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Die Geschichte Namibias in Vedders "Das alte Südwestafrika"

Objektive wissenschaftliche Analyse oder subjektive historische Darstellung?

Titre: Die Geschichte Namibias in Vedders "Das alte Südwestafrika"

Dossier / Travail de Séminaire , 2005 , 27 Pages , Note: 1.0

Autor:in: Sebastian Dürrschmidt (Auteur)

Histoire - Afrique
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Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Buch „Das alte Südwestafrika“ von Heinrich Vedder, welches hinsichtlich der Fragestellung untersucht wird, ob von Vedder eine objektive wissenschaftliche Analyse der Geschichte Namibias verfasst wurde oder eine rein subjektive, historische Darstellung für ein spezielles Publikum. Durch eine biografische und exemplarische inhaltsanalytische Methode wurde sein Lebenswerk kritisch hinterfragt. Es zeigte sich. dass in Vedders Buch selten ein objektiver Erkenntnisansatz beobachtet werden konnte. Vielmehr konnte nachgewiesen werden, dass er durch den Wunsch ein ganz spezielles deutsches, koloniales Publikum anzusprechen, dessen Erwartungen zu bestätigen und dessen Ansichten zu rechtfertigen, sich in seinem selbst formulierten Anliegen, die namibische Geschichte zu entwirren, einschränkte. Die Transparenz und Qualität von „Das alte Südwestafrika“ leidet nicht nur darunter, dass Vedder nicht ohne Angaben von Literatur schreibt, er erfindet auch Quellen und Motive der indigenen Sprachgruppen, die eindeutig zum Ziel haben, den Leser in die Irre zu führen. Mit der Konstruktion einer extremen Krisensituation im „alten“ Namibia, der Implizierung von Gewalt und Tyrannei auf Seiten der indigenen Sprachgruppen und der Darstellung der Hilflosigkeit der namibischen Völker auf jeder einzelnen Seite von „Das alte Südwestafrika“, beschreibt Vedder die Notwendigkeit einer Intervention durch Dritte und rechtfertigt, erklärt und entschuldigt somit nicht nur die Missionstätigkeit, sondern auch den Aufbau einer kolonialen Administration. Er bestätigt alte Stereotype von der Primitivität der indigenen Sprachgruppen, hat durch sein hohes Ansehen unter den deutschen Siedlern wahrscheinlich das Verständnis der rassistischen Beziehung der weißen zu den schwarzen Bewohnern Namibias entscheidend geprägt, und scheitert somit auch als Ethnologe, beziehungsweise Völkerkundler.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Fragestellung

2. Leben und Werk Heinrich Vedders

3. „Das alte Südwestafrika“

3.1. Vedders Publikum und Anliegen

3.1.1. Vedders Publikum

3.1.2. Vedders Absichten beim Schreiben von „Das alte Südwestafrika“

3.2. Vedders Quellen und Referenzen

3.3. Exemplarische, inhaltliche Analyse

3.3.1. Die Gliederung des Buches

3.3.2. Vedders völkerkundliche Ansätze

3.3.3. Vedders Kulturverständnis und die Entstehungsgeschichte des Buches im historischen Kontext

3.3.4. Kapitel Erster Teil I. Entdeckung und Erforschung

3.3.5. Die Konstruktion der Kriegssituation zwischen Nama und Herero von 1850-1860

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Das Ziel der Arbeit ist die kritische Auseinandersetzung mit Heinrich Vedders Werk „Das alte Südwestafrika“ und die Prüfung seines wissenschaftlichen Anspruchs vor dem Hintergrund seiner Rolle als Missionar, Linguist und Politiker.

  • Analyse der Biografie und Weltanschauung Heinrich Vedders
  • Untersuchung der Zielgruppe und der Absichten hinter dem Werk
  • Kritische Würdigung der Quellenlage und wissenschaftlichen Arbeitsweise
  • Analyse der Konstruktion ethnischer Hierarchien und Kulturverständnisse
  • Bewertung der Darstellung historischer Konflikte zwischen Nama und Herero

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Vedders Absichten beim Schreiben von „Das alte Südwestafrika“

Vedders selbst formuliertes Anliegen „Das alte Südwestafrika“ zu schreiben, war Folgendes:

„…Südwestafrikas Geschichte gleicht bis 1890 einem verworrenen Garnknäuel. Der Verfasser hat sich alle Mühe gegeben, die Fäden dieses Knäuels einzeln herauszuziehen und sie für den Geschichtsfreund säuberlich nebeneinander auszubreiten und zwar in der Weise, dass nirgendwo der Phantasie gestattet wurde, Hilfsdienste zur Füllung von Lücken zu leisten…“

