Die vorliegende Literaturarbeit beschäftigt sich mit den mundgesundheitlichen Bedürfnissen schizophren Erkrankter sowie denkbaren Hürden bei der Umsetzung geeigneter Pflege- und Vorsorgemaßnahmen. Weiters waren potenziell einsetzbare Assessmentinstrumente zur Erfassung ebendieser Bedürfnisse sowie zielgruppengerechte pflegerische Interventionen Gegenstand der Recherche. Die Mund- und Zahngesundheit von Schizophreniepatient/innen ist häufig reduziert. Seitens der Patient/innen bestehen regelhaft keine körperlichen Einschränkungen, die es ihnen unmöglich machen würden, die entsprechende Pflege selbst durchzuführen. In der Folge findet dieser Sachverhalt bislang in der psychiatrischen Pflege kaum Berücksichtigung.
Folgende Fragestellungen sind von Bedeutung: Welche Bedürfnisse haben an Schizophrenie Erkrankte hinsichtlich der Mundgesundheit und welche Hemmnisse stehen einer Befriedigung dieser Bedürfnisse im Wege? Wie kann die Mundgesundheit Betroffener unter Berücksichtigung dieser Bedürfnisse von psychiatrisch Pflegenden erfasst werden? Welche (pflegerischen) Interventionen können zur Beeinflussung der Mundgesundheit Schizophrener gezielt Anwendung finden?
Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
Problematik
Fragestellungen
Methodik
Suchstrategie
Ein- und Ausschlusskriterien
Analysekriterien
Ergebnisse
Bedürfnisse und Hemmnisse seitens der Klientel
Assessmentinstrumente
Denkbare Interventionen
Diskussion
Limitationen
Schlussfolgerungen und Empfehlungen
Zielsetzung & Themen
Diese Literaturrecherche untersucht die oft vernachlässigte Mundgesundheit bei Menschen mit einer Schizophrenie-Diagnose, identifiziert spezifische Bedürfnisse sowie Hindernisse in der Versorgung und prüft den Stand pflegerischer Assessmentinstrumente und Interventionsmöglichkeiten.
- Mundgesundheitliche Bedürfnisse von schizophren Erkrankten
- Barrieren bei der täglichen Mundpflege und zahnärztlichen Versorgung
- Anwendbarkeit von Assessmentinstrumenten in der psychiatrischen Pflege
- Pflegerische Interventionen und Psychoedukationsprogramme
Auszug aus dem Buch
Bedürfnisse und Hemmnisse seitens der Klientel
Zu den Bedürfnissen und Hemmnissen seitens der Klientel konnten zwei phänomenologische Studien gefunden werden, quantitative Erhebungen scheinen gänzlich zu fehlen.
In einer niederländischen Studie (Kuipers, Castelein, Malda, Kronenberg & Boonstra, 2018) wurden subjektives Erleben und individuelle Bedürfnisse hinsichtlich der Mundgesundheit nach einem ersten psychotischen Schub untersucht. Die mit 30 Betroffenen geführten Leitfadeninterviews wurden von den Forschenden nach der Colaizzi-Methode in sieben Schritten analysiert. Diese Methodik ist in der Veröffentlichung nachvollziehbar erörtert. Abschließend wurden die Ergebnisse im Dialog mit den Teilnehmenden kommunikativ validiert. Soziodemografische Merkmale sowie die derzeitige Medikation der Proband*innen gehen aus dem Studienartikel hervor. Einschränkend ist dennoch anzumerken, dass offenbar weder der aktuelle Status von Mund- und Zahngesundheit durch Angehörige von Gesundheitsfachberufen erhoben wurde noch auf den entsprechenden Zustand vor dem ersten psychotischen Schub eingegangen wird. Überdies wurden lediglich Patient*innen einer einzigen Klinik in den nördlichen Niederlanden befragt.
Innerhalb dieser Studie wurde zunächst festgestellt, dass etwa ein Viertel der Proband*innen die Mund- und Zahnpflege nur sehr unregelmäßig durchführte. Alle Teilnehmenden räumten der Mundgesundheit im Krankheitsgeschehen keine hohe Priorität ein und beschrieben diesbezüglich eine mangelnde Aufmerksamkeit. Darüber hinaus berichteten alle von kognitiven Einschränkungen und fehlender Motivation zur Selbstpflege. Unter den Teilnehmenden waren gesundheitsschädigende Verhaltensweisen wie Nikotin-, Alkohol- und Drogenkonsum sowie ungesunde Ernährung (hier insbesondere der Verzehr zuckerhaltiger Getränke) sehr verbreitet. Ein Zusammenhang zwischen dem Konsum und der Mundgesundheit wurde von den Teilnehmenden jedoch nicht erkannt. Gesundheitliche Einschränkungen wurden in Gänze den Nebenwirkungen der psychiatrischen Medikation zugeschrieben. Die Forschenden leiten aus diesen Wissensdefiziten einen erhöhten Informationsbedarf ab.
