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Kolberg - Zur Geschichte, Rezeption und Folgen des letzten Durchhaltefilms des Dritten Reiches

Title: Kolberg - Zur Geschichte, Rezeption und Folgen des letzten Durchhaltefilms des Dritten Reiches

Term Paper (Advanced seminar) , 1996 , 28 Pages , Grade: 1

Autor:in: Mag. Carsten Wilhelm (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit einem der letzten noch zur Aufführung gelangten Filmprojekte des Dritten Reiches, dem Durchhaltefilm „Kolberg“ von Veit Harlan. Dieser hatte sich bereits mit antisemitischen Hetzfilmen wie zum Beispiel „Jud Süß“ (1940) einen zweifelhaften Ruf erworben. Ziel dieser Arbeit ist es, die Genese, Zielsetzung und Rezeption des Films offenzulegen, den Quellenwert des Films als historische Quelle abzuschätzen und die Frage nach der heutigen Zeigbarkeit und Relevanz eines solchen Werkes zu diskutieren.

Die Arbeit ist in eine Einleitung, einen in drei Abschnitten unterteilten Hauptteil und eine Schlußbetrachtung gegliedert. Im ersten Abschnitt soll die Gleichschaltung des Mediums Film durch die Nationalsozialisten behandelt werden. Es soll der Frage nachgegangen werden, was man unter Propaganda zu verstehen hat. Desweiteren sollen die Entstehungsgeschichte von „Kolberg“ erläutert und Veit Harlans literarische Vorlagen offengelegt werden. Im zweiten Abschnitt sollen neben dem Inhalt die propagandistische Zielsetzung, die Umstände der Uraufführung und die zeitgenössische Rezeption aufgezeigt werden. Im dritten Abschnitt soll die Frage des Wertes von Filmen als historische Quelle allgemein, als auch am Beispiel des Films „Kolberg“ behandelt werden. Der Abschnitt endet mit einigen Bemerkungen zur Rezeptionsgeschichte des Films „Kolberg“ nach dem Krieg.

Die Schlußbemerkung widmet sich in erster Linie der Frage, ob ein solcher Film inzwischen frei gezeigt werden sollte oder inwieweit er noch Gefahren in sich birgt. In diesem Zusammenhang soll insbesondere auf die weitverbreitete Ausstrahlung sogenannter Unterhaltungsfilme aus der Zeit des Dritten Reiches hingewiesen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Abschnitt 1

a. Zur Gleichschaltung des Films im Nationalsozialismus

b. Zur Trennung zwischen Propaganda- und Unterhaltungsfilm

c. Zur Entstehungsgeschichte von „Kolberg“

d. Veit Harlans literarische Vorlagen

3. Abschnitt 2

a. Inhalt

b. Die Umstände der Uraufführung

c. Zur zeitgenössischen Rezeption des Films

4. Abschnitt 3

a. Die Frage des Quellenwertes des Mediums Film für die Geschichtswissenschaft

b. Zum Quellenwert des Films „Kolberg“ als historische Quelle

c. Zur Rezeption und Wiederaufführung nach dem Krieg

5. Schlußbemerkung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert den nationalsozialistischen Durchhaltefilm „Kolberg“ von Veit Harlan im Kontext der Filmpolitik des Dritten Reiches. Ziel ist es, die Genese und die propagandistische Zielsetzung des Werkes zu untersuchen, seinen Quellenwert für die Geschichtswissenschaft kritisch zu bewerten und die heutige Relevanz sowie den Umgang mit solchen historischen Filmen zu diskutieren.

  • Gleichschaltung und Propagandastrategien im NS-Filmwesen
  • Differenzierung zwischen Propaganda- und Unterhaltungsfilm
  • Historische Entstehungsbedingungen und propagandistische Inszenierung von „Kolberg“
  • Die Funktion des Films als historische Quelle und Identifikationsmuster
  • Rezeptionsgeschichte und Wiederaufführungen nach 1945

Auszug aus dem Buch

2c. Zur Entstehungsgeschichte von „Kolberg“

Der Film „Kolberg“ wurde am 1.6.1943 von Joseph Goebbels in Auftrag gegeben. Angesichts der Niederlage der 6. Armee in Stalingrad im Februar 1943 und der alliierten Konferenz von Casablanca im Januar 1943, die mit der Forderung nach der bedingungslosen Kapitulation Nazideutschlands beendet wurde, wünschte sich Goebbels einen Durchhaltefilm monumentalen Ausmaßes. Joseph Goebbels schrieb dazu folgendes in sein Tagebuch: „Ich verspreche mir von diesem Film außerordentlich viel. Er paßt genau in die militärisch-politische Landschaft die wir wahrscheinlich zu der Zeit zu verzeichnen haben werden, wenn dieser Film erscheint.“

