In dieser Hausarbeit wird der Medienverbund im Lese- und Literaturunterricht im Mittelpunkt stehen. Zunächst werden grundlegend die Begriffe Medien und Medienverbund definiert und im weiteren Verlauf Begründungszusammenhänge für eine Medienverbundintegration hergestellt. Dafür werden pädagogische, lehrplanbezogene und didaktische Gründe vorgestellt und diskutiert, die unterstreichen, dass zunächst der Fachunterricht und danach spezifizierend gerade der Lese- und Literaturunterricht einen zentralen Ort für eine Medienverbunddidaktik darstellen sollte. Die Frage danach, wieso Medien und besonders Medienverbünde im Unterricht trotzdem noch eine weitestgehend untergeordnete Rolle spielen, wird im darauffolgenden Kapitel beantwortet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Medienverbund im Lese- und Literaturunterricht
2.1 Einführung in die Begriffe Medien und Medienverbund
2.2 Gründe für eine Medienverbundintegration in den Lese- und Literaturunterricht
2.2.1 Pädagogische Gründe für die Medienverbundintegration in den Fachunterricht
2.2.2 Lehrplanbezogene Gründe für die Medienverbundintegration in den Deutschunterricht
2.2.3 Didaktische Gründe für die Medienverbundintegration in den Lese- und Literaturunterricht
2.3 Mögliche Gründe für die Geringschätzung der Medienverbünde im Lese- und Literaturunterricht
4. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht theoretische Begründungszusammenhänge für die Integration von Medienverbünden in den Lese- und Literaturunterricht der Grundschule und analysiert das Potenzial, das sich durch den Einsatz von intermedialer Lektüre für die Kompetenzförderung von Schülerinnen und Schülern eröffnet.
- Grundlagen und Definition der Begriffe Medien und Medienverbund
- Pädagogische, lehrplanbezogene und fachdidaktische Argumente für eine Medienintegration
- Analyse der Rolle von Medienverbünden im Prozess der Identitätsentwicklung und Leseförderung
- Untersuchung von Barrieren und Gründen für die bisherige Geringschätzung im Literaturunterricht
- Förderung von Medienreflexion und intermedialer Urteilsbildung
Auszug aus dem Buch
2.1 Einführung in die Begriffe Medien und Medienverbund
Der Begriff Medien wird alltagssprachlich vielfach mit verschiedenen Objekten wie dem Computer, dem Fernseher oder dem Smartphone assoziiert und häufig im Zusammenhang mit technischen Gerätschaften gebraucht. Die Tatsache, dass es sich bei dem Begriff Medium um einen Terminus handelt, der scheinbar intuitiv erfasst werden kann, hat dazu geführt, dass eine weite Bandbreite an Konzepten entstanden ist, die von dem Begriff aus unterschiedlichsten Perspektiven und mit unterschiedlichsten Zielen Gebrauch machen – in der Regel bleibt der Begriff Medium selbst dabei jedoch unscharf und undefiniert (vgl. Staiger 2007, 9). Daraus ergeben sich Divergenzen und Uneinheitlichkeiten, die nicht nur in der Alltagssprache, sondern auch im wissenschaftlichen Diskurs vorherrschen: „Kaum ein Terminus wird […] so häufig gebraucht, ohne ihn dabei näher zu spezifizieren“ (ebd., 9-10). Damit im weiteren Verlauf Schlagwörter wie Medienverbund oder Medienintegration einheitlich verwendet werden können, ist es aus diesem Grund zu Beginn notwendig zu erläutern, was unter dem Begriff Medien – beziehungsweise dem Begriff Medium – verstanden werden kann.
In der Fachliteratur finden sich zahlreiche Vorstellungen, Auslegungen und Interpretationsversuche dazu, das Wort Medien zu definieren und darzustellen, in welche Teilgebiete sie gegliedert und auf welche Weise sie im Unterricht eingesetzt werden können (vgl. ebd., 9). In seinem Werk „Medienbegriffe – Mediendiskurse – Medienkonzepte“ bietet Michael Staiger (2007) eine Einführung in die Problematik, die sich bei einer genauen Definition des Medienbegriffes ergibt: „Nach allen bisher auszumachenden Bemühungen um eine Theorie der Medien und um eine definitorische Klärung ihrer Grundbegriffe in den verschiedenen disziplinären und interdisziplinären Diskursen lässt sich vor allem festhalten, dass es keine einheitliche Bestimmung des Medienbegriffs geben kann“ (ebd., 10).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der „Medienkindheit“ und leitet die Forschungsfrage her, inwiefern Medienverbünde theoretisch in den Lese- und Literaturunterricht integriert werden sollten.
