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Beobachtungen zur Ikonographie des Bladelin-Altars

Title: Beobachtungen zur Ikonographie des Bladelin-Altars

Scientific Study , 2006 , 22 Pages

Autor:in: Annette Luzia Heitmann (Author)

Art - Painting
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1 Einleitung

Unter den zahlreich überlieferten Werken, die Rogier van der Weyden (ca. 1399-1464 u.Z.)1 zugeschrieben werden, sind van der Weydens urkundlich bezeugte Werke vernichtet; von den noch erhaltenen ist keins signiert und datiert. Als Ergebnis der Forschung gelten knapp vierzig Werke als Schöpfungen Rogier van der Weydens.2 Zu diesen zählt das als Bladelin-Altar3 bekannte Werk, welches auch „Middelburg-Altar“ genannt wird.4 Das Hauptthema dieses Altars, die Ankunft Christi in der Welt, wird in drei Episoden in Form von drei Visionen erzählt.

Die vorliegende Untersuchung zum Bladelin-Altar, einem altniederländischen Triptychon, hat zur Aufgabe, das Sujet des Bildes und seine Hintergründe herauszustellen. Ikonographische Elemente werden untersucht, um nach ihrer Identifizierung nach ihrer Bedeutung zu fragen. Dazu werden die den ikonographischen Details zugrundeliegenden literarischen Vorlagen erschlossen. Ein anschließender Vergleich der textlichen Vorlage mit dem Bild wird die Bezüge, Übereinstimmungen bzw. Abweichungen von Text und Bild herausstellen und die reli-giöse Tradition, in der das Werk steht, aufzeigen. Die abschließende Analyse der Struktur der Bildgegenstände, die das Bild als ein Sinnganzes erfaßt, wobei die ikonographischen und ikonologischen Sinndimensionen als dessen Momente verstanden werden, soll dann die Bezüge des gesamten Bildprogramms aufdecken. Da als Kompositionsform ein Triptychon vorliegt, das die Frage nach einem Zusammenhang zwischen seinen einzelnen Teilen vorgibt, wird der Gegenstand auf seine innerbildliche Verknüpfung untersucht.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Technische Daten

3 Zur Ikonographie des Altars und seiner Bedeutung

4 Die linke Altartafel

5 Die Mitteltafel

6 Die rechte Altartafel

7 Die Rückseite des Altars

8 Die Komposition des Bildprogramms

8.1 Zur Gestaltung der Bildräume

8.2 Zur Anbindung der Flügel

9 Die Bedeutung des Altars

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Bladelin-Altar von Rogier van der Weyden, um das ikonographische Programm, die verwendeten literarischen Quellen und die kompositorische Struktur des Triptychons umfassend zu erschließen und wissenschaftlich einzuordnen.

  • Ikonographische Analyse der drei Tafeln und ihrer historischen, religiösen und politisch-zeitgenössischen Bedeutungsebenen.
  • Untersuchung der literarischen Quellen, insbesondere der Legenda Aurea und der Apokryphen.
  • Formal-ästhetische Untersuchung der Komposition, der Bildraumgestaltung und der Verknüpfung der Flügel.
  • Erörterung der Zuschreibungsfrage und der Stifteridentität im Kontext der zeitgenössischen Forschung.
  • Betrachtung des Werkes als Andachtsbild und Ausdruck mittelalterlicher Theologie.

Auszug aus dem Buch

3 Zur Ikonographie des Altars und seiner Bedeutung

Für die Erschließung der Ikonographie des aus anderen Gemälden recht bekannten religiösen Themas dieses Triptychons stellt sich, aufgrund seiner eigenwilligen ikonographischen Merkmale, die Frage nach den religiösen literarischen Quellen, auf die diese zurückgehen. PANOFSKY sieht die Grundlage in dem Kapitel De Nativitate domini nostri Jesu Christi des Buches Legenda Aurea (dtsch. Goldene Legende). Nach PANOFSKI soll es sich beim Bladelin-Altar um eine minutiöse bildliche Umsetzung dieses Textpassus handeln. Eine Analyse zeigt jedoch, daß PANOFSKIs Annahme unzureichend ist und man davon ausgehen muss, daß auch andere Quellen für die komplexe Ikonographie von Bedeutung gewesen sein müssen.

Darüber hinaus konnten Erzählebenen mit historisch politischem Gehalt nachgewiesen werden, die zwar nicht auf religiösen Quellen basieren, aber die Aussage und Bedeutung des Altars mitbestimmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung des Werkes, des Künstlers Rogier van der Weyden und der Zielsetzung der ikonographischen Untersuchung.

