Der Aspekt der Identität in der modernen, interkulturellen Literatur

Am Beispiel von Shida Bazyars "Die Echten"


Seminararbeit, 2017

16 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Identität in postmodernen Gesellschaften
2.1. Hybridität als Konzept

3. Charakterisierung im Rahmen interkulturellen, literaturwissenschaftlichen Analyse

4. Identitätskonzepte in „Die Echten“ von Shida Bazyar
4.1. Die erste Generation: Großvater
4.2. Die deutsche Perspektive: Mütter, Nazis, Journalisten

5. Die dritte Generation: Ich-Erzählerin, Toni, Schwester

6. Konklusion

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Wie wir leben wollen. Texte für Solidarität und Freiheit“ lautet der Titel des Sammelbands, in dem Shida Bazyars Kurzgeschichte „Die Echten“ 2016 erschienen ist - Ein Buch, das eine Reihe von Texten junger AutorInnen versammelt, die sich mit der Bedeutung von Heimat, Fremde und Identität auseinandersetzen und dabei ein eindrucksvolles Bild unserer gegenwärtigen Gesellschaft zeichnen. Vor dem politischen Hintergrund des Nah-Ost-Konflikts, dem IS und Flüchtlingsströmen, im Rahmen derer sich tausende Menschen auf den langen, beschwerlichen Weg nach Europa machen, werden vermehrt ängstliche und wütend protestierende Stimmen laut, die das europäische Identitätskonzept gefährdet sehen. In einer politisch angespannten Situation wie dieser sehen AutorInnen wie Shida Bazyar ihre Aufgabe darin, die aktuellen Themen literarisch zu verarbeiten. Denn die literarische Ebene ermöglicht es Themen und Probleme aufzugreifen, die im realpolitischen Raum in der gegebenen Situation unmöglich ansprechbar und unauflösbar geworden zu sein scheinen.

In diesem Kontext gewinnt ein Teilbereich der germanistischen Literaturwissenschaft an Bedeutung, dessen Anfänge auf die 1950er Jahren zurückgehen und der sich in den 1980ern endgültig etabliert hat: die interkulturelle, deutschsprachige Literaturwissenschaft, eine Disziplin, die „international und interdisziplinär Interkulturalitätskonzepte erforscht und sich als Schnittstelle zwischen Muttersprachen und internationaler Germanistik versteht“ (Leskovec 2011, S. 9.). Innerhalb dieser Disziplin werden „Texte als interkulturelle Phänomene verstanden, aufgrund der Tatsache, dass sie Grenzen aufheben, wie die Grenzen zwischen Sprachebenen, zwischen kulturellen Sphären oder zwischen Ästhetiken“ (Leskovec 2011, S.12.) und können somit als Werke der Interferenz verstanden werden. Im Kontext postmigrantischer Gesellschaften, wie sie heute in weiten Teilen Europas bestehen, gewinnt die interkulturelle Germanistik zunehmend an Bedeutung. Sie stellt den Rahmen dar, in dem Texte von AutorInnen mit Migrationshintergrund und/oder Texte, die sich mit interkulturellen Themen auseinandersetzen zu analysieren sind und dient somit auch im Kontext dieser Analyse als Grundlage.

Denn einerseits hat die in Rheinland-Pfalz in Deutschland geborene Autorin iranische Wurzeln, da ihre Eltern aufgrund der Auswirkungen der islamischen Revolution im Iran 1987 nach Deutschland gekommen sind. Andererseits setzt sich ihr Text „Die Echten“ mit der Frage nach Identitätskonzepten in einer postmigrantischen Gesellschaft, wie sie in Deutschland existiert, auseinander und spricht so ein aktuelles Thema auf eine Weise an, die für die literaturwissenschaftliche, Disziplin der Charakteristik interessant erscheint.

