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Cimarronaje in der Provinz Cartagena

Konflikte und soziale Aspekte in den Palenques im 17. Jahrhundert

Title: Cimarronaje in der Provinz Cartagena

Bachelor Thesis , 2019 , 53 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Melissa Kirchgässner (Author)

Romance Studies - Latin American Studies
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In der Arbeit soll dargestellt werden, wie das Leben der Cimarrones in den Palenques vonstattenging. Zudem soll veranschaulicht werden, wie der Prozess der Bildung und die Organisation der Rebellengruppen und ihrer Dörfer war. Dabei liegt der Fokus auf den sozialen Aspekten sowie den Konflikten innerhalb dieser unterschiedlichen Gemeinschaften. Wie haben es die Cimarrones geschafft, dass ihre Palenques über einen langen Zeitraum bestehen blieben? Wie haben sie sich politisch und sozial organisiert? Wie haben sie sich verteidigt, was waren ihre Techniken? Und was waren ihre Motive? Gab es auch Konflikte untereinander?

In diesem Rahmen soll zu Beginn auf die Geschichte des transatlantischen Sklavenhandels eingegangen werden sowie auf das Alltagsleben der Sklaven und die Zusammensetzung der Gesellschaft in Cartagena im 17.Jahrhundert. Im weiteren Verlauf wird der "guerra de los cimarrones" mit all seinen sozialen Konflikten beleuchtet, der den historischen Verlauf der Cimarronaje anhand einiger historischer Quellen skizziert. Dabei wird auf mehrere wichtigen Personen und Konflikte eingegangen, die wichtig für den Verlauf der Geschichte der Cimarrones waren, von der Gründung der ersten Palenques bis zum ersten freien Dorf Südamerikas. Das allgemein übergeordnete Ziel der Arbeit soll sein, die unterschiedlichen Lebensweisen der Cimarrones darzustellen.

Seit Beginn der afrikanischen Sklaverei gab es Aufstände dagegen. So begingen Sklaven zum Teil Selbstmord, während andere von den Haciendas, Plantagen oder Minen flohen, mit der Hoffnung auf ein neues Leben in einem Palenque. Die Begriffe Sklaverei, Freiheit und Cimarronaje stehen alle in Beziehung zueinander. So kann die Cimarronaje als Ausdruck für die Suche nach Freiheit und die Palenques als Antwort für die Behandlung der Spanier gegenüber den Sklaven gesehen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Zu der Arbeit mit den Quellen und deren Glaubwürdigkeit

2. Prozesse und Hintergründe

2.1 Anfänge des transatlantischen Sklavenhandels im afrokaribischen Raum

2.2 Sklaven in der Stadt Cartagena de Indias im 17. Jahrhundert

3. Cimarronaje in der Provinz von Cartagena im 17. Jahrhundert

3.1 Orte der Palenques

3.2 Flucht und Wege in die Palenques

3.3 Zwischen Krieg und Frieden

3.3.1 Benkos Bioho

3.3.2 Balthasar de La Fuente y Robredo und Domingo Criollo

3.3.3 Gründung San Basilio de Palenque

4. Leben in den Palenques

4.1 Aufbau

4.2 Politische Organisation

4.2.1 Exkurs: El Limón

4.3 Verteidigungstechniken

4.4 Interaktionen mit umliegenden Dörfern

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Phänomen der Cimarronaje in der kolumbianischen Provinz Cartagena während des 17. Jahrhunderts. Im Zentrum steht die Analyse, wie entlaufene Sklaven in ihren Palenques soziale Strukturen, politische Organisationen und Verteidigungsstrategien entwickelten, um ihre Freiheit und Autonomie gegenüber der spanischen Kolonialmacht zu wahren.

  • Historische Entwicklung des transatlantischen Sklavenhandels und des Lebens in Cartagena.
  • Analyse der Fluchtgründe, Wege in die Palenques und der Dynamiken zwischen Krieg und Frieden.
  • Untersuchung der internen politischen Machtstrukturen und Verteidigungstechniken.
  • Fallbeispiele wie Benkos Bioho, Domingo Criollo und das Palenque El Limón.
  • Methodische Reflexion zur Quellenlage und Arbeit mit kolonialzeitlichen Dokumenten.

Auszug aus dem Buch

3.1 Orte der Palenques

Es gab zahlreiche Palenques in der Provinz Cartagena. Um sich einen Überblick zu verschaffen, lohnt es sich mit Karten zu arbeiten. Anhand der ersten Karte lässt sich erkennen, zu welchem Gebiet die jeweiligen Palenques gehörten. Allerdings fehlen hier die Gründungsdaten, da es sich um einen geografischen Überblick handelt.

Ergänzend wird daher ein Bericht der Historikerin Maria del Carmen Borrego Pla aus dem Jahr 1973 hinzugezogen. Dabei hat sie mit Hilfe von zwei Quellen aus dem Archivo de Indias in Spanien eine Studie über die „Palenques de negros en Cartagena“ Ende des 17.Jahrhunderts gemacht. Darin teilt sie die Palenques, die in den letzten zwanzig Jahren des 17. Jahrhunderts existierten, in drei geografischen Gebieten der Provinz ein. Die zweite Karte dient ergänzend zum Überblick der Lage sowie der einzelnen Gründungsjahre. Anhand dieser Daten lässt sich folgendes festmachen:

Es gab Palenques im Norden der Sierra de Luruaco, bestehend aus Criollos und bekannt unter den Namen Betancur und Matubere (auch bekannt als Tabacal), beide im Jahr 1693 gegründet.

