Die Arbeit gibt eine Zusammenfassung über die geschichtliche Entwicklung des Bildungssystems der DDR. Dabei sollen die einzelnen Etappen dargestellt und einzelne Ausprägungsformen des Bildungswesens erläutert werden. Hierzu erfolgt eine Auseinandersetzung mit der strukturellen Beschaffenheit einzelner Elemente des Bildungssystems der DDR. Vor allem die schulische Ausbildung erfährt eine ausgiebigere Betrachtung. Die universitäre bzw. berufliche Ausbildung und auch die Erwachsenenbildung werden nicht aufgeführt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Entwicklungsperioden des Bildungssystems
2.1 Erste Etappe
2.2 Zweite Etappe
2.3 Dritte Etappe
3. Bereiche des Bildungswesens
3.1 Vorschulische und außerunterrichtliche Einrichtungen
3.2 Allgemeinbildende Schulen
3.2.1 Die allgemeinbildende polytechnische Oberschule
3.2.2 Die erweiterte allgemeinbildende polytechnische Oberschule
4. Schlusswort
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit bietet eine historische Zusammenfassung des Bildungssystems der DDR. Ziel ist es, die geschichtliche Entwicklung in drei zentralen Etappen darzustellen und die strukturelle Beschaffenheit sowie die spezifischen Ausprägungsformen der schulischen Ausbildung in der DDR zu erläutern, wobei die universitäre und berufliche Erwachsenenbildung ausgeklammert bleiben.
- Historische Periodisierung der Bildungsentwicklung in der DDR nach Hamann.
- Strukturelle Analyse der unterschiedlichen Bildungsphasen (Einheitsschulsystem).
- Die Rolle der ideologischen Ausrichtung und des Einflusses sowjetischer Vorbilder.
- Detaillierte Untersuchung der POS und EOS als zentrale Schultypen.
- Vergleich zwischen den pädagogischen Zielsetzungen und der tatsächlichen bildungspolitischen Praxis.
Auszug aus dem Buch
2. Die Entwicklungsperioden des Bildungssystems
Vor 1945 gab es in Deutschland im Wesentlichen zwei Schulstrukturmodelle. Unterschieden werden konnten das „[...] Massensystem für das Volk und ein `höheres´ Schulsystem für die Eliten“ 2 . Diese Teilung war die vorherrschende Modellstruktur bis 1919/1920. In ihr kristallisierten sich vor allem qualitative Unterschiede zwischen den jeweiligen zuzuordnenden Schulen heraus. Ab 1920 wurde eine vierjährige Grundschule eingerichtet. Diese sollte als gemeinsames Fundament der beiden Schulsysteme gelten, die nun somit miteinander verknüpft wurden. Für eine weitere Verzahnung beider Systeme lassen sich „[...] institutionell definierte und erwartbare Übergangszeitpunkte (z.B. nach dem 4. bzw. 6. Schuljahr) und bestimmte administrative Vorgaben (Fachlichkeit in der Aufsicht der Schulen; Standardisierung der öffentlichen Schulfinanzierung)“ 3 hinzuzählen.
Die Planungen zur Umgestaltung eines Bildungssystems in der SBZ begannen noch vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Im Februar 1945 wurden Richtlinien zur Arbeit der sowjetischen Armee, die auch für das Bildungswesen verantwortlich war, erstellt. 4 Für den Aufbau eines neuen Schulsystems sollten die grundlegenden Prinzipien antifaschistisch und demokratisch gelten. Vor allem der Umbau in der Ausgestaltung von neu definierten Unterrichtsziele und Schulformen musste forciert werden. Diese Auffassung wurde in allen vier Besatzungszonen vertreten. Da die jeweilige Militäradministration für das Bildungswesen zuständig war, wurden zwar die systemgebundenen Schulsysteme favorisiert, aber es stand noch nicht fest, wie die Neustrukturierung Deutschlands endgültig aussehen würde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle bildungspolitische Relevanz und stellt die Forschungsfrage, ob die pädagogischen Ansätze des DDR-Bildungssystems nach der Wiedervereinigung zu Unrecht vollständig verworfen wurden.
2. Die Entwicklungsperioden des Bildungssystems: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung des ostdeutschen Schulwesens, unterteilt in drei Etappen, die durch bildungspolitische Gesetze und den Einfluss des sowjetischen Modells geprägt waren.
3. Bereiche des Bildungswesens: Hier wird die Struktur des Bildungssystems mit Fokus auf vorschulische Einrichtungen, Horte und die allgemeinbildenden Schulen (POS und EOS) detailliert analysiert.
4. Schlusswort: Das Fazit fasst zusammen, dass die DDR zwar erfolgreich ein einheitliches System der Allgemeinbildung schuf, dieses jedoch untrennbar mit ideologischer Selektion und politischer Lenkung verknüpft war.
Schlüsselwörter
DDR, Bildungssystem, Einheitsschule, SBZ, polytechnische Oberschule, POS, EOS, Bildungsgeschichte, sozialistische Erziehung, Schulreform, Bildungsstandards, Bildungsgesetz, Lehrpläne, Begabtenförderung, Transformation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit der geschichtlichen Entwicklung und dem Aufbau des Bildungssystems der ehemaligen DDR im Vergleich zu traditionellen deutschen Schulstrukturen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Periodisierung der Bildungsreformen, der Struktur der allgemeinbildenden Schulen und der ideologischen Zielsetzung des DDR-Bildungswesens.
Welche Forschungsfrage wird verfolgt?
Die Arbeit untersucht die Entwicklung des DDR-Bildungssystems und stellt kritisch die Frage, ob die nach der Wende vollzogene vollständige Umstrukturierung berechtigt war oder ob pädagogische Ansätze des DDR-Systems unberücksichtigt blieben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine bildungsgeschichtliche Analyse, die auf Literaturquellen, Gesetzesanalysen und der Periodisierung nach Hamann basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die drei Etappen der Bildungsentwicklung, die vorschulischen Einrichtungen sowie die Struktur und das Lehrangebot von POS und EOS ausführlich beschrieben.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Einheitsschule, sozialistische Erziehung, polytechnische Oberschule, Bildungsgesetz 1965 und die Transformation des Schulwesens nach 1990.
Warum wurden Kindergärten und Kinderkrippen in der DDR besonders gefördert?
Neben pädagogischen Zielen verfolgte die DDR vor allem beschäftigungspolitische Interessen, um die gleichberechtigte Erwerbstätigkeit der Frauen zu fördern und dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken.
Welche Rolle spielte die EOS im Vergleich zur POS?
Während die POS als zehnjährige Pflichtschule die allgemeine Grundlage bildete, war die EOS eine selektive Einrichtung zur Vorbereitung auf das Hochschulstudium, zu der nur ein kleiner Teil der Absolventen zugelassen wurde.
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- Matthias Endlich (Author), 2004, Entwicklungsgeschichte und Aufbau des Bildungssystem der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52526