Das Modell des Feindstrafrechts als Überschreitung rechtlicher Grenzen

Eine Analyse des Modells von Günther Jakobs


Seminararbeit, 2019

36 Seiten, Note: 15 Punkte


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Einleitung

Darstellung und Untersuchung.

A. Das Feindstrafrecht nach Günther Jakobs
I. Überblick über die Entwicklung des Modells
1. Grundlegung 1985
2. Weiterentwicklung seit 1999
II. Begründung des Modells
1. Unterscheidung zwischen Person und Individuum
2. Unterscheidung zwischen Bürger und Feind nach dem Strafzweck
3. Definition des Feindes
III. Nähere Ausgestaltung des Modells
1. Feindstrafrecht als gebändigter Krieg gegen Terroristen
2. Verhältnismäßigkeit und Beschränkungen des Feindstrafrechts

B. Kritik des Feindstrafrechts
I. Deskriptive und normative Ebene des Begriffs
II. Befürwortende Stimmen auf beiden Ebenen
1. Ähnliche normative Modelle
a) Gerd Roellecke - Stumme Gewaltanwendung gegen Terroristen
b) Otto Depenheuer - Im Ernstfall Feindstrafrecht
c) Cornelius Prittwitz - Risikostrafrecht
2. Argumente für die Richtigkeit der deskriptiven Ebene
III. Defizite auf beiden Ebenen
1 Defizite auf deskriptiver Ebene
2.. Defizite auf normativer Ebene
a) Empirische und strafzwecktheoretische Erwägungen
b). Problematischer Feindbegriff
aa) Keine Anlehnung an Carl Schmitt
bb) Grenzenlose Unbestimmtheit
cc) Verstoß gegen das Prinzip der Menschenwürde
IV. Kein rein philosophisches Modell

Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

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Einleitung

Spätestens seit dem 11. September 2001 ist die Bedrohung der ,westlichen Welt‘ durch einen so noch nie dagewesenen, international vernetzten Terrorismus in aller Munde.1 In Deutsch­land wie anderswo steht der Staat seitdem vor der Aufgabe, einer Bedrohung entgegenzutre­ten, die etwa folgendermaßen charakterisiert wird:

„Das Ziel des religiösen Terrorismus ist vor allem weniger die Überzeugung seiner Geg­ner als deren Beseitigung, weshalb ihm folgerichtig jegliche Strategie einer möglichen Befriedung oder Vermittlung fremd ist. Die Gewalt ist nahezu unbegrenzt, und die Täter lassen sich durch politisch kontraproduktive Ergebnisse undifferenzierter Tötungsaktio­nen nicht abschrecken.“2

Eines der wichtigsten Mittel, die dem Staat zur Bekämpfung dieser Bedrohung zur Verfügung stehen, ist das Strafrecht, das gemeinhin als sein schärfstes Schwert gilt. Als Jurist kann man sich jedoch fragen, ob das geltende (deutsche) Strafrecht überhaupt auf Kriminalität der be­schriebenen Dimension ausgelegt ist und hierauf angemessen reagieren kann oder ob es dafür nicht eine ganz andere als seine herkömmliche, ,überlieferte‘ Gestalt annehmen müsste oder ob es eine solche andere Gestalt bereits angenommen hat. Dementsprechend stellt sich auch der Urheber der eben zitierten Beschreibung die Frage: „Wie soll man sich die normative Ab­wehr einer derartigen Erscheinung [des internationalen Terrorismus] vorstellen?“3

Von den unterschiedlichen Antworten, die auf diese Frage gegeben worden sind, ist das vor allem im ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts diskutierte und stets mit dem Namen Günther Jakobs verbundene Modell des Feindstrafrechts zu gewisser Bekanntheit gelangt. Wie im Ver­lauf dieser Arbeit noch hervortreten wird, handelt jenes Modell davon, innerhalb welcher Grenzen das Strafrecht operieren darf, um (noch) als rechtsstaatlich gelten zu können, und ob es ein Strafrecht jenseits dieser Grenzen, mithin ein Feindstrafrecht, gibt oder gar geben muss. Gleichzeitig ist Jakobs' Modell eine Grenzziehung immanent, mit der es steht und fällt: Wer ist der Feind und damit dem Feindstrafrecht unterworfen, und wer nicht? Ferner fordert die Theorie des Feindstrafrechts - nicht zuletzt wegen der ,gnadenlosen‘ Art, in der Jakobs sie vorträgt - geradezu zum Nachdenken darüber heraus, ob sie selbst in unzulässiger Weise be­stimmte Grenzen überschreitet, die dem Strafrecht eigen sind oder diesem letztlich vom Ver­fassungsrecht gezogen werden.

