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Unternehmensbewertung in der Unternehmenskrise. Grundsätze, Verfahren und Eingrenzung im Krisenfall

Eine kritische Analyse

Titre: Unternehmensbewertung in der Unternehmenskrise. Grundsätze, Verfahren und Eingrenzung im Krisenfall

Thèse de Bachelor , 2017 , 33 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Maximilian Rogg (Auteur)

Gestion d'entreprise - Direction d'entreprise, Management, Organisation
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Ziel dieser Arbeit ist es, zu analysieren, inwieweit die klassischen Bewertungsverfahren geeignet sind, den speziellen Umständen einer Unternehmenskrise Rechnung zu tragen und zu erörtern, welche Anpassungen nötig sind, um einen für den Bewertungsanlass adäquaten Unternehmenswert zu ermitteln. Im ersten Teil der Arbeit werden dazu die bewertungsrelevanten Rahmenbedingungen einer Unternehmenskrise erläutert. Daraufhin werden die Bewertungsanlässe in der Krise beschrieben und es folgt eine Eingrenzung der anzuwendenden Verfahren. Anhand von zuvor abgeleiteten Kriterien wird im dritten Teil dieser Arbeit ein ausgewähltes Bewertungsverfahren kritisch analysiert. Dazu werden die einzelnen Bestandteile des Verfahrens vor dem Hintergrund erhöhter Unsicherheit untersucht und mögliche Anpassungen dargestellt.

In der Unternehmenskrise verschärft sich die Ungewissheit und das Fortbestehen des Unternehmens ist mitunter von der Wirksamkeit von Sanierungskonzepten sowie von Reaktionen der Stakeholder abhängig. Der Krisenfall stellt dabei keine Ausnahme dar, da sich Unternehmen häufiger in finanziellen Notlagen befinden, als vermutet wird. Grundlegende Annahmen von Bewertungsverfahren wie beispielsweise die unendliche Lebensdauer von Unternehmen scheinen vor dem Hintergrund der teilweise existenzbedrohenden Situation nicht angemessen zu sein. Die Besonderheiten eines Krisenunternehmens erfordern daher eine kritische Auseinandersetzung mit den konventionellen Bewertungsverfahren.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung

2 Bewertungsrelevante Rahmenbedingungen in der Unternehmenskrise

3 Grundlagen der Unternehmensbewertung

3.1 Anlässe der Unternehmensbewertung

3.2 Verfahren der Unternehmensbewertung und Eingrenzung im Krisenfall

3.3 Ausgewählte Grundsätze ordnungsmäßiger Unternehmensbewertung

4 Kritische Analyse der Unternehmensbewertung in der Unternehmenskrise

4.1 Prognose der künftigen Erfolgsbeiträge

4.2 Bestimmung der Kapitalkosten

4.2.1 Eigenkapitalkosten

4.2.2 Fremdkapitalkosten

4.3 Ewige Rente

4.4 Abschließende Würdigung

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Eignung klassischer Verfahren der Unternehmensbewertung für Unternehmen in einer Krisensituation. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse, wie klassische Bewertungsmodelle an die durch die Krise verschärften Unsicherheitsfaktoren angepasst werden können, um einen für den Anlass adäquaten, subjektiven Unternehmenswert für potenzielle Käufer zu ermitteln.

  • Kritische Analyse von klassischen Unternehmensbewertungsverfahren im Kontext von Unternehmensrisiken
  • Identifikation und Bewertung von Herausforderungen bei der Prognose künftiger Erfolgsbeiträge in Krisenzeiten
  • Methodische Ansätze zur risikoadäquaten Bestimmung der Kapitalkosten (z.B. Debt-Betas, Bottom-Up-Betas)
  • Untersuchung der Relevanz und Anpassung der ewigen Rente unter Berücksichtigung von Insolvenzrisiken
  • Bewertung der Anwendbarkeit des DCF-Verfahrens bei hoher Unsicherheit

Auszug aus dem Buch

4.2.2 Fremdkapitalkosten

Im Rahmen des CAPM wird angenommen, dass die Fremdkapitalkosten dem risikolosen Zinssatz gleichen, wodurch das gesamte Ausfallrisiko durch den Betafaktor den Eigenkapitalgebern zugeschrieben wird. Fremdkapitalzinsen auf dem Niveau des risikolosen Basiszinssatzes ergeben sich allerdings nur dann, wenn von sämtlichen Insolvenzrisiken abgesehen wird. Es ist jedoch empirisch belegt, dass für Fremdkapital ein Ausfallrisiko existiert, welches anhand von sog. Credit Spreads am Kapitalmarkt gemessen werden kann. Der Credit Spread misst die Risikoprämie, welche von den Fremdkapitalgebern als Kompensation für das Ausfallrisiko verlangt wird. In der Unternehmenskrise können darüber hinaus vertraglich festgesetzte Klauseln (sog. Covenants) greifen, welche die Zinszahlungen an den Gläubiger erhöhen.

