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Die Intertextualität zwischen Simon Dachs "Mey-Liedchen" und Martin Opitz' "Ach Liebste / laß vns eilen"

Title: Die Intertextualität zwischen Simon Dachs "Mey-Liedchen" und Martin Opitz' "Ach Liebste / laß vns eilen"

Bachelor Thesis , 2019 , 40 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Sarah Sommer (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Summary Excerpt Details

Martin Opitz gilt als DER Dichter des deutschen Barock. Mit seinem Gedicht "Ach Liebste / laß vns eilen" schuf er einen Mustertext, der in der deutschen Barockliteratur zahlreiche Nachahmer fand. Simon Dach gehört zu diesen Nachahmern. Sein Gedicht "Mey-Liedchen" soll dem opitzschen Gedicht gegenüber gestellt werden. Beide Gedichte werde im Zuge der vorliegenden Arbeit analysiert, im Kontext der literarischen Situation im 17. Jahrhundert betrachtet und miteinander verglichen.

Auf den Zusammenhang zwischen den beiden Gedichten wird in der Literatur zwar hin und wieder hingewiesen, eine ausführliche
Gegenüberstellung steht bisher allerdings noch aus. Lediglich Wulf Segebrecht geht in einem Aufsatz kurz auf das Verhältnis der beiden Gedichte ein, aber auch dieser Vergleich geht nicht in die Tiefe. Die vorliegende Arbeit will sich daher ausführlich mit beiden Gedichten auseinandersetzen und sie gegenüberstellen. Der Fokus soll dabei auf der Frage nach der intertextuellen Beziehung der Gedichte liegen und wie diese Beziehung zu bewerten ist. Dazu soll folgende These aufgestellt und innerhalb dieser Arbeit überprüft werden: Simon Dachs „MeyLiedchen“ ist eine aemulatio des Gedichts „Ach Liebste / laß vns eilen“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINFÜHRUNG

2 MARTIN OPITZ: „ACH LIEBSTE / LAß VNS EILEN“

2.1 Formale Analyse

2.2 Inhaltliche Analyse

3 SIMON DACH: „MEY-LIEDCHEN“

3.1 Formale Analyse

3.2 Inhaltliche Analyse

4 LITERARISCHE SITUATION IM 17. JAHRHUNDERT

4.1 Deutsche Barockliteratur im europäischen Kontext

4.2 imitatio und aemulatio

5 OPITZ‘ NACHAHMUNGSPOETIK UND DAS FRANZÖSISCHE VORBILD „MA BELLE JE VOUS PRIE“

6 SIMON DACH UND SEINE DICHTUNGSTRADITION

7 SIMON DACH UND MARTIN OPITZ

8 INTERTEXTUELLE BEZÜGE

8.1 Gedichtvergleich

8.2 Fazit

9 ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht die intertextuellen Beziehungen zwischen Simon Dachs „Mey-Liedchen“ und Martin Opitz‘ „Ach Liebste / laß vns eilen“. Ziel ist es, die These zu überprüfen, ob es sich bei Dachs Werk um eine aemulatio handelt, und dabei die literarischen Einflüsse, die Rolle der imitatio und die spezifische Bedeutung von Vergänglichkeit und Zeit in der Barocklyrik zu analysieren.

  • Analyse der formalen und inhaltlichen Aspekte beider Gedichte
  • Untersuchung der literarischen Situation im 17. Jahrhundert
  • Explikation der Begriffe imitatio und aemulatio im Kontext der Barockpoetik
  • Vergleich der französischen Vorbilder und deren Einfluss auf die deutsche Dichtung
  • Darstellung der Dichtungstradition von Simon Dach und dem Königsberger Dichterkreis

Auszug aus dem Buch

2.2 Inhaltliche Analyse

Der erste Vers „Ach Liebste / laß vns eilen“12, der heute auch als Titel des Gedichts verwendet wird, wird durch die Interjektion „Ach“ (O 1) eröffnet. Was zunächst eher ungewöhnlich erscheint, erschließt sich, wie sich zeigen wird, durchaus im Kontext des gesamten Liedes. Das schon im Mittelhochdeutschen gebräuchliche „Ach“ ist Ausdruck einer schmerzhaften Empfindung oder Ausdruck der Verwunderung und wird bis heute in dieser Bedeutung verwendet, aber inzwischen oftmals auch ironisch gebraucht. Hier steht es vor allem als Ausdruck des Bedauerns. Die Antithese „Ach Liebste / laß vns eilen / Wir haben Zeit“ (O 1,2) schafft zwar zunächst durch die kontrastierenden Begriffe „Eile“ und „Zeit“ Verwirrung, doch schon die folgenden Verse schaffen Klarheit. Sie lassen keinen Zweifel daran, dass die Zeit rennt: „Es schadet das verweilen / uns beyderseit. / Der edlen Schönheit Gaben / Fliehn fuß für fuß.“ (O 3-6) Und bei genauerer Betrachtung der Eingangsverse erschließt sich die Bedeutung, der zunächst wenig sinnvoll erscheinenden Worte „Wir haben Zeit“. Die „Zeit“ meint hier die „rechte Zeit“ und verweist damit auf die aus der griechischen Mythologie stammende Figur der Occasio.13 Wie dem lateinischen Namen zu entnehmen ist, ist sie die Göttin der Gelegenheit.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINFÜHRUNG: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Opitz‘ Dichtung dar, führt die Problematik der intertextuellen Bezüge ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage zur Bewertung des Verhältnisses von Dachs „Mey-Liedchen“ zu Opitz‘ Vorlage.

