Transportlogistik in deutschen Zirkussen


Seminararbeit, 2019
22 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhalt

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methodik
2.1. Thesaurus
2.2. Datenbanken
2.3. Wissenschaftliche Fragestellung

3. Definition und Eingrenzung des Begriffs „Transportlogistik“

4. Definition des Begriffs „Zirkus“

5. Transportlogistik im Zirkus

6. Logistische Tätigkeiten des Circus Krone

7. Travelling-Salesman-Problem angewandt auf die Tour 2019 des Circus Krone
7.1. Definition der Begriffe Tourenplanung und Travelling-Salesman-Problem
7.2. Optimierung des Tourenplans von Circus Krone

8. Fazit

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Begriffssammlung zum Thema Zirkuslogistik

Tabelle 2: Tour 2019 des Circus Krone

Tabelle 3: Optimierte Tour 2019 des Circus Krone

Abbildungsverzeichnis

Diagramm 1: Korrelation zwischen Reisezeit und Spielzeit

Diagramm 2: Korrelation zwischen Reisezeit und Entfernung

1. Einleitung

Der Zirkus ist weltbekannt. Auch in Deutschland gehört er noch immer zu einer beliebten Freizeitaktivität. So besuchten im Jahr 2017 4,3% der deutschen Bevölkerung über 10 Jahren den Zirkus. Dies stellt bei den Besuchen von Veranstaltungen, die nicht die Musik betreffend sind, den dritten Platz nach Theater- und Kabarett-Vorstellungen dar.1

Bei seinen Besuchen wird der Zuschauer von Clowns, Akrobaten oder dressierten Tieren fasziniert. Dies stellt jedoch nur die Hälfte der Tätigkeit eines Zirkus dar. Hinter den Kulissen spielt sich weitaus mehr ab, als von außen ersichtlich ist – besonders logistische Tätigkeiten sind von hoher Relevanz.

Egal ob es um die Verteilung der Plätze für die Zirkuswägen auf dem gemieteten Areal, um die Belieferung des Zirkus mit Nahrung für Mensch und Tier oder um den Umzug einer „kleinen Stadt“ geht – die Logistik ist fester Bestandteil eines jeden Zirkus.

In dieser Arbeit soll diese Seite des Zirkus, die für die Öffentlichkeit nicht sofort ersichtlich ist, beleuchtet werden. Dabei wird als Beispielunternehmen der Circus Krone vorgestellt, der als größter Zirkus Europas gilt.2 Des Weiteren wird mithilfe des Travelling-Salesman-Problems geprüft, ob es bei der diesjährigen Tourenplanung dieses Zirkus Verbesserungspotenzial gibt.

2. Methodik

In der Methodik wird darauf eingegangen, wie die Begrifflichkeiten der Themenstellung „Zirkuslogistik“ spezifiziert und welche Datenbanken zur Recherche verwendet wurden. Zuletzt wird die wissenschaftliche Fragestellung genannt, die sich aus der Eingrenzung des Themas und der Recherche ergab.

2.1. Thesaurus

Zur Findung relevanter Literatur war es zunächst notwendig verschiedenste Begrifflichkeiten, die als Synonym für die drei Hauptschlagworte Zirkus, Logistik und Transport verwendet werden können, zu ermitteln. Des Weiteren wurden wortverwandte Begriffe mit aufgenommen. Für dieses Vorgehen wurden die unten genannten Thesauren verwendet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Begriffssammlung zum Thema Zirkuslogistik

Benutzte Thesauren:

https://www.thesaurus.com/

https://www.openthesaurus.de/

http://zbw.eu/stw/version/latest/about.de.html

https://portal.dnb.de

https://www.duden.de/

https://synonyme.woxikon.de/

https://synonyms.reverso.net/

2.2. Datenbanken

Für die Recherche wurden die oben genannten Begriffe in den folgenden Suchmaschinen eingesetzt:

- InfoGuide der Hochschule Augsburg (https://infoguide.hs-augsburg.de/)
- Gateway Bayern (http://www.gateway-bayern.de/)
- Springer Link (https://link.springer.com/)
- De Gruyter (https://www.degruyter.com/)
- Statista (https://de.statista.com/)

