Im Folgenden soll es um das Thema der Mehrsprachigkeit in der frühen Kindheit gehen. Dabei soll zuallererst die Sprache ganz allgemein in den Fokus genommen werden: die Definition der Sprache und ihre Wichtigkeit und der Spracherwerb, mit dem Fokus auf den Spracherwerb in der kindlichen Entwicklung. Anschließend soll es dann auch um die Definition der Mehrsprachigkeit und um die Begrifflichkeiten "Zweitspracherwerb" und "Doppelspracherwerb" gehen. Im Anschluss dazu soll auf die Frage eingegangen werden, ob Mehrsprachigkeit in der frühen Kindheit Bereicherung oder Ballast ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sprache: Überblick
2.1 Was ist Sprache und die Wichtigkeit der Sprache
2.2 Spracherwerb
2.2.1 Allgemein: Spracherwerb
2.2.2 Die kindliche Sprachentwicklung
3. Zur Mehrsprachigkeit
3.1 Definition: Mehrsprachigkeit
3.2 Zweitspracherwerb, Doppelspracherwerb
3.3 Mehrsprachigkeit in der frühen Kindheit: Bereicherung oder Ballast?
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen und den Verlauf von Mehrsprachigkeit in der frühen Kindheit und beleuchtet die wissenschaftliche sowie gesellschaftliche Debatte, ob das Aufwachsen mit mehreren Sprachen für Kinder eine kognitive Bereicherung oder eine Überforderung darstellt.
- Grundlagen des Spracherwerbs und der kindlichen Sprachentwicklung
- Differenzierung zwischen Erst-, Zweit- und Doppelspracherwerb
- Analyse der Schwellenhypothese bei mehrsprachiger Entwicklung
- Gesellschaftliche Einflüsse und Vorurteile gegenüber mehrsprachiger Erziehung
- Die Rolle von Förderung und Unterstützung bei der Identitätsbildung
Auszug aus dem Buch
3.1 Definition: Mehrsprachigkeit
In Anbetracht Zusammenstellung der heutigen Gesellschaft, ist festzuhalten, dass immer mehr Menschen zunehmend mehrsprachig aufwachsen. Mehrsprachigkeit meint in diesem Sinne, dass ein Individuum mit zwei oder mehreren Sprachen aufwächst und diese Sprachen auch nicht in zeitlich großem Abstand erlernt, wenn nicht sogar gleichzeitig erlernt. Grundsätzlich besteht keine Einigkeit hinsichtlich der Definition des Begriffs „Mehrsprachigkeit“. Es stellen sich nämlich die Fragen, wann genau ein Mensch als „mehrsprachig“ gilt. Ist man erst dann mehrsprachig, wenn alle Sprachen gleich gut beherrscht werden? Oder gilt man bereits als mehrsprachig, wenn man lediglich die Grundlagen der zweiten oder dritten Sprache erworben hat?
In Deutschland ist die mehrsprachige Entwicklung kein neues Phänomen. Schon nach dem zweiten Weltkrieg ist aufgrund migrationsspezifischer Lebensumstände zu beobachten, dass ein Teil der Gesellschaft mit mehreren Sprachen aufwächst. Doch nicht nur Familien mit Migrationshintergrund müssen ihren Kindern zwei Sprachen nahelegen, sondern auch Ehepaare, die grundsätzlich aus verschiedenen Kulturkreisen kommen:
„Es gibt zahlreiche Lebensbedingungen, in denen ein Kind im Laufe seiner Entwicklung zwei Sprachen erwerben kann. So kann z.B. ein Kind von der Geburt an zweisprachig erzogen werden, wenn seine Eltern jeweils eigene Muttersprache haben. Außerdem kann es auch vorkommen, dass beide Eltern zwar gleiche Sprachen sprechen, die sich aber vor der Umgebungssprache unterscheidet.“ (Vgl. Below, 2011: 2)
Das Thema der Mehrsprachigkeit wurde in der Vergangenheit nicht sehr positiv bewertet. Mehrsprachig aufzuwachsen wurde nicht als Chance oder Bereicherung gesehen. Vielmehr verlangte man von Familien, die eine andere Muttersprache als die deutsche Sprache hatten, ihre eigene Sprache zu „verlassen“:
„Viele Lehrkräfte haben den Eltern im Immigrantenmilieu empfohlen, ihre Sprache zu verlassen, weil sie dachten, dass die Verwendung dieser Sprache in der Familie ein Hindernis für das Lernen der Schulsprache des Gastlandes sei.“ (Vgl. De Rosa, 2007: 13)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Entwicklung der Sprachbarrierendiskussion sowie die Bedeutung der PISA-Studie ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Bewertung von Mehrsprachigkeit.
2. Sprache: Überblick: Dieses Kapitel definiert Sprache als komplexes Symbolsystem und erläutert die Grundlagen des Spracherwerbs sowie die Phasen der kindlichen Sprachentwicklung.
3. Zur Mehrsprachigkeit: Hier werden Definitionen von Mehrsprachigkeit diskutiert, verschiedene Erwerbsformen (Zweit- und Doppelspracherwerb) analysiert und die kontroversen Ansichten über die Auswirkungen auf Kinder abgewogen.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Mehrsprachigkeit als gesellschaftliche Ressource betrachtet werden sollte und dass ihr Erfolg maßgeblich von einer angemessenen Förderung abhängt.
Schlüsselwörter
Mehrsprachigkeit, Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb, Doppelspracherwerb, Sprachförderung, Schwellenhypothese, Migrationshintergrund, Schulleistung, Identität, Sprachentwicklung, Muttersprache, Bilingualismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen der Mehrsprachigkeit bei Kindern und untersucht, ob das Aufwachsen in einem mehrsprachigen Umfeld eine Bereicherung oder eine Belastung für das Individuum darstellt.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind der Spracherwerb im Kindesalter, die Unterschiede zwischen simultanem und sukzessivem Spracherwerb sowie die Auswirkungen der Mehrsprachigkeit auf den Schulerfolg und die Identitätsentwicklung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Frage zu klären, ob Mehrsprachigkeit in der frühen Kindheit wissenschaftlich betrachtet als Bereicherung oder Ballast gewertet werden kann und welche Rolle die gesellschaftliche Akzeptanz dabei spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Auswertung bestehender Fachliteratur, aktueller Studien und pädagogischer Modelle zum Thema Sprachwissenschaft und Bildungsforschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Definition von Sprache, eine detaillierte Erläuterung der Arten des Spracherwerbs sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung und den Auswirkungen von Mehrsprachigkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Mehrsprachigkeit, Erstspracherwerb, Bilingualismus, Sprachförderung und Bildungsaspekte charakterisieren.
Was besagt die erwähnte Schwellenhypothese konkret?
Die Schwellenhypothese beschreibt drei Niveaus der Mehrsprachigkeit, von einer positiven additiven Zweisprachigkeit bis hin zu einer defizitären Mehrsprachigkeit, bei der weder die Erst- noch die Zweitsprache altersgemäß beherrscht werden.
Warum wird die Förderung der Muttersprache in der Arbeit als so bedeutsam hervorgehoben?
Die Muttersprache ist laut der Arbeit fundamental für die emotionale Entwicklung und die Bindung zu den Eltern, weshalb eine Vernachlässigung der Muttersprache die sprachliche und kognitive Entfaltung beeinträchtigen kann.
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- Anonym (Author), 2016, Mehrsprachigkeit in der frühen Kindheit. Bereicherung oder Ballast?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/515823