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Saddam Hussein- Ein charismatischer Herrscher im Sinne der Herrschaftstypologie von Max Weber?

Title: Saddam Hussein- Ein charismatischer Herrscher im Sinne der Herrschaftstypologie von Max Weber?

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 32 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: c/o Marco Salm Kathleen Bärs (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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Nach dem Ende des Ost- West- Konflikts waren die USA eine `Weltmacht ohne Gegner´. Jener Bedrohungszusammenhang, der von US- amerikanischen Präsidenten jahrzehntelang dazu benutzt worden war ihren ausschließlichen Führungsanspruch in der Welt zu begründen, war weggefallen. Dies änderte sich mit dem 11. September 2001. Die USA waren nun eine `Weltmacht vor neuer Bedrohung´ und fühlten sich `under attack´. In seiner `State of the Union´- Rede im Januar 2002 propagierte Präsident Bush `Die Achse des Bösen´ und rief dazu auf gegen `rogue states and their terrorist clients´ vorzugehen. Einer dieser Staaten war der Irak, sein oberster Terrorist in amerikanischen Augen Saddam Hussein, der mit angeblichen Massenvernichtungswaffen die Welt bedrohte. Um dieser Bedrohung entgegenzutreten begann im März 2003 der `Präemptivkrieg´ gegen den Irak, in dessen Verlauf Hussein im Dezember gefangen genommen wurde. Bilder des irakischen Diktators gingen um die Welt, immer mehr Berichte über die Art seiner Herrschaft gelangten an die Öffentlichkeit. Doch wer war dieser Mann, der für schlimmste Menschenrechtsverletzungen verantwortlich ist, wie gelangte er an das Amt des irakischen Präsidenten und wie konnte er sich so lange an der Macht halten?
Diese Fragen zu beantworten ist unabdingbar, will man die Herrschaft Saddam Husseins charakterisieren und klassifizieren, denn eine Klassifizierung soll das Ergebnis dieser Arbeit sein. Theoretische Grundlage dafür bildet die Herrschaftstypologie von Max Weber, die im ersten Teil dargelegt wird. Sie stellt den Rahmen dar, in dem die Person Husseins und die Situation des Irak beschrieben werden sollen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. Theoretische Grundbetrachtungen, Definition Herrschaft und die drei Typen legitimer Herrschaft nach Max Weber

2. Saddam Hussein- Ein traditioneller Herrscher? Betrachtungen vor dem Hintergrund der politischen Entwicklung des Irak

3. Saddam Hussein- Ein legaler Herrscher? Wege seiner Machtergreifung, die Baathpartei

4. Saddam Hussein- Ein charismatischer Herrscher?

4.1. Das Verhältnis zwischen Charismaträger und Charismagläubigen

4.2. Die Ausbildung von Herrschaftsverbänden, emotionale Vergemeinschaftung und die Auflösung der bisherigen Herrschaftsstruktur

4.3. Bewährung

III. Fazit

IV. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Herrschaft von Saddam Hussein im Irak und prüft, inwiefern diese als charismatische Herrschaft im Sinne der Typologie von Max Weber klassifiziert werden kann. Dabei wird analysiert, wie Hussein seine Macht etablierte, festigte und welche soziologischen Mechanismen zur Legitimierung in einer von politischer Diskontinuität und Krisen geprägten Region zum Einsatz kamen.

  • Anwendung der Herrschaftstypologie von Max Weber auf das Regime Saddam Husseins.
  • Analyse der historischen und politischen Bedingungen im Irak als Nährboden für charismatische Herrschaft.
  • Untersuchung der Rolle der Baathpartei und des staatlichen Machtapparats bei der Machtsicherung.
  • Betrachtung von Propaganda, Personenkult und der Rolle des westlichen Auslands für den Fortbestand der Herrschaft.

