Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Economics - History

Was sind Verträge? Ein historischer Überblick

Title: Was sind Verträge? Ein historischer Überblick

Seminar Paper , 2006 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dipl. Volksw. Stefan Arndt (Author)

Economics - History
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Ausgehend von einer abstrakten Begriffsdefinition, die unter Verträgen ein Instrument versteht, an dem mindestens zwei Personen beteiligt sein müssen und sich darin auf einen bestimmten Inhalt einigen, wird zunächst die juristische Sichtweise auf Verträge beschrieben, um dann den Blick auf die Ausläufer der Vertragstheorie zu lenken. Ausgangspunkt ist die klassische oder philosophische Sicht, die von Hobbes, Locke und Rousseau geprägt wurde und letztlich auch Fortsetzung in der ökonomischen Theorie fand. Letztere ist der eigentliche und schwerpunktmäßige Betrachtungspunkt. Sie wird unterteilt in die Prinzipal- Agenten – Theorie, in einen Blick auf implizite und auf relationale Verträge. Diese Vertragsarten lassen sich auf die unterschiedlichste Weise wissenschaftlich untersuchen. Als weitere Ausläufer der Vertragstheorie werden spieltheoretische, informationsökonomische Fragestellungen sowie Thematiken der Auktionstheorie aufgegriffen. Wenn es um die Durchsetzung der Verträge geht, werden oftmals Gerichte mit der Auslegung selbiger bemüht, was in Abhängigkeit von der Vertragsart mal mehr und mal weniger gut ermöglicht wird und zum Ende hin noch mal beleuchtet wird.
Abschließend lässt sich herausstellen, dass die ökonomische Vertragstheorie den Konzepten der Neuen Institutionenökonomik eine formale Bearbeitung ermöglicht hat. Im Vertragsdesign ist die Fragestellung, wie bestimmte Anreize zu einem gewünschten Verhalten in Verträgen führen können, von großer Bedeutung; dies auch mit Blick auf das Wirtschaftsleben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Problemaufriss und Aufbau

2. Begriffsdefinitionen

3. Verträge und die Vertragstheorie im historischen Überblick

3.1 Die Entstehungsgeschichte der Vertragstheorie

3.2 Die ökonomischen Ausläufer der Vertragstheorie

3.2.1 Die Prinzipal-Agenten- oder Vertretungstheorie

3.2.2 Implizite oder sich selbst durchsetzende Verträge

3.2.3 Relationale oder unvollständige Verträge

3.2.4 Weitere Ausläufer der modernen Vertragstheorie

3.3 Die Rolle der Gerichtsbarkeit

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit einer historischen und ökonomischen Analyse des Vertragsbegriffs. Das Ziel ist es, die Entwicklung der Vertragstheorie von ihren philosophischen Ursprüngen bis hin zu modernen ökonomischen Ansätzen darzustellen, die Rolle von Anreizstrukturen bei Informationsasymmetrien zu beleuchten und die Notwendigkeit einer institutionalisierten Gerichtsbarkeit für die Stabilität von Marktwirtschaften zu verdeutlichen.

  • Historische Entwicklung der Vertragstheorie
  • Ökonomische Analyse von Anreizproblemen (Prinzipal-Agenten-Theorie)
  • Unterscheidung zwischen vollständigen und unvollständigen Verträgen
  • Die Funktion impliziter Verträge und Reputation
  • Bedeutung der Gerichtsbarkeit für die Durchsetzung von Verträgen

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Die Prinzipal-Agenten- oder Vertretungstheorie

