Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit psychologischen Grundlagen. Hierbei werden unter anderem qualitative und quantitative Forschungsmethoden erläutert, sowie verschiedene psychologische Berufstätigkeiten vorgestellt.
Qualitative Forschung meint die umfassende Analyse eines Phänomens. Das Ziel der qualitativen Forschung liegt demnach in der Erforschung unbekannter Phänomene sowie der Entwicklung neuer Theorien und Modelle, weshalb sie starke Tendenzen einer induktiven Vorgehensweise aufweist. Der Forschungsprozess erfolgt bei einer qualitativen Forschung dynamisch und anhand nicht-standardisierte Messungen, um möglichst detaillierte Informationen von der Zielgruppe des Interesses zu gewinnen. Um quantitativ forschen zu können, müssen, anders als in der qualitativen Forschung, bereits Theorien und Modelle über den Forschungsgegenstand bestehen. Aus diesen bereits bestehenden Theorien und Modellen werden deduktiv Hypothesen abgeleitet, die anschließend im quantitativen Forschungsprozess überprüft werden. Der Forschungsprozess erfolgt bei einer quantitativen Forschung statisch und anhand standardisierter Messungen.
In der Öffentlichkeit werden Psychologen immer noch häufig mit psychologischen Psychotherapeuten gleichgesetzt. Diese sind allerdings lediglich ein Teil des vielfältigen beruflichen Spektrums psychologischer Berufstätigkeit, welches sich zunehmend ausdifferenziert und dadurch eine Reihe an unterschiedlichsten beruflichen Möglichkeiten bietet.
Inhaltsverzeichnis
1. Aufgabe B1
1.1. Qualitative und quantitative Forschung
1.2. Wissenschaftliche Hauptgütekriterien
1.3. Psychologische Forschungsmethoden
1.3.1. Experimente
1.3.2. Qualitative Feldstudie
1.3.3. Feldbeobachtung
1.3.4. Laborexperiment
1.3.5. Computersimulation
1.4. Übersicht
2. Aufgabe B2
2.1. Die Psychologie als Schnittmenge der Geistes-, Natur- und Sozialwissenschaften
2.2. Der „Königsweg“ der Psychologie
2.3. Das Psychologische Experiment
2.4. Die Vor- und Nachteile des psychologischen Experiments
3. Aufgabe B3
3.1. Psychologische Grundlagen- und Anwendungsfächer
3.1.1. Psychologische Grundlagenfächer
3.1.2. Psychologische Anwendungsfächer
3.2. Psychologische Berufstätigkeiten
3.2.1. Rechtspsychologe
3.2.2. Psychologischer Psychotherapeut
3.2.3. Sportpsychologe
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit gibt einen strukturierten Überblick über die methodischen Grundlagen der psychologischen Forschung sowie die Einordnung der Psychologie als Wissenschaft. Ziel ist es, die Unterschiede zwischen qualitativen und quantitativen Ansätzen aufzuzeigen, die Bedeutung des psychologischen Experiments als zentrales Forschungsinstrument kritisch zu beleuchten und die Verbindung zwischen theoretischen Grundlagenfächern und deren praktischer Anwendung in verschiedenen psychologischen Berufsfeldern darzustellen.
- Methodologische Differenzierung von qualitativer und quantitativer Forschung
- Wissenschaftliche Gütekriterien und Validitätskonzepte
- Das psychologische Experiment: Definition, Durchführung und kritische Reflexion
- Systematische Feldbeobachtung als alternative Forschungsmethode
- Struktur des Psychologiestudiums: Grundlagen- versus Anwendungsfächer
- Anwendungsbeispiele psychologischer Expertise in Berufsbildern (Rechts-, Klinik- und Sportpsychologie)
Auszug aus dem Buch
2.3. Das Psychologische Experiment
Der Begriff Experiment leitet sich von dem lateinischen Wort „experimentum“, was wörtlich übersetzt so viel wie Versuch, Probe oder Beweis bedeutet, ab. Demnach ist das Experiment eine Untersuchung, bei der zuvor formulierte Aussagen systematisch auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft und anschließend entweder bewiesen oder widerlegt werden. Dazu werden einzelne Bedingungen des Versuchsaufbaus (unabhängige Variable) aktiv manipuliert, indem sie bewusst und aktiv verändert werden, um Aufschluss über menschliche Verhaltensweisen oder mentale Prozesse (abhängige Variable) zu gewinnen. Durch diese aktive Manipulation unterscheidet sich das Experiment maßgeblich von eher passiv orientierten Verfahren, wie z.B. der reinen Beobachtung.
