Die kognitive VerhaItenstherapie (KVT) als Therapieform zur Behandlung von Depressionen und Burnout


Diplomarbeit, 2019

39 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Table of Contents

Abstrakt

Abstract

1. Einleitung

2. Theoretischer Teil
2.1 Welcher Nutzen kann durch Psychotherapie erreicht werden?
2.2 Wie funktioniert Psychotherapie grundsätzlich?
2.3 Die historische Betrachtung der (kognitiven) Verhaltenstherapie
2.4 Wie funktioniert die kognitive Verhaltenstherapie?

3. Untersuchungsgegenstände: Wirkung von Psychotherapie bei Depression und Burnout

4. Depression
4.1 Studie: Wirksamkeit der Verhaltenstherapie bei Depression
4.2 Studie: Antidepressiva etwas wirksamer als Psychotherapie
4.3 Ein systematisches Review von Studien zur Wirkung von Psychotherapie im Vergleich mit Pharmakotherapie
4.4 Online-/Internet-Programme zur Psychotherapie bei Depression: Vielfach basierend auf den therapeutisch etablierten Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie

5. Burnout

6. Psychische Erkrankungen im ICD-10

7. Wiedereingliederung ins Arbeitsleben durch psychotherapeutische Ansätze

8. Die kognitive Verhaltenstherapie zur Unterstützung der Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess bei Depression und Burnout
8.1 Integration des Manuals „Arbeitsplatzfokussierte Verhaltenstherapie“ in die Standard-Kognitive Verhaltenstherapie
8.2 Untersuchungen zur Wirksamkeit von Interventionen
8.3 Das therapeutische Vorgehen: auf Hypnose beruhende Psychotherapien und die kognitive Verhaltenstherapie
8.4 Die erkrankungsrelevanten Schemata werden identifiziert: Die KVT fokussiert das Hier und Jetzt
8.5 Der Ressourcen- oder Salutogenese Ansatz, das Schemamodell und die Stressimpfung (Copingstrategien)
8.5.1 Der Ressourcen- oder Salutogenese-Ansatz
8.5.2 Das „Schemamodell“ bzw. die „Schematherapie“
8.5.3 Die Stressimpfung bzw. das Stressimpfungstraining: Ein therapeutisches Verfahren zur Vermittlung von Kompetenzen

9. Praktischer Teil (Fallbeispiele und Studien)
9.1 Grundlegendes
9.2 Die einzelnen Therapiesitzungen

10. Reflexion/Zusammenfassung/Bemerkungen

Literaturverzeichnis

Abstrakt

Die Frage nach (möglichen) Wirkungen von Psychotherapie bei der Behandlung von Menschen mit psychischen Problemen muss sehr differenziert betrachtet und auch differenziert beantwortet werden. Mittlerweile gibt es für manche Richtungen der Psychotherapie, besonders der kognitiven Verhaltenstherapie, gute Wirkungsnachweise. Durch Psychotherapie soll betroffenen Personen mittels Strategien vor allem geholfen werden aus dem emotionalen Tief der psychischen Erkrankung herauszufinden und Rückfälle zu verhindern. Depressionen und Burnout sind psychische Erkrankungen, die Leidensdruck und andere negative Folgen mit sich bringen, die aber nicht hingenommen werden müssen, weil es bereits zahlreiche Interventionsmöglichkeiten gibt. Diese betreffen die Bereiche Medizin, Psychologie, Psychotherapie usw., die auch in Kombination sinnvoll sein können. Vor Behandlungsbeginn ist jedenfalls eine exakte Diagnose und die Beachtung der Lebenssituation der konkreten Person absolut notwendig. Der noch relativ neue Bereich psychotherapeutischer Interventionen, hier der kognitiven Verhaltenstherapie, zur Unterstützung von Depression und Burnout betroffener Personen im Kontext des Arbeitslebens bzw. der betrieblichen Wiedereingliederung bedeutet auch Teamfähigkeit der Akteure im Kontext des Betrieblichen (Wieder-) Eingliederungsmanagements (BEM). Unter dem Aspekt von Kosten/Nutzen kann professionelle Psychotherapie vor allem bewirken, dass krankheitsbedingte Arbeitsausfälle reduziert und Frühpensionierungen verhindert werden. Damit ist grundsätzlich auch eine positive Wirkung auf soziale Folgekosten für Betroffene und deren Familie verbunden. Die persönliche Verantwortung, das „Empowerment“, der Patient/innen und Klient/innen ist dabei sehr wesentlich.

Die vorliegende Arbeit fokussiert besonders die Möglichkeiten durch Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie bei Depressionen und Burnout und zeigt auch wesentliche Ziele der Intervention auf.

Schlagwörter: Psychotherapie, kognitive Verhaltenstherapie, Depressionen, Burnout, Wirkungsnachweis, Betriebliche Wiedereingliederung

Abstract

The question concerning the (potential) effects of psychotherapy in the treatment of people suffering from psychological distress requires a differentiated view as well as differentiated answers. Some psychotherapeutic approaches currently in use, in in particular those related to cognitive behavioral therapy, have demonstrated a positive effect. Psychothearpeutic strategies shall assist affected individuals in finding ways out the emotional doldrums related psychological distress and preventing relapse. Depression and burnout are psychological disorders which cause suffering and may have other negative consequences. However, there is no need to put up with such consequences as numerous options of intervention are meanwhile available. Interventions may take place in a medical, psychological or psychotherapeutic setting, or may also be efficiently combined. Before commencing treatment, it is essential to accurately diagnose the affected individual disorder and personal living conditions. The relatively new techniques of psychotherapeutic Intervention – in our case cognitive behavioural therapy – and their supportive use in the treatment of individuals suffering from depression or burnout as a result of their work conditions and their occupational reintegration also requires all involved players to work in a team in the context of occupational reintegration management. With due consideration of all related costs and benefits, professional psychotherapy may help to reduce the number of days related to sickness leave as well as early retirement. In principle, this has a positive effect on social follow-up costs for those affected as well as their families. Personal responsibility of patients and clients, also referred to as “empowerment“, plays a decisive role in this respect.