Die Prinzipal-Agenten-Theorie (PA-Theorie), die zum ersten Mal 1976 in einer Arbeit von Michael Jensen und William Meckling beschrieben wurde, betrachtet folgenden Sachverhalt. Es werden hier zwei Wirtschaftssubjekte fokussiert, der Auftraggeber (Prinzipal) und der Beauftragte (Agent). Der Prinzipal beauftragt den Agenten mit der Durchführung einer Aufgabe und verleiht ihm dazu einen gewissen Entscheidungsspielraum. Nach Vertragsabschluss ist die Information asymmetrisch verteilt, da der Prinzipal nicht beobachten kann, wie der Agent die Tätigkeit ausübt, eine Überwachung der Handlungen wäre auch zu kostspielig. Dabei wird von der PA-Theorie angenommen, dass die Handlung des Agenten nicht beobachtbar und die Ergebnisse der Handlungen auch nicht ihm allein zuordenbar sind. Weitere Verhaltensannahmen, die unterstellt werden, sind unter anderem stabile und konsistente Präferenzen, Einbeziehung des individuellen Nutzens, was auch Opportunismus umfasst, ein monetäres und ein nicht-monetäres Spektrum der Nutzenfunktion, Zweckrationalität und Risikoabneigung seitens des Agenten sowie Risikoneigung des Prinzipals. Bei jenen Vertragstypen gibt es immer eine Teilnahme- und mindestens eine Anreizbedingung. Ganz allgemein behandelt die PA-Thematik Unterformen des „moralischen Risikos“ (moral hazard)– der beschriebene Fall ist jener des versteckten Handelns (hidden action). Zahlreiche Beispiele dafür finden sich im Wirtschafts- und Alltagsleben. Beispielsweise kann das Verhältnis zwischen Arzt und Patient als solches mit verstecktem Handeln beschrieben werden, ebenso wie jenes des Aktionärs zum Manager eines Unternehmens oder die Beziehung zwischen Chef und Angestellten und auch zwischen Politikern und Bürokraten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemaufriss und Aufbau: Einleitung in die Thematik der Vertragsarten und der Bedeutung der Vertragstheorie in der Ökonomie inklusive der Darlegung des methodischen Vorgehens.

2. Begriffsdefinitionen: Gegenüberstellung juristischer Vertragsauffassungen (BGB) und allgemeinerer, ökonomischer Definitionen unter Berücksichtigung von Anreizen und Freiwilligkeit.

3. Verträge und die Vertragstheorie im historischen Überblick: Historischer Rückblick auf Gesellschaftsverträge sowie eine detaillierte Untersuchung ökonomischer Ausläufer (Prinzipal-Agenten-Theorie, implizite Verträge, relationale Verträge, Auktionstheorie) und der Rolle staatlicher Institutionen.

4. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung der Bedeutung von Verträgen für die Koordination in Marktwirtschaften und die Notwendigkeit von Anreizsystemen.

Schlüsselwörter

Vertragstheorie, Ökonomie, Prinzipal-Agenten-Theorie, Informationsasymmetrie, Moral Hazard, Adverse Selektion, Institutionenökonomik, Vertrag, Transaktionskosten, Gerichtsbarkeit, Spieltheorie, Anreizkompatibilität, Opportunismus, Vertragsfreiheit, Gesellschaftsvertrag.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die historischen Ursprünge und ökonomischen Konzepte der Vertragstheorie und untersucht, wie Verträge wirtschaftliche Transaktionen steuern.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Vertragstheorie, der Prinzipal-Agenten-Problematik, impliziten Verträgen und der Rolle der rechtlichen Durchsetzung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine wissenschaftliche Einordnung des Vertragsbegriffs, um zu verstehen, warum Verträge für das Funktionieren von Märkten essenziell sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es erfolgt eine literaturbasierte Analyse, die sowohl juristische Perspektiven als auch moderne ökonomische Ansätze der Neuen Institutionenökonomik verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Genese, die ökonomische Kategorisierung von Vertragstypen bei asymmetrischen Informationen und die Funktion der Justiz.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind asymmetrische Information, Anreizstrukturen, opportunistisches Verhalten, Vertragsdurchsetzung und Transaktionskosten.

Was versteht die ökonomische Vertragstheorie unter „hidden action“?

Es bezeichnet Situationen, in denen der Prinzipal die Handlungen des Agenten nach Vertragsschluss nicht beobachten kann, was die Gefahr von „Moral Hazard“ birgt.

Warum sind Gerichte für die Vertragstheorie wichtig?

Gerichte fungieren als Garanten für die Durchsetzung von Versprechen, was für Individuen den Anreiz schafft, sich an Verträge zu halten und die Stabilität der Wirtschaft fördert.

Was zeichnet einen „unvollständigen Vertrag“ aus?

Da nicht alle zukünftigen Umweltzustände vertraglich geregelt werden können, sind viele Verträge unvollständig, was bei späteren Änderungen Nachverhandlungen erforderlich macht.

Excerpt out of 22 pages  - scroll top

Details

Title
Was sind Verträge? Ein historischer Überblick
College
University of Marburg
Course
Vertragstheorie
Grade
2,0
Author
Dipl. Volksw. Stefan Arndt (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V51339
ISBN (eBook)
9783638473415
ISBN (Book)
9783638661591
Language
German
Tags
Verträge Vertragstheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Volksw. Stefan Arndt (Author), 2006, Was sind Verträge? Ein historischer Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51339
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  22  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint