 Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass diese Arbeit aus einem jeweiligen Anriss vieler Anteile besteht, die in ihrer Kürze unmöglich Vollständigkeit herstellen können. Jedoch schien mir gerade diese Auswahl so bedeutend, dass ich von einer Umverteilung bei der Gewichtung oder einer Reduzierung absehen möchte.

2 Beinahe jede von mir verwendete Fachliteratur geht auf die Forschungsergebnisse des Soziologen Pierre Bourdieu zur Entstehung sozialer Ungleichheit ein. Ich habe deshalb darauf verzichtet ebenfalls darauf einzugehen, da seine Lehre bereits in den verwendeten Texten (Habitus und die Kapitalien) eingeflossen ist.

3 Fachbegriffe wie Marginalisierung, Segregation, Bildungsaspiration und weitere, werden in dieser Hausarbeit deshalb nicht näher definiert, da die Begriffe dem einzigen Leser dieser Arbeit vertraut sind.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Bildungschancen von Menschen mit Migrationsgeschichte im Kontext Sozialer Arbeit
Hochschule
Hochschule Esslingen
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
20
Katalognummer
V512518
ISBN (eBook)
9783346095701
ISBN (Buch)
9783346095718
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Migration, Bildungschance, Rassismus, Türkeistämmig, Bildungsphasen, Rassismuskritische Migrationsforschung, Soziale Ungleichheit
Arbeit zitieren
Renate Dertinger (Autor), 2018, Bildungschancen von Menschen mit Migrationsgeschichte im Kontext Sozialer Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512518

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