Was sind ökonomische Theorien der Politik und welche Leistung hat Joseph Alois Schumpeter in der Entwicklung der ökonomischen Theorien der Politik? Welche Grundmotive beeinflussen das politische Verhalten und welche Rolle spielt das ökonomische Denken? Diese Leitfragen möchte ich versuchen in meiner Hausarbeit über ökonomische Theorien der Politik (Joseph A. Schumpeter) zu beantworten. Zunächst werde ich die Tradition ökonomischer Theorien beschreiben und Klarheit zum Begriff der ökonomischen Theorie der Politik schaffen, um mich dann im Hauptteil vertieft der ökonomischen Theorie der Demokratie von Joseph Alois Schumpeter zu widmen. Eine große Rolle in den Annahmen über das Verhaltensmodell der Wirtschaftswissenschaften auf die Erklärung politischer Strukturen und Prozesse spielt das Menschenbild der ökonomischen Theorie, das des homo oeconomicus. Um dies differenzieren zu können, werde ich in einem Teil meiner Arbeit das Modell des Homo Oeconomicus mit dem des Homo Sociologicus vergleichen. Um Schumpeters Werk historisch und sinngemäß einordnen zu können, wird im nächsten Teilkapitel meiner Arbeit ein Abriss über die Person Joseph Alois Schumpeter und die zeitgeschichtlichen Umstände aufgezeigt, die Schlussfolgerungen über seine wirtschaftliche Sichtweise im Verhalten von Menschen ermöglichen. Der Hauptteil konzentriert sich, fokussiert auf Schumpeters Hauptwerk „Kapitalismus, Sozialismus, Demokratie“, auf seine Vorstellungen darüber, wie eine Demokratie funktioniert, welche Voraussetzungen Individuen und die Demokratie für ein Funktionieren seines Demokratiebegriffs mitbringen sollten. Weiterer Bestandteil des Hauptteils ist Schumpeters Bild des Bürgers und darauf folgend einige Kritikpunkte an seiner Theorie. Die Beantwortung der Leitfragen und die Schilderung des Anteils des Joseph Alois Schumpeter an der Theorieentwicklung und den Annahmen der ökonomischen Theorien der Politik gestalten den Schlussteil. Anhängend an den Schlussteil der Hausarbeit Arbeit findet sich eine Liste der verwendeten Literatur.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorien rationaler Entscheidung (ökonomische Theorien der Politik)
2.1 Tradition und Begriffserklärung
2.2 Definition ökonomische Theorien der Politik
2.3 HOMO OECONOMICUS versus HOMO SOCIOLOGICUS
3. Joseph Alois Schumpeter
3.1 Das Leben des Joseph Alois Schumpeter
3.2 Schumpeter und seine Zeit
4. Demokratietheorie bei Joseph Alois Schumpeter
4.1 Schumpeters Demokratiedefinition in Abgrenzung zur normativen Demokratiedefinition
4.2 Bestimmungen zu Schumpeters Demokratiedefinition (Folgen und von Schumpeter abgeleitete Voraussetzungen)
4.3 Schumpeters Menschenbild (Bild des Bürgers)
4.4 Kritik an Schumpeter
5. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die ökonomische Theorie der Demokratie von Joseph Alois Schumpeter und beleuchtet dessen Beitrag zur Übertragung wirtschaftswissenschaftlicher Konzepte auf politische Prozesse und das Verhalten von Akteuren. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, Schumpeters Verständnis von Demokratie als Wettbewerbsmarkt, die Rolle des homo oeconomicus sowie die kritische Auseinandersetzung mit seinen Thesen in den Kontext moderner politikwissenschaftlicher Theorien zu stellen.
- Grundlagen ökonomischer Theorien der Politik und die Tradition rationaler Entscheidung.
- Vergleich der Menschenbilder: Homo Oeconomicus versus Homo Sociologicus.
- Biographischer Kontext und historische Prägung von Joseph Alois Schumpeter.
- Analyse der elitären Demokratiedefinition und des Marktmechanismus in der Politik.
- Kritische Reflexion der schumpeterianischen Theorie im Lichte zeitgenössischer Partizipationsforschung.