This thesis focuses in particular on available options for the treatment of depression and burnout by using methods of cognitive behavioural therapy, and highlights the key objectives of intervention.

Keywords: psychotherapy, cognitive behavioural therapy, depression, burnout, proof of efficacy, occupational reintegration

DIE PERSÖNLICHE AUSEINADERSETZUNG MIT DEM THEMA, DEM KONZEPT UND VERBINDUNGEN MIT MEINER ERFAHRUNG

Die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema meiner schriftlichen Arbeit – die sich nach gesetzlichen und institutsinternen Vorgaben richtet - erfolgte durch ein besonderes Interesse an der Problematik Burnout und Depressionen und den damit verbundenen negativen Folgen für Betroffene und auch deren Familien. Die Auseinandersetzung mit dem Thema erforderte ein intensives Literaturstudium, Analysen von Studien usw. die auch für die Erstellung des Konzeptes wichtig waren.

Verbindungen mit eigenen Erfahrungen sind vor allem durch mein Berufsumfeld vorhanden. Im Lehrberuf ist die Burnout Problematik nicht selten und führt auch zu Krankenständen und (Früh-) Pensionierungen. Gespräche mit Personen die von Burnout betroffen waren fand ich sehr interessant, es wurde dadurch vor allem der Leidensdruck sehr deutlich. Ob aber tatsächlich Burnout vorlag oder eventuell bereits eine Depression war für mich als Studierender der Studienrichtung „Psycho- therapeutisches Propädeutikum“ mehrmals nicht so klar. Es entstand aber für mich der Eindruck, dass betroffene Personen leichter über Burnout sprechen können als über Depressionen, sie brauchen aber in beiden Fällen eindeutig professionelle Hilfe. Der Themenbereich Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess im Kontext des BEG entstand durch mein persönliches Interesse am Thema Gesundheit im Arbeitsleben. Arbeit ist im Leben eines Menschen sehr wichtig, es besteht auch ein eindeutiger Zusammenhang mit Gesundheit. Arbeit ist für ein sinnerfülltes Leben grundsätzlich wichtig. Mögliche Vorteile psychotherapeutischer Interventionen im Kontext des Gesundheitsmanagements von Unternehmen sind noch wenig untersucht, sie stehen aber bereits im Interesse der Forschung.

Im Rahmen der Praktika für das Psychotherapeutische Propädeutikum hatte ich grundsätzlich viele interessante Möglichkeiten mit psychisch kranken Menschen Gespräche zu führen, an Behandlungen usw. teilzunehmen, vor allem aber praktische Tätigkeiten zu erfüllen. Verbindungen mit Erfahrungen in Praktika betreffend ist wesentlich, dass jeder einzelne Mensch denkt, fühlt und handelt. Das wurde dann auch in Gesprächen mit Verhaltenstherapeut/innen klar aufgezeigt. Diese drei Bereiche wirken auch zusammen. Wenn dieses Zusammenwirken gestört ist bzw. schlecht funktioniert, können psychische Probleme (psychische Erkrankungen) entstehen. Dass psychische Probleme massiv sein können wurde mir in Praktika sehr bewusst, auch, dass die davon betroffenen Menschen professionelle Hilfe brauchen, vor allem wegen des damit verbundenen Leidensdrucks. Ich hatte in Praktika, wo die Tätigkeiten überwiegend mit Praxisbezug waren, auch die Möglichkeit, in Krankenakten Einsicht zu nehmen und fachspezifische Literatur zu studieren. Die Verhaltenstherapie wird in der Literatur als eine sehr anerkannte Therapierichtung dargestellt und geht davon aus, dass beim Menschen – eigentlich in allen Situationen des Lebens – drei wesentliche Systeme wirken. Das sind das körperlich-emotionale System, das Gedanken- bzw. kognitive System und das motorische System. Das körperlich-emotionale System betreffend laufen im Körper des Menschen vielfach komplizierte Prozesse ab, die auch wesentlich für Gefühle sind. Körperliche Prozesse und Gefühle haben gegenseitig aufeinander Einfluss. Ein Beispiel ist hier die Beschleunigung oder Verlangsamung des Herzschlags. Das Gedanken- und kognitive System betreffend ist wesentlich, dass ein Mensch ständig die Situation bewertet in der er sich befindet, er verknüpft diese mit Erinnerungen an früher gemachte Erfahrungen und hat auch Erwartungen für die Zukunft. Zudem sind aus der Sicht der Verhaltenstherapie auch Einstellungen, Prinzipien und Normen wesentlich. Das motorische System betreffend ist wesentlich, dass ein Mensch handelt, sich bewegt, reagiert usw. Die motorischen Grundeigenschaften bzw. deren Ausprägungsgrad sind hier sehr wesentlich. Das Verhalten eines Menschen kann als Zusammenwirken dieser drei Systeme in konkreten Lebenssituationen verstanden werden.

