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Schule im Nationalsozialismus unter besonderer Berücksichtigung der Erziehung von Jungen in der Volksschule

Title: Schule im Nationalsozialismus unter besonderer Berücksichtigung der Erziehung von Jungen in der Volksschule

Examination Thesis , 2001 , 196 Pages , Grade: 1

Autor:in: Daniel Biener (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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Die nationalsozialistische Gewaltherrschaft stellt auch heute noch ein zentrales historisches Erbe Deutschlands aus dem vergangenen 20. Jahrhundert dar, obwohl die Machtergreifung Hitlers und das Ende des Zweiten Weltkrieges nun schon mittlerweile 68 bzw. 56 Jahre zurückliegen. Die Bedeutung und das andauernde Interesse an unserer NS-Vergangenheit lässt sich nicht nur an den in den letzten Jahren immer wieder deutlich auflebenden Diskussionen, sowie den Ursachen und Folgen der sozial-und alltagsgeschichtlichen Aspekten dieser Zeit von 1933 bis 1945 ablesen. Gerade die aktuelle politische Problemlage weist auf die Relevanz dieser Thematik hin. Beispielhaft hierfür sind die bereits im letzten Jahr heiß diskutierten Regelungen und Gespräche über Reparationszahlungen und Abfindungen von NS-Zwangsarbeitern, die in diesen Tagen wieder aufleben. In den meisten Fällen stimmt dieses Interesse am Nationalsozialismus mit dem zeitlich absehbaren Verlust der unmittelbar am damaligen Geschehen Beteiligten überein. Die damals betroffene Generation im heutigen Alter von meist über 75 Jahren schwindet zusehends, so dass eine generelle Lückenhaftigkeit des bestehenden Quellenmaterials immer seltener durch Zeitzeugen ausgeglichen werden kann.

Meine Motivation, sich mit der Schulsituation, und im besonderen mit der Volksschule, im Nationalsozialismus auseinander zu setzen, erwuchs zu einem nicht unerheblichen Teil aus persönlichen Gesprächen mit Verwandten und Bekannten, welche die nationalsozialistische Zeit noch bewusst miterlebten. Aber auch Berichte aus Funk und Fernsehen, welche sich wieder verstärkt, auch auf- grund von immer wiederkehrenden Übergriffen von Rechtsradikalen auf ausländische Mitbürger, mit diesem Thema befassen, trugen ihren Teil dazu bei.

Die zwölf Jahre des nationalsozialistischen Regimes in den Jahren zwischen 1933 und 1945 brachten für das Schulwesen tief einschneidende Veränderungen. Sie waren zunächst von außen wenig wahrzunehmen, bewirkten jedoch im Unterricht und im Umfeld der Schule, in der Erziehung und in der Verwaltung in kurzer Zeit einen umfassenden Wandel aller Verhältnisse. Bald führten sie auch zu radikalen Umstrukturierungen der Schulorganisation. Doch konnten diese sich infolge des Krieges und des baldigen Ende des Regimes nicht mehr voll auswirken. Wohl auch deshalb ist manches nur unzureichend der Öffentlichkeit bewusst geworden und im Gedächtnis geblieben.

[..]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Grundlagen nationalsozialistischer Erziehung und Schulpolitik

2.1 Alfred Baeumler - Die Biographie

2.1.1 Baeumlers erziehungspolitische Grundsätze

2.1.2 Politische Bildung und Schule

2.2 Die Biographie Ernst Kriecks

2.2.1 Kriecks politisch-pädagogischer Denkansatz

2.2.2 Die Stellung von Schule und Unterricht

2.3 Die Vereinheitlichung des Schulsystems und des Bildungsangebotes

3 Nationalsozialistische Richtlinien und Lehrpläne für die Volksschule

3.1 Das Erziehungsziel der nationalsozialistischen Volksschule

3.1.1 Der Erlass aus dem Jahre 1937

3.1.2 Die Reichsrichtlinien aus dem Jahre 1939

3.1.3 Beurteilung der Gesamtentwicklung des Lehrplangefüges im Nationalsozialismus

3.2 Richtlinien für die einzelnen Unterrichtsfächer

3.2.1 Rassekundlicher Unterricht in der Volksschule

3.2.2 Ziel des Deutschunterrichts: Stolz auf deutsche Art

3.2.3 Geschichtsunterricht als Fundament politischer Indoktrination

3.2.4 Die Leibeserziehung in der Volksschule

3.3 Zusammenfassung

4 Die Knabenerziehung in der Volksschule

4.1 Voraussetzungen

4.2 Die politische Situation der Knabenerziehung

4.3 Einzelaufgaben der Knabenerziehung

4.3.1 Erziehung zur Beherrschung der Natur und der Umwelt

4.3.2 Erziehung zur Eingewöhnung in Sitte, Kultur und Wesen des Volkes

4.3.3 Erziehung zu Familie und Ehe

4.3.4 Erziehung zu Wehrhaftigkeit, Kameradschaft, Führertum und Staatsgesinnung

4.4 Zusammenfassung

5 Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Struktur und ideologische Ausrichtung der Volksschule während des Nationalsozialismus, mit einem besonderen Fokus auf die Erziehung von Jungen. Ziel ist es, die grundlegenden Zusammenhänge der NS-Schulpolitik aufzuzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der ideologischen Einflussnahme auf das Schulwesen anzuregen.

