Seit den 70er Jahren gibt es sie und sie sind heute oft das ultimative Marketing-Konzept für die aktuellen Herausforderungen der Märkte – No-Frills-Konzepte. Nach der Luftfahrtbranche sind es seit 2005 vor allem Unternehmen der Mobilfunkbranche, die mit No-Frills-Ansätzen den Markt in Bewegung bringen. Was macht den Erfolg dieser Konzeption aus? Ist es lediglich der günstige Preis, der wie in der Discountstrategie den Kaufentscheid auslöst oder steckt hinter dem Konzept mehr? Sind No-Frills-Konzepte mehr als nur die Konzentration auf Kostenführerschaft?
Die Hypothese, die mit dieser Arbeit am Beispiel des Mobilfunkanbieters Simyo untersucht werden soll, lautet: No-Frills-Konzepte verfolgen eine hybride Wettbewerbsstrategie, weil sie neben der Kostenführerschaft bestimmte Differenzierungselemente in die strategische Positionierung mit einschließen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Generische und hybride Wettbewerbsstrategie
2.1 Verortung der Wettbewerbsstrategie im strategischen Planungsprozess
2.2 Zielsetzung der Wettbewerbsstrategie
2.3 Generische (Wettbewerbs-) Strategien
2.3.1 Eindimensionale Kostenführerschaftsstrategie
2.3.2 Mehrdimensionale Differenzierungsstrategie
2.4 Hybride (Wettbewerbs-) Strategien
3. No-Frills: Modell
3.1 Absatzpolitische Maßnahmen
3.1.1 Preispolitik: Günstige und faire Preise
3.1.2 Produktpolitik: Leaning, Kernleistungen und Transparenz
3.1.3 Kommunikationspolitik: Transparenz und Schulung
3.1.4 Distributionspolitik: Automatisierung
3.2 Resümee: wettbewerbsstrategische Ausrichtung des Modells
4. No-Frills: Beispiel Simyo
4.1 Absatzpolitische Maßnahmen
4.1.1 Preispolitik: 19 Cent
4.1.2 Produktpolitik: Einfachheit durch Leistungstransparenz
4.1.3 Kommunikationspolitik: „Weil einfach einfach einfach ist.“
4.1.4 Distributionspolitik: Internetvertrieb
4.2 Resümee: wettbewerbsstrategische Ausrichtung von Simyo
5. Diskussion der Hypothese
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die wettbewerbsstrategische Ausrichtung von No-Frills-Konzepten am Beispiel des Mobilfunkanbieters Simyo. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob No-Frills-Konzepte eine hybride Wettbewerbsstrategie verfolgen, indem sie über eine reine Kostenführerschaft hinaus auch Differenzierungsmerkmale in ihre Positionierung integrieren.
- Wettbewerbsstrategische Analyse von No-Frills-Konzepten
- Vergleich von Kostenführerschafts- und Differenzierungsstrategien
- Analyse des Marketing-Mix bei No-Frills-Anbietern
- Fallstudie: Markteintritt und Strategie von Simyo
- Diskussion der Imitierbarkeit und langfristigen Wettbewerbsfähigkeit
Auszug aus dem Buch
Phänomen No-Frills – kein Schnickschnack
Mitte der 90er Jahre haben Meyer und Blümelhuber auf das Potenzial von Marketingkonzeptionen hingewiesen, die ein gestrafftes Leistungsportfolio anbieten und dieses zu einem günstigen Preise auf den Markt bringen, die sogenannten No-Frills- Konzepte. Vorreiter dieser Konzeption ist der amerikanische Lowcost Carrier Southwest Airlines. Bereits Anfang der 70er Jahre kam Southwest Airlines mit der Strategie auf den amerikanischen Markt, durch Serviceeinsparungen und Konzentration auf die Kernleistungen günstige Flugtickets anzubieten, und konnte und sich damit sehr erfolgreich am Markt positionieren. Seit dem hat das No-Frills-Konzept auch andere Länder und Branchen erreicht.
