Marktentwicklung und technischer Fortschritt veränderten in den letzten einhundert Jahren die Kosten- und Leistungsstrukturen in deutschen Industrieunternehmen. Mehr als 50 % aller Beschäftigten sind mittlerweile in den indirekten Leistungsbereichen tätig. In diesen Unternehmensbereichen außerhalb der eigentlichen Fertigung (z. B. Forschung und Entwicklung (F&E), Qualitätssicherung, Beschaffung, Logistik, Vertrieb, Verwaltung etc.), auch Gemeinkostenbereiche oder Overhead genannt, stiegen demzufolge die Kosten in Relation zu den Gesamtkosten gewaltig an.
Auch zukünftig werden diese Kostenbestandteile weiter wachsen. Das vorhandene betriebswirtschaftliche Instrumentarium, z. B. die aktuellen Kostenrechnungssysteme wie Ist-, Normal- oder Plankostenrechnung, gibt keinerlei Hilfestellung bei der Suche nach Rationalisierungspotenzialen, Chancen und Risiken sowie Ineffizienzen in den Gemeinkostenbereichen.
So werden Effizienzverbesserungen, Kosteneinsparungen, eine realitätsnahe Gemeinkostenverrechnung und die Bereitstellung entscheidungsrelevanter Informationen und Daten aus dem Bereich der Kostenrechnung für viele Unternehmen zur Überlebensfrage. Der Fokus des Kostenmanagements muss sich in Richtung indirekter Bereiche verlagern, um die dringend notwendige Kostentransparenz zurück zu gewinnen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Die Prozesskostenrechnung
2.1 Entwicklung der Prozesskostenrechnung
2.2 Ursachen für die Entstehung der Prozesskostenrechnung
2.2.1 Veränderungen in der Wertschöpfungsstruktur
2.2.2 Veränderungen der Kostenstruktur
2.3 Aufgaben und Ziele
2.4 Voraussetzungen und Einsatzgebiete
2.5 Prozesskostenrechnung in Dienstleistungsunternehmen
2.6 Zwischenfazit
2.7 Kriterien für die Einführung der Prozesskostenrechnung
2.8 Möglichkeiten und Grenzen der Prozesskostenrechnung
2.9 Methodik und Umsetzung der Prozesskostenrechnung
2.9.1 Festlegung der Anwendungsbereiche im Unternehmen
2.9.2 Prozessanalyse
2.9.3 Bestimmung von Kostentreibern
2.9.4 Ermittlung von Prozessmenge, -kosten und -kostensatz
3 Klinische Forschungseinrichtungen
3.1 Klinische Studien im Allgemeinen
3.2 Ablauf einer klinischen Studie
3.3 Das Beispielunternehmen
4 Projektplanung zur Einführung der Prozesskostenrechnung im Beispielunternehmen
4.1 IST-Analyse im Beispielunternehmen
4.1.1 Aktuelles Kostenrechnungssystem im Beispielunternehmen
4.1.2 Prozesskostenrechnung im Beispielunternehmen
4.1.3 Gründe für die Einführung der Prozesskostenrechnung
4.1.4 Machbarkeitsstudie
4.1.5 Zielgruppen (interne vs. externe)
4.2 SOLL-Konzeption
4.2.1 Vor- und Nachteile einer Prozesskostenrechnung für das Beispielunternehmen
4.2.2 Zielsetzung des Projektes
5 Projektdurchführung „Implementierung der Prozesskostenrechnung“
5.1 Projektstart
5.2 Prozesslandkarte des Beispielunternehmens
5.3 Analysephase
5.3.1 Anwendungsbereich im Beispielunternehmen
5.3.2 Hauptprozesshypothesen
5.3.3 Flussdiagramm für das Monitoring
5.3.4 Tätigkeitsanalyse
5.3.5 Teilprozessbildung
5.3.6 Kostenzuordnung
5.4 Implementierung der Prozesskostenrechnung
5.5 Projektergebnisse
5.5.1 Interpretation
5.5.2 Projekterfolg
5.5.3 Schwierigkeiten bei der Implementierung
6 Handlungsempfehlungen und weiterführende Implementierung im Beispielunternehmen
7 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Ziel der Arbeit ist es, die Prozesskostenrechnung als modernes Instrument des Kostenmanagements in einem Dienstleistungsunternehmen (Beispielunternehmen) einzuführen, um Kostentransparenz in indirekten Leistungsbereichen zu schaffen und eine verursachungsgerechte Kalkulation zu ermöglichen.
- Analyse der Kostenstrukturen in indirekten Leistungsbereichen
- Methodik der Implementierung der Prozesskostenrechnung
- Prozessanalyse und Identifikation von Kostentreibern
- Fallbeispiel: Einführung der Prozesskostenrechnung im Bereich Monitoring
- Erfolgsbewertung und Handlungsempfehlungen für das Unternehmen
Auszug aus dem Buch
2 Die Prozesskostenrechnung
Als Prozesskostenrechnung (PKR) wird generell ein Verfahren bezeichnet, welches hervorragend zur Verrechnung, Steuerung und Planung von Gemeinkosten geeignet scheint. Dieses Instrument des Prozesskostenmanagements setzt in den indirekten Bereichen (Gemeinkostenbereiche) eines Unternehmens an. Zwar können diese Kosten, beispielsweise die allgemeine Verwaltung, exakt ermittelt werden, aber für welche Leistungen die Ressourcen verbraucht werden, kann meist nur unbefriedigend beantwortet werden.