2. Identität in postmodernen Gesellschaften

In einem Kontext der interkulturellen germanistischen Literaturwissenschaft stellt der Begriff der Identität eine transdisziplinäre und transkulturelle Einheit dar, die in einem postmodernen Rahmen eine schier unauflösbare Komplexität annimmt. Der Identitätsbegriff wird in der Psychologie ebenso behandelt wie in der Soziologie und kulturellen Disziplinen. Denn das Bedürfnis nach Identitätsbildung bildet kollektiv wie individuell einen elementareren Bestandteil des Menschseins. (vgl. Hofmann et al. 2015, S.12.) Im Wesentlichen „konstituiert sich Identität [dabei] in Abgrenzung vom Anderen“ (Hofmann et al. 2015, S.12.). Das Andere kann aber auch als fremd, im Sinne von „all das, was sich außerhalb des eigenen Bereichs befindet, was einem anderen gehört, allgemein auch das, was unvertraut erscheint und deshalb möglicherweise befremdet“ (Hofmann et al. 2015, S.12.), wahrgenommen werden. Fremd ist uns dabei aber nicht nur der andere, „Fremde sind wir uns [auch] selbst.“ (Kristeva 1990, S. 13.) Als fremdes Eigenes kann auch das Unbewusstsein sowie der Tod als grundsätzliche Erfahrung der Befremdung bezeichnet werden.

So ist die Erfahrung von Fremdheit komplex und ambivalent. Die Bezeichnung eines anderen als Fremdem beruht häufig auf einer Verdrängung des abgespaltenen, peinlichen ,Eigenen‘ und auf einer Projektion unangenehmer Eigenschaften und Verhaltensweisen auf das ,Fremde‘. (Hofmann et al. 2015, S.12.)

Das Fremde kann dabei auf unterschiedliche Weisen auf die Identitätsbildung einwirken. Zum einen kann das Fremde natürlich in Abgrenzung zum Eigenen als unüberwindbare Barriere erfahren werden, aber auch als positive Ergänzung bzw. Erweiterung des Eigenen oder die Beschäftigung mit dem Fremden führt dazu, Momente des Eigenen darin wiederzufinden (vgl. Schäffer 1991)

In der Auseinandersetzung mit dem Fremden wird Identität gebildet, die anhand unterschiedlicher Konzepte erörtert wird. Der Identitätsbegriff existiert als solcher seit der Zeit der Aufklärung und hat sich in seiner Konstitution seitdem wesentlich verändert. Zunächst hat man zu Zeiten von Kant und Lessing Identität als einen die Zeit überdauernden Wesenskern eines Menschen als Vernunftwesen mit Bewusstsein und Handlungsfähigkeit verstanden, der bei der Geburt festgelegt wird und das ganze Leben lang unverändert bleibt. Ist der steigenden Komplexität der Moderne hat sich der Begriff im Verständnis der Menschen zu einem interaktiven Konzept entwickelt, das immer noch von einem relativ festen Kern ausgeht, der allerdings unter Einfluss von Umweltfaktoren und in der interaktiven Auseinandersetzung mit signifikanten anderen Menschen veränderbar ist, obwohl ein Wesenskern dem Subjekt erhalten bleibt. Demnach formt sich die Identität eines Menschen im Prozess seiner Interaktion mit der Gesellschaft und dabei formt er auch die kollektive Identität dieser mit. Damit beginnt der Fragmentierungsprozess des Konzeptes einer stabilen Identität des Menschen und der Identitätsbildungsprozesse wird zunehmend offener, problematischer und variabler. Im Zeitalter der Postmoderne vor dem Hintergrund von Neoliberalismus und Globalisierung wird der Identitätsbegriff zu einem dezentralen Kompositum aus verschiedenen Identitätsanteilen, die in unterschiedliche Richtungen streben und sich dabei teilweise widersprechen und in ungelösten Konflikten zueinanderstehen. (Hall 1999. S. 394f.).

Identitätsbildung in ihrer grundsätzlichen Form der Abgrenzung dient dem Menschen dazu, sich ein Bild von sich selbst zu machen, ein Ich-Konzept zu entwickeln, dass er dabei gerne als mindestens relativ stabil ansieht. Mit dieser Grundidee ist das postmoderne Konzept von Identität teilweise nicht mehr vereinbar, da der Mensch nun ohne festen Kern, ohne stabile Persönlichkeit auskommen muss und stattdessen ein komplexes, loses Geflecht aus Identitätsteilen bekommt, dass ständig im Fluss ist und dadurch nicht greifbar erscheint. Damit dringt die komplexe, postmoderne Gesellschaft bis ins Innerste der Menschen und erschafft ein Identitätskonzept der Hybridität, durch das jene die es meistern befähigt werden die postmoderne Welt zu meistern.