Im Folgenden soll es insbesondere um die letzten beiden Aspekte gehen, also um die Bestim­mung des Feindbegriffs und um die Frage der Vertretbarkeit von Jakobs' Modell des Feind­strafrechts. Dafür ist diese Modell zunächst darzustellen, wobei der Schwerpunkt auf Jakobs' Abgrenzung von Feind und Bürger liegen wird. In einem zweiten Schritt ist das Modell des Feindstrafrechts dann einer Kritik zu unterziehen. Hierbei soll wiederum der Begriff des Fein­des im Vordergrund stehen. Außerdem wird in diesem Rahmen danach zu fragen sein, ob Ja­kobs' Thesen als bloße Beschreibung der ,wirklichen‘ Rechtslage oder doch als ,normatives Programm‘ aufzufassen sind, da im Schrifttum die Kritik unter der einen Prämisse gravierend von derjenigen unter der anderen abweicht.

Die Untersuchung wird zu den folgenden Ergebnissen gelangen, die hier als Thesen vorange­stellt seien: Erstens muss das Modell des Feindstrafrechts in eine deskriptive und eine norma­tive Ebene aufgeteilt werden. Zweitens kann diesem Modell auf der deskriptiven Ebene nicht gefolgt werden. Drittens ist es auch auf der normativen Ebene nicht vertretbar. Dies ergibt sich nicht aus einer etwaigen Nähe zu nationalsozialistischem Rechtsdenken, sondern neben anderen Gründen insbesondere aus der Unbestimmtheit des Feindbegriffs sowie dessen Kolli­sion mit Art. 1 I GG. Viertens werden die Mängel des Feindstrafrechtsmodells nicht dadurch geheilt, dass man es als rein philosophisches Modell ausweist.

Darstellung und Untersuchung

A. Das Feindstrafrecht nach Günther Jakobs

I. Überblick über die Entwicklung des Modells

1. Grundlegung 1985

Der Begriff des Feindstrafrechts, wie er heute in der strafrechtlichen Literatur verstanden wird, geht auf einen Vortrag des Rechtswissenschaftlers Günther Jakobs4 zurück, gehalten 1985 auf der Tagung der deutschen Strafrechtslehrer in Frankfurt am Main. Jakobs beabsich­tigte zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht, eine strafrechtliche Antwort auf bestimmte Phäno­mene extremer Kriminalität - wie den genannten Terrorismus - zu geben, beispielsweise die Bestrafung von Handlungen vorzuschlagen, die bisher unter kein Strafgesetz gefallen waren.

Vielmehr äußerte sich Jakobs gerade in der entgegengesetzten Richtung, nämlich dass jeder Bürger für Handlungen innerhalb seiner Privatsphäre nicht mit strafrechtlicher Haftung be­droht werden dürfe. Diese Privatsphäre nennt Jakobs auch die interne bürgerliche Sphäre und zählt hierzu Wohnung, Kleidung und anderes Eigentum sowie einvernehmliche soziale Kon­takte, wobei es keine allgemeingültigen Kriterien für die Abgrenzung von interner und exter­ner Sphäre gebe. Jedenfalls könne ein Bürger erst dann zum Straftäter werden und könnten et­waige rechtswidrige Absichten erst dann strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, wenn der Bürger seine interne Sphäre in störender Weise überschreite, „sich aktuell anmaßt, fremde Organisationskreise zu gestalten“.5

Ein Strafrecht, das diese Position des Bürgers ernst nehme und dadurch Freiheitssphären opti­miere, bezeichnet Jakobs als bürgerliches Strafrecht oder Bürgerstrafrecht; ein Strafrecht da­gegen, das um der Optimierung des Rechtsgüterschutzes willen in die interne Sphäre eindrin­ge, sei Feindstrafrecht. Beispiele für feindstrafrechtliche Normen in diesem Sinne seien die Vorschriften, die die bloße Verbrechensverabredung oder die bloße Bildung krimineller oder (inländischer) terroristischer Vereinigungen unter Strafe stellten (§§ 30, 129, 129a6 StGB).

