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Kultur- und Transformationsforschung über Ost-West-Differenzen und Innere Einheit in Deutschland - Eine metatheoretische Betrachtung

Title: Kultur- und Transformationsforschung über Ost-West-Differenzen und Innere Einheit in Deutschland - Eine metatheoretische Betrachtung

Thesis (M.A.) , 2005 , 112 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: M.A. Birk Töpfer (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Vierzehn Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung scheinen die Deutschen in Ost und West von der so genannten „Inneren Einheit“ weiter entfernt zu sein als je zuvor. Insbesondere nationale Reformprojekte, die mit Einschnitten im Sozialsystem verbunden sind, machen dies immer wieder deutlich.
Die Transformationsforschung und die politische Kulturforschung hat im Laufe dieser eineinhalb Jahrzehnte eine Vielzahl von Erklärungsansätzen geliefert, die im einzelnen keine zufriedenstellende Erklärung des Problems liefern können und sich zum Teil sogar diametral gegenüberstehen, einander widersprechen oder gar das Problem der inneren Einheit als solches in Frage stellen. Obwohl die empirischen Befunde über das Transformations- und Einheitsprojekt im Prinzip recht eindeutig sind, wird die deutsche Einheit unterschiedlich bilanziert.
Jede Vereinigungsbilanz in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft bringt auch eine spezifische Position zum Stand der inneren Einheit hervor. Die Positionen verteilen sich dabei, je nach Blickwinkel des Betrachters, über ein weites Spektrum. Angefangen beim Standpunkt einer gelungenen Einheit, die auf dem richtigen Weg ist, bei der Wert- und Einstellungsdifferenzen zwischen den Deutschen im Osten und Westen des Landes als marginal bezeichnet werden und kaum über andere regionale Differenzen hinaus gehen, über die Position einer kulturellen Differenzierung über eine ostdeutsche Sonderidentität, die eine Normalisierung und Bereicherung der politischen Kultur der Bundesrepublik darstellt, bis hin zur Bilanz, dass fundamentale Wertunterschiede und eine Abgrenzungsidentität auf Seiten der Ostdeutschen ein hohes anomisches Potential besitzen, die die demokratische politische Kultur Deutschlands gefährden.
Ziele dieser Arbeit sind, den Stand der Forschung und die theoretische Debatte zur inneren Einigung Deutschlands zu reflektieren und zu klären, inwieweit die inzwischen weitgehend marginalen sozialwissenschaftlichen Bemühungen um diesen Untersuchungsgegenstand gerechtfertigt werden können, wo Bedarf nach weitergehender Forschung besteht und an welchen theoretisch-methodischen Modellen diese anknüpfen sollten.
Die gesamte Darstellung soll schließlich eine Einschätzung ermöglichen inwieweit die inzwischen weitgehend marginalen Forschungsanstrengungen zur Vereinigung in Deutschland als gerechtfertigt gelten können oder ob weiterer Forschungsbedarf besteht und an welche Konzepte dieser anknüpfen sollte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Ostdeutschlandforschung

