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Zum Nachleben der Antike in der Frühen Neuzeit. Ein Überblick über die Antikenrezeption

Title: Zum Nachleben der Antike in der Frühen Neuzeit. Ein Überblick über die Antikenrezeption

Essay , 2017 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Tatjana Befuss (Author)

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"Ihren Anfang nimmt die Antikenbegeisterung des 17. Jahrhunderts im humanistischen Denken sowie den zahlreichen Funden antiker Kunstschätze, die – zu Anfang noch zufällig – entdeckt werden. Päpste und der hohe Adel beginnen mit dem Sammeln antiker Kunst. So gelangen die heute wohl berühmtesten Skulpturen aus der römischen Zeit in päpstliche sowie private Sammlungen hochgestellter Adelshäuser Italiens. Künstler aus ganz Europa strömen deshalb nach Italien, um sich an den antiken Werken zu schulen."

Der vorliegende Essay nimmt es sich zur Aufgabe, die Entwicklung der Antikenrezeption sowie den Beginn der Antikenbegeisterung darzulegen und die Entwicklung der Antikenrezeption in der Kunst der Frühen Neuzeit etwas näher unter die Lupe zu nehmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Essay

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis von Künstlern der Frühen Neuzeit zur antiken Kunst. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie sich das Verständnis und der Umgang mit antiken Vorbildern – vom akribischen Studium in der Renaissance bis hin zu kritischen und ironischen Brechungen bei Künstlern wie Rembrandt – im Laufe der Zeit wandelte und welche Rolle die Antikenrezeption für die Entwicklung eigenständiger künstlerischer Stile spielte.

  • Entwicklung des humanistischen Antikenstudiums und akademischer Kunsttheorien
  • Bedeutung von Studienreisen nach Italien für die künstlerische Ausbildung
  • Das Spannungsfeld zwischen Nachahmung (imitatio) und eigenständiger Neuschöpfung (aemulatio)
  • Die kritische und produktive Auseinandersetzung Rembrandts mit antiken Vorbildern
  • Vom barocken Ideal der idealisierten Schönheit hin zur realitätsnahen Darstellung menschlicher Affekte

Auszug aus dem Buch

Rembrandts kritischer Zugang zur Antike

Parallel zu Rubens erscheint ab den 1620-er Jahren der junge holländische Künstler Rembrandt auf der Bildfläche. Lange Zeit wurde dieser von der Forschung als ein „ungebildeter“ Künstler angesehen, der keinerlei Interesse an antiker Kunst aufgewiesen hatte. Schließlich berichtete bereits Sandrart, Rembrandt hätte sich dazu „erdreist“, seinen eigenen Stil zu entwickeln, ohne auf antike Vorbilder zurückzugreifen. Letztendlich beeinflusste diese Aussage die nachfolgende Forschung nicht zugunsten Rembrandts, der für lange Zeit als ungebildeter Maler gebrandmarkt wurde. Trotz aller Behauptungen scheint sich in den letzten Jahren ein neues Verständnis des Antikenbezugs bei Rembrandt durch die Forschung zu ziehen. Zweifellos können Rembrandts Werke nicht immer mit der Nachahmung antiker Werke zusammengebracht werden, denn das ist nie Rembrandts Absicht gewesen. Spielte Rubens noch in seinen Werken direkt auf die Vorbilder für seine Figuren an – denn diese sollten für den gebildeten Betrachter wiedererkennbar bleiben – so scheint das für Rembrandt nicht mehr von Bedeutung gewesen zu sein. Vielmehr geht Rembrandt laut MÜLLER auf eine produktive, subversive und kritische Weise mit der Antike um. Auch die Ironie, die als Teil einer skeptischen Geisteshaltung verstanden werden muss, setzt Rembrandt häufig in Bezug zur Antike. In seinen Gemälden Bileam und die Eselin (1626) oder der Blendung des Simson (1636) könnte ein Bezug zur Laokoongruppe gesehen werden – muss jedoch nicht. Keinesfalls sollte man deshalb versuchen in Rembrandts Gemälden nach direkten antiken Vorbildern zu suchen, denn diese sind bei Rembrandt, in der für Künstler des 17. Jahrhunderts gewohnten Form, nicht zu finden.

Zusammenfassung der Kapitel

Essay: Dieser Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der Antikenrezeption von der Renaissance bis in das 17. Jahrhundert und beleuchtet insbesondere den Wandel im Umgang mit antiken Vorbildern anhand der Beispiele von Künstlern wie Michelangelo, Tizian, Rubens und Rembrandt.

Schlüsselwörter

Antikenrezeption, Frühe Neuzeit, Rembrandt, Antikenstudium, Renaissance, Humanismus, Kunsttheorie, Imitatio, Aemulatio, Laokoongruppe, Apoll von Belvedere, Kunstgeschichte, Malerei, Affektdarstellung, Klassizismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem „Nachleben der Antike“ in der Frühen Neuzeit und analysiert, wie sich der künstlerische Umgang mit der antiken Tradition über verschiedene Epochen hinweg verändert hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf dem humanistischen Interesse an antiken Schriften und Skulpturen, dem akademischen Kunststudium, der Bedeutung von Italienreisen sowie dem künstlerischen Wetteifern mit der Antike.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Wandel in der Antikenrezeption aufzuzeigen, wobei insbesondere untersucht wird, warum und wie Künstler wie Rembrandt von der klassischen Nachahmung abwichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer kunsthistorischen Analyse, die schriftliche Quellen der Zeit, Nachlassinventare und eine kritische Auseinandersetzung mit der bisherigen Forschungsliteratur kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Entwicklung vom akribischen Kopieren antiker Vorbilder (exemplum doloris) hin zu einer kritischen, eigenständigen Interpretation bei Künstlern der jüngeren holländischen Generation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Antikenrezeption, Frühe Neuzeit, Rembrandt, Imitatio, Aemulatio, Humanismus und das Spannungsfeld zwischen antiker Idealform und menschlicher Affektdarstellung.

Warum wird Rembrandt oft als „ungebildeter“ Künstler missverstanden?

Diese Zuschreibung beruht auf frühen Berichten, wie etwa von Joachim von Sandrart, der Rembrandts eigenwilligen Stil ohne klassische Italienreise als Mangel an Bildung interpretierte.

Welche Rolle spielt die Ironie in Rembrandts Werk in Bezug auf die Antike?

Rembrandt nutzt die Antike auf eine subversive Weise; er bricht mit dem Ideal der „schönheitlichen Überhöhung“ und nutzt antike Anspielungen oft, um Konventionen zu hinterfragen oder die „Hässlichkeit des Leidens“ darzustellen.

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Details

Title
Zum Nachleben der Antike in der Frühen Neuzeit. Ein Überblick über die Antikenrezeption
College
University of Freiburg
Grade
1,0
Author
Tatjana Befuss (Author)
Publication Year
2017
Pages
17
Catalog Number
V536602
ISBN (eBook)
9783346137012
ISBN (Book)
9783346137029
Language
German
Tags
Antikenrezeption frühe neuzeit rembrandt sandrart italien rom antike dürer tizian
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tatjana Befuss (Author), 2017, Zum Nachleben der Antike in der Frühen Neuzeit. Ein Überblick über die Antikenrezeption, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/536602
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