Aber auch die Strafbarkeit desjenigen, der eine unechte Urkunde in der Absicht herstellt, sie zur Täuschung im Rechtsverkehr einzusetzen (§ 267 I Var. 1 StGB), sei „nach der skizzierten Privatheitsmaxime zumindest suspekt“. Jakobs meint hiermit offenbar, dass das Herstellen ei­ner unechten Urkunde ein äußerlich neutrales Verhalten sei, das sich ganz im privaten Bereich des Täters abspiele und dessen Strafbarkeit sich daher nur mit der verwerflichen Absicht des Täters begründen lasse.7

Zwar sei es nicht selbstverständlich, die Bildung einer kriminellen oder terroristischen Verei­nigung noch als Privatsache aufzufassen, und im Allgemeinen könne man jede Deliktsvorbe­reitung als nicht-private Handlung definieren. Dies müsse letztlich jedoch in der Kriminalisie­rung bloßer Gedanken und damit in Feindstrafrecht enden. Wo Feindstrafrecht herrsche, exis­tiere aber der freiheitliche Staat nicht mehr; allenfalls als Notrecht für Ausnahmefälle sei Feindstrafrecht legitim, weshalb man die Normen des bürgerlichen Strafrechts und des Feind­strafrechts streng voneinander trennen müsse, um die Kontamination des Bürgerstrafrechts mit feindstrafrechtlichen Elementen zu verhindern. In diesem Zusammenhang kritisiert Ja­kobs noch einmal, dass im StGB bereits „an nicht wenigen Stellen [ein] Übertritt über die Grenzen eines freiheitlichen Staates“ stattgefunden habe.8

2. Weiterentwicklung seit 1999

Jakobs' Thesen zum Feindstrafrecht stießen bis zur Jahrtausendwende nur auf bescheidenen Widerhall9 in der Strafrechtswissenschaft, bis er 1999 mit einem Vortrag10 auf einer Berliner Tagung eine jahrelange Debatte auslöste, die er mit weiteren Schriften11 immer mehr ,befeuer- te‘. Hatte er 1985 das von ihm wahrgenommene Phänomen des Feindstrafrechts nur festge- stellt und kritisiert und dabei betont, dass feindstrafrechtliche Normen höchstens ausnahms­weise zulässig seien, so trug er nun vor, das Feindstrafrecht dürfe nicht verteufelt werden und sei mittlerweile alternativlos, wobei gar nicht sicher sei, ob es sich überhaupt um Recht im ei­gentlichen Sinne handle.12 Im Folgenden sind die vier Phänomene aufgeführt, die Jakobs nun­mehr als typische Kennzeichen von Feindstrafrecht identifiziert:

„(1) weite Vorverlagerung der Strafbarkeit, also Wendung des Blicks von der geschehe­nen auf eine kommende Tat, beispielhaft seien die Tatbestände der Bildung krimineller oder terroristischer Vereinigungen (§§ 129, 129a StGB) [.] genannt;
(2) keine der Vorverlagerung proportionale Reduktion der Strafe, beispielhaft, die Strafe für den Rädelsführer einer terroristischen Vereinigung ist gleich der Strafe eines Mord­versuchstäters, allerdings bei gegebener Versuchsmilderung (§§ 129 Abs. 2, 211 Abs. 1, 49 Abs. 1 Nr. 1 StGB), und übersteigt die gemilderten Versuchsstrafen der ansonsten bei terroristischen Vereinigungen genannten Delikte überwiegend erheblich;
(3) Übergang von der Strafrechtsgesetzgebung zur Bekämpfungsgesetzgebung, wobei etwa Wirtschaftskriminalität, Terrorismus, organisierte Kriminalität, aber auch - unter Verlust mancher Konturen - Sexualdelikte und andere gefährliche Straftaten sowie - al­les überwölbend - überhaupt das Verbrechen bekämpft werden sollen;
(4) Abbau prozessualer Garantien, wobei die Kontaktsperre (§§ 31 ff. EGGVG) das mittlerweile geradezu klassische Beispiel bildet.“13

Allerdings räumt Jakobs auch ein, mit den Begriffen Bürger- und Feindstrafrecht zwei Ideal­typen zu beschreiben, die man kaum jeweils voll verwirklicht antreffe; die praktisch vorkom­menden Formen lägen immer zwischen den beiden Polen.14