Ein Selbstverständnis der Psychotherapie:

„Individuelle Begegnungen und Zurverfügungstellung der Beziehung, um Veränderungen im Menschen in Gang setzen zu können. Dieses Selbstverständnis ist fundamental“ (G. Mehta)

Individuelle Begegnungen: Diese individuellen ‚Begegnungen sind ziel-, handlungs- und problemorientiert. Die aktive Beteiligung der Patient/innen ist notwendig, die aber nicht auf die Therapiestunde bzw. auf die Zeit der individuellen Begegnung begrenzt ist. Anwendungen im Alltag sind hier sehr wesentlich.

Zurverfügungstellung der Beziehung: Die therapeutische Beziehung ist ein zentraler Wirkfaktor der Psychotherapie. Der Zusammenhang zwischen therapeutischer Beziehung und dem Therapieerfolg kann durch Studien belegt werden (z.B. Horvath/Symonds 1991). Es gibt viele unterschiedliche Konzepte einer therapeutischen Beziehung. Grundsätzlich besteht in der Forschung Konsens darüber, dass die therapeutische Beziehung wesentlich für den Erfolg oder Misserfolg einer Psychotherapie ist. Das ist unabhängig davon welches Verfahren angewendet wird und welche Methoden konkret verwendet werden. Das wurde in meiner schriftlichen Abschlussarbeit auch bereits aufgezeigt. Die therapeutische Beziehung ist ein Prozess, der mit dem Therapiebeginn beginnt und sich bis zum Therapieende entwickelt. In dieser Beziehung bzw. in diesem Prozess ist das Gespräch ein zentrales Arbeitsinstrument. Bezugnehmend auf Literatur (z.B. Hermer/Röhrle 2008) soll diese Beziehung aus Patient/innen Sicht vertrauensvoll sein. Zudem sind wichtige Merkmale das Einfühlungsvermögen, Sympathie, genügend Zeit, ein respektvoller Umgang, ein problem-, ziel- und handlungs- orientiertes Vorgehen (ein lösungsorientiertes Vorgehen) usw.

Wesentliche Bedürfnisse in dieser Beziehung sind das Bedürfnis nach Orientierung und Kontrolle, das Bedürfnis nach Bindung, das Bedürfnis nach Lustgewinn bzw. Unlustvermeidung, das Bedürfnis nach Selbstwerterhöhung. Mit einer bedürfnis- orientierten Beziehungsgestaltung wird ein optimaler Kontext für erfolgreiche Lern- und Veränderungseffekte geschaffen. Eine auf den konkreten Patienten bzw. die Patientin abgestimmte Psychotherapie ist besonders wesentlich. Hier ist es notwendig mit dem Patienten bzw. der Patientin u.a. die individuellen Wünsche und Bedürfnisse sowie die bisherigen Verhaltensmuster herauszuarbeiten. Das therapeutische Setting ermöglicht eine erste Übungsmöglichkeit (korrektive Erfahrungen) Erst dann soll im realen Lebensfeld erprobt werden. Eine sorgfältige Diagnose ist vorher immer wesentlich! In diesem Sinne verstehe ich Psychotherapie auch als Dienstleistung von gut ausgebildeten Psychotherapeut/innen, die Menschen mit ihrer Fachkompetenz beim Erreichen von Zielen unterstützend begleiten. Die Sprache bzw. das Gespräch sind in dieser Beziehung sehr wesentlich, weshalb Psychotherapeut/innen offene, klare und emphatische Gesprächspartner/ innen sein sollten. Transparenz, Nachvollziehbarkeit usw. der Therapieangebote (des Therapieaufbaus) sowie die geplanten Therapiesitzungen sind für eine Behandlung „Lege Artis“ notwendig. Sehr wesentlich sind auch die interpersonellen Fähigkeiten der Psychotherapeut/innen. Dazu gehören das interpersonelle Funktionsniveau und interpersonelle Merkmale, zudem auch die nonverbale Kommunikation während der Sitzungen. Hier sind ein freundlich-zugewandter Beziehungsstil, sowie Empathie, Echtheit, Respekt und Konkretheit sehr wichtig. Vorteilhaft ist sicher auch eine komplementäre Beziehungsgestaltung (Beutler et al 2004). Die relativen Bedeutungen von verschiedenen Wirkfaktoren für das Therapieergebnis lassen sich grundsätzlich nicht gut trennen. Je nach Kontext, Patient/in, Problematik und dem konkreten methodischen Vorgehen stellen sich unterschiedliche interpersonelle Herausforderungen. Das Zusammenspiel (mindestens) dieser Faktoren wirkt sich auf die Qualität der therapeutischen Beziehung aus. Die therapeutische Beziehung hat wiederum Bezüge zum Therapieergebnis und wirkt sich auch auf die anderen Wirkfaktoren aus. Das sind nicht nur reine Passungsfragen, sondern auch ein dynamisches transaktionales Geschehen.