Auszug aus dem Buch

4.1. Das Verhältnis zwischen Charismaträger und Charismagläubigen

„Die charismatische Autorität ruht auf dem `Glauben´ an den Propheten, der `Anerkennung´, die der charismatische Kriegsheld, der Held der Straße oder der Demagoge persönlich findet, und fällt mit ihm dahin. Gleichwohl leitet sie ihre Autorität nicht etwa aus dieser Anerkennung durch die Beherrschten ab. Sondern umgekehrt: Glaube und Anerkennung gelten als Pflicht, deren Erfüllung der charismatisch Legitimierte für sich fordert, deren Verletzung er ahndet.“27 Saddam Hussein ist die Reinkarnation der großen arabischen Heldengestalten- dies glauben viele Menschen im Irak. Der machtvolle Propaganda- Apparat des gestürzten Diktators zeigt bis heute Wirkung. Wahrscheinlich wissen nur die wenigsten Iraker um die tatsächlichen Ereignisse ihres Landes, denn der an historischen Dingen interessierte Hussein schaffte es, antike arabische Geschichte im Dienst des Staates neu zu schreiben. Plakate und Statuen28 von Hussein bepflasterten den gesamten Irak und erinnerten täglich daran, welche Ehre es für jeden Einzelnen ist, vom Ersten unter den Irakern regiert zu werden. Doch schon bald genügte ihm diese Selbstdarstellung nicht mehr und er begann damit, sich als Erbe aller großen Reiche der Vergangenheit, die auf dem Gebiet des heutigen Irak bestanden hatten, zu fühlen.29 So verglich er seinen `grandiosen´ Aufstieg an die Spitze der irakischen Regierung und seine `beispiellose´ Karriere mit Nebukadnezar, dem König von Babylon, der im 6. Jhr. vor Christus Heroisches geleistet haben soll.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die politische Ausgangslage des Iraks nach dem Ende des Ost-West-Konflikts und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach der Klassifizierung der Herrschaft Saddam Husseins anhand der Typologie von Max Weber.

II. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert schrittweise die drei Herrschaftstypen Webers (traditionell, legal, charismatisch) und untersucht die spezifischen Bedingungen im Irak, wie die Rolle der Baathpartei, die Bedeutung von Propaganda und die Bewährung des Herrschers.

III. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Saddam Hussein ein charismatischer Herrscher starker Ausprägung war, dessen Macht auf der geschickten Nutzung soziologischer und politischer Mechanismen basierte.

IV. Literaturverzeichnis: Hier werden sämtliche verwendeten Nachschlagewerke, Primär- und Sekundärquellen sowie Internetquellen aufgeführt.

Schlüsselwörter

Saddam Hussein, Max Weber, Herrschaftstypologie, charismatische Herrschaft, Baathpartei, Irak, politische Legitimierung, Propaganda, Personenkult, Herrschaftsverband, Naher Osten, Machtstrukturen, politische Krise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die Herrschaft Saddam Husseins im Irak soziologisch als charismatische Herrschaft gemäß Max Webers Definition klassifiziert werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Anwendung von Webers Herrschaftstypologie, die historische Entwicklung des irakischen Staates, die Rolle der Baathpartei sowie Mechanismen der Machtsicherung durch Propaganda und Terror.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die Einordnung der Herrschaft Husseins und die Beantwortung der Frage, inwiefern seine Person und sein Regierungsstil die Merkmale einer charismatischen Herrschaft erfüllen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse der Herrschaftstypologie nach Max Weber und vergleicht diese mit den historischen und politischen Realitäten des Irak unter Saddam Hussein.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Begriffe traditioneller und legaler Herrschaft abgegrenzt, der Aufstieg Husseins durch die Baathpartei beleuchtet und die charismatischen Aspekte wie das Verhältnis zum Volk, der Aufbau von Herrschaftsverbänden und die Bewährung im Amt detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Saddam Hussein, charismatische Herrschaft, Max Weber, Baathpartei, Propaganda und politische Legitimierung charakterisiert.

Wie rekrutierte Hussein seinen Herrschaftsverband?

Hussein rekrutierte seinen inneren Machtzirkel hauptsächlich aus Verwandten und Bekannten aus seiner Heimatstadt Takrit, um ein loyales Netzwerk in allen Bereichen von Partei, Armee und Regierung zu etablieren.

Warum spielt die Religion in der Propaganda des eigentlich säkularen Irak eine Rolle?

Obwohl der Irak säkular geprägt war, nutzte Hussein religiöse Symbolik, wie die Pilgerfahrt nach Mekka und die Fälschung eines Stammbaums, der ihn als Nachfahren des Propheten auswies, um seine Legitimität zu stärken und das Vertrauen der gläubigen Bevölkerung zu gewinnen.

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Details

Title
Saddam Hussein- Ein charismatischer Herrscher im Sinne der Herrschaftstypologie von Max Weber?
College
University of Heidelberg  (Historisches Seminar)
Grade
1,7
Author
c/o Marco Salm Kathleen Bärs (Author)
Publication Year
2005
Pages
32
Catalog Number
V51675
ISBN (eBook)
9783638475778
ISBN (Book)
9783638719414
Language
German
Tags
Saddam Herrscher Sinne Herrschaftstypologie Weber Hussein
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
c/o Marco Salm Kathleen Bärs (Author), 2005, Saddam Hussein- Ein charismatischer Herrscher im Sinne der Herrschaftstypologie von Max Weber?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51675
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