II. Begründung des Modells

1. Unterscheidung zwischen Person und Individuum

Um zu verstehen, wie Jakobs seine Ansicht begründet, ist zunächst darzulegen, nach welchen Kriterien er die Rechtsunterworfenen in Bürger und Feinde trennen will. Sein Ausgangspunkt hierfür ist sein Begriff der Person15, den er mit dem Begriff des Bürgers gleichsetzt.16 Person im Rechtssinne sei derjenige, dem die Rechtsordnung Rechte zugestehe und Pflichten auferle­ge. Beispielsweise seien Minderjährige keine Personen im Sinne des Wahlrechts, wohl aber im Sinne des Eigentumsrechts. Wer (in einem bestimmten Bereich) nicht Person sei, den nennt Jakobs (insoweit) Individuum. Um dauerhaft als Person und nicht als bloßes Individu­um gelten zu können und behandelt zu werden, müsse eine Person sich allerdings auch wie eine Person verhalten, nämlich grundsätzlich rechtstreu.17

Als Grundlage für diese Ansicht dient Jakobs seine Theorie der Normgeltung: Normen gälten nur dann ,wirklich‘, wenn nach der Lage der Dinge anzunehmen sei, dass das Verhalten, das sie einfordern, tatsächlich umgesetzt werde: Jede Person müsse aufgrund empirischer Erfah­rungswerte und nicht lediglich aufgrund normativer Erwartungen davon ausgehen können, dass sich alle anderen Personen normgemäß verhielten und dass es in abweichenden Fällen zu Strafverfolgung und Bestrafung komme. Dies nennt Jakobs die kognitive Untermauerung der Normgeltung, ohne die die Geltung von Normen nur ein leeres Versprechen sei. Beispielswei­se werde man einen Park nicht nur deshalb freiwillig betreten, weil man darin nicht beraubt oder getötet werden dürfe, sondern es müsse die kognitive Sicherheit hinzutreten, in diesem Park höchstwahrscheinlich nicht Opfer eines solchen Verbrechens zu werden. Die Geltung der Rechtsordnung sei also vom ,personalen‘ Verhalten der Rechtsunterworfenen abhängig. Um sich nicht selbst zu untergraben, könne und dürfe die Rechtsordnung einen Straftäter dement­sprechend nur dann als Person behandeln, wenn dieser sich auch tatsächlich wie eine Person verhalte, also allen anderen Personen die faktische Gewähr leiste, sich im Großen und Ganzen an das Recht zu halten. Diese Gewährleistung sei eine Bringschuld aller Bürger.18

2. Unterscheidung zwischen Bürger und Feind nach dem Strafzweck

Verstoße eine Person einmal oder nur punktuell gegen das Strafrecht und mache sich dadurch strafbar, habe die ausgesprochene Strafe eine bestimmte Funktion: Dem Angriff der Person auf die verletzte Norm werde widersprochen; es werde klargestellt, dass die bestrafte Hand­lung nicht maßgeblich sei und die allgemeine Geltung der Norm nicht beeinträchtigen könne, womit der Normbestand der Rechtsordnung bestätigt werde. Allein hierum gehe es, um die „Vergewisserung, was Recht ist und was Unrecht“19 durch ausdrücklichen Widerspruch gegen die Tat, die ihrerseits der Rechtsordnung widersprochen hatte, und nicht etwa darum, den Tä­ter durch das Übel der Strafe abzuschrecken oder zur Rechtstreue zu erziehen. Der Täter wer­de auch künftig als ,kompetente‘ Person ernst genommen, nämlich als grundsätzlich vernünf­tig und rechtstreu und damit als nicht abschreckungsbedürftig.20 Als Person findet ein Bürger laut Jakobs also allein auf den ,rechten Weg‘ zurück, falls er ausnahmsweise straffällig wird, sodass das Bürgerstrafrecht nicht mehr leisten muss, als die Geltung der strafrechtlichen Nor­men zu bestätigen und zu verdeutlichen, dass strafbares Verhalten nicht nachahmenswert ist.