Die abhängige Variable ist jene Variable eines Experiments, bei der man eine Wirkung beobachten möchte. Die unabhängige Variable ist dagegen jene Variable eines Experiments, die man verändert. Sie wird aktiv und bewusst beeinflusst, um herauszufinden, ob und welcher Wirkungszusammenhang mit der abhängigen Variablen besteht. Damit die Kausalbeziehung zwischen unabhängiger und abhängiger Variable möglichst genau ist, sollten zudem etwaige Störvariablen innerhalb des Experimentes eliminiert werden, denn Störvariablen können, ebenfalls wie die unabhängige Variable die abhängige Variable beeinflussen und dadurch das Ergebnis des Experiments verfälschen. Je besser die Störvariablen kontrolliert werden können, desto höher ist also die Aussagekraft bezüglich der Wirkung der unabhängigen Variable auf die abhängige Variable. Stellt man sich zum Beispiel ein Experiment vor, in dem der Einfluss der Tageszeit auf die Konzentrationsfähigkeit gemessen werden soll, würde die Uhrzeit als unabhängige Variable die Konzentrationsfähigkeit der Versuchspersonen als abhängige Variable beeinflussen. Mögliche Störvariablen wären beispielsweise der Konsum von Kaffee, der Motivationszustand oder die Müdigkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Aufgabe B1: Dieses Kapitel erläutert die methodischen Ansätze der Psychologie, indem es qualitative und quantitative Forschung gegenüberstellt und die Bedeutung wissenschaftlicher Gütekriterien sowie spezifischer Forschungsmethoden wie Experimente und Beobachtungen analysiert.
2. Aufgabe B2: Hier wird das psychologische Experiment als „Königsweg“ der empirischen Forschung eingehend behandelt, wobei neben der Definition und Kontrolle von Variablen auch die kritische Auseinandersetzung mit Vor- und Nachteilen, auch im Vergleich zur Feldbeobachtung, im Fokus steht.
3. Aufgabe B3: Dieser Abschnitt verschafft einen Überblick über das Studium der Psychologie durch die Unterteilung in Grundlagen- und Anwendungsfächer und illustriert deren Praxisrelevanz anhand der spezifischen Tätigkeitsprofile von Rechtspsychologen, Psychotherapeuten und Sportpsychologen.
Schlüsselwörter
Psychologische Forschung, Qualitative Forschung, Quantitative Forschung, Validität, Reliabilität, Objektivität, Psychologisches Experiment, Störvariablen, Feldbeobachtung, Grundlagenfächer, Anwendungsfächer, Rechtspsychologie, Klinische Psychologie, Sportpsychologie, Berufsbild.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine Einführung in die psychologische Methodik, die wissenschaftliche Forschungspraxis sowie die Strukturierung des Fachs in Theorie und Praxis.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind Forschungsmethoden, Gütekriterien, das psychologische Experiment und die Aufteilung der Psychologie in verschiedene Disziplinen und Berufsfelder.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für das wissenschaftliche Vorgehen in der Psychologie zu schaffen und aufzuzeigen, wie theoretisches Wissen in der beruflichen Praxis zur Anwendung kommt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit beschreibt das Spektrum von qualitativen Methoden über kontrollierte Experimente bis hin zur systematischen Feldbeobachtung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Fundierung, die spezifische Analyse des Experiments und die praktische Anwendung psychologischer Inhalte in verschiedenen Berufen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Validität, Experiment, Störvariablen, psychologische Grundlagen- und Anwendungsfächer sowie die verschiedenen psychologischen Berufsfelder definiert.
Warum wird das psychologische Experiment oft als „Königsweg“ bezeichnet?
Es wird aufgrund seiner hochwertigen Methodik, der strengen Einhaltung von Gütekriterien und vor allem der Fähigkeit zur präzisen Erklärung von Kausalzusammenhängen so bezeichnet.
Welche Rolle spielen Störvariablen in einem Experiment?
Störvariablen sind Einflüsse, die das Ergebnis verfälschen können, indem sie die abhängige Variable beeinflussen; ihre Kontrolle ist essenziell für die interne Validität eines Experiments.
Inwiefern unterscheidet sich die Rechtspsychologie von der klinischen Psychologie?
Während die Rechtspsychologie an der Schnittstelle zum Recht arbeitet (z.B. Gutachten für Gerichte), konzentriert sich die klinische Psychologie primär auf die Prävention und Behandlung psychischer Erkrankungen.
- Arbeit zitieren
- Sophia Bathen (Autor:in), 2020, Grundlagen der Psychologie. Forschungsmethoden und Berufsbilder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535288