Individuelle Begegnungen und Zurverfügungstellung der Beziehung, um Veränderungen im Menschen in Gang zu setzen im Kontext der Verhaltenstherapie

- Die Verhaltenstherapie ist auf den einzelnen Menschen abgestimmt: Der einzelne Mensch bzw. das Individuum mit seinen Problemen und Schwächen, aber auch mit seinen Fähigkeiten und Stärken, steht im Zentrum der Betrachtungsweise. Die individuelle Lebensgeschichte und die persönlichen Erfahrungen jeder Patient/in spielen bei der Erklärung von aktuellen Störungen und Problemen eine wesentliche Rolle. Für die Festlegung der Therapieziele und eines individuellen Therapieplanes ist für Therapeut/innen die Kenntnis der einzigartigen aktuellen und vergangenen (Lebens) Bedingungen des einzelnen Menschen notwendig. Individuelle Begegnungen bedeuten hier auch, es gibt kein routinemäßiges mechanisches Vorgehen von Therapeut/innen.
- Die Verhaltenstherapie geht in Schritten vor: Menschen verändern sich grundsätzlich nicht in kurzer Zeit. Für Veränderungen ist ein allmählicher (Um-) Lernprozess notwendig. Die Verhaltenstherapie sieht hier ein schrittweises Vorgehen vor. Dringende Veränderungen werden hier zuerst angestrebt, man geht den Weg vom Einfachen zum Schwierigen. Patient/innen sollen sich niemals überfordert fühlen. Auf Basis des bereits erreichten können dann weitere Therapieschritte erfolgen.
- Die Verhaltenstherapie ist für Klient/innen und Patient/innen durchschaubar und einsichtig: Diese müssen sowohl bei der Definition der (psychischen) Probleme als auch bei der Auswahl der Therapieziele und der geeigneten Therapieverfahren soweit wie möglich miteinbezogen. Werden. Zudem ist es wichtig Patient/innen und Klient/innen zu jeder Zeit darüber informiert werden, woran und mit welchen Mitteln gearbeitet wird. Das Zur Verfügung stellen für Patient/innen bedeutet auch ein „ermuntern“ der Patient/innen über Bedenken, Unsicherheiten usw. im Rahmen der Therapie zu sprechen. Diese sollen lernen zunehmend selbstständiger eigene Schwierigkeiten zu analysieren und zu beheben. Die Vermittlung von Wegen zur Problemlösung ist wesentlich um die Lebenssituation zu durchschauen und zu bewältigen.
- Die Verhaltenstherapie aktiviert Patient/innen: Eine Patientin, ein Patient muss bereits bei der Definition der Therapieziele und der Therapieplanung miteinbezogen werden. Für die individuelle Beziehung grundsätzlich, vor allem für die Therapie sind die biographischen Angaben von Patient/innen wesentlich, sie beinhalten wichtige Informationen. In einem bestimmten Ausmaß können Patient/innen dadurch bereits eine handelnde Rolle einnehmen und sollten dann auch in jeder Phase der Therapie aktiv beteiligt werden. Die Aktivierung von Stärken und Fertigkeiten zum eigenen Nutzen sind wesentlich.
- Die Verhaltenstherapie orientiert sich an der Psychologie als Wissenschaft: Für Versuche von Psychotherapeut/innen Patient/innen bei der Überwindung ihrer psychischen Probleme zu helfen ist theoretisches Wissen bzw. ein theoretischer Hintergrund notwendig. Das ist ein wesentliches Fundament für die Klärung der Ursachen und für die Überwindung der psychischen Probleme. Für die individuelle Beziehung bzw. den Therapieerfolg sind auch Lerntheorien von Relevanz, die untersuchen wie sich menschliches Verhalten unter dem Einfluss verschiedener Bedingungen verändert. Wertvolle Informationen für die individuellen Begegnungen können auch durch die Erforschung der Gedankenabläufe (kognitive Psychologie) und der Gefühle (Emotionspsychologie), sowie der Sozialpsychologie erreicht werden. Zudem auch Erkenntnisse der Neuropsychologie.
- Die Verhaltenstherapie greift auf bewährte Verfahren zurück: Die individuellen Beziehungen dürfen niemals zu einem Experiment an Patient/innen werden. Auch (negative) Umgangsformen bzw. Gesprächsinhalte können zu negativen Nebenwirkungen führen. Die Verhaltenstherapie erhebt den Anspruch nur Verfahren anzuwenden deren positive Wirkung eindeutig belegt ist. Das ist evidenzbasierte Psychotherapie.
- Die Verhaltenstherapie respektiert die Eigenart jedes einzelnen Menschen: In diesem Kontext ist auch ein Therapieleitsatz von Frederick Kanfer, ein bedeutender Vertreter der Verhaltenstherapie, aktuell. Kanfer bezeichnete diesen Therapieleitsatz als „Prinzip des minimalen Eingriffs“. Das bedeutet, dass in das Leben und die Persönlichkeit eines Menschen nur so weit eingegriffen werden darf, wie es unbedingt notwendig ist, um den Menschen von seelischen Krankheiten und Störungen zu befreien. Patient/innen darf von Therapeut/innen nichts aufgedrängt werden. Menschen benötigen zeitweise Hilfe in bestimmten Bereichen ihres Lebens. Ansonsten ist jeder Mensch ein autonomes Individuum, dessen Persönlichkeit respektiert werden muss.

1. Einleitung

Die Frage im Rahmen der vorliegenden Diplomarbeit „Psychotherapie – Hilfe für Menschen mit psychischen Problemen?“ muss sehr differenziert betrachtet und auch differenziert beantwortet werden. Deshalb wurde auch eine spezielle Forschungsfrage formuliert, die lautet:

„Ist die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) eine geeignete Therapieform (Psychotherapie) zur Behandlung von Depressionen und Burnout?“

Von Depression und Burnout betroffene Personen haben eindeutig psychische Probleme. Die Frage „Psychotherapie – Hilfe für Menschen mit psychischen Problemen?“ inkludiert zudem auch die Frage wie Psychotherapie generell funktioniert. Das wird in der gegenständlichen Arbeit auch thematisiert.