Die im Zentrum der Montes de María, organisiert in vier Palenques, auch wenn heute nur noch zwei der vier Namen bekannt sind: San Miguel Arcángel aus dem Jahr 1684, was später zu San Basilio de Palenque wurde; und Arenal (auch bekannt unter Domingo Angola oder Bongue) aus dem Jahr 1694. Die erste Karte ergänzt die Palenques im Zentrum noch mit weiteren Namen, allerdings bleibt das Gründungsdatum bei einigen unklar, da sie auf der zweiten Karte nicht verzeichnet sind: Limón (1633), Polin (nicht auf Karte 2 verzeichnet), Sanaguare (1633), Duanga (1694); Joyanca, María Angola, Sanagual, Manuel Mula und Arroyo Piñuela (sind alle nicht auf Karte 2 verzeichnet); Zaragozilla (1694).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Cimarronaje und kritische Auseinandersetzung mit den verwendeten historischen Quellen.

2. Prozesse und Hintergründe: Darstellung des transatlantischen Sklavenhandels und der sozialen Bedingungen in Cartagena de Indias im 17. Jahrhundert.

3. Cimarronaje in der Provinz von Cartagena im 17. Jahrhundert: Untersuchung der geografischen Verteilung der Palenques und der historischen Konflikte sowie Friedensbemühungen unter Anführern wie Benkos Bioho.

4. Leben in den Palenques: Analyse der internen Strukturen, von architektonischen Aspekten über politische Organisation bis hin zu Verteidigungstechniken und Interaktionen mit der Außenwelt.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Autonomie und Widerstandskraft der Palenque-Gemeinschaften sowie ein Ausblick auf das Forschungspotenzial.

Schlüsselwörter

Cimarronaje, Palenque, Sklaverei, Cartagena de Indias, Kolonialzeit, Benkos Bioho, Domingo Criollo, Widerstand, Flucht, soziale Organisation, Verteidigungstechnik, Afrokolumbianer, Kolonialmacht, Spanisches Reich, San Basilio de Palenque.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Lebensweise, den Widerstand und die Organisation entlaufener Sklaven (Cimarrones) in den Palenques der Provinz Cartagena im 17. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Sklavenflucht, der politischen und sozialen Struktur innerhalb der Palenques sowie den Verteidigungsstrategien gegen die spanische Kolonialverwaltung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die interne Organisation und die soziale Dynamik der Cimarron-Gemeinschaften darzustellen und zu zeigen, wie diese über lange Zeiträume hinweg ein hohes Maß an Autonomie bewahren konnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer historischen Quellenauswertung, wobei transkribierte Primärquellen aus der Kolonialzeit (Testimonios, Briefe von Gouverneuren) analysiert und mit aktueller Sekundärliteratur in Bezug gesetzt werden.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die geografische und historische Verortung der Palenques, die Analyse der Führungspersönlichkeiten wie Benkos Bioho und Domingo Criollo sowie die Untersuchung der alltäglichen Lebensbedingungen und Verteidigungsmechanismen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Cimarronaje, Palenque, Widerstand, Koloniale Gesellschaft, politische Führung und soziale Autonomie.

Welche Rolle spielte der „Exkurs: El Limón“ für die Untersuchung?

Dieses Palenque dient als detailliertes Fallbeispiel, um die Machtstruktur und die Besonderheiten der Führung durch sowohl männliche Kapitäne als auch eine Königin (Leonor) unter mystisch-religiösen Einflüssen zu illustrieren.

Warum ist die Unterscheidung zwischen „Bozales“ und „Criollos“ für das Verständnis der Arbeit wichtig?

Die Unterscheidung hilft zu verstehen, wer die politische Führung übernahm, da Criollos aufgrund ihrer längeren Erfahrung in der Neuen Welt und der Nähe zur spanischen Kultur oft andere Rollen einnahmen als die neu angekommenen, oftmals erschöpften Bozales.

Welche Bedeutung hatten die „Santa Hermandad“ und steuerliche Maßnahmen für die Cimarrones?

Die Santa Hermandad war eine effiziente Institution zur Ergreifung entlaufener Sklaven, deren Expeditionen durch spezifische Steuern finanziert wurden, was den hohen Druck und die Bedrohung verdeutlicht, unter der die Palenques standen.

Wie wird das Spannungsfeld zwischen „Krieg und Frieden“ in Bezug auf die Palenques bewertet?

Das Verhältnis war dynamisch: Einerseits gab es bewaffneten Widerstand, andererseits suchten die Palenque-Anführer aktiv nach Friedensverträgen und Vorrechten, um ihre Autonomie innerhalb des kolonialen Systems rechtlich abzusichern.

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Details

Title
Cimarronaje in der Provinz Cartagena
Subtitle
Konflikte und soziale Aspekte in den Palenques im 17. Jahrhundert
College
University of Cologne  (Historisches Institut)
Grade
1,7
Author
Melissa Kirchgässner (Author)
Publication Year
2019
Pages
53
Catalog Number
V520656
ISBN (eBook)
9783346117601
ISBN (Book)
9783346117618
Language
German
Tags
cimarronaje provinz cartagena konflikte aspekte palenques jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melissa Kirchgässner (Author), 2019, Cimarronaje in der Provinz Cartagena, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/520656
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