Zur Bestimmung der Fremdkapitalkosten können die veröffentlichten Abschlussinformationen des Unternehmens herangezogen werden. Die Fremdkapitalkosten ergeben sich dann als Quotient der angefallenen Zinszahlungen und dem Buchwert des Fremdkapitals. In der Unternehmenskrise werden die Zinszahlungen aufgrund der erhöhten Unsicherheiten regelmäßig ansteigen, sodass die Verwendung historischer Zinssätze nicht in einem angemessenen Verhältnis zu den aktuellen Risiken des Unternehmens stehen würden. Diese Vorgehensweise widerspricht daher dem Risikoäquivalenzprinzip. Zudem steht dieser Ansatz im Widerspruch zum Zukunftsbezogenheitsprinzip, da ein potenzieller Käufer nur an den künftigen Kapitalkosten interessiert ist, die er zur Generierung der Cash-Flows aufwenden muss. Problematisch ist darüber hinaus, dass bei der Bildung des Quotienten eine Stromgröße (Zinszahlungen) in Bezug zu einer Bestandsgröße (Buchwert des Fremdkapitals) gesetzt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemstellung: Hinführung zur Thematik, Bedeutung der Zukunftsperspektive in der Bewertung und Darstellung des Ziels der Arbeit.

2 Bewertungsrelevante Rahmenbedingungen in der Unternehmenskrise: Analyse der Krisenmerkmale, ihrer Ursachen und der daraus resultierenden Konsequenzen für die Unternehmensbewertung.

3 Grundlagen der Unternehmensbewertung: Überblick über Bewertungsanlässe, Methoden und die für die Arbeit zentralen Grundsätze ordnungsmäßiger Unternehmensbewertung.

4 Kritische Analyse der Unternehmensbewertung in der Unternehmenskrise: Detaillierte Untersuchung von Prognosemethoden, Kapitalkostenbestimmung und der ewigen Rente unter Krisenbedingungen.

5 Zusammenfassung: Synthese der wesentlichen Analyseaspekte und Fazit hinsichtlich der Eignung von Bewertungsverfahren in Krisenfällen.

Schlüsselwörter

Unternehmensbewertung, Unternehmenskrise, DCF-Verfahren, Kapitalkosten, WACC, Risikoäquivalenzprinzip, Zukunftsbezogenheitsprinzip, Subjektivitätsprinzip, Debt-Beta, Turnaround, Prognose, Cash-Flow, Insolvenzrisiko, Unternehmenswert, Sanierungskonzept.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch, wie Unternehmen, die sich in einer Krisensituation befinden, bewertet werden können und welche Anpassungen in der methodischen Vorgehensweise notwendig sind, um der hohen Unsicherheit Rechnung zu tragen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die Prognose künftiger Erfolgsbeiträge, die korrekte Bestimmung von Eigen- und Fremdkapitalkosten unter Krisenbedingungen sowie die kritische Würdigung der Annahme einer ewigen Rente.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit klassische Bewertungsverfahren geeignet sind, Krisensituationen abzubilden, und aufzuzeigen, welche Modifikationen erforderlich sind, um einen subjektiven Unternehmenswert für potenzielle Investoren zu ermitteln.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und die kritische Auseinandersetzung mit theoretischen Bewertungskonzepten, insbesondere dem Discounted Cash-Flow-Verfahren (DCF) und dem WACC-Ansatz.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung bewertungsrelevanter Rahmenbedingungen, die theoretischen Grundlagen der Unternehmensbewertung sowie die spezifische, kritische Analyse der Bewertungsbestandteile (Erfolgsbeiträge, Kapitalkosten, ewige Rente) im Krisenkontext.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Unternehmensbewertung, Unternehmenskrise, DCF-Verfahren, WACC, Insolvenzrisiko und das Risikoäquivalenzprinzip.

Warum ist das klassische CAPM bei der Bestimmung der Kapitalkosten in der Krise oft unzureichend?

Das klassische CAPM geht von einem risikolosen Fremdkapitalzins aus. In der Krise existieren jedoch signifikante Ausfallrisiken, die bei Fremdkapital über Credit Spreads oder Debt-Betas abgebildet werden müssen, um das Risikoäquivalenzprinzip zu wahren.

Welche Probleme ergeben sich bei der Verwendung der ewigen Rente für Krisenunternehmen?

Die ewige Rente setzt einen eingeschwungenen Zustand voraus, der in einer Krise meist nicht gegeben ist. Zudem widerspricht die Fortschreibung historischer Trends dem Zukunftsbezogenheitsprinzip, weshalb der Detailplanungszeitraum oft angepasst werden muss.

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Résumé des informations

Titre
Unternehmensbewertung in der Unternehmenskrise. Grundsätze, Verfahren und Eingrenzung im Krisenfall
Sous-titre
Eine kritische Analyse
Université
University of Münster  (Institut für Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung)
Note
1,7
Auteur
Maximilian Rogg (Auteur)
Année de publication
2017
Pages
33
N° de catalogue
V514775
ISBN (ebook)
9783346106568
ISBN (Livre)
9783346106575
Langue
allemand
mots-clé
unternehmensbewertung unternehmenskrise grundsätze verfahren krisenfall Kritische Analyse
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Maximilian Rogg (Auteur), 2017, Unternehmensbewertung in der Unternehmenskrise. Grundsätze, Verfahren und Eingrenzung im Krisenfall, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/514775
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Extrait de  33  pages
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