1952 formulierte Hans Jürgen Eysenck, ein Kritiker der Freud’schen Psychoanalyse, zum Thema generelle Wirksamkeit der Psychotherapie „ Psychotherapie sei im Endeffekt nicht wirksamer als gar keine Therapie, da bei einem großen Teil der Patient/innen Besserung auch ohne Behandlung eintrete1. Das ist die sogenannte „Spontanremission“. Spontanremissionen sind ein reales, aber seltenes Phänomen, seit langer Zeit bereits im Medizinbereich bekannt und auch in der Psychotherapie der Gegenwart.2

Eysenck hat mit seiner Ansicht damals eine Welle der Forschung ausgelöst, deren Ergebnisse dann auch aufzeigten, dass Spontanremission viel seltener ist als angenommen, dass Psychotherapie grundsätzlich in viel kürzerer Zeit zu Erfolgen führt und auch überwiegend mit solchen Personen durchgeführt wird, die „spontanremissionsresistent“ sind, d.h. bereits lange Leidenswege hinter sich haben. Das trifft in der Gegenwart sicher auch auf viele von Depressionen und Burnout betroffene Menschen zu.

In der Gegenwart sind Psychotherapien, vor allem die kognitive Verhaltenstherapie, neben Medikamenten auch ein wichtiger Bereich zur Behandlung von Depressionen und Burnout. Das kann sowohl durch Studien als auch durch Aussagen von Patient/innen und Therapeut/innen belegt werden, die in der Forschung aber klar zu unterscheiden sind. Vor Behandlungsbeginn sind eine exakte Diagnose und die Beachtung der konkreten Lebenssituation der zu behandelnden Person absolut notwendig. Mögliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei Erkrankungen und Heilungen, hier konkret von Wirkungen der Verhaltenstherapie bei Depressionen und Burnout, sind nicht Forschungsgegenstand der konkreten Arbeit. So wie ein Bewusstsein für Gendermedizin bereits notwendig wurde, muss dieses Bewusstsein auch im Bereich der Psychotherapie entwickelt werden. Bestimmte Medikamente wirken bei Frauen und Männern nicht gleich, das könnte bzw. wird sehr wahrscheinlich auch auf therapeutische Behandlungen zutreffen. Evidenzbasierte Medizin und evidenzbasierte Psychotherapie, d.h. auf Basis von Beweisen, unterscheiden sich von bloßen Behauptungen wesentlich. Das ist bereits bei der Aufklärung von Patient/innen und Klient/innen über Behandlungsmethoden und grundsätzlich für eine Behandlung „lege artis“ wichtig. Der Mann ist die Norm, viele Frauen haben grundsätzlich aber eine hohe Gesamtbelastung durch Beruf, Familie, Betreuung von Familienangehörigen usw. Auch Achtsamkeit ist hier ein Thema. Die Psychotherapieforschung ist hier jedenfalls gefordert.

Die konkrete Arbeit behandelt als Schwerpunkt die (kognitive) Verhaltenstherapie und deren Wirkung bei der Behandlung von Depression und Burnout und im Kontext der Betrieblichen Wiedereingliederung, weshalb die Wirkung anderer Therapierichtungen nicht explizit Untersuchungsgegenstand ist. Im „praktischen Teil“ wird ein stufenweiser Behandlungsplan erläutert, der im Kontext der Wiedereingliederung psychisch erkrankter Personen ins Arbeitsleben entwickelt und vom Autor geringfügig abgeändert wurde.

2. Theoretischer Teil

2.1 Welcher Nutzen kann durch Psychotherapie erreicht werden?

Durch Psychotherapie soll betroffenen Personen mittels Strategien vor allem geholfen werden, aus dem emotionalen Tief der psychischen Erkrankung herauszufinden und Rückfälle zu verhindern. In Österreich gibt es hier zahlreiche Richtungen bzw. Schulen, es können grundsätzlich aber auch Elemente verschiedener Psychotherapierichtungen kombiniert werden.

Ein wesentlicher Nutzen von professioneller Psychotherapie ist die Verbesserung oder Heilung psychischen Leidens. Erfolgreiche Psychotherapie befähigt die von einer psychischen Krankheit betroffenen Personen, ihre Autonomie in der Lebensführung ganz oder in Teilbereichen wieder zu erlangen. Im Verlaufe einer Behandlung wird vor allem die persönliche und soziale Kompetenz sowie die Arbeits- und Beziehungsfähigkeit gefördert und die psychische Belastbarkeit erhöht3.4

Unter dem Aspekt von Kosten/Nutzen bewirkt professionelle Psychotherapie grundsätzlich vor allem die Effekte, dass die subjektive Befindlichkeit verbessert wird, ebenso die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft. Krankheitsbedingte Arbeitsausfälle und Arztbesuche werden reduziert, Frühpensionierungen verhindert bzw. reduziert, zudem auch soziale Folgekosten für Betroffene und auch deren Familie. In der gegenständlichen Arbeit ist vor allem die Wiedereingliederung von psychisch kranken Personen (Depression und Burnout) ins Arbeitsleben bzw. die Betriebliche Wiedereingliederung relevant5.