2.1. Hybridität als Konzept

Der Begriff Hybridität stammt ursprünglich aus dem Forschungsgebiet der sexuellen Cross­Orientierung, wird heute aber verehrt auf kulturelle, religiöse, nationale und ethnische Überlappungen angewandt. In diesem Zusammenhang prägt Paul Mecheril den Begriff der natio-ethno-kulturellen (Mehrfach-)Zugehörigkeit (vgl. Mecheril, 2003), durch den zum Ausdruck kommt, dass soziale Zugehörigkeitsordnungen zu postmigrantischen Gesellschaften wie Deutschland für Menschen mit Migrationshintergrund vordergründig von den diffusen, sich überlappenden Begriffen Nation, Ethnizität und Kultur strukturiert werden. Zudem werden in postmodernen Gesellschaften Mehrfachzugehörigkeiten zu sozialen Rollen im Sinne von Patchwork von Identitäten immer selbstverständlicher. (vgl. Keupp et al. 2006, S.266.) Diese Menschen verfügen über verschiedene, gleichzeitige (identitäre) Referenzräume, die sich nach dem Geltungsanspruch einer nicht hybriden Mehrheitsgesellschaft gegenseitig ausschließen müssten.

Hybridität als Identitätskonzept gewinnt in postmigrantischen Gesellschaften an Bedeutung, da diese die Metaerzählung von Abstammung nicht mehr benötigen bzw. nicht mehr verwenden, um die Gesellschaft zu strukturieren und Zugehörigkeit zu schaffen. (vgl. Foroutan 2013, S.88.) Denn die Anzahl der Menschen mit Migrationshintergrund steigt stetig und anstatt von Assimilationsprozessen, sind zunehmend Formen von mehrkulterellem Selbstbewusstsein als Identitätsmodell zu beobachten. Damit betrifft das Thema vor allem die sogenannte dritte Generation von Menschen mit Migrationshintergrund. Diese Personen integrieren sich in die Gesellschaft, ohne dabei ihre „Wurzeln“ vergessen zu wollen bzw. zu können und weisen dabei eine für sich selbst angenommene postintegrativ Perspektive auf. Das bedeutet, dass sie sich selbst als längst in der Gesellschaft des Ziellandes angekommen betrachten, eine Meinung die von jenen geteilt wird, die Länder wie Deutschland als plural, heterogen und postmodern sehen. (vgl. Foroutan 2010, S.11). Dabei nehmen sie aber die Identitätsanteile aus der Fremde in die Gesellschaft mit. Das Konzept der Hybridität beschreibt im Kontext postmoderner Gesellschaften einen Zustand, der auf immer mehr Menschen zutrifft, wobei anzumerken ist, dass für etwa ein Drittel der Menschen mit Migrationshintergrund Migration keine selbsterlebte Erfahrungsgrundlage mehr darstellt, da sie bereits im Zielland geboren sind. Dennoch bleibt das Element der Kernnarration durch Familienlegenden, Zuschreibungen von außen und phänotypische Merkmale, wie das Anders-Aussehen bestehen. Zu diesen Fremdzuschreibungen existieren wiederum unterschiedliche Reaktionsmechanismen von Gleichgültigkeit und Ablehnung bis hin zum positivem Selbst-Branding. (vgl. Foroutan 2013. S. 89.) Demnach fällt es Menschen auch unterschiedlich leicht bzw. schwer eine hybride Identität zu bilden. Es geht dabei vor allem um Zugehörigkeit, die zwischen Selbsterfahrung und Fremdzuschreibung ständig ausgehandelt werden muss, ein Prozess der sehr viel Motivation und Kraft erfordert. Wenn die Aushandlung nicht gelingt, kommt es zu einem Zustand von doppelter Nicht-Zugehörigkeit, das heißt, dass die Person weder im Herkunfts- noch im Zielland ankommen kann. Es ist nicht leicht die hybride Identität als Konzept im Zielland zu etablieren und zu verkaufen, da sie konservativen Menschen als halbherzige Integration missverstehen können, da sie lediglich vollständige Assimilierung als Integration betrachten. Menschen, die eine vollständige Assimilierung nicht vollziehen möchten oder können, bringt dies in eine schwierige Lage. (vgl. Foroutan 2013, S.96.)