Enttäusche eine Person jedoch dauerhaft die an sie gestellte Erwartung grundsätzlich recht­streuen Verhaltens, so könne sie nicht mehr - oder zumindest vorübergehend oder partiell nicht mehr21 - als Person behandelt werden, womit sich die Funktion der Strafe wandle: Es gehe nicht mehr darum, die Geltung der verletzten Norm zu bestätigen und eine einzelne Tat zu sanktionieren, sondern darum, weitere Taten unmöglich zu machen oder überhaupt Taten zu verhindern und damit die Gesellschaft vor einem gefährlichen Individuum - einem Feind - zu schützen. Aus diesen unterschiedlichen Strafzwecken ergebe sich, dass bei Bürgern mit der Bestrafung gewartet werden könne, bis sie eine Tat begangen hätten, die sich außerhalb ihrer internen Sphäre auswirke, während Feinde auch für Handlungen weit im Vorfeld einer Rechtsgutsverletzung und innerhalb ihrer internen Sphäre bestraft werden müssten. Wer auch die Feinde als Personen behandle, verletze das Recht aller Bürger auf Sicherheit.22 Zugespitzt:

„[W]er sich dauernd wie der Satan aufführt, den kann man zumindest insoweit nicht als Rechtsperson behandeln, als es um das Vertrauen geht, er werde seine Pflichten erfüllen; denn dafür fehlt die kognitive Untermauerung. [...] [E]s geht demgemäß um die Siche­rung einer Gefahrenquelle, wie bei einem wilden Tier, nicht aber um den Umgang mit einer Person.“23

Die Folge sei, dass die Behandlung des Feindes keine rechtliche mehr sei - zwischen dem Staat und dem Feind fehle das rechtliche Band, das zwischen dem Staat und dem Bürger be­stehe. Dies bedeute allerdings nicht, dass ein Feind nicht mehr der Pflicht unterliege, keine Verbrechen zu begehen.24

3. Definition des Feindes

Als konkrete Beispiele für Straftäter, die vom Staat nicht mehr lediglich als falsch handelnde Personen beziehungsweise Bürger, sondern als Feinde betrachtet würden, nennt Jakobs (und definiert damit gleichzeitig seinen Feindbegriff):

„Individuen [.], die sich in ihrer Haltung (etwa bei Sexualdelikten) oder in ihrem Er­werbsleben (etwa bei Wirtschaftskriminalität, Rauschgiftkriminalität, sonst organisierter Kriminalität) oder durch Einbindung in eine Organisation (beim Terrorismus, bei orga­nisierter Kriminalität, schon bei der Verbrechensverabredung, § 30 StGB) vermutlich dauerhaft vom Recht abgewandt haben, also die kognitive Mindestgarantie nicht leisten, die für die Behandlung als Person erforderlich ist.“25

Dies ist allerdings nicht Jakobs' einzige Definition des Feindes. Genannt sei noch folgende:

„Der Feind ist ein Individuum, das sich in einem nicht nur beiläufigen Maß in seiner Haltung (Sexualdelikte, auch schon der alte „gefährliche“ Gewohnheitsverbrecher nach § 20a StGB) oder seinem Erwerbsleben (Wirtschaftskriminalität, organisierte Kriminali­tät, insbesondere auch Rauschgiftkriminalität) oder, hauptsächlich, durch seine Einbin- dung in eine Organisation (Terrorismus, organisierte Kriminalität, abermals Rauschgift­kriminalität, schon das alte „Mordkomplott“), also jedenfalls vermutlich dauerhaft vom Recht abgewandt hat und insoweit die kognitive Mindestsicherheit personellen Verhal­tens nicht garantiert und dieses Defizit durch sein Verhalten demonstriert.“26

Beide Definitionen klingen zunächst ähnlich. Es fällt jedoch auf, dass die zweitgenannte (frü­here) Definition im Verhältnis zur erstgenannten ein zusätzliches objektives Element enthält, nämlich dass die dauerhafte Abwendung vom Recht im Verhalten des Feindes zum Ausdruck kommen müsse. Ohne hiermit der Kritik des Jakobs'schen Feindbegriffs vorzugreifen, sei an­gemerkt, dass Jakobs ihn im Verlauf der Debatte offenbar stärker subjektiviert und damit aus­gedehnt hat.27

Ebenfalls bereits an dieser Stelle sei wegen des sachlichen Zusammenhangs und zur Illustrati­on des Widerhalls, den Jakobs' Thesen gefunden haben, eine weitere, von einem Unterstützer Jakobs' aufgestellte Definition des Feindes erwähnt:

„,Feind‘ ist, wer - mit all seinen Geistes- und Willensfähigkeiten - freiwillig entschei­det, sich selbst durch sein äußeres Verhalten vom sozialen System (partiell) zu exkludie- ren. Er lehnt die Normen als Orientierungsmuster bzw. als Richtschnur personalen und sozialen Verhaltens ab und leistet nicht das, was ein Bürger zu leisten hat, nämlich ko­gnitiv-normative Sicherheit.“28

[...]


