Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Ermittlerduo Borowski und Brandt aus der deutschen Kriminalfilmreihe "Tatort". Es werden die Figuren und die dazugehörigen Schauspieler vorgestellt. Das beliebte Duo soll durch Gemeinsamkeiten, aber auch durch viele Differenzen eine besondere Dynamik entwickelt haben, die nun in seinen Anfängen betrachtet werden soll.
Zumal Filmfiguren auch immer als Handlungsträger agieren, soll zunächst die allgemeine Handlung der Folge genannt werden, aber im Weiteren der Fokus auf ihre Träger gelegt werden. Zum einen sollen Borowski und Brandt einzeln charakterisiert werden, anhand ihres ersten Auftritts und weiterer ausgewählter Szenen, aber auch ihre gemeinsame Gestaltung soll betrachtet werden. Wie finden sie in der ersten Folge zusammen? Wie wird ihr erster gemeinsamer Auftritt gestaltet? Hegen die Figuren Sympathie oder Antipathie füreinander? Wie entwickelt sich ihr Verhältnis in dieser Folge?
Die deutsche Kriminalfilmreihe "Tatort" erfreut sich seit der Erstausstrahlung 29.11.1970 wachsender Zuschauerschaft und heutzutage eines regelmäßigen Sendeplatzes auf den öffentlich-rechtlichen Fernsehkanälen. Der "Tatort" scheint ein festes Kulturgut der deutschen Fernsehgeschichte geworden zu sein und besticht durch regional aufklärende Ermittler(teams), aktuelle Themen, Alltäglichkeit und einer geschickt inszenierten Authentizität. Während zum einen spannende und dramatische Kriminalfälle verfolgt werden, können zum anderen auch witzige und unterhaltsame Tatortfolgen in der großen Auswahl der Filmreihe gefunden werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Hinführung
2. Figurenanalyse des Tatort-Ermittlerpaares Borowski und Brandt
2.1 Kurze allgemeine Vorstellung des Teams Klaus Borowski (Axel Milberg) und Sarah Brandt (Sibel Kekilli)
2.2 Hauptaspekte einer Figurenanalyse nach Faulstich und Mikos
2.3 Exemplarische Figurenanalyse an der Tatortfolge 812 „Borowski und die Frau am Fenster“
2.3.1 Handlung der Folge
2.3.2 Analyse ausgewählter Szenen
3. Zusammenfassung der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Dynamik und Charakterisierung des Kieler Tatort-Ermittlerteams Klaus Borowski und Sarah Brandt anhand ihrer ersten gemeinsamen Folge „812: Borowski und die Frau am Fenster“. Ziel ist es, mittels einer filmanalytischen Herangehensweise zu ergründen, wie das Duo zueinanderfindet, welche persönlichen und professionellen Gegensätze sie prägen und wie sich ihr Verhältnis im Laufe der Ermittlungen entwickelt.
- Grundlagen der Figurenanalyse nach Faulstich und Mikos
- Charakterisierung von Klaus Borowski als gesetzter Kriminalhauptkommissar
- Analyse der Einführung und Entwicklung von Sarah Brandt als neue Ermittlungspartnerin
- Untersuchung der Dynamik und des ersten Aufeinandertreffens der beiden Hauptfiguren
- Darstellung der Entwicklung vom professionellen Machtkampf hin zur gegenseitigen Unterstützung
Auszug aus dem Buch
2.3.2.1 Erster Auftritt Borowski
Nachdem zuvor bis Minute 15 der Mord bei Tag in einem Dorf unweit von Kiel gezeigt wurde, wird nach einem Cut eine Häuserzeile in der Stadt Kiel bei Nacht gezeigt (Borowski und die Frau am Fenster 2011: 00:15:38-00:15:40), in der in einer Wohnung das Licht angeht, während man aus dem Off ein lautes Klopfen hören kann. In der nächsten Kameraeinstellung erfahren wir, dass diese Wohnung der Figur Klaus Borowski gehört, die nun (ebd.: 00:15:43) in einem grauen T-Shirt gekleidet und mit zerwühlten Haaren mürrischen Blickes vom Zuschauer aus nach links schaut. Da er hier in der Halbnahen gezeigt wird, erhalten wir nur diese Informationen zum Äußerlichen von Klaus Borowski, der in einem sehr neutralen Outfit gezeigt wird und die zerwühlten Haare deuten darauf hin, dass er zuvor geschlafen hat.