Dass psychotherapeutische Behandlungen besonders auch bei Depressionen und bei Burnout helfen können, ist durch Studien belegt. Welche Verfahren in welcher Situation am wirksamsten sind, lässt sich derzeit aber nicht mit Sicherheit sagen und bedarf weiterer Forschung6.

2.2 Wie funktioniert Psychotherapie grundsätzlich?

Psychotherapie befähigt Menschen, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten bzw. zu bewältigen. Besonders Krisen sollen mit der Zeit ohne fremde Hilfe bewältigt werden können. Psychotherapie ist deshalb auch Hilfe zur Selbsthilfe, d.h. psychoedukative Elemente im Bereich der Psychotherapie sollen den psychisch kranken Menschen helfen ihr Selbsthilfepotential zu nutzen7.

Für eine erfolgreiche Psychotherapie ist eine gute und vertrauensvolle Beziehung zwischen dem Therapeuten bzw. der Therapeutin und dem Patienten bzw. der Patientin eine wesentliche Voraussetzung. Die genaue Art der Behandlungsmethode spielt eine wichtige, vergleichsweise aber nachrangige Rolle. Das Gespräch ist das zentrale Arbeitsinstrument bei einer Psychotherapie, wo sämtliche Aspekte menschlichen Verhaltens und Erlebens Gegenstand sind. Die unterschiedlichen Schulen bzw. psychotherapeutischen Methoden verwenden neben kognitiv ausgerichteten Verfahren auch erlebnisorientierte Ansätze wie beispielsweise die Arbeit mit Imaginationstechniken, Bewegung oder andere kreative Gestaltungsmittel. Die Intervention bzw. das Vorgehen wird auf die individuelle Problemstellung abgestimmt und mit den Patient/innen individuelle Lösungen erarbeitet. Das sind dann die konkreten Therapieangebote, die in der Praxis grundsätzlich auch schulenübergreifend erfolgen können, das sollten auch Verhaltenstherapeut/innen beachten. Schulenübergreifende Aspekte der Psychotherapie sind eine Auswirkung (Funktion) einer Handlung eines Therapeuten bzw. einer Therapeutin, von Patient/innen oder von Gruppenmitgliedern im Bereich der Gruppentherapie8.

So wie Ärzt/innen relevanter Fachrichtungen können auch Psychotherapeut/innen nur dann einen nachhaltigen Beitrag zur (psychischen) Gesundheitsversorgung leisten, wenn sie praktikable und wirksame Therapieangebote machen können. Das therapeutische Ethos und ein beziehungs- und prozessorientierter Zugang zu Patient/innen und Klient/innen sind besonders in den Bereichen der Psychosomatischen Medizin und der Psychotherapie wesentlich, sie sind auch wesentliches Motiv für das Engagement im Fach9.

2.3 Die historische Betrachtung der (kognitiven) Verhaltenstherapie

Die historische Betrachtung der (kognitiven) Verhaltenstherapie zeigt, welche Entwicklungslinien zur Anerkennung der Wirkung bzw. des Nutzens kognitiv-verhaltenstherapeutischer Ansätze bei konkreten psychischen Störungen geführt haben. Ausgehend von vorhandener Forschungsliteratur kann angenommen werden dass diese Therapierichtung häufiger einer empirischen Prüfung unterzogen wurde und deutlich größere Wirkungen aufweist als andere Psychotherapieverfahren10.

Ziel der Intervention ist es hier Verhaltensweisen und innere Einstellungen zu verändern, an relevanten, aktuellen Problemen zu arbeiten und konkrete Lösungen zu finden. Im Forschungsbereich Verhaltenstherapie zur Behandlung von Burnout gibt es zahlreiche Ansätze, die in der Praxis auch individuell kombiniert werden, wie beispielsweise Zeitplanung, Stresspräventionstraining, Erholungsphasen, Entspannungstraining, Umverteilung von Energien vom Aufgabenbereich in den Freizeitbereich usw. Es ist hier aber absolut notwendig mit den Patient/innen bzw. Klient/innen die Notwendigkeit einer Psychotherapie, den Therapieverlauf, die Diagnostik, die Rahmenbedingungen, mögliche Wirkungen der Verhaltenstherapie usw. zu besprechen11.

Grundsätzlich kann mittels der (kognitiven) Verhaltenstherapie Heilung bzw. Verbesserung einer Vielzahl seelischer und psychosomatischer Erkrankungen erreicht werden. Dazu zählen besonders allgemeine und spezifische Ängste, Phobien, Zwänge, Depressionen, Burnout, psychosomatische Störungen, chronische psychiatrische Erkrankungen, sexuelle Störungen, Suchterkrankungen wie Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit und geistige Behinderung und psychische Störungen des Kindes- und Jugendalters. Weitere Ziele sind eine verbesserte Selbstwahrnehmung, Selbstkontrolle und Eigensteuerung, Einsicht in den Zusammenhang der Probleme, Stärken eigener Fähigkeiten und Anleiten zu selbständiger Problembewältigung.

Im 21. Jahrhundert bzw. in einer Zeit evidenzbasierter Medizin und Psychotherapie wurden die Notwendigkeit und die Vorteile von Psychotherapie im Bereich relevanter Wissenschaften bereits aufgezeigt. Die Psychotherapie muss ihre Wirksamkeit bei spezifischen Störungsbildern klar belegen können und im Kontext der Psychotherapieforschung auch weiterhin im Fokus haben. Auf die Praxis bezogen zeigen aktuelle Behandlungsleitlinien eine umfassende Evidenz im Bereich der kognitiven Verhaltenstherapie für die Mehrzahl der behandelten Störungsbilder12.