1 Vgl. Depenheuer, Selbstbehauptung des Rechtsstaates, 11 f.

2 Insolera, Internationaler Terrorismus, 117. - Vgl. Pawlik, Der Terrorist, 12 f., 19-21.

3 Insolera, Internationaler Terrorismus, 117. - Vgl. Depenheuer, Selbstbehauptung des Rechtsstaates, 12, 20 f., 32; Jäger, FS Roxin 2011, 71 (77 f.); Pawlik, Der Terrorist, 22: „Welches Rechtsregime passt auf ein formen­sprengendes Phänomen wie den transnational-islamistischen Terrorismus?“

4 Jakobs, ZStW 97 (1985), 751.

5 Jakobs, ZStW 97 (1985), 751 (752-755; das wörtliche Zitat auf S. 762).

6 Heute hätte Jakobs auch die entsprechende Norm für ausländische terroristische Vereinigungen genannt (§ 129b StGB). - Vgl. zu den beiden Vorschriften Barisch, Die Bekämpfung des internationalen Terrorismus; Hawickhorst, § 129a StGB; Pawlik, Der Terrorist, 26-34.

7 Jakobs, ZStW 97 (1985), 751 (756 f., 772; das wörtliche Zitat auf S. 757).

8 Jakobs, ZStW 97 (1985), 751 (757-762, 772, 783 f.; das wörtliche Zitat auf S. 784). - Vgl. Pawlik, Der Ter­rorist, 27 f.

9 Z. B. Dencker, der von Jakobs' Begriffen ausgehend eine Entwicklung vom Bürger- zum Feindstrafrecht aus­macht (StV 1988, 262 [263-265]); Kindhäuser, Gefährdung als Straftat, 182: Man könne von Feindstrafrecht im Sinne Jakobs' sprechen, wenn bei der Schaffung von Strafrechtsnormen keine Rücksicht auf die Hand­lungsfreiheit des potentiellen Täters genommen werde, sondern allein der Schutz der Rechtsgüter des potenti­ellen Opfers bezweckt sei.

10 Jakobs, Das Selbstverständnis der Strafrechtswissenschaft.

11 Jakobs, HRRS 2004, 88; Jakobs, Staatliche Strafe; Jakobs, ZStW 117 (2005), 839; Jakobs, HRRS 2006, 289; Jakobs, Zur Theorie des Feindstrafrechts.

12 Jakobs, Das Selbstverständnis der Strafrechtswissenschaft, 51, 53; Jakobs, HRRS 2004, 88 (93); Jakobs, HRRS 2006, 289 (290).

13 Jakobs, Das Selbstverständnis der Strafrechtswissenschaft, 51 f. - Vgl. Jakobs, FS Spinellis, 447 (462 f.). - Eine ausführliche Kritik dieser vier Punkte (bei grundsätzlicher Zustimmung) bietet Morguet, Feindstraf­recht, 92-137.

14 Jakobs, HRRS 2004, 88 (88); Jakobs, HRRS 2006, 289 (293); Jakobs, Zur Theorie des Feindstrafrechts, 177. - Zustimmend Neumann, Feindstrafrecht, 301.

15 Ausführlich dargelegt in: Jakobs, Norm, Person, Gesellschaft, 28-49.

16 Z. B. Jakobs, HRRS 2006, 289 (292, 296).

17 Jakobs, FS Spinellis, 447 (447-449, 461); Jakobs, HRRS 2004, 88 (91). - Vgl. Jakobs, ZStW 117 (2005), 247 (257-262); Polaino Navarrete/Polaino-Orts, FS Kühl, 363 (367); Schick, ZIS 2012, 46 (54).