Auszug aus dem Buch
4.1 Schumpeters Demokratiedefinition in Abgrenzung zur normativen Demokratiedefinition
Schumpeters „Elistische Demokratiedefinition“ ist eine Abgrenzung, Überarbeitung und Revision der damals gültigen normativen Demokratiedefinition: „Die Demokratie ist jene institutionelle Ordnung zur Erzielung politischer Entscheide, die das Gemeinwohl dadurch verwirklicht, dass sie das Volk selbst die Streitfragen entscheiden lässt und zwar durch die Wahl von Personen, die zusammenzutreten haben, um seine Willen auszuführen.“ (Schumpeter 1950: 397)
Diese normative Demokratiedefinition betont das Gemeinwohl und das gesamte Volk steht im Mittelpunkt der politischen Entscheidungen.
Joseph Alois Schumpeter definiert die Herrschaftsform Demokratie folgendermaßen: „Die demokratische Methode ist diejenige Ordnung der Institutionen zur Erreichung politischer Entscheidung, bei welcher einzelne die Entscheidungsbefugnis vermittels eines Konkurrenzkampfs um die Stimmen des Volkes erwerben“ (Schumpeter 1975: 428)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung formuliert die Leitfragen zur Rolle von Joseph Alois Schumpeter bei der Entwicklung ökonomischer Theorien der Politik und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2. Theorien rationaler Entscheidung (ökonomische Theorien der Politik): Dieses Kapitel erläutert die Tradition der rationalen Wahltheorien sowie die Begriffserklärung und Gegenüberstellung des ökonomischen zum soziologischen Menschenbild.
3. Joseph Alois Schumpeter: Hier wird der biographische Hintergrund des Ökonomen sowie der historische Kontext des 19. und 20. Jahrhunderts beleuchtet, um sein politisches Denken einzuordnen.
4. Demokratietheorie bei Joseph Alois Schumpeter: Das Hauptkapitel analysiert Schumpeters Demokratieverständnis als Wettbewerb, seine Annahmen über das Wählerverhalten und setzt sich kritisch mit seiner elitären Perspektive auseinander.
5. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung von Schumpeters Beitrag zur Politikwissenschaft zusammen und reflektiert die Anwendbarkeit seiner Konzepte auf heutige politische Diskurse.
Schlüsselwörter
Joseph Alois Schumpeter, ökonomische Theorie der Politik, Demokratie, Homo Oeconomicus, Marktmechanismus, rationale Entscheidung, Parteienkonkurrenz, politische Eliten, Wählerverhalten, normative Demokratiedefinition, politische Partizipation, Machterwerb, Theoriebildung, Wettbewerb, Gemeinwohl.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den theoretischen Beitrag von Joseph Alois Schumpeter zur Begründung ökonomischer Theorien der Politik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen zählen die rationale Entscheidungstheorie, das ökonomische Marktmodell der Demokratie, das Menschenbild des Wählers sowie die Rolle politischer Eliten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Schumpeters Demokratiedefinition in Abgrenzung zur normativen Demokratie zu verstehen und dessen ökonomische Sichtweise auf politische Prozesse zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die zentrale Literatur Schumpeters sowie politikwissenschaftliche Kommentare dazu auswertet und vergleicht.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Definition von Demokratie als Konkurrenz um Stimmen, die Analyse des Menschenbildes des Bürgers und die kritische Würdigung von Schumpeters Thesen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schumpeterianische Demokratiedefinition, Homo Oeconomicus, politische Ökonomie und Marktmodell der Politik.
Wie unterscheidet sich der Homo Oeconomicus vom Homo Sociologicus laut dieser Arbeit?
Der Homo Oeconomicus handelt isoliert und nutzenmaximierend, während der Homo Sociologicus gesellschaftlich integriert ist und nach sozialen Normen handelt.
Welche Kritikpunkte werden gegenüber Schumpeter angeführt?
Kritisiert werden unter anderem seine negative Einschätzung der Wählerkompetenz, die Vernachlässigung des intermediären Sektors sowie die einseitige Fixierung auf Machterwerb.
Inwiefern beeinflusste Schumpeter nachfolgende Ökonomen?
Autoren wie Anthony Downs griffen Schumpeters Marktmetapher der Politik und das Kosten-Nutzen-Kalkül als Grundlage für ihre eigenen Theorien auf.
- Quote paper
- Christoph Schneider (Author), 2006, Ökonomische Theorien der Politik (Joseph A. Schumpeter), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53555