In diesem Kapitel wird für die Prozesskostenrechnung ein theoretisches Hintergrundwissen erarbeitet. Dabei werden die allgemeinen Sichtweisen der einschlägigen Experten auf diesem Gebiet der Kostenrechnung anhand der Literatur dargestellt.
Nach einem kurzen Abriss der Entwicklungsgeschichte der PKR wird auf die wesentlichen Ursachen eingegangen, die zur Entstehung des Kostenrechnungssystems Anlass gaben, um das Verständnis dieses spezifischen Verrechnungsverfahrens zu erleichtern. Anschließend werden ihre wichtigsten Ziele und die Aufgabenfelder der PKR skizziert, um danach auf die Chancen dieses Systems, aber auch dessen Grenzen einzugehen. Am Ende dieses Kapitels 2 steht die allgemein anerkannte Methodik einer PKR.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Problematik steigender Gemeinkosten und definiert das Ziel, die Prozesskostenrechnung in einem Dienstleistungsunternehmen praktisch zu implementieren.
2 Die Prozesskostenrechnung: Hier werden die theoretischen Grundlagen, die Entstehungsgeschichte sowie die Methodik und der Aufbau der Prozesskostenrechnung detailliert dargestellt.
3 Klinische Forschungseinrichtungen: Dieses Kapitel beschreibt die Branche der klinischen Forschung sowie die spezifischen operativen Strukturen des untersuchten Beispielunternehmens.
4 Projektplanung zur Einführung der Prozesskostenrechnung im Beispielunternehmen: Der Fokus liegt auf der IST-Analyse und der SOLL-Konzeption für das ausgewählte Unternehmen unter Berücksichtigung spezifischer Projektrahmenbedingungen.
5 Projektdurchführung „Implementierung der Prozesskostenrechnung“: Dieses Kapitel dokumentiert die operative Umsetzung, angefangen beim Projektstart über die Analysephase bis hin zu den Ergebnissen und aufgetretenen Implementierungsschwierigkeiten.
6 Handlungsempfehlungen und weiterführende Implementierung im Beispielunternehmen: Basierend auf den Erfahrungen des Pilotprojektes werden Empfehlungen zur weiteren Anwendung und Pflege des Systems im Unternehmen gegeben.
7 Zusammenfassung: Das Fazit resümiert den Nutzen der Prozesskostenrechnung für das Unternehmen und unterstreicht die Notwendigkeit, den Einstieg in ein ganzheitliches Kostenmanagement zu wagen.
Schlüsselwörter
Prozesskostenrechnung, Gemeinkostenmanagement, Dienstleistungsunternehmen, klinische Studien, Monitoring, Kostentransparenz, Prozessanalyse, Kostentreiber, Prozesskostenmanagement, Indirekte Bereiche, Kalkulation, Wertschöpfungsstruktur, Projektplanung, Ressourceneinsatz, Prozessoptimierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterthesis grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Implementierung einer Prozesskostenrechnung in einem Dienstleistungsunternehmen, um eine verursachungsgerechte Verrechnung von Gemeinkosten in indirekten Leistungsbereichen zu erreichen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Prozesskostenrechnung, die Besonderheiten von Dienstleistungsunternehmen in der klinischen Forschung sowie die operative Projektplanung und -durchführung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Einführung eines prozessorientierten Kostenmodells, um Kostentransparenz zu schaffen, die Rentabilität von Dienstleistungen zu bewerten und ein moderneres Kostenmanagement anstelle einer einfachen Budgetkontrolle zu etablieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine praxisorientierte Untersuchung gewählt, die auf der Literaturrecherche zur Prozesskostenrechnung basiert und durch eine Pilotstudie im Bereich Monitoring (Tätigkeitsanalyse, Prozessmodellierung) operativ umgesetzt wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst den theoretischen Rahmen der Prozesskostenrechnung, die Darstellung der Rahmenbedingungen des untersuchten Unternehmens sowie die detaillierte Planung und Durchführung der Implementierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Prozesskostenrechnung, Kostentransparenz, klinische Studien, Monitoring und indirektes Kostenmanagement sind die prägenden Begriffe.
Warum wurde ausgerechnet der Bereich Monitoring als Testgebiet ausgewählt?
Der Bereich Monitoring wurde aufgrund seiner Komplexität und der hohen Kostenintensität als Testgebiet gewählt, da hier ein besonders großer Bedarf an Transparenz hinsichtlich des Ressourcenverbrauchs bestand.
Welche Rolle spielt die EDV-Unterstützung bei der Einführung?
Die Arbeit stellt fest, dass der erhebliche Aufwand der Tätigkeitsanalyse durch EDV-Einsatz abgefedert werden kann, obwohl im vorliegenden Fall keine speziellen EDV-Softwarelösungen für die PKR vorhanden waren.
Wie gehen die Autoren mit dem Problem ungenauer Schätzwerte um?
Da keine exakten Vergangenheitsdaten vorhanden waren, wurden die Arbeitszeiten in direkter Befragung geschätzt. Die Arbeit betont, dass diese Daten durch kontinuierliche Aktualisierung im Zeitverlauf präzisiert werden müssen.
- Citation du texte
- Andreas Hirschfeld (Auteur), 2006, Implementierung einer Prozesskostenrechnung am Beispiel eines Unternehmens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51851