In der vorliegenden Hausarbeit wird der Projektunterricht anhand von vier grundlegenden Argumenten theoretisch begründet. Dazu werden zunächst die sozialisationstheoretische Begründung, die psychologische und physiologische Begründung, die motivationspsychologische Begründung sowie die handlungstheoretische und kognitionspsychologische Begründung erläutert und deren Voraussetzungen für projektorientierten Unterricht dargestellt. Dabei wird besonders Bezug genommen auf die Ausführungen von Herbert Gudjons.
In seinem Text "Projektorientiertes Lernen" nennt Herbert Gudjons unter anderem drei Begründungsebenen, welche die besondere Bedeutung der Projektidee hervorheben. Im Hinblick darauf wurden die Studierenden zunächst mit der Frage konfrontiert, wie die Verwendung von Projektunterricht allgemein sowie auf sozialisationstheoretischer Ebene begründet und legitimiert wird. Die Kommilitonen erläuterten exemplarisch, dass die Veränderungen in der Aneignung von Kultur einen stärker handlungsorientierten Unterricht notwendig machen. Darüber hinaus wurde darauf hingewiesen, dass handelndes Lernen sinnvoll ist, da Wissen mit bereits erworbenen Kenntnissen verknüpft und dadurch länger behalten werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Begründung
2.1. Die Sozialisationstheoretische Begründung
2.2 Die Psychologische und Physiologische Begründung
2.3 Die Motivationspsychologische Begründung
2.4 Die Handlungstheoretische und Kognitionspsychologische Begründung
3. Möglichkeiten und Grenzen / Schwierigkeiten
4. Reflexion
5. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, den Projektunterricht auf Basis von vier zentralen Argumentationslinien theoretisch zu fundieren und dessen Bedeutung für den modernen Unterricht herauszuarbeiten.
- Sozialisationstheoretische Aspekte des Lernens
- Psychologische und physiologische Grundlagen der Handlungsaktivität
- Motivationspsychologische Faktoren im Projektunterricht
- Handlungstheoretische und kognitionspsychologische Verknüpfung von Denken und Handeln
- Praktische Implikationen und Herausforderungen für Lehrkräfte
Auszug aus dem Buch
2.1. Die Sozialisationstheoretische Begründung
Nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich in Deutschland besonders auf kultursoziologischer Ebene viele Veränderungen eingestellt, die sich unter anderem auch auf die Bedingungen des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen ausgewirkt haben. Gudjons (2006) führt im Hinblick darauf exemplarisch drei Bereiche auf, an denen sich diese Veränderungen besonders festmachen können. Als erstes weist er auf die zunehmende Tendenz zur Kleinfamilie hin, die – ebenso wie das Aufkommen neuer Lebenstechniken – dazu geführt hat, dass im handelnden Umgang mit der Umwelt wichtige soziale Erfahrungen eingebüßt werden (vgl. ebd., S. 49). Hinzukommend benennt Gudjons als zweites die Tendenz „weg von der Straße“ (ebd.), welche zuvor einen bedeutsamen Ort des sozialen Lebens darstellte. Diese hat ebenso wie die zunehmenden industriell gefertigten Güter zur Folge, dass die Kultur mehr und mehr konsumierend angeeignet wird und selbstständige Erfahrungen dadurch verstärkt in den Hintergrund rücken (vgl. ebd.). Diese Entwicklung führt Gudjons zu seinem dritten Punkt, nämlich dem Aufkommen neuer elektronischer Medien. Das ikonisch angeeignete Weltverständnis, welches Heranwachsende durch diese entwickeln, beruht nicht mehr auf selbst gemachten Beobachtungen, sondern auf den vorgefertigten Botschaften, die von den Kindern und Jugendlichen schlicht angenommen und nicht mehr ausreichend hinterfragt oder interpretiert werden (vgl. ebd., S. 50).
Diese aufgeführten Bereiche verdeutlichen, wieso Projektunterricht aus sozialisationstheoretischer Sichtweise sinnvoll und notwendig ist: Damit Heranwachsende die Welt verstehen können, muss die konsumistische Aneignungsweise von Erfahrungen ausgeglichen werden. Dies kann gelingen, indem SuS durch Unterrichtsformen, bei denen Handlungsprozesse im Vordergrund stehen, die Möglichkeit erhalten, sich mit der Welt auseinanderzusetzen und durch handelndes Entdecken selbstständige Erfahrungen zu machen (vgl. ebd., S. 50f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Zielsetzung der Hausarbeit vor, den Projektunterricht anhand von vier theoretischen Argumenten von Herbert Gudjons zu begründen.
2. Theoretische Begründung: Das Kapitel erläutert die sozialisationstheoretischen, psychologischen, physiologischen, motivationspsychologischen sowie handlungstheoretischen Grundlagen des projektorientierten Lernens.
3. Möglichkeiten und Grenzen / Schwierigkeiten: Hier werden die Chancen des Projektunterrichts den praktischen Herausforderungen, wie hohem Vorbereitungsaufwand oder Lärmbelastung, gegenübergestellt.
4. Reflexion: Dieses Kapitel kritisiert die inflationäre Verwendung des Projektbegriffs und betont die Notwendigkeit, Projektunterricht sinnvoll in den Schulalltag zu integrieren.
5. Literatur: Auflistung der in der Arbeit verwendeten Fachliteratur und Quellen.
Schlüsselwörter
Projektunterricht, Herbert Gudjons, Handlungsorientierung, Sozialisation, Motivationspsychologie, Kompetenzmotivation, Kognitionspsychologie, entdeckendes Lernen, Lernwirksamkeit, Schulpädagogik, Unterrichtsgestaltung, Selbstständigkeit, Schülermotivation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Begründung von Projektunterricht und analysiert, warum handlungsorientierte Lernformen für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen notwendig sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Sozialisationsbedingungen, die psychologischen und physiologischen Lernvoraussetzungen, die Motivation von Schülern sowie die kognitive Verknüpfung von Denken und Handeln.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Projektunterricht mittels fundierter theoretischer Argumente zu rechtfertigen und die daraus ableitbaren Anforderungen an eine erfolgreiche Unterrichtsgestaltung zu definieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine Literaturanalyse bedeutender pädagogischer Werke, insbesondere der Arbeiten von Herbert Gudjons zum projektorientierten Lernen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Herleitung in vier Argumentationsschritten sowie eine anschließende kritische Auseinandersetzung mit den Chancen und Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Projektunterricht, Handlungsorientierung, Kompetenzmotivation und didaktische Begründung charakterisiert.
Wie unterscheidet sich der Projektunterricht laut Autor vom Frontalunterricht?
Der Projektunterricht setzt auf handelndes Entdecken und die Vernetzung von Denken und Tun, während der klassische Frontalunterricht oft rezeptiv bleibt und Bewegungsarmut fördern kann.
Warum warnt die Autorin vor einer Begriffsinflation bei Projekten?
Die Arbeit warnt davor, dass pädagogische Qualitätsstandards verloren gehen, wenn jede einfache Gruppenarbeit oder ein kleiner Kurs vorschnell als "Projekt" bezeichnet wird.
- Citation du texte
- Jessica Deifel (Auteur), 2016, Theoretische Begründungen für den Projektunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512644