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Liebe im digitalen Zeitalter. Über die Ökonomisierung des zeitgenössischen Liebeslebens und der Partnerwahl

Title: Liebe im digitalen Zeitalter. Über die Ökonomisierung des zeitgenössischen Liebeslebens und der Partnerwahl

Textbook , 2020 , 73 Pages

Autor:in: Fabiana Sophie Weller (Author)

Communications - Multimedia, Internet, New Technologies
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Die Formen von Liebe haben sich in der Moderne stark verändert. Im Zeitalter der Digitalisierung sind auch Liebe und Romantik in die Konsumsphäre gerückt. Neue Konzepte überlagern traditionelle Vorstellungen von Partnerschaft und die Partnersuche hat mit der zunehmenden Bedeutung des Internets eine neue Struktur bekommen.

Welche Ideen vom Liebesglück haben sich in der Moderne herausgebildet und wie verhalten sie sich zum Leben in der Konsumgesellschaft? Was verstehen wir unter der Ökonomisierung der Gesellschaft? Wie funktioniert die Partnersuche im Internet und wie ändert sich die sinnliche Wahrnehmung in den neuen Medien? Ist Online-Dating hinderlich für Langzeitbeziehungen?

Fabiana Sophie Weller analysiert, welchen Herausforderungen sich Menschen bei der virtuellen Partnersuche stellen müssen. Mit Hilfe der Konzepte von Byung-Chul Han und Eva Illouz erläutert sie, inwiefern ökonomische Prinzipien bei der Partnerwahl den Aufbau einer Beziehung erschweren. In ihrem Buch thematisiert sie Fragen nach den kulturellen Formen der zeitgenössischen Liebe und den Veränderungen, die die Paarbildung im Zusammenhang mit der Digitalisierung und Ökonomisierung durchläuft.

Aus dem Inhalt:
- Liebessoziologie;
- Online-Dating;
- Digitaler Liebesmarkt;
- Romantik;
- Liebesentwürfe;
- Virtuelle Partnersuche

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ökonomische Gesellschaftskonzepte

2.1 Neoliberalistische Konzepte bei Byung-Chul Han

2.2 Der emotionale und der skopische Kapitalismus bei Eva Illouz

3 Liebesentwürfe

3.1 Der Eros und der Andere bei Byung-Chul Han

3.2 Die heterosexuelle romantische Liebe bei Eva Illouz

4 Der digitale Liebesmarkt

4.1 Datafizierung: Transformationen des Menschen in handelbare Informationen

4.2 Ökonomisch geformte Partnersuch- und Wahlstrategien im Internet

4.3 Datenbasierte Fantasie, Vorstellungskraft und Begehren

5 Der Körper im Internet: Zwischen Abwesenheit und Ausstellung

5.1 Sinne und Wahrnehmung in der virtuellen Begegnung

5.2 Sexuelle Freiheit und Pornografisierung

6 Neue Unsicherheiten

6.1 Selbstwert und Geschlechterverhältnis

6.2 Versprechen, Verbindlichkeit, Zukunft

6.3 Zwischen Wahlfreiheit und Wahlzwang

7 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Transformationen von Liebe, Partnersuche und Paarbildung im 21. Jahrhundert vor dem Hintergrund des Neoliberalismus, der zunehmenden Ökonomisierung privater Lebensbereiche und der digitalen Vermittlung durch das Internet.

  • Transformationen von Liebe und Romantik durch Konsumkapitalismus
  • Einfluss der Digitalisierung und Datafizierung auf menschliche Beziehungen
  • Gegenüberstellung der Theorien von Byung-Chul Han und Eva Illouz
  • Die Rolle des Körpers und der Selbstdarstellung auf digitalen Liebesmärkten
  • Entstehung neuer Unsicherheiten in der modernen Partnersuche

Auszug aus dem Buch

4.2 Ökonomisch geformte Partnersuch- und Wahlstrategien im Internet

Illouz bescheinigt der im Internet vermittelten Liebe eine andere Qualität als der traditionell-romantischen: Paarbeziehungen werden an ökonomischen Begriffen gemessen und erlebt; Es geht darum, „für sich selbst das beste (ökonomische und psychische) Geschäft zu machen“ (Illouz 2007: 129). Partner werden zu konsumierbaren Produkten, denn Partnersuche muss effizient, rational und standardisiert erfolgen (ebd.: 135):

„Wenn das Internet andererseits einen Geist hat, dann den der Fülle und Auswechselbarkeit. Der Grund liegt darin, daß die Partnersuche im Internet den Bereich romantischer Begegnungen mit den auf einer Ökonomie der Fülle, der endlosen Wahlfreiheit, der Effizienz, der Rationalisierung, der selektiven Auswahl und der Standardisierung basierenden Prinzipien des Massenkonsums vertraut gemacht hat“

(ebd.).