  • Entwicklung nationalsozialistischer Erziehungs- und Schulpolitik
  • Rolle einflussreicher Pädagogen wie Alfred Baeumler und Ernst Krieck
  • Ideologische Indoktrination in Richtlinien und Lehrplänen
  • Spezifische Ziele und Maßnahmen der Knabenerziehung
  • Bedeutung von Wehrerziehung und körperlicher Ertüchtigung

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Baeumlers Politische Pädagogik

Alfred Baeumler galt wohl neben Ernst Krieck als der bedeutendste Pädagoge im Nationalsozialismus. Ziel seiner „Politischen Pädagogik“ war die Erschaffung eines „politischen Soldaten“. Dieser „politische Soldat“ sollte seiner „rassische Grundlebendigkeit“ eines jungen Deutschen, nämlich seiner „Aktivität, Tatbereitschaft und Schwung“ erweckt werden, um so in Weiterbildung seiner Anlagen die ihm höchstmögliche Leistung für die „Volksgemeinschaft“ zu erwirken.

Denn „nur ein kriegerischer Machtstaat sei in der Lage, als magische Kraft die egoistischen Einzelnen zu den Opfern und Vorbereitungen zu zwingen, die eine Verwirklichung großer Kunstwerke voraussetze“.

Es bedürfe allerdings bei dieser Pädagogik der Umsetzung einer Konstruktion eines Menschen aus der Politik, einer sogenannten überstaatlichen Persönlichkeit, der sich diese Wissenschaft unterordne, sich in ein politisch-ideologisches System einfüge und der konkreten historischen Situation stelle. Erst dann sei man in der Lage, sich der von der politischen Führung formulierten Aufgabe zu stellen, die traditionelle Pädagogik zu überwinden und sich neuen inhaltlich relevanten Aussagen zu widmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das historische Erbe der nationalsozialistischen Zeit und motiviert die Untersuchung der Volksschule als zentralem Ort der ideologischen Beeinflussung.

2 Die Grundlagen nationalsozialistischer Erziehung und Schulpolitik: Dieses Kapitel analysiert die pädagogischen Theorien von Alfred Baeumler und Ernst Krieck sowie die Bemühungen zur Vereinheitlichung des Schulsystems.

3 Nationalsozialistische Richtlinien und Lehrpläne für die Volksschule: Hier werden die veränderten Ziele und Inhalte des Unterrichts, insbesondere in Rassekunde, Geschichte und Leibeserziehung, sowie deren Indoktrinationsfunktion dargelegt.

4 Die Knabenerziehung in der Volksschule: Der Fokus liegt auf der spezifischen Erziehung von Jungen zur Wehrhaftigkeit, Männlichkeit und Unterordnung unter die nationalsozialistische Gemeinschaft.

5 Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert die Instrumentalisierung der Schule und fordert zur kritischen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit auf.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Volksschule, Erziehung, Schulpolitik, Indoktrination, Alfred Baeumler, Ernst Krieck, Knabenerziehung, Wehrerziehung, Rassenkunde, Volksgemeinschaft, politische Bildung, Lehrpläne, Ideologie, Kameradschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle der deutschen Volksschule im Nationalsozialismus, wobei der Fokus insbesondere auf der ideologischen Gleichschaltung und der spezifischen Knabenerziehung liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die pädagogischen Grundlagen des Regimes, die Vereinheitlichung des Schulwesens, die inhaltliche Neuausrichtung der Lehrpläne sowie die militärisch geprägte Erziehung von Jungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Mechanismen der nationalsozialistischen Schulerziehung aufzuzeigen und zu verdeutlichen, wie durch Ideologisierung ein neuer, dem Regime ergebener Menschentypus geformt werden sollte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Verfasser nutzt eine historische Analyse von Gesetzen, Verordnungen, Erlassen und zeitgenössischen pädagogischen Schriften, um die staatliche Steuerung der Schulpolitik zu belegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die theoretischen Ansätze von Baeumler und Krieck analysiert, die Umsetzung der Reichsrichtlinien in verschiedenen Unterrichtsfächern untersucht und die systematische Knabenerziehung detailliert dargestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Nationalsozialismus, Volksschule, Erziehung, Indoktrination, Rassenkunde und Wehrerziehung charakterisieren.

Welche Rolle spielte der Lehrer in diesem Erziehungssystem?

Der Lehrer wurde als „Führer der Klassengemeinschaft“ verstanden, dessen Aufgabe es war, die nationalsozialistische Weltanschauung als Vorbild zu vermitteln und die Schüler zur vorbehaltlosen Identifikation mit der Partei zu erziehen.

Wie wurde die Knabenerziehung spezifisch gestaltet?

Die Knabenerziehung zielte darauf ab, durch Sport, Drill, Boxen und militärische Übungen „harte, einsatzbereite und willenlose Maschinen“ zu formen, die den Anforderungen an den „politischen Soldaten“ entsprachen.

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Details

Title
Schule im Nationalsozialismus unter besonderer Berücksichtigung der Erziehung von Jungen in der Volksschule
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Institut für Erziehingswissenschaft)
Grade
1
Author
Daniel Biener (Author)
Publication Year
2001
Pages
196
Catalog Number
V53051
ISBN (eBook)
9783638486026
ISBN (Book)
9783656784227
Language
German
Tags
Schule Nationalsozialismus Berücksichtigung Erziehung Jungen Volksschule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Biener (Author), 2001, Schule im Nationalsozialismus unter besonderer Berücksichtigung der Erziehung von Jungen in der Volksschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53051
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