Roman Friedrich vom Beratungsunternehmen Booz Allen Hamilton bescheinigt den No-Frills-Angeboten eine steigende Nachfrage und prognostiziert ihnen einen Marktanteil je nach Marktsegment von 20 bis 40%. Auch in Deutschland finden wir dieses Konzept am Markt. Nach der Luftfahrtbranche sind es seit 2005 Unternehmen der Mobilfunkbranche, die mit No-Frills-Ansätzen den Markt in Bewegung bringen. Was macht den Erfolg dieser Konzeption aus? Ist es lediglich der günstige Produktpreis, der wie in der Discountstrategie den Kaufentscheid auslöst oder steckt hinter dem Konzept mehr? Sind No-Frills-Konzepte mehr als nur die Konzentration auf Kostenführerschaft?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung des Hintergrunds von No-Frills-Konzepten, Definition der Forschungsfrage und Erläuterung der Herangehensweise der Arbeit.
2. Generische und hybride Wettbewerbsstrategie: Theoretische Einordnung von Wettbewerbsstrategien im strategischen Planungsprozess sowie Gegenüberstellung von Kostenführerschaft, Differenzierung und hybriden Strategien.
3. No-Frills: Modell: Analyse der absatzpolitischen Instrumente im No-Frills-Konzept und theoretische Untersuchung der Strategie als hybrides Modell.
4. No-Frills: Beispiel Simyo: Anwendung des theoretischen No-Frills-Modells auf die reale Marktstrategie des Mobilfunkanbieters Simyo.
5. Diskussion der Hypothese: Kritische Auseinandersetzung mit der aufgestellten Hypothese, ob Transparenz und Vereinfachung als Differenzierungsmerkmale gewertet werden können.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der No-Frills-Konzeption und Ausblick auf die langfristige Wettbewerbsfähigkeit angesichts schneller Imitierbarkeit.
Schlüsselwörter
No-Frills, Wettbewerbsstrategie, Kostenführerschaft, Differenzierung, Hybride Strategie, Simyo, Mobilfunkmarkt, Marketing-Mix, Preispolitik, Produktpolitik, Transparenz, Leistungsbündel, Leaning, Kundenbindung, Wettbewerbsvorteil
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die wettbewerbsstrategische Positionierung von No-Frills-Angeboten, also Modellen, die auf ein gestrafftes Leistungsangebot und günstige Preise setzen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die theoretischen Grundlagen generischer Wettbewerbsstrategien nach Porter und Becker sowie deren Anwendung auf den Mobilfunkmarkt anhand des Beispiels Simyo.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Prüfung der Hypothese, dass No-Frills-Konzepte hybride Wettbewerbsstrategien sind, die neben der Kostenführerschaft auch bewusste Differenzierungsmaßnahmen einsetzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Bottom-Up-Analyse: Zuerst werden theoretische Modelle auf operativer Marketingebene definiert und diese anschließend auf ein konkretes Praxisbeispiel angewendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung zu Strategietypen, die Analyse des No-Frills-Modells mittels Marketinginstrumenten und die detaillierte Untersuchung der Markteintrittsstrategie von Simyo.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen No-Frills, hybride Wettbewerbsstrategie, Kostenführerschaft, Differenzierung, Simyo und Marketing-Mix.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle von E-Plus bei der Marke Simyo?
Der Autor beurteilt dies kritisch, da E-Plus sich mit Simyo einen eigenen Konkurrenten schafft, der Kannibalisierungstendenzen aufweist, die jedoch zugunsten der Gesamterfolge in Kauf genommen werden.
Warum ist das No-Frills-Modell nach Ansicht des Autors gefährdet?
Die Gefahr liegt in der sehr schnellen Imitierbarkeit durch Wettbewerber, was dazu führt, dass sich ein vormals differenzierendes Merkmal (wie reine Tariftransparenz) schnell zum Standard am Markt entwickelt.
- Quote paper
- Gunnar Vollering (Author), 2005, No Frills - Wettbewerbsstrategische Analyse am Beispiel des Mobilfunkanbieters simyo, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52065