2 Technische Daten: Angaben zu Material, Maßen, Entstehungszeit und der heutigen Verwahrung des Altars in Berlin.

3 Zur Ikonographie des Altars und seiner Bedeutung: Kritische Auseinandersetzung mit den literarischen Quellen und der Einführung historisch-politischer Bedeutungsebenen.

4 Die linke Altartafel: Detaillierte Analyse der Vision des Kaisers Augustus unter Berücksichtigung religiöser und politischer Symbolik.

5 Die Mitteltafel: Beschreibung der Geburt Christi sowie der Rolle des Stifters und der engelhaften Begleitung in der zentralen Szene.

6 Die rechte Altartafel: Untersuchung der Darstellung der drei Könige aus dem Osten und deren biblisch-legendarischen Hintergrund.

7 Die Rückseite des Altars: Erläuterung der in Grisaille ausgeführten Verkündigungsszene auf den Außenflügeln als Beginn des Erlösungskreises.

8 Die Komposition des Bildprogramms: Analyse der ausgewogenen, symmetrischen Komposition und der Mittel, die eine Verbindung zwischen den einzelnen Tafeln herstellen.

9 Die Bedeutung des Altars: Zusammenfassende Betrachtung der historischen, politischen und religiösen Erzählebenen sowie der theologischen Implikationen für die Erlösung der Welt.

Schlüsselwörter

Bladelin-Altar, Rogier van der Weyden, Ikonographie, Triptychon, Legenda Aurea, Mariologie, Kaiser Augustus, Geburt Christi, Stifterfigur, mittelalterliche Kunst, Andachtsbild, Erlösungstheologie, Bildprogramm, altniederländische Malerei.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Publikation widmet sich der wissenschaftlichen Analyse des Bladelin-Altars von Rogier van der Weyden, mit einem besonderen Fokus auf dessen ikonographische Bedeutung und Bildstruktur.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit beleuchtet die religiösen, historischen und politisch-zeitgenössischen Dimensionen des Triptychons sowie dessen Einordnung in die kunsthistorische Forschung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Sujet und den strukturellen Aufbau des Bildes zu klären, die zugrundeliegenden literarischen Vorlagen zu identifizieren und die Bezüge zwischen den einzelnen Tafeln aufzudecken.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es wird eine ikonographische und ikonologische Untersuchung durchgeführt, die literarische Quellen (insb. Legenda Aurea) mit stilkritischen Analysen und kompositorischen Beobachtungen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert jede einzelne Tafel (links, Mitte, rechts, Rückseite), das Kompositionsschema und die Bedeutung des Altars als Andachtsbild.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Studie?

Wesentliche Begriffe sind Rogier van der Weyden, Bladelin-Altar, Ikonographie, Erlösung, Stifterfigur und mittelalterliche Bildsprache.

Warum wird die Zuschreibung an van der Weyden in der Arbeit kritisch betrachtet?

Da das Werk weder signiert noch datiert ist und neuere Analysen (wie Röntgenaufnahmen und stilkritische Vergleiche) auf eine Zuschreibung „post van der Weyden“ hindeuten, wird diese Problematik in der Arbeit diskutiert.

Welche Rolle spielt der Stifter Pieter Bladelin im Bildprogramm?

Der Stifter wird in der Mitteltafel als zeitgenössische Figur in andächtiger Haltung dargestellt, was als Bekenntnis zu seinem sozialen Stand sowie zu seinem Glauben interpretiert wird.

Wie ist der Altar kompositorisch verknüpft?

Die einzelnen Szenen sind durch einen gemeinsamen Betrachterstandpunkt, die gleichmäßige Disposition der Hauptfiguren und wiederkehrende Motive (wie Farbgruppierungen und Gelenkfiguren) in eine einheitliche, symmetrische Komposition eingebunden.

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Details

Title
Beobachtungen zur Ikonographie des Bladelin-Altars
College
University of Bonn  (Kunsthistorisches Institut)
Author
Annette Luzia Heitmann (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V51503
ISBN (eBook)
9783638474573
ISBN (Book)
9783638810197
Language
German
Tags
Beobachtungen Ikonographie Bladelin-Altars
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annette Luzia Heitmann (Author), 2006, Beobachtungen zur Ikonographie des Bladelin-Altars, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51503
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