2 MARTIN OPITZ: „ACH LIEBSTE / LAß VNS EILEN“: Das Kapitel behandelt die Entstehungsgeschichte sowie die formalen und inhaltlichen Besonderheiten von Opitz‘ Gedicht, wobei insbesondere die Rolle der Occasio und des petrarkistischen Schönheitspreises untersucht wird.

3 SIMON DACH: „MEY-LIEDCHEN“: Hier werden die Veröffentlichung und die musikalische Einbettung des Liedes beleuchtet, gefolgt von einer Analyse der formalen Struktur und der inhaltlichen Verknüpfung von Naturmetaphorik und Vergänglichkeit.

4 LITERARISCHE SITUATION IM 17. JAHRHUNDERT: Dieses Kapitel verortet die deutsche Barockliteratur im europäischen Vergleich und definiert die für die Zeit essenziellen Konzepte der imitatio und aemulatio.

5 OPITZ‘ NACHAHMUNGSPOETIK UND DAS FRANZÖSISCHE VORBILD „MA BELLE JE VOUS PRIE“: Die Analyse konzentriert sich hier auf die Rolle von Gabriel Bataille als mutmaßliches Vorbild und zeigt auf, wie Opitz durch gezielte Änderungen seine Eigenständigkeit beweist.

6 SIMON DACH UND SEINE DICHTUNGSTRADITION: Dieses Kapitel widmet sich dem Königsberger Dichterkreis und der spezifischen Art der Gelegenheitsdichtung bei Dach, die stark durch christliche Frömmigkeit und das Memento-Mori-Motiv geprägt ist.

7 SIMON DACH UND MARTIN OPITZ: Die Untersuchung betrachtet die Verehrung des „Vaters der deutschen Dichtung“ durch Dach und seinen Kreis sowie die daraus resultierende Vorbildfunktion für Dachs eigenes Schaffen.

8 INTERTEXTUELLE BEZÜGE: Ein detaillierter Gedichtvergleich führt die bisherigen Analysen zusammen, um die Art der intertextuellen Beziehung zwischen Dach und Opitz zu bestimmen und als imitatio zu klassifizieren.

9 ZUSAMMENFASSUNG: Abschließend werden die zentralen Ergebnisse zusammengeführt, wobei die Ausgangsthese, Dachs Lied sei eine aemulatio, widerlegt und als gelungene imitatio bestätigt wird.

Schlüsselwörter

Intertextualität, Martin Opitz, Simon Dach, Barocklyrik, imitatio, aemulatio, Vergänglichkeit, Carpe Diem, Occasio, Königsberger Dichterkreis, Gelegenheitsdichtung, Metrik, Naturmetaphorik, Memento Mori, Literaturgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die literarischen Abhängigkeiten und Bezüge zwischen dem „Mey-Liedchen“ von Simon Dach und dem Gedicht „Ach Liebste / laß vns eilen“ von Martin Opitz.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert sich auf die barocke Lyrik, die Konzepte der Nachahmung (imitatio/aemulatio), das Motiv der Vergänglichkeit und die literarischen Bestrebungen des 17. Jahrhunderts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Die Arbeit prüft die These, ob Simon Dachs „Mey-Liedchen“ eine direkte Überbietung (aemulatio) von Opitz‘ Vorlage darstellt oder als kreative Nachahmung (imitatio) zu werten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Beantwortung der Fragestellung verwendet?

Es wird eine vergleichende Gedichtanalyse (formal und inhaltlich) durchgeführt, die durch eine Untersuchung des literaturhistorischen Kontextes und der intertextuellen Bezüge ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung primär behandelt?

Der Hauptteil analysiert beide Gedichte unabhängig voneinander, betrachtet das französische Vorbild Batailles, die literarische Tradition von Simon Dach sowie die intertextuellen Korrelationen zwischen Dach und Opitz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Neben den Namen der beiden Dichter stehen Begriffe wie Intertextualität, Barocklyrik, Carpe Diem, Occasio und imitatio im Zentrum der Analyse.

Warum spielt die Figur der „Occasio“ eine so wichtige Rolle in der Analyse?

Die Occasio, die Göttin der Gelegenheit, ist ein zentrales Motiv, das bei Opitz subtil und bei Dach explizit eingebaut wurde, um die Notwendigkeit der „Eile“ zur Nutzung der Lebenszeit zu begründen.

Was unterscheidet das „Mey-Liedchen“ in seiner Grundstimmung von Opitz‘ Gedicht?

Während bei Opitz eine eher drängende, melancholische und von Vergänglichkeit geprägte Stimmung herrscht, erzeugt Dach durch den Frühlingsbezug und die Form eine heitere, an eine Hochzeitsfeier orientierte Atmosphäre.

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Details

Title
Die Intertextualität zwischen Simon Dachs "Mey-Liedchen" und Martin Opitz' "Ach Liebste / laß vns eilen"
College
University of Stuttgart  (Institut für Literaturwissenschaft)
Grade
1,5
Author
Sarah Sommer (Author)
Publication Year
2019
Pages
40
Catalog Number
V536689
ISBN (eBook)
9783346137210
ISBN (Book)
9783346137227
Language
German
Tags
Simon Dach Martin Opitz Intertextualität aemulatio Mey-Liedchen 17.Jahrhundert Barock Gedichtvergleich Bataille
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Sommer (Author), 2019, Die Intertextualität zwischen Simon Dachs "Mey-Liedchen" und Martin Opitz' "Ach Liebste / laß vns eilen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/536689
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