2. Der Medienverbund im Lese- und Literaturunterricht: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begrifflichkeiten und erörtert pädagogische, lehrplanbezogene sowie didaktische Argumente für eine stärkere Berücksichtigung von Medienverbünden im Unterricht.
2.1 Einführung in die Begriffe Medien und Medienverbund: Dieser Abschnitt legt die theoretischen Grundlagen dar, indem die Unschärfe des Medienbegriffs kritisch hinterfragt und der Begriff Medienverbund präzise als Baukastensystem definiert wird.
2.2 Gründe für eine Medienverbundintegration in den Lese- und Literaturunterricht: Das Kapitel begründet die Notwendigkeit einer Medienverbunddidaktik durch den Wandel der Lebenswelt von Kindern, die zunehmend durch mediale Einflüsse geprägt ist.
2.2.1 Pädagogische Gründe für die Medienverbundintegration in den Fachunterricht: Es wird dargelegt, dass Medienverbünde einen wesentlichen Faktor der Identitätsentwicklung darstellen und an die Vorerfahrungen der Lernenden anknüpfen.
2.2.2 Lehrplanbezogene Gründe für die Medienverbundintegration in den Deutschunterricht: Hier wird auf die Anforderungen der Bildungsstandards eingegangen, die den Kompetenzbereich „Mit Medien umgehen“ als integralen Bestandteil des Deutschunterrichts fordern.
2.2.3 Didaktische Gründe für die Medienverbundintegration in den Lese- und Literaturunterricht: Dieser Teil beleuchtet das Potenzial von Medienverbünden für die Literaturdidaktik, insbesondere hinsichtlich Leseförderung, literarischem Lernen und Sprachreflexion.
2.3 Mögliche Gründe für die Geringschätzung der Medienverbünde im Lese- und Literaturunterricht: Das Kapitel analysiert Distanzierungsgründe wie die vermeintliche Trivialität kommerzieller Medienformate und das Festhalten an einer klassischen Buchzentrierung.
4. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und bekräftigt, dass die Integration von Medienverbünden ein didaktisches Gebot darstellt, um dem Medienalltag von Kindern gerecht zu werden.
Schlüsselwörter
Medienverbund, Literaturunterricht, Medienintegration, Leseförderung, Mediendidaktik, Deutschunterricht, Medienkindheit, Intermedialität, Medienreflexion, Identitätsentwicklung, Grundschule, Literaturdidaktik, Medienkonsum, Mediengeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Relevanz und das didaktische Potenzial von Medienverbünden im Rahmen des Lese- und Literaturunterrichts an Grundschulen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themen umfassen die Definition von Medien, pädagogische Anforderungen durch die Digitalisierung, die Verankerung in Lehrplänen sowie didaktische Möglichkeiten zur Förderung von Lesekompetenz und Medienkritik.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, theoretische Begründungszusammenhänge aufzuzeigen, warum Medienverbünde eine zentrale Rolle im Unterricht spielen sollten und wie sie praktisch zur Kompetenzförderung eingesetzt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine literaturgestützte theoretische Arbeit, die auf fachdidaktischer Literatur und aktuellen bildungspolitischen Diskursen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Einführung, eine detaillierte Herleitung der pädagogischen und didaktischen Argumente für eine Medienverbundintegration sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Gründen für die bisherige Zurückhaltung bei der Nutzung dieser Angebote.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Medienverbunddidaktik, Literaturunterricht, Medienintegration, Leseförderung und Medienreflexion beschreiben.
Wie unterscheidet sich der Medienverbund von der bloßen Mediennutzung?
Ein Medienverbund zeichnet sich dadurch aus, dass zu einem fiktionalen Stoff systematisch und planvoll verschiedene Medienangebote (z.B. Buch, Film, Hörspiel, Merchandising) erstellt werden, die sowohl Rezeptions- als auch Interaktionsmöglichkeiten bieten.
Warum gibt es laut der Autorin bisher eine gewisse Geringschätzung von Medienverbünden im Unterricht?
Ein Grund ist die Sorge vor Trivialität kommerzieller Produkte, ein weiterer die traditionelle Fixierung auf das Medium Buch als alleinigen Träger literarischer Bildung.
Wie können Schüler mit Leseschwierigkeiten von Medienverbünden profitieren?
Durch das Wiedererkennen bekannter Szenen oder Inhalte in unterschiedlichen medialen Formen kann der Zugang zu Büchern erleichtert und eine größere Sicherheit im Umgang mit Texten gewonnen werden.
- Citation du texte
- Jessica Deifel (Auteur), 2016, Der Medienverbund im Lese- und Literaturunterricht. Potenzial von intermedialer Lektüre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512631