Diese Untersuchung analysiert auf der Grundlage von Experteninterviews den Diskurs um die Einstellung gegenüber dem Islam und seinen Glaubensanhängern in der deutschen Gesellschaft. Auf dieser Grundlage wird der soziökonomische Status betrachtet, um durchleuchten zu können, welche starken Vorbehalte gegenüber dem Islam in der deutschen Gesellschaft bestehen.
Diese Arbeit geht von der Annahme aus, dass die Ereignisse, die auf den ersten Blick als "Unterdrückung des sozioökonomischen Status der Muslimen in Deutschland" bezeichnet werden, in einem Zusammenhang zu den Einstellungen gegenüber dem Islam zu sehen sind. Der Islam wird offenbar von vielen Menschen mit Fundamentalismus, Gewaltneigung und der Unterdrückung der Frau in Verbindung gebracht. Daher wird in dieser Arbeit die Frage behandelt, wie die deutsche Mehrheitsgesellschaft gegenüber dem Islam in Bezug auf Geschlecht, Einkommen und Bildung eingestellt ist. Um diese Frage zu beantworten, werden zunächst Hypothesen formuliert, die dieser Arbeit zugrunde liegen und die im Verlaufe der Arbeit dann verifiziert oder falsifiziert werden sollen. Dazu wird eine Übersicht über aktuelle Literatur zum Forschungsstand zu dem Thema gegeben, um Anhand dessen die Erkenntnisse mit in die Hypothesengenerierung mit einfließen zu lassen.
Im nächsten Schritt wird der Datensatz beschrieben. Hierbei werden zuerst die Variablen aus dem verwendeten Datensatz des ALLBUS (Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften) vorgestellt, die zur Beantwortung der Forschungsfrage eine wichtige Rolle spielen.
Im Folgenden erfolgt die Auswertung der Daten, die mit Hilfe der Software "Stata" gewonnen werden konnten. Die Auswertung wird mit Hilfe der Multivariaten Analysemethode in zwei Schritte aufgeteilt. Zu Beginn steht die Multivariate Auswertung – Faktorenanalyse, die zu einer Reduktion der Variablen auf wenige, den manifesten Variablen zugrundeliegende Faktoren führt. Im Anschluss erfolgt die Multivariate Analyse mittels linearer Regression, was den Hauptteil dieser Arbeit ausmacht, um die Einstellung gegenüber dem Islam zu identifizieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungsstand
3. Forschungsfrage und Hypothesenformulierung
4. Methodik
4.1 Datensatz
4.2 Abhängige Variablen
4.3 Unabhängige Variable
5. Auswertung
5.1 Multivariate Analyse
5.1.1 Faktorenanalyse
5.1.2 Regression
5.2 Empirische Ergebnisse
6. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die deutsche Mehrheitsgesellschaft gegenüber dem Islam in Bezug auf Geschlecht, Einkommen und Bildung eingestellt ist, um bestehende Vorbehalte zu analysieren und Einflussfaktoren statistisch zu überprüfen.
- Analyse der Einstellungen gegenüber dem Islam und Muslimen in Deutschland
- Einfluss des sozioökonomischen Status auf die Einstellungsbildung
- Empirische Untersuchung mittels ALLBUS-Datensatz (2012)
- Verwendung multivariater Analyseverfahren (Faktorenanalyse und lineare Regression)
- Überprüfung von Hypothesen zu Bildung, Einkommen und Geschlecht
Auszug aus dem Buch
Forschungsstand
Es gilt zunächst darzustellen, welche Befunde die Forschung zum Verlauf des Islamdiskurses in Deutschland in den letzten Jahren ergeben hat.
Innerhalb weniger Jahrzehnte ist die Zahl der Muslime in Deutschland auf vier Millionen und damit auf rund fünf Prozent der Bevölkerung angewachsen (Speer 2017: 115). Sie bilden die größte religiöse Gruppe nach den Mitgliedern der römisch-katholischen Kirche und der evangelischen Landeskirchen – wenn auch mit deutlichem Abstand (ebd.). Der Islam in Deutschland erlebte in den letzten fünfzehn Jahren eine sehr ambivalente Entwicklung. Einerseits nimmt die Islamfeindlichkeit – wie in den meisten westlichen Gesellschaften mit einer muslimischen Minorität – weiterhin zu, andererseits intensiviert sich die strukturelle Integration und Partizipation der Muslime sowie ihrer Organisationen (Antes/Ceylan 2017: 155).