1.1 Historischer Verlauf

1.2 Die Entwicklung der theoretisch-methodischen Konzepte

1.3 Bilanzen der deutschen Einheit

2. Begriffsklärung und theoretische Zugänge

2.1 Transformationsforschung

2.2 Transformationstheorie

2.3 Theoretische Konzepte der Transformationsforschung

2.3.2 Systemtheoretische Konzepte

2.3.2.1 Kritische Anmerkungen

2.3.2.2 Vereinigungsbilanzen

2.3.2.3 Validität

2.3.3 Modernisierungstheoretische Konzepte

2.3.3.1 Kritische Anmerkungen

2.3.3.2 Vereinigungsbilanzen

2.3.3.3 Validität

2.3.4 Akteur- und institutionentheoretische Konzepte

2.3.4.1 Kritische Anmerkungen

2.3.4.2 Vereinigungsbilanzen

2.3.4.3 Validität

2.3.5 Handlungstheoretische Konzepte

2.3.5.1 Kritische Anmerkungen

2.3.5.2 Vereinigungsbilanzen

2.3.5.3 Validität

2.4 Zwischenbilanz zu Transformationstheorie und –forschung

3. Innere Einheit

3.1 „Innere Einheit“ – Begriffsklärung

3.2 Positionen der Forschung

3.2.1 Die vollzogene innere Einheit

3.2.2 Kulturelle Differenz als Chance

3.2.2.1 Wurzeln der politisch-kulturellen Differenz

3.2.2.2 Zwei politische Kulturen der Einheit?

3.2.3 Ostdeutsche Teilgesellschaft als Entwicklungsblockade

3.2.4 Ostdeutsche als postfordistische Avantgarde

3.3 Gründe für die Ost-West-Differenzierungen

3.3.1 Sozialisationsthese

3.3.2 Situationsthese

3.3.3 Kompensationsthese

3.4 Zwischenbilanz zu innerer Einheit

4. Ostdeutsche Identität

4.1 Personale Identität

4.2 Kollektive und kulturelle Identität

4.3 Gedächtnis und kulturelle Erinnerung

4.3.1 Gedächtnis

4.3.2 Erinnerung

4.3.3 Geteilte kollektive Erinnerung der Deutschen

4.4 Soziale Identität

4.4.1 Ostdeutsche soziale Identität

4.4.2 Ost-Nostalgie

4.5 Bilanz: Ostdeutsche Identität – ein multidimensionales Phänomen

5. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit verfolgt das Ziel, den Stand der Forschung sowie die theoretische Debatte zur „Inneren Einheit“ Deutschlands zu reflektieren und kritisch zu hinterfragen, um die Begründungen für inkohärente Urteile über den Einigungsprozess aufzudecken. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, wie die sozio-kulturellen Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen theoretisch operationalisiert werden können und welche Rolle dabei die Herausbildung ostdeutscher Wir-Gruppen-Identifikationen spielt.

  • Analyse der historischen Entwicklung und der theoretischen Konzepte der Ostdeutschlandforschung seit 1990.
  • Kritische Beleuchtung der Transformationsforschung unter Einbezug von System-, Modernisierungs-, Akteurs- und Handlungstheorien.
  • Diskussion der „Inneren Einheit“ und der drei maßgeblichen Modellannahmen (Sozialisationsthese, Situationsthese, Kompensationsthese).
  • Untersuchung von Identitätskonzepten und deren Potenzial zur Erklärung spezifisch ostdeutscher Identitätsbildungen.
  • Reflexion über die Notwendigkeit interdisziplinärer Ansätze für eine fundierte Transformationsanalyse.

Auszug aus dem Buch

Die Ostdeutschlandforschung

Mit dem überraschenden Zusammenbruch der sozialistischen Systeme sowjetischen Typs in Europa und deren damit notwendig gewordener Transformation, entstand ein neues Forschungsfeld, für das zunächst keine theoretischen Grundlagen existierten, da dieser Vorgang weder von der Wissenschaft noch der Politik antizipiert wurden. Gerade die Sozialwissenschaften mussten für dieses „Unvermögen“ der Vorhersage viel Häme einstecken, hatten sie doch seit den siebziger Jahren, wie auch die Politik, auf Systemwandel, Reform und west-östliche Koevolution gesetzt, anstatt auf Systemwechsel, Revolution, Inkorporation und Vereinigung. Festgefahrene Arrangements und Strukturen der Nachkriegsordnung brachen zusammen – gemeinsam mit Grundannahmen und Denkfiguren, die bis dahin auch in den Sozialwissenschaften ihren festen Platz beansprucht hatten. Dies führte zu Irritationen und selbstkritischen Reflexionen.

Doch nicht jener „’Schwarze Freitag’ der Sozialwissenschaften“ gab die drängenden Fragen der Forschung nach 1989 auf, denn diese Kritik konnte mit den Hinweisen auf die strukturelle Beschränkung der Sozialforschung in totalitären Systemen sowie auf die Begrenzungen der Prognostizierbarkeit sozialer Ereignisse auf Grund von Multikausalität, Nichtlinearität und Interferenz abgeschwächt werden. Sondern in den Mittelpunkt sozialwissenschaftlicher Fragestellung rückten vielmehr die Folgen des Zusammenbruchs des Nachkriegssystems für die Entwicklung der westlichen Moderne, für den sozialen Wandel sowie die Menschen, die ihn zu gestalten oder schlicht zu durchleben hatten. Nicht zuletzt standen Kategorien- und Theorienbildung der Sozialwissenschaften selbst auf dem Prüfstand.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Ostdeutschlandforschung: Das Kapitel zeichnet den historischen Verlauf und die Entwicklung theoretisch-methodischer Konzepte nach, die zur Untersuchung der deutschen Transformation nach 1989 herangezogen wurden.