Außerdem wurde die Suchfunktion auf den Websites der folgenden Logistik- Fachmagazine genutzt:

- LOGISTIK HEUTE (https://logistik-heute.de/)
- LOGISTRA (https://logistra.de/)
- MM Logistik (https://www.mm-logistik.vogel.de/)
- DVZ: Deutsche Verkehrszeitung (https://www.dvz.de/)
- BizTravel (https://www.fvw.de/biztravel/)
- eurotransport (https://www.eurotransport.de/)

Zudem wurden die auf der Website des im Fokus stehenden Circus Krone zu findenden Pressematerialien verwendet, für welche die Zugangsdaten für das Medienportal beantragt wurden (https://www.circus-krone.com/medien/).

2.3. Wissenschaftliche Fragestellung

Durch die Recherche war es möglich, das vorgegebene Thema „Zirkuslogistik“ einzuschränken und eine wissenschaftliche Fragestellung zu formulieren:

Transportlogistik in deutschen Zirkussen anhand des Beispielunternehmens

Circus Krone

Wie reist der Zirkus Krone und besteht, gemessen am Travelling-Salesman- Problem, Optimierungsbedarf bei der Tourenplanung 2019?

3. Definition und Eingrenzung des Begriffs „Transportlogistik“

Um den Begriff Transportlogistik zu beschreiben ist zunächst eine Definition der zwei Teilbegriffe „Transport“ und „Logistik“ notwendig.

Nach allgemeiner Meinung ist Logistik die „Planung, Koordination, Durchführung und Kontrolle der Güterflüsse sowie der güterbezogenen Informationen von den Entstehungssenken bis hin zu den Verbrauchssenken“.3 Die Entstehungs- und Verbrauchssenken können auch als Absatz- und Beschaffungsmarkt bezeichnet werden.4 Die erste Bedeutung der Logistik, in diesem Sinne auch als „ TUL -Logistik“ bezeichnet, ist das T ransportieren, U mschlagen und L agern der Güter.5

Als Transport wird die Bewegung eines Guts von seinem Start- zu einem Zielpunkt bezeichnet.6 Dabei wird der Start als Quelle und das Ziel als Senke bezeichnet.7 Der Transport kann außerdem in die zwei Bereiche inner- und außerbetrieblicher Transport unterteilt werden. Der innerbetriebliche Transport bezieht sich auf die Beförderung von Waren innerhalb des Unternehmens, also zum Beispiel zwischen Lager- und Produktionshalle. Der außerbetriebliche Transport betrifft den Transport, der mit Hilfe von Transportmitteln über beispielsweise Straßen außerhalb des Unternehmens stattfindet.8 In dieser Arbeit wird ausschließlich der außerbetriebliche Transport berücksichtigt.

Als Transportlogistik kann demnach die Planung, Koordination, Durchführung und Kontrolle des Transportes von Gütern von der Quelle zur Senke bezeichnet werden. Sie ist die Betrachtung aller Tätigkeiten, die für diesen Transportprozess notwendig sind.9

4. Definition des Begriffs „Zirkus“

Schon im römischen Reich entwickelte sich der Begriff des Zirkus. Als panem et circences, zu Deutsch Brot und Spiele, wurden Aufführungen vor Publikum mit Wagenrennen, Schaukämpfen und wilden Tieren bezeichnet.10 Circences leitet sich aus dem lateinischen Begriff circus ab, welcher für einen Kreis oder eine runde Arena steht. Diese ist kennzeichnend für Zirkusse und wird als Manege bezeichnet.

Als Zirkus gilt heute ein Betrieb, der einem Publikum artistische Vorstellungen darbietet. Zu diesen Vorstellungen gehören unter anderem Clownerie, Zauberei, Akrobatik oder auch dressierte Tiere.11

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich der Zirkus in England aus der Pferdedressur heraus. Waren Reitvorführungen zunächst nur im militärischen Bereich angesiedelt, wurden sie nun vor gewöhnlichem Publikum gezeigt. Jongleure, Akrobaten und Clowns schlossen sich den Auftritten an und bildeten so gemeinsam den ersten Zirkus.12 Die Vorstellungen gewannen schnell an Beliebtheit und die Verbreitung dehnte sich über Europa und die USA aus.