18 Jakobs, HRRS 2004, 88 (91, 93); Jakobs, HRRS 2006, 289 (291, 293 f.). - Vgl. Jakobs, ZStW 117 (2005), 839, (841-843); Jakobs, Zur Theorie des Feindstrafrechts, 170; Polaino Navarrete, FS Jakobs, 529 (547); Polaino Navarrete/Polaino-Orts, FS Kühl, 363 (368, 381); Polaino-Orts, FS Roxin 2011, 91 (98-102).

19 Jakobs, Das Selbstverständnis der Strafrechtswissenschaft, 50. - Vgl. Jakobs, Staatliche Strafe, 29 f.; Polai- no Navarrete/Polaino-Orts, FS Kühl, 363 (365 f.).

20 Jakobs, Das Selbstverständnis der Strafrechtswissenschaft, 49 f.; Jakobs, HRRS 2004, 88 (88). - Vgl. Ja­kobs, ZStW 117 (2005), 839 (844); Jakobs, HRRS 2006, 289 (292, 295).

21 „Feinde sind aktuell Unpersonen“ (Jakobs, Das Selbstverständnis der Strafrechtswissenschaft, 53; Hervorhe­bung nicht im Original). „Ein Feind muß nicht unbedingt Todfeind sein; wenn nicht, dann ist er eben Partial­feind“ (Jakobs, HRRS 2006, 289 [293]).

22 Jakobs, HRRS 2004, 88 (92-93). - Vgl. Jakobs, Das Selbstverständnis der Strafrechtswissenschaft, 53; Ja­ kobs, ZStW 117 (2005), 839 (844 f.); Polaino Navarrete/Polaino-Orts, FS Kühl, 363 (368 f.).

23 Jakobs, Staatliche Strafe, 41. - Weniger polemisch Polaino Navarrete/Polaino-Orts, FS Kühl, 363 (380): „Respektiert das Subjekt die Norm im Großen und Ganzen, handelt es als Person. Weicht der Täter von der Norm prinzipiell ab, dann verwandelt er sich von der Person zum Feind, weil er die anderen nicht als Person anerkennt, weil er selbst nicht mehr die kognitive Mindestgarantie leistet, als Person behandelt zu werden.“

24 Jakobs, ZStW 117 (2005), 839 (842); Jakobs, HRRS 2006, 289 (294).

25 Jakobs, HRRS 2004, 88 (92). - Vgl. Jakobs, Staatliche Strafe, 41 f.; so auch Schick, ZIS 2012, 46 (55 f.).

26 Jakobs, Das Selbstverständnis der Strafrechtswissenschaft, 52.

27 Vgl. Marzahn, Das Feindstrafrecht, 26 f.

28 Polaino-Orts, FS Roxin 2011, 91 (102).

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten

Details

Titel
Das Modell des Feindstrafrechts als Überschreitung rechtlicher Grenzen
Untertitel
Eine Analyse des Modells von Günther Jakobs
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Juristische Fakultät)
Veranstaltung
Seminar: Grenzen im Recht
Note
15 Punkte
Autor
Jahr
2019
Seiten
36
Katalognummer
V535732
ISBN (eBook)
9783346128720
ISBN (Buch)
9783346128737
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kommentar des Dozenten: "Das Literaturverzeichnis erscheint ziemlich vollständig. Es ist gut, dass Sie ausländische Quellen zitieren. [...] Auch Ihre Literaturauswertung ist gut. Ihre Darstellung ist sprachlich anspruchsvoll und im Wesentlichen gut lesbar. Die Gliederung ist nachvollziehbar. [...]"
Schlagworte
Feindstrafrecht, Günther Jakobs, Grenzen im Recht, Rechtliche Grenzen, Grenzüberschreitung, Terrorismus, Freund-und-Feind-Denken, Feindbegriff, Begriff des Feindes, Bürgerliches Strafrecht, Bürgerstrafrecht, Interne bürgerliche Sphäre, Vorverlagerung der Strafbarkeit, Bekämpfungsgesetzgebung, Bürger und Feind, Person im Recht, Person und Individuum, Theorie der Normgeltung, Kognitive Untermauerung der Normgeltung, Strafzweck, Entpersonalisierung, Depersonalisierung, Kritik des Feindstrafrechts, Organisierte Kriminalität, Menschenwürde, Subjektqualität, Personenstatus
Arbeit zitieren
Alexander Lauer (Autor), 2019, Das Modell des Feindstrafrechts als Überschreitung rechtlicher Grenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535732

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