Zusammenfassung der Kapitel
Zusammenfassung: Bietet einen Überblick über den Hintergrund, die Zielsetzung, die methodische Vorgehensweise und die wesentlichen Erkenntnisse der Literaturrecherche.
Problematik: Beleuchtet die somatischen und psychischen Begleitumstände von Schizophrenie und deren negative Auswirkungen auf die Mundgesundheit.
Fragestellungen: Definiert die drei zentralen Untersuchungsfragen hinsichtlich der Bedürfnisse der Klientel, Erfassungsmethoden und möglicher pflegerischer Interventionen.
Methodik: Beschreibt den systematischen Suchprozess in medizinischen Datenbanken sowie die Kriterien zur Auswahl der berücksichtigten Studien.
Ergebnisse: Präsentiert die aus der Literatur gewonnenen Erkenntnisse zu den Bedürfnissen der Patienten, zu verfügbaren Assessments und Interventionsansätzen.
Diskussion: Reflektiert die Ergebnisse unter Berücksichtigung von Wissenslücken, Barrieren und dem Handlungsbedarf in der psychiatrischen Pflege.
Limitationen: Erörtert die Einschränkungen der untersuchten Studienlage, wie die begrenzte Anzahl an Probanden und die Heterogenität der Studiendesigns.
Schlussfolgerungen und Empfehlungen: Formuliert den Bedarf für zukünftige pflegewissenschaftliche Forschung und eine stärkere Berücksichtigung der Mundgesundheit in der klinischen Praxis.
Schlüsselwörter
Schizophrenie, Mundgesundheit, Psychiatrische Pflege, Zahnhygiene, Assessmentinstrumente, Mundpflege, Interventionen, Psychoedukation, Lebensqualität, Versorgung, Patientenbedürfnisse, Gesundheitsförderung, Literaturrecherche, Symptomkontrolle, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der signifikant reduzierten Mundgesundheit bei Patienten mit Schizophrenie und untersucht, wie die psychiatrische Pflege hier unterstützend wirken kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Recherche?
Die Themen umfassen die mundgesundheitlichen Bedürfnisse der Klientel, vorhandene Erhebungsinstrumente und pflegerische Ansätze zur Verbesserung der Mundhygiene.
Welches Ziel verfolgt die Literaturrecherche?
Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand zu analysieren, um Versorgungsdefizite aufzudecken und Hinweise auf wirksame pflegerische Interventionen zu finden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine systematische Literaturrecherche in den Datenbanken CINAHL und LIVIVO durchgeführt, deren Ergebnisse kritisch anhand des "Fit-Nursing Care"-Methodenpapiers bewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Patientenbedürfnisse und Hindernisse, die Bewertung von Instrumenten wie GOHAI und SOHP sowie die Erörterung edukativer Maßnahmen wie das Programm TEPOH.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die zentralen Begriffe sind Schizophrenie, Mundgesundheit, psychiatrische Pflege, Assessmentinstrumente und Patientenbedürfnisse.
Warum ist die Mundpflege bei schizophrenen Patienten oft vernachlässigt?
Laut der Arbeit spielen Faktoren wie kognitive Einschränkungen, mangelnde Motivation, Nebenwirkungen der Medikation, soziale Faktoren wie Armut und ein fehlendes Bewusstsein für den Zusammenhang von Mundgesundheit und allgemeiner Gesundheit eine Rolle.
Welche Rolle spielen psychiatrisch Pflegende laut der Arbeit?
Psychiatrisch Pflegende werden von den Patienten als wichtigste Ansprechpartner wahrgenommen; die Arbeit empfiehlt daher, dass diese Fachkräfte die Mundgesundheit aktiv in den Pflegealltag integrieren.
Welche Forschungslücken identifiziert der Verfasser?
Es fehlen insbesondere hochwertige, randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) sowie in der Praxis erprobte, spezifisch auf die psychiatrische Klientel zugeschnittene Assessmentinstrumente und Interventionskonzepte.
- Arbeit zitieren
- Stephan Bartholomes (Autor:in), 2019, Die Mundgesundheit schizophren Erkrankter als Herausforderung für psychiatrisch Pflegende, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/520724