Informationen über die Zahl und den Anteil der Muslime in Deutschland stellen für die öffentliche Verwaltung eine wichtige Planungs- und Steuerungsgrundlage dar (Stichs 2015: 8). Dies gilt etwa zur Einschätzung des Bedarfs an öffentlichen Angeboten für Muslime, wie beispielweise islamischem Religionsunterricht an Schulen. Dies betrifft die Realitäten des Lebens und des sozialen und religiösen Verhaltens der muslimischen Bevölkerung in Deutschland (ebd.). El-Menouar, Islamexpertin bei der Bertelsmann-Stiftung, schrieb über eine Vermutung, dass in Deutschland bei Muslimen mit einem Anstieg der Religiosität ein Rückgang der sogenannten Platzierung in der Gesellschaft einhergeht (Leubecher 2017).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Relevanz von Muslimen in Deutschland in Medien und Forschung und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Einstellungen der Mehrheitsgesellschaft in Bezug auf sozioökonomische Faktoren.
Forschungsstand: Dieses Kapitel fasst aktuelle Studien und Diskurse zum Islam in Deutschland zusammen und thematisiert die Ambivalenz zwischen zunehmender Islamfeindlichkeit und struktureller Integration.
Forschungsfrage und Hypothesenformulierung: Es werden zentrale Hypothesen aufgestellt, die einen positiven Zusammenhang zwischen Bildung bzw. Einkommen und der Einstellung gegenüber dem Islam postulieren.
Methodik: Das Kapitel beschreibt die quantitative Datengrundlage (ALLBUS 2012), die Operationalisierung der abhängigen Variablen (Indexbildung) sowie die Auswahl der unabhängigen Kontrollvariablen.
Auswertung: Die Auswertung umfasst die methodische Vorbereitung der Daten mittels Faktorenanalyse zur Indexbildung und die Anwendung linearer Regressionsmodelle zur Hypothesenprüfung.
Schlussfolgerung: Die Ergebnisse bestätigen, dass vor allem Einkommen und formale Schulbildung die Einstellungen zum Islam beeinflussen, während der direkte Geschlechtereffekt unter Kontrolle des Einkommens an Bedeutung verliert.
Schlüsselwörter
Islam, Muslime, Deutschland, Einstellungen, Diskurs, ALLBUS, sozioökonomischer Status, Einkommen, Bildung, Geschlecht, Faktorenanalyse, Regression, Integration, empirische Forschung, Datensatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Einstellungen der deutschen Mehrheitsgesellschaft gegenüber dem Islam und Muslimen unter Berücksichtigung sozioökonomischer Merkmale.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der gesellschaftliche Islamdiskurs, die sozioökonomische Integration von Muslimen und die statistische Analyse von Einstellungsdaten.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: Wie hat sich die deutsche Gesellschaft gegenüber dem Islam in Bezug auf Geschlecht, Bildung und Einkommen eingestellt?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden quantitative Methoden angewandt, konkret eine Faktorenanalyse zur Konstruktbildung und eine multiple lineare Regression zur Identifikation von Einflussfaktoren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Beschreibung der Daten, die methodische Aufbereitung und Durchführung der multivariaten Analysen sowie die Interpretation der statistischen Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Islam, Einstellungen, Einkommen, Bildung, Regression und ALLBUS-Daten.
Wie wurde die abhängige Variable "AttIslam" erstellt?
Die Variable wurde durch eine Faktorenanalyse von fünf Items (v204-v208) validiert und zu einem metrischen Index zusammengefasst, wobei negative Items vorab umkodiert wurden.
Welchen Einfluss hat das Einkommen auf die Einstellung zum Islam?
Die Analyse zeigt einen signifikanten positiven Zusammenhang: Je höher das Einkommen einer Person ist, desto positiver ist sie gegenüber dem Islam eingestellt.
Warum spielt die Variable Geschlecht eine untergeordnete Rolle?
Obwohl Frauen zunächst negativer eingestellt erscheinen, verliert das Geschlecht seine statistische Signifikanz, wenn das Einkommen als Kontrollvariable in das Modell aufgenommen wird.
Welche Einschränkungen nennt der Autor?
Zu den Einschränkungen zählen das Alter des Datensatzes und das Fehlen einer spezifischen Variable zum direkten Kontakt mit Muslimen am Arbeitsplatz.
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- Anonym (Author), 2017, Einstellungen zum Islam und zu Muslimen in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537375