Vedders metaphorische Formulierung seines Anliegens das „Knäuel zu entknäueln“ lässt darauf schließen, dass seine Begabung als charismatischer Geschichtenerzähler mehr Einfluss auf das Schreiben von „Das alte Südwestafrika“ hatte, als der Versuch eines Quereinstieges als Historiker. Tatsächlich verstand sich der Missionar Vedder – und so wird er heute noch verstanden – nicht nur als Historiker, sondern auch Völkerkundler und Linguist, später als Politiker. Fakt aber ist, dass Vedder, abgesehen von der Theologie, nie eine akademische Ausbildung in einer dieser wissenschaftlichen Disziplinen hatte; sein Anspruch an die Darstellung der Geschichte Namibias unterliegt somit nicht der akademischen Objektivität eines studierten Historikers.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Fragestellung: Diese Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, Vedders bekanntes Werk kritisch auf seine wissenschaftliche Objektivität und seine ideologische Prägung hin zu hinterfragen.

2. Leben und Werk Heinrich Vedders: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Vedders nach und analysiert, wie seine christlich-konservative Erziehung und seine missionarische Tätigkeit seine spätere Weltanschauung formten.

3. „Das alte Südwestafrika“: Das Hauptkapitel untersucht kritisch das Zielpublikum, die Quellenbasis, den völkerkundlichen Ansatz sowie die Konstruktion historischer Kriegsszenarien im Werk Vedders.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Vedders Werk trotz seines Detailreichtums an einer fehlenden wissenschaftlichen Methodik und einer kolonialen, eurozentrischen Perspektive scheitert.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Heinrich Vedder, Das alte Südwestafrika, Namibia, Missionsgeschichte, Kolonialismus, Ethnologie, Historiografie, Nama, Herero, Eurozentrismus, Apartheid, Missionar, Deutsch-Südwestafrika, Völkerkunde, Quellenkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen Analyse des Buches „Das alte Südwestafrika“ von Heinrich Vedder und untersucht, inwiefern es objektiven wissenschaftlichen Standards entspricht oder subjektive, koloniale Sichtweisen widerspiegelt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Biografie Vedders, seiner Rolle als Missionar, der Untersuchung seiner Quellen, seiner völkerkundlichen Methodik sowie seiner Darstellung der Beziehungen zwischen den indigenen Gruppen Namibias.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist es, zu klären, ob Vedder einen wissenschaftlich-objektiven Anspruch verfolgte oder ob er seine geschichtliche Darstellung verklärend einsetzte, um koloniale und missionarische Interessen zu legitimieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es wird eine exemplarische und kritische Inhaltsanalyse angewandt, die Vedders Thesen mit moderner historiografischer Forschung und anderen Primärquellen abgleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil wird das Werk von verschiedenen Seiten beleuchtet: von Vedders Zielpublikum und Absichten über seine (oft kritisierten) Quellenangaben bis hin zu einer detaillierten Analyse seiner völkerkundlichen Ansätze und der Schilderung kriegerischer Konflikte.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Kolonialgeschichte, Eurozentrismus, Missionswesen, die Konstruktion von Identitäten und die kritische Auseinandersetzung mit historischen Narrativen im namibischen Kontext.

Wie bewertet die Arbeit Vedders ethnologische Qualifikationen?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Vedder methodische Schwächen aufwies, da er ethnologische Kategorisierungen (wie das „Herrenvolk“-Narrativ) nutzte, die aus heutiger Sicht als rassistisch und unwissenschaftlich einzustufen sind.

Warum wird Vedder im Kontext des Nationalsozialismus erwähnt?

Die Arbeit analysiert Vedders politische Haltung und Korrespondenz, die zeigen, dass seine weltanschauliche Prägung Parallelen zur nationalsozialistischen Ideologie aufwies, was wiederum seine Sicht auf koloniale Machtverhältnisse beeinflusste.

Welche Bedeutung kommt der „Konstruktion der Kriegssituation“ in Kapitel 3.3.5 zu?

Dieses Kapitel verdeutlicht, dass Vedder Konflikte zwischen Nama und Herero maßlos übertrieb und als „Krieg aller gegen alle“ darstellte, um die Notwendigkeit einer „ordnenden“ europäischen Kolonialmacht zu rechtfertigen.

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Résumé des informations

Titre
Die Geschichte Namibias in Vedders "Das alte Südwestafrika"
Sous-titre
Objektive wissenschaftliche Analyse oder subjektive historische Darstellung?
Université
University of Namibia  (Department of History)
Cours
Early Namibian History
Note
1.0
Auteur
Sebastian Dürrschmidt (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
27
N° de catalogue
V52709
ISBN (ebook)
9783638483483
ISBN (Livre)
9783638662260
Langue
allemand
mots-clé
Geschichte Namibias Vedders Südwestafrika
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sebastian Dürrschmidt (Auteur), 2005, Die Geschichte Namibias in Vedders "Das alte Südwestafrika" , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52709
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Extrait de  27  pages
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