3. Charakterisierung im Rahmen einer multikulturellen, literaturwissenschaftlichen Analyse

Literaturwissenschaftlich wird die Figur grundsätzlich als „mentales Modell eines Menschen oder einer menschenähnlichen Gestalt in einer erzählten Welt“ betrachte, die „von/m LeserIn aufgebaut wird, indem sie/er Informationen aus dem Discours, also der Darstellung , um Weltwissen ergänzt“ (Jannidis et al. 2005). Im Allgemeinen gelten bei der Charakterisierung der Figuren im Rahmen der Analyse von Erzähltexten als Grundprobleme, die Tatsachen, dass Texte Figuren einerseits lediglich durch Worte beschreiben können, anderseits, dass diese wörtlichen Beschreibungen stets lückenhaft bleiben, ungeachtet dessen, wie detailreich die Beschreibungen ausfallen. (vgl. Jannidis et al. 2005) Aus diesem Grund können literarische Figuren in einem wissenschaftlichen Kontext niemals mit realen Personen gleichgesetzt werden, da es sich immer um bloße Konzepte handelt, die stellvertretend für bestimmte Charaktermuster stehen. Diese Problematik kann umgangen werden, indem man sich bei der Charakterisierung der Unterscheidung von Discours und Histoire, bewusst wird und nach Möglichkeit zwischen jenen Informationen, die der Text beinhaltet, und dem hinzugefügten Weltwissen trennt.

Der Charakter einer Figur setzt sich aus ihren dispositionalen Eigenschaften zusammen, also ihren typischen Verhaltens- und Reaktionsweisen sowie ihre emotionalen und geistigen Anlagen. Unter dispositional versteht man in diesem Zusammenhang, dass jene Eigenschaften die Anlagen der Figur darstellen, doch im Charakterisierungsprozess werden auch andere dispositionale Eigenschaften unter den Charakter subsumiert, die für die Handlung wichtig erscheinen, wie zum Beispiel Körperlichkeit oder Handlungsmuster und markante Einzelhandlungen. Kommt es zu Verhaltens- und Reaktionsweisen, die einem zuvor gefestigten Charakter entgegenstehen und auf einen Lernprozess der Figur innerhalb der erzählten Welt zurückführbar sind, so spricht man von einer Charakterentwicklung. (vgl. Schmid 2009) Im Charakterisierungsprozess sollten daher grundsätzlich lediglich jene figurenbezogenen Tatsachen aufgeführt werden, die innerhalb der erzählten Handlungen relativ stabil bestehen bleiben, dazu gehört zum Beispiel meist nicht die räumliche Position der Figur. (vgl. Jannidis et al. 2005) Betrifft dieser Widerspruch aber zentrale Verhaltens­und Reaktionsmuster, ohne dass eine derartige Entwicklung nachvollziehbar und motiviert scheint, ist dies als Charakterbruch anzusehen. (vgl. Schmid 2009) Im Rahmen einer interkulturellen Literaturanalyse ist mit dieser Unterscheidung besonders achtsam umzugehen, da es sich hier oft um hybride Identitätskonzepte handelt, die der Manier postmoderner Literatur entsprechend, fließend und vieldimensional konstruiert sind.