Die Etablierung der Wahlfreiheit hängt unmittelbar zusammen mit der Mentalität des Vergleichens, die den Prozess der Wahl im ökonomisch organisierten Online-Partnermarkt begleitet. Zum einen nämlich wird der Partnermarkt auf Dating-Seiten und Online-Partnerbörsen besonders sichtbar (Illouz/Adrian 2011: 327): „Das Internet arrangiert die Auswahl wie auf einem Büffet und lädt zu einer Form von Wahl ein, die aus der ökonomischen Sphäre abgeleitet ist“ (ebd.: 327). Das Subjekt muss also im Vergleich wählen, gerade weil es vor eine Auswahl an möglichen Partnern gesetzt wird. „Hilfsmittel (wie Wertungslisten)“ helfen laut Illouz dabei, doch „werden sie [potenzielle Partner, Anm. d. Verf.] austauschbar und sind im Prinzip immer zu übertreffen. Damit wird es immer schwieriger, sich für eine Möglichkeit zu entscheiden, die ‚gut‘ genug ist“ (Illouz/Adrian 2011: 328-329). Austauschbar bedeutet, dass potenzielle Partner ihre vermeintliche Einzigartigkeit verlieren, die, so Illouz (2011: 416) „einst bezeichnend für das Gefühl der Liebe war“; Analog zu diesem Konzept sieht Han ebenfalls eine Herausforderung in der Vergleichbarkeit potenzieller Partner.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, wie moderne Ökonomisierungsprozesse und das Internet unsere Vorstellungen von Liebe und Partnerschaft maßgeblich transformiert haben.

2 Ökonomische Gesellschaftskonzepte: Das Kapitel erläutert die Grundlagen der neoliberalen Gesellschaftsstruktur und diskutiert, wie Marktlogiken in vormals private Bereiche eindringen.

3 Liebesentwürfe: Hier werden die theoretischen Konzepte von Byung-Chul Han und Eva Illouz hinsichtlich ihrer Sicht auf Liebe, Eros und moderne Beziehungsformen gegenübergestellt.

4 Der digitale Liebesmarkt: Es wird analysiert, wie die Datafizierung und Internet-Plattformen die Suche nach Partnern in einen effizienzgesteuerten, ökonomisierten Prozess verwandeln.

5 Der Körper im Internet: Zwischen Abwesenheit und Ausstellung: Dieses Kapitel beleuchtet, wie der Körper in der digitalen Welt zu einem visuellen Objekt der Fragmentierung und Pornografisierung wird.

6 Neue Unsicherheiten: Es werden die psychologischen Folgen wie Selbstwertkrisen und Bindungsunfähigkeit erörtert, die aus dem digitalen Wahlzwang resultieren.

7 Schluss: Die Arbeit fasst zusammen, dass die digitale Liebeskultur durch eine ökonomische Logik geprägt ist, die echte Begegnungen und tiefe Bindungen erschwert.

Schlüsselwörter

Ökonomisierung, Neoliberalismus, Liebe, Internet, Online-Dating, Byung-Chul Han, Eva Illouz, Konsumkapitalismus, Eros, Datafizierung, Partnerwahl, Identität, Selbstoptimierung, Entfremdung, Digitalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie moderne ökonomische Logiken und digitale Technologien das zeitgenössische Liebesleben und die Art der Partnersuche grundlegend verändert haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen der Einfluss des Kapitalismus auf die Romantik, die Rolle des Internets bei der Partnerwahl sowie die theoretischen Perspektiven von Byung-Chul Han und Eva Illouz auf moderne Beziehungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die kulturellen Formen und sozialen Praktiken der heutigen Liebe zu entschlüsseln, die durch Internet-Technologien und ökonomische Imperative in kapitalistischen Gesellschaften geprägt sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretische Forschungsmethode angewandt, bei der die Konzepte von Han und Illouz auf ihre Anwendbarkeit auf das Phänomen des Online-Datings geprüft und systematisch analysiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert ökonomische Konzepte, verschiedene Liebesentwürfe, die Dynamiken digitaler Dating-Märkte, die Rolle des Körpers im virtuellen Raum und die resultierenden psychischen Unsicherheiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Ökonomisierung, Digitalisierung, Konsumkapitalismus, Eros, Online-Dating, Selbstoptimierung und psychische Unsicherheit.

Warum führt Online-Dating laut den untersuchten Theorien oft zu Enttäuschungen?

Aufgrund der Diskrepanz zwischen der digital vermittelten, idealisierten „Informationsdichte“ eines Profils und der realen, körperlichen Begegnung, die nicht rational vorab geplant werden kann.

Inwiefern beeinflusst das Internet die Struktur des Begehrens?

Das Begehren wird zunehmend zu einem „Selbstzweck“ rationalisiert und verliert seinen Fokus auf den „Anderen“, da es sich durch die Fülle an Auswahlmöglichkeiten im Internet eher auf eine „Wahlentscheidung“ unter ökonomischen Aspekten konzentriert.

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Details

Title
Liebe im digitalen Zeitalter. Über die Ökonomisierung des zeitgenössischen Liebeslebens und der Partnerwahl
Author
Fabiana Sophie Weller (Author)
Publication Year
2020
Pages
73
Catalog Number
V535286
ISBN (eBook)
9783964872111
ISBN (Book)
9783964872128
Language
German
Tags
Ökonomisierung Eva Illouz Byung-Chul Han Liebe Liebessoziologie Neoliberalismus Eros Partnersuche Körper Internet Online-Dating digitaler Liebesmarkt der Andere romantische Liebe Liebesentwürfe emotionaler Kapitalismus skopischer Kapitalismus Begehren Datafizierung Fantasie Pornografisierung virtuelle Begegnung Geschlechterverhältnisse Partnerwahl Konsum Romantik Kapitalismus virtuelle Partnersuche
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabiana Sophie Weller (Author), 2020, Liebe im digitalen Zeitalter. Über die Ökonomisierung des zeitgenössischen Liebeslebens und der Partnerwahl, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535286
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