2.4 Wie funktioniert die kognitive Verhaltenstherapie?

Die Verhaltenstherapie ist eine psychotherapeutische Grundorientierung, die störungsspezifische und unspezifische Therapieverfahren umfasst die aufgrund möglichst hinreichend überprüftem Störungswissens zu einer Verbesserung der zu behandelnden Problematik führt. Sie ist ein genuin klinisch-psychologischer Heilkundeansatz, der etwa seit der Mitte des 20. Jahrhunderts existiert und mittlerweile im Bereich der Psychotherapie sehr anerkannt ist13.

Die Verhaltenstherapie ist ein psychologisch begründetes Verfahren (Einzel- und Gruppentherapie) für alle Altersgruppen und überwiegend gesprächs- und verhaltensorientiert. Sie ist eine sehr etablierte Psychotherapie mit sehr gutem Wirkungsnachweis. Für jede psychische Störung wurden spezifische Verhaltenstherapien entwickelt. Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass ein Fehlverhalten erlernt und deshalb auch wieder verlernt werden kann14.

In der Praxis ist deshalb als Behandlungsgrundlage eine genaue Analyse des problematischen Verhaltens zur Bestimmung der aktuellen Verhaltensdeterminanten wesentlich. Die „Selbstmanagementtherapie“, das ist eine Methode der Verhaltenstherapie, begründet von Friedrich Kanfer, Hans Reinecker und Dieter Schmelzer, ist ein mögliches übergeordnetes Prinzip. Den Patient/innen und Klient/innen müssen hier spezielle Fähigkeiten und Kompetenzen vermittelt werden, die sie für die Selbstkorrektur bzw. Eigensteuerung des Verhaltens benötigen15 16.

Eine theoretische Wissensvermittlung ist hier nicht ausreichend, der Erwerb von Selbstmanagement Fertigkeiten muss durch real erlebte Erfahrungen erfolgen. Die Patient/ innen und Klient/innen müssen lernen aus vollzogenen Problemlösungen allgemeine Prinzipien zu abstrahieren um diese dann auch in anderen kritischen Situationen bzw. Lebenssituationen einsetzen zu können. „Selbstmanagement“ ist hier ein Sammelbegriff für solche Therapieansätze, die alle gemeinsam haben, dass Klient/innen zu einer besseren Selbststeuerung angeleitet werden und möglichst aktiv zu einer eigenständigen Problembewältigung fähig werden17.18

Die während der Verhaltenstherapie fokussierten bzw. bearbeiteten Probleme sind Ausgangspunkt für Strategien für die Problemlösung. Durch eine sogenannte „Rückfall Prophylaxe“ muss auch einer erneuten Krankheitsentstehung, im konkreten Fall einer Depressions- und Burnout-Entstehung, entgegengewirkt werden. Für die Zielerreichung sind verschiedene verhaltenstherapeutische Elemente, Techniken und Interventionen möglich19.

3. Untersuchungsgegenstände: Wirkung von Psychotherapie bei Depression und Burnout

4. Depression

Forschungsergebnissen zufolge haben Depressionen wegen ihrer mit der psychischen Erkrankung in Zusammenhang stehenden hohen negativen sozioökonomischen Folgewirkungen20 und wegen ihrer Lebenszeit-Prävalenz von 16,2 Prozent eine sehr wesentliche gesellschaftliche Bedeutung21.

Depressionen sind psychische Probleme bzw. Beschwerden, die durch eine anhaltende gedrückte Stimmung, Interessenverlust sowie Schlaflosigkeit gekennzeichnet sind. Die Abgrenzung zu Burnout ist manchmal schwierig, in der Praxis aber grundsätzlich möglich. Bedeutende wissenschaftliche Publikationen bzw. Autor/innen kommen bei dieser Abgrenzungsproblematik zu diversen Ergebnissen. Beispielsweise kommen Ahola und Hakanen auf Basis ihrer Untersuchungen bzw. Forschungen zur Schlussfolgerung, dass Burnout und Depressionen ungleich bzw. nicht gleichzusetzen sind. Chronische Stressbelastungen können jedoch über Burnout Zustände in Depressionen münden22.23

Iacovides et al. betrachten Burnout und Depression als zwei verschiedene (separate) Phänomene und Krankheitskonzepte. Diese weisen aber gemeinsame Charakteristika auf. Unbehandeltes Burnout mündet in seiner schwersten Stufe häufig in Depression und Verzweiflung24.

Betroffene Personen müssen diese Situation aber nicht hinnehmen, Depressionen sind mittlerweile durch Anwendung der richtigen Therapie relativ gut behandelbar. Die Psychotherapie ist hier eine wesentliche Möglichkeit der Intervention. Die Auswahl der möglichst wirksamsten Therapie ist für Betroffene und Therapeut/innen bzw. Mediziner/innen grundsätzlich keine entweder oder Entscheidung, die Kombination von Psychotherapie, Pharmakotherapie sowie ergänzender therapeutischer Maßnahmen hat sich in der Praxis als ideal erwiesen. Hat die Depression ein mittleres oder schweres Ausmaß erreicht, ist die Kombination von Pharmakotherapie und Psychotherapie am sinn- bzw. wirkungsvollsten, das ist auch wissenschaftlich gut fundiert. Eine Diagnose auf Basis der internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) ist hier absolut notwendig25.26

Depression ist im ICD-10 folgendermaßen geregelt: F32 Depressive Episode; F32.0 Leichte depressive Episode; F32.1 Mittelgradige depressive Episode; F32.2 Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome; F32.3 Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen; F32.8 Sonstige depressive Episoden; F32.9 Depressive Episode nicht näher bezeichnet27.