4. Identitätskonzepte in „Die Echten“ von Shida Bazyar

Die Kurzgeschichte von Shida Bazyar beschäftigt sich in einem interkulturellen Rahmen mit verschiedenen Identitätskonzepten, die auf verschiedene Weisen funktionieren und unterschiedlich erfolgreich sind. Damit rücken die Figuren der Kurzgeschichte und ihre Charakterisierung ins Zentrum, um anhand ihrer verschiedenen Perspektiven die Identitätskonflikte zu thematisieren, die unsere europäischen Gesellschaften gerade bewegen. Denn der Plot kann aufgrund von Aufschriften mit „Refugees weicome", die seit der Flüchtlingskrise im Sommer 2016 weit verbreitet sind, in die Gegenwart verortet werden. Das aktuelle politische Geschehen wird dabei zwar nicht direkt thematisiert, aber seine Auswirkungen klingen an. Erzählt wird die Handlung aus der Ich-Perspektive, die der/m LeserIn auch direkte Einsicht in ihre Gedanken gibt, was Abschnitte der Kurzgeschichte in die Kategorie des inneren Monologs fallen lässt. Dieser erzähltechnischen Nähe steht der Aspekt entgegen, dass keine der Figuren beim Namen genannt wird, außer Toni, wobei dies nicht sein richtiger Name ist. Durch solche Aspekte entsteht ein Spiel zwischen Nähe und Distanz, zwischen Bekanntem und Fremdem, wodurch sich der thematische Schwerpunkt auch auf struktureller Ebene wiederfindet.

4.1. Die erste Generation: Der Großvater

Der Großvater der Ich-Erzählerin steht am Beginn der Geschichte. Er wird als dünner, Tee schlürfender Mann beschrieben, der immerzu hustet und kein Opa aus der Werthers-Echt­ Werbung ist, was seine Enkel bedauern. Seinen Beitrag zu Erzählung leistet er im Wesentlichen aber als Geschichtenerzähler, indem er seinen Enkeln von seiner Zeit als Vorabeiter berichtet: von engen Schächten, Giftgasen, Deutschen, die nie in ganzen Sätzen mit ihm gesprochen haben, ihm seinen Lohn nicht gaben, der ohnehin weit unter dem Gehalt eines deutschen Kollegen gelegen hat, und die ihn nie beim Namen genannt haben, sondern nach beliebig wechselnder Nationalität. Diese Geschichte des Großvaters wollen seine Enkel nicht hören. Sie ist ihnen unangenehm, aber der alte Herr versucht es immer wieder, bist er nach ein paar Sätzen schweigt, „weil Erzählen ohne darauffolgende Reaktion ja sinnlos ist“ (Bazyar 2016, S.175).

Die Geschichte, die hier aus der Perspektive des Großvaters erzählt wird, erinnert stark an Aras Örens Gastarbeiter Ali Gitmez, ein intertextueller Bezug, der stellvertretend für die sogenannte erste Generation jener Migranten steht, die in den 1950er-Jahren angeworben worden sind bzw. für die sogenannte Gastarbeiterliteratur dieser Zeit. Der Großvater erweckt innerhalb der Erzählung den Eindruck, die klare, eindeutige Perspektive des Gastarbeiter Alis einzunehmen und nimmt damit ein Identitätskonzept an, in dem alle Gegenstände und Themen eine klare Ordnung haben, in der Opfer- und Täterrollen klar verteilt sind, die Welt sich als in schwarz und weiß einteilen lässt. Sein Charakter weist keine Widersprüche auf, sondern steht klar für eine Position. Dem Fremden gegenüber grenzt er sich in seiner Position als Opfer ab. Die Enkel können sich mit dieser eindimensionalen Perspektive nicht identifizieren, denn sie kommt ihnen vereinfacht und daher veraltet vor. Sie haben gelernt, dass es naiv und falsch ist, in diesen einfachen Kategorien zu denken und trotzdem hat dieses Narrativ etwas Anziehendes, weshalb ihnen die Erzählungen unangenehm sind.

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Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Der Aspekt der Identität in der modernen, interkulturellen Literatur
Untertitel
Am Beispiel von Shida Bazyars "Die Echten"
Hochschule
University of Tampere  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Seminar Multikulturelle deutschsprachige Literatur
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V514903
ISBN (eBook)
9783346107909
ISBN (Buch)
9783346107916
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Shida Bazyar, Die Echten, Interkulturelle deutschsprachige Literatur, Hybridität, Charakterisierung, Identität
Arbeit zitieren
Marina Molnar (Autor), 2017, Der Aspekt der Identität in der modernen, interkulturellen Literatur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/514903

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