Dementsprechend können wir uns auch seine Mimik erklären, die eher genervt und mürrisch wirkt. Doch ebenso neutral wie seine Oberkleidung ist auch seine Wohnung in diesem Ausschnitt gestaltet: Klaus Borowski steht vor einer grauen Wand, an der wenige Bilder mit trivialem Inhalt darauf zu sehen sind, weder Fotografien von Familie noch auffallende, farbintensive Kunstwerke sind hier zu finden. Im Verlauf der Szene in Borowskis Wohnung (ebd.: 00:15:40-00:18:23) erfahren wir, dass unsere Hauptfigur in einer großräumigen Wohnung lebt, die steril und in Grautönen eingerichtet ist, welches auf einen distanzierten und wohlhabenden Charakter schließen lassen könnte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Hinführung: Einführung in die Relevanz des „Tatorts“ als deutsches Kulturgut und Hinführung zur Fragestellung bezüglich der besonderen Dynamik des neuen Kieler Ermittlerduos Borowski und Brandt.
2. Figurenanalyse des Tatort-Ermittlerpaares Borowski und Brandt: Theoretische Fundierung und praktische Anwendung der Figurenanalyse, beginnend mit der Vorstellung der Akteure bis hin zur detaillierten Untersuchung ihrer Interaktionen und Charakterentwicklungen anhand der ausgewählten Tatortfolge.
3. Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese der Erkenntnisse über die Figurencharakteristiken, bei der die Ergänzung durch Gegensätze sowie der komplexe Aufbau der professionellen und freundschaftlichen Beziehung des Duos hervorgehoben wird.
Schlüsselwörter
Tatort, Figurenanalyse, Klaus Borowski, Sarah Brandt, Ermittlerpaar, Filmanalyse, Kieler Ermittlerteam, Charakterisierung, Mediengestaltung, Handlungsträger, Filmfiguren, Machtkampf, Teamdynamik, Audiovisuelle Medien, Krimiserie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Figurenanalyse des Kieler Ermittlerpaares Klaus Borowski und Sarah Brandt im Kontext der Tatort-Folge „Borowski und die Frau am Fenster“.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die filmischen Charakterisierungsmethoden von Ermittlerfiguren, die Analyse ihrer Einführung, ihre persönlichen Persönlichkeitsprofile sowie die Dynamik ihrer Interaktion als neues Team.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die beiden unterschiedlichen Persönlichkeiten in ihrer ersten gemeinsamen Folge begegnen, wie sie ihre Rollen behaupten und wie sich ihr Verhältnis von anfänglichem Missverständnis zur professionellen Zusammenarbeit entwickelt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine film- und figurenanalytische Methode nach den Medienforschern Werner Faulstich und Lothar Mikos angewandt, um die Figuren durch Handlungen, visuelle Merkmale und auditive Äußerungen zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der Figurenanalyse sowie die detaillierte Untersuchung spezifischer Szenen, darunter der erste Auftritt Borowskis, das erste Aufeinandertreffen mit Brandt sowie deren Entwicklung als Anwärterin.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie „Figurenanalyse“, „Tatort“, „Ermittlerpaar“ und „Filmische Charakterisierung“ beschreiben.
Warum wird die Folge „Borowski und die Frau am Fenster“ als Beispiel gewählt?
Diese Folge dient als Fallbeispiel, da sie den Moment markiert, in dem Sarah Brandt als neue Partnerin eingeführt wird, was eine besonders spannende Grundlage für die Analyse der Etablierung einer neuen Figurenkonstellation bietet.
Wie interpretieren die Autoren die „Hand-auf-die-Schulter-Geste“ am Ende der Folge?
Diese Geste wird als eine der wenigen körperlichen Annäherungen und als symbolischer Dank für die Rettung sowie als Ausdruck der Anerkennung der Zusammenarbeit interpretiert.
Wie kontrastiert die Arbeit das Verhalten der beiden Hauptfiguren?
Klaus Borowski wird als traditionell, distanziert und altmodisch beschrieben, während Sarah Brandt als technisch begabt, modern, aber auf persönlicher Ebene ebenfalls verschlossen charakterisiert wird.
Welche Rolle spielen die "illegalen Methoden" von Sarah Brandt in der Analyse?
Sie dienen als Merkmal zur Abgrenzung von Borowskis klassischem Ermittlungsstil und verdeutlichen die moderne, teils forsche Arbeitsweise der Anwärterin, die jedoch zur Aufklärung des Falls beiträgt.
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- Lisa Krenke (Author), 2016, Die Ermittler Borowski und Brandt. Figurenanalyse anhand einer ausgewählten Tatortfolge, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513285