[...]


1 Vgl. Eysenck, 1952.

2 Vgl. Deutsches Ärzteblatt 2005; 102(46): A-3162/B-2671/ C-2501

3 Vgl. Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP),n.a., Internet: www.psychologie.ch

4 Zudem ist Psychotherapie grundsätzlich eine wirksame und zweckmäßige wirtschaftliche Investition zur Bewältigung psychischer Störungen oder körperlicher Krankheiten mit psychischen Folgestörungen. Rechtzeitig eingesetzte professionelle Psychotherapie kann effizient und vergleichsweise kostengünstig wirtschaftliche Folgekosten bei psychischen Leiden verhindern bzw. reduzieren. Auch nach Beendigung der Behandlung sind hier dauerhafte Veränderungen zu erwarten (Vgl. Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP),n.a., Internet: www.psychologie.ch).

5 Vgl. Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP),n.a., Internet: www.psychologie.ch ch

6 Vgl. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG

7 Vgl. Deutsches Ärzteblatt, PP 3, Ausgabe Juni 2004, S. 282.

8 Vgl. Bloch & Crouch, 1985, S. 4; vgl. auch Eckert, 2000, S. 1 ff.

9 Vgl. Herzog et al., 2013, S. 11.

10 Vgl. Smith et al., 1980.

11 Vgl. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG

12 Vgl. Herzog et al., 2013.

13 Vgl. Margraf & Lieb, 1995.

14 Vgl. Psyfriends, n.a., Internet: https://psyfriends.ch/index.php?option=com_content&view=article&id=14&Itemid=173&lang=de, S. 1.

15 Vgl. Kanfer et al., 2006, S. 305

16 Die Selbstmanagement-Therapie wird in der Meta-Analyse von Grawe zur Wirksamkeit von Psychotherapien den Problemlöse-Therapien zugeordnet. Diesen bescheinigte die Forschergruppe um Grawe ein außerordentlich günstiges Wirkungsprofil (Vgl. Grawe et al., 1994, 1995, 2001).

17 Vgl. Kanfer et al. 2000, S. 1.

18 Der zentrale Ansatz besteht darin, dass Klient/innen mit Hilfe des Selbstmanagement-Ansatzes systematisch lernen können, ihr Leben „selbstregulierend“ (wieder) ohne externe professionelle Hilfestellungen zu bewältigen und ihre Ziele mit ihrem tatsächlichen Alltag (und auch umgekehrt) in Einklang zu bringen (Kanfer et al., 2000, S. 1).

19 Vgl. Kanfer et al., 2006, S. 305.

20 Vgl. Marschall et al., 2016.

21 Vgl. Kessler & Ronald, 2003.

22 Vgl. Ahola & Hakanen, 2007, S. 1 ff.

23 Ahola et al. publizierten bereits 2005, dass bei zunehmendem Schweregrad von Burnout die Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken bis zu fünfzig Prozent ansteigt (Ahola et al., 2005, S. 1 ff).

24 Vgl. Iacovides et al., 2003, S. 1 ff.

25 Vgl. Vorderholzer/Barton, 2016, S. 108 ff; vgl. auch Dilling et al., 2011, S. 169 ff.

26 Nach Ansicht des Psychologen Dr.Samy Egli und des Mediziners DDr.Martin E.Keck vom Max Planck Institut merken Patient/innen bereits nach einigen Tagen positive Effekte der Behandlung. Die akute Phase ist aber grundsätzlich erst nach sechs bis zwölf Wochen überstanden. Die Therapie ist aber noch nicht beendet, sondern es ist sinnvoll über diesen Zeitraum hinaus die Behandlung weiterzuführen. Das gilt für die Pharmakotherapie und die Psychotherapie bzw. der Kombination von Beiden. Auch wenn die Symptome nicht mehr vorhanden sind, sollte man noch ein halbes bis ein Jahr weiterbehandeln. Die Psychotherapie betreffend aber mit geringerer Intensität (Vgl. Buschek, 2015, Süddeutsche Zeitung).

27 Vgl. Dilling et al., 2011, S. 169 ff.

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten

Details

Titel
Die kognitive VerhaItenstherapie (KVT) als Therapieform zur Behandlung von Depressionen und Burnout
Hochschule
ARGE Bildungsmanagement Wien  (Psychotherapie)
Note
1,5
Autor
Jahr
2019
Seiten
39
Katalognummer
V519949
ISBN (eBook)
9783346128416
ISBN (Buch)
9783346128423
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychotherapie, Depressionen, Burnout, Gesundheit am Arbeitsplatz, Gesundheitsmanagement, Führungskräfte, Wiedereingliederung in Arbeitsprozess, Arbeitsmedizin
Arbeit zitieren
Dr. Franz Zeilner (Autor), 2019, Die kognitive VerhaItenstherapie (KVT) als Therapieform zur Behandlung von Depressionen und Burnout, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/519949

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