2. Begriffsklärung und theoretische Zugänge: Hier werden die zentralen Begriffe und unterschiedliche theoretische Paradigmen der Transformationsforschung (system-, modernisierungs-, akteurs- und handlungstheoretisch) kritisch vorgestellt.

3. Innere Einheit: Dieser Abschnitt widmet sich dem Begriff der „Inneren Einheit“, diskutiert verschiedene Modellannahmen zu ihrer Erklärung und zieht eine Zwischenbilanz zur kulturellen und sozialen Einheit.

4. Ostdeutsche Identität: Das Kapitel beleuchtet die Genese ostdeutscher Identität anhand von Konzepten der persönlichen, sozialen und kulturellen Identität sowie der Rolle von Erinnerung und Gedächtnis.

5. Schlussbetrachtungen: Der abschließende Teil resümiert die theoretische Debatte und verdeutlicht, dass die sozialwissenschaftliche Forschung zur deutschen Einheit weiterhin erheblichen Klärungsbedarf aufweist.

Schlüsselwörter

Ostdeutschlandforschung, Transformation, deutsche Einheit, Innere Einheit, politische Kulturforschung, Modernisierungstheorie, Systemtheorie, Identitätsbildung, Ost-Identität, Transformationsgesellschaft, Sozialisation, Situationsthese, Kompensationsthese, Ost-Nostalgie, Transformationsforschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die sozialwissenschaftliche Forschung zur deutschen Wiedervereinigung, den Stand der theoretischen Debatte über die Transformationsprozesse in Ostdeutschland und das Konzept der „Inneren Einheit“.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Transformation von Gesellschaftssystemen, die Entwicklung ostdeutscher Identitätsbildungen und die wissenschaftliche Bilanzierung des deutschen Einigungsprozesses.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Stand der Forschung kritisch zu reflektieren, theoretische Schwachstellen in den Erklärungsansätzen aufzudecken und zu klären, warum bisher kein einheitliches Urteil über den Status der Inneren Einheit erzielt werden konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen metatheoretischen Ansatz, der existierende Forschungsansätze vergleicht, kritisch beleuchtet und in einen übergreifenden Zusammenhang stellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Entwicklung der Ostdeutschlandforschung, vergleicht verschiedene theoretische Paradigmen und untersucht detailliert die drei Modellannahmen zur „Inneren Einheit“ sowie Identitätskonzepte.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Transformationsforschung, Innere Einheit, Ost-Identität, Sozialisation, Transformationstheorie und postsozialistische Umbruchprozesse.

Wie unterscheidet der Autor zwischen Sozialisations- und Situationsthese?

Die Sozialisationsthese sieht die Ursache der Differenzen in tiefgreifenden, langfristigen Prägungen durch das DDR-System, während die Situationsthese die aktuellen ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen im vereinten Deutschland als maßgeblich erachtet.

Was besagt die „Kompensationsthese“?

Sie ergänzt, dass Identitätsbildungsprozesse im Osten durch die Abwertung der im DDR-System erworbenen Biographien und Qualifikationen sowie durch das Gefühl von Benachteiligung im Einigungsprozess befeuert werden.

Welche Bedeutung misst der Autor dem Phänomen der „Ost-Nostalgie“ bei?

Der Autor sieht darin keine Rückkehr zum alten System, sondern einen symbolischen Laiendiskurs und eine Form der Selbstvergewisserung nach den Brucherfahrungen der Wende.

Was schlägt der Autor für zukünftige Forschungen vor?

Der Autor plädiert für die Integration handlungstheoretischer Korrektive und interdisziplinärer Ansätze (z.B. Gedächtnis- und Identitätsforschung), um die Komplexität des ostdeutschen Transformationsfalls besser zu erfassen.

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Details

Title
Kultur- und Transformationsforschung über Ost-West-Differenzen und Innere Einheit in Deutschland - Eine metatheoretische Betrachtung
College
University of Leipzig  (Institut für Politikwissenschaft)
Grade
1,7
Author
M.A. Birk Töpfer (Author)
Publication Year
2005
Pages
112
Catalog Number
V51379
ISBN (eBook)
9783638473743
ISBN (Book)
9783638862363
Language
German
Tags
Kultur- Transformationsforschung Ost-West-Differenzen Innere Einheit Deutschland Eine Betrachtung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Birk Töpfer (Author), 2005, Kultur- und Transformationsforschung über Ost-West-Differenzen und Innere Einheit in Deutschland - Eine metatheoretische Betrachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51379
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