Mit der Herstellung des Films betraute er Veit Harlan, der u.a. bereits bei dem antisemitischen Hetzfilm „Jud Süß“ Regie geführt hatte. In einem Schreiben an Harlan erläutert Goebbels die Aufgabe des Films wie folgt: „Aufgabe dieses Filmes soll es sein am Beispiel der Stadt, die dem Film den Namen gibt, zu zeigen, daß eine in Heimat und Front gemeinsame Politik jeden Gegner überwindet.“

Der Film wurde von Oktober 1943 bis August 1944 abgedreht. Veit Harlan hatte von Goebbels unbegrenzte Vollmachten und bisher nie dagewesene Finanzmittel erhalten. Der Film kostete ca. 8,5 Millionen RM, was in etwa der achtfachen Summe einer normalen Spielfilmproduktion entsprach. Damit handelte es sich bei „Kolberg“ um den mit Abstand teuersten Film der deutschen Filmgeschichte. Aber nicht nur der finanzielle, auch der technisch-organisatorische Aufwand war enorm. Weit über 90 Stunden Film wurden belichtet. Veit Harlan ließ mit 187.000 Statisten mehr Soldaten aufmarschieren als an der historischen Schlacht um Kolberg überhaupt beteiligt waren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Durchhaltefilms „Kolberg“, Darstellung der Zielsetzung sowie der strukturellen Gliederung der Arbeit.

2. Abschnitt 1: Untersuchung der nationalsozialistischen Filmpolitik, der Gleichschaltung der Filmwirtschaft sowie der begrifflichen Abgrenzung von Propaganda- und Unterhaltungsfilm.

3. Abschnitt 2: Analyse des Inhalts von „Kolberg“, der Umstände seiner Uraufführung unter Kriegsbedingungen sowie der zeitgenössischen Rezeption in der Presse.

4. Abschnitt 3: Diskussion des Filmmediums als historische Quelle sowie Untersuchung der Rezeptionsgeschichte von „Kolberg“ nach dem Zweiten Weltkrieg.

5. Schlußbemerkung: Kritische Reflexion über die heutige Ausstrahlung von NS-Filmen und die Gefahr einer unkritischen Wahrnehmung von ideologisch geprägter Unterhaltung.

Schlüsselwörter

Kolberg, Veit Harlan, Joseph Goebbels, NS-Propaganda, Durchhaltefilm, Film als historische Quelle, Filmpolitik, Ufa, Nationalsozialismus, Unterhaltungsfilm, Zensur, Rezeptionsgeschichte, Uraufführung, Geschichtswissenschaft, Ideologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem nationalsozialistischen Propagandafilm „Kolberg“ von Veit Harlan und analysiert dessen Rolle als politisches Instrument in der Endphase des Zweiten Weltkriegs.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung umfasst die Entstehungsgeschichte des Films, die nationalsozialistische Filmpolitik, die Rezeptionsgeschichte nach 1945 und den theoretischen Wert von Filmen als historische Quelle.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Genese, die propagandistische Intention sowie die Wirkung von „Kolberg“ offenzulegen und die Frage der heutigen Relevanz und Zeigbarkeit des Films in einem demokratischen Kontext zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, die auf der Auswertung von zeitgenössischen Quellen (Tagebücher, Presseartikel) und der Auseinandersetzung mit der filmwissenschaftlichen Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Gleichschaltung des Filmwesens, die Produktionsbedingungen und Inszenierungsstrategien von „Kolberg“ sowie die Reflexion über den Quellenwert von NS-Filmen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Propaganda, Gleichschaltung, Quellenwert, historische Identität, Rezeption und die Differenzierung zwischen Unterhaltungs- und Propagandafilm.

Warum war die Uraufführung von „Kolberg“ so ungewöhnlich?

Die Uraufführung fand unter absurden Bedingungen statt: Das Land war militärisch am Ende, die Premiere wurde symbolträchtig in einer belagerten „Festung“ (La Rochelle) abgehalten, und die Kopie musste per Flugzeug dorthin transportiert werden.

Wie bewertet der Autor den Umgang mit Unterhaltungsfilmen aus der NS-Zeit heute?

Der Autor kritisiert, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen NS-Unterhaltungsfilme oft unkritisch ausstrahlt, ohne zu bedenken, dass diese Filme subtile ideologische Rollenbilder transportieren, die einer bewussten Einordnung bedürfen.

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Details

Title
Kolberg - Zur Geschichte, Rezeption und Folgen des letzten Durchhaltefilms des Dritten Reiches
College
Justus-Liebig-University Giessen
Course
Der Film als historische Quelle
Grade
1
Author
Mag. Carsten Wilhelm (Author)
Publication Year
1996
Pages
28
Catalog Number
V51993
ISBN (eBook)
9783638478120
ISBN (Book)
9783638773225
Language
German
Tags
Kolberg Geschichte Rezeption Folgen Durchhaltefilms Dritten Reiches Film Quelle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Carsten Wilhelm (Author), 1996, Kolberg - Zur Geschichte, Rezeption und Folgen des letzten Durchhaltefilms des Dritten Reiches, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51993
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