Bis zur heutigen Zeit ist der Zirkus eine etablierte Institution in der Unterhaltungsbranche. Schätzungsweise existieren in Deutschland derzeit 550 Zirkusse.13 Dominierend sind dabei die Wanderzirkusse, welche sich überwiegend vom Frühling bis zum späten Herbst durch die verschiedenen Spielorte bewegen.14

5. Transportlogistik im Zirkus

Für das Publikum ist der Zirkus ein reiner Unterhaltungsbetrieb. Doch hinter den Kulissen steckt weit mehr Arbeit, als für den Zuschauer sichtbar ist. Der kontinuierliche Transport einer „Kleinstadt“, meist inklusive Zoo, ist eine logistische Herausforderung.15 Genau geplante Abläufe und ein vertieftes logistisches Verständnis gehören zu einem Zirkus wie Artisten und Clowns.16

1825 wurde in den Vereinigten Staaten erstmals ein Wanderzirkus gegründet, der das Zirkuszelt transportabel machte.17 Zunächst wurden die Zirkuswägen mit Pferden von Ort zu Ort transportiert, später übernahmen Traktoren und Schlepper die Arbeit. Vor allem lange Strecken wurden auch mit der Eisenbahn zurückgelegt. Dies war jedoch die teuerste Art die Transporte abzuwickeln, weswegen nur reiche Zirkusse sie verwendeten.18

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begannen auch deutsche Zirkusse, als Transportmittel für ihre Umzüge die Eisenbahn zu nutzen.19 Zu dieser Zeit war es in Deutschland jedoch üblich, nur feste Spielstätten zu bespielen. So mussten nur die mobilen Geräte und Tiere mit dem Güterzug transportiert werden. Das Personal reiste mit dem Personenzug an und übernachtete in Schlafstätten außerhalb des Zirkusgeländes.20 Später waren aber die meisten Wanderzirkusse, auch die, die keine festen Spielstätten hatten, an die Bahn gebunden.21

Ab dem Jahr 1960 begannen deutsche Zirkusse vermehrt ihren Transport auf die Straße zu verlegen. Heute ist der Circus Roncalli der einzige Zirkusbetrieb, der noch mit dem Zug reist. Ausschlaggebend für den Wechsel von den Schienen auf die Straße sind unter anderem abgebaute Laderampen, anwachsende Transportpreise des Schienentransports oder stillgelegte Strecken und Bahnhöfe.22 Auch die Unpünktlichkeit und die geringere Flexibilität sind Gründe für den Umstieg.23

[...]


1 vgl. bdv (2018).

2 vgl. Stefan Bottler (27.03.2019), S. 12.

3 Göpfert (2014), S. 93.

4 vgl. Bichler u. a. (2017), S. 140.

5 vgl. Klaus (2008), S. 326.

6 vgl. Bichler u. a. (2017), S. 224.

7 vgl. Martin (2006), S. 94.

8 vgl. Göpfert (2014), S. 140 f.

9 vgl. Martin (2006), S. 94.

10 vgl. Volkhard Stern (2012), S. 5.

11 vgl. Ach/Borchers (2018), S. 295.

12 vgl. Volkhard Stern (2012), S. 5.

13 vgl. Ach/Borchers (2018), S. 295.

14 vgl. Volkhard Stern (2012), S. 5.

15 vgl. Volkhard Stern (2012), S. 4.

16 vgl. Stefan Bottler (27.03.2019), S. 12.

17 vgl. Ach/Borchers (2018), S. 295.

18 vgl. Volkhard Stern (2012), S. 66.

19 vgl. Volkhard Stern (2012), S. 6.

20 vgl. Volkhard Stern (2012), S. 9.

21 vgl. Volkhard Stern (2012), S. 6.

22 vgl. Volkhard Stern (2012), S. 4.

23 vgl. Maximilian Kühnl (08.08.2012).

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Transportlogistik in deutschen Zirkussen
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Augsburg
Veranstaltung
Freak Logistics
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
22
Katalognummer
V517901
ISBN (eBook)
9783346112774
ISBN (Buch)
9783346112781
Sprache
Deutsch
Schlagworte
transportlogistik, zirkussen
Arbeit zitieren
Clara Möller (Autor), 2019, Transportlogistik in deutschen Zirkussen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/517901

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