Influencer Marketing. Moderne Vehikel der Informations- und Inhaltsübertragung

Chancen und Risiken für Unternehmen


Studienarbeit, 2019

28 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Anglizismen

1 Einleitung

2 Wesentliche Begrifflichkeiten
2.1 Web 2.0 und Social Media
2.2 Influencer und Influencer-Typen
2.3 Influencer-Marketing

3 Verortung des Influencer-Marketings
3.1 Abgrenzung zu anderen Marketingansätzen
3.2 Integration des Influencer-Marketings im Marketingmix von Unternehmen

4 Umsetzung des Influencer-Marketings im Unternehmen
4.1 Erfolgreiche Kommunikation – PESO-Modell
4.2 Die relevantesten Influencing-Kanäle mit Fokus auf Instagram

5 Chancen des Influencer-Marketings

6 Risiken des Influencer-Marketings

7 Anwendung auf das Produktkonzept

8 Fazit

Literaturverzeichnis

Abstract

„Traditional marketing just doesn’t seem to work that well anymore.“1

Die Arbeit im Marketing und der damit zusammenhängende Abverkauf von Produkten oder Dienstleistungen setzt heutzutage eine Online-Präsenz voraus. Dabei ist es notwendig sein Online-Publikum miteinzubeziehen, um eine Markenbekanntheit zu etablieren und das Geschäft auszubauen. Bei der aktuellen Überflutung von Werbeangeboten im virtuellen Netz, ist es nicht immer einfach für Unternehmen potenzielle Konsumtenen zu erreichen. Zunehemend machen Werbetreibende von den Vorteilen der Mundpropaganda Gebrauch und integrieren vor diesem Hintergund das Influencer-Marketing als Strategie in den Marketingmix ihrer Unternehmen.

Diese Studienarbeit untersucht vor dem Hintergrund des Influencer-Marketings den Einsatz von Influencern durch Unternehmen. Dabei werden die Chancen und Risiken für die jeweiligen Unternehmen hinterleuchtet. Dazu werden zunächst grundlegende Bergrifflichkeiten geklärt, anschließend die Verortung des Influencer-Marketings vorgenommen und Aspekte der erfolgreichen Umsetzung des Influencer-Marketings in Unternehmen, zum Beispiel durch die Betrachtung des PESO-Modells, dargestellt.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Insights eines Beitrags auf Instagram

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anglizismen

Ad BlockerWerbefilter

Background-Recherche Hintergrundforschung

Blog Online-Tagebuch

Blogger Privatperson, die ein Blog führt

Commitment Engagement/Verbindlichkeit

Community gemeint ist Gemeinschaft in sozialem Medium

Content Inhalt

Feedback Rückmeldung

Follower Ein Teilhaber eines sozialen Netzwerkes, der aktiv ein Ereignis / einen anderen Account verfolgt

Image Außenbild, hier: subjektives Erscheinungsbild eines Unternehmens

Influencer Beeinflusser

Know-How Fachwissen

Lifestyle Lebensstil

Likes wie vielen Menschen ein Beitrag gefällt

Many-to-Many Kommunikationsgebilde: Viele Sender, viele Empfänger

Media Content Medien Inhalt

One-to-Many Kommunikationsgebilde: Ein Sender, viele Empfänger

Prosumenten Konsumenten, die gleichzeitig Produzenten sind, oder auch Produzenten, die gleichzeitig Konsumenten sind

Social Media soziale Medien

Via über

Viral bezeichnet die überproportionale Reichweitengewinnung eines Inhalts in

einem Netzwerk

World Wide Web;Web weltweites Netz

Website Internetpräsenz, auf die durch eine eindeutige Adresse zugegriffen werden kann

1 Einleitung

Eine moderne Welt ohne Internet und digitale Vernetzung ist praktisch undenkbar geworden. Für einen Großteil der Bevölkerung hat der ständige Informationsaustausch und die mediale Unterhaltung Einzug in den Alltag erhalten.2 Durch Online-Netzwerke und die Existenz technisch ausgereifter Endgeräte zur Darstellung vielfältiger medialer Inhalte, hat damit auch das Social Media (dt. soziale Medien) Einzug in die Mitte der Gesellschaft genommen.3 Wenn es um die Kundenansprache über die sozialen Medien geht, steht diese Form der Kommunikation nicht mehr für den traditionellen „One-to-Many“-Monolog, sondern vielmehr für den „Many-to-Many“-Dialog. Das Fernsehen, als klassischer Repräsentant für den „One-to-many“ Monolog, bot keine Möglichkeit zum öffentlichen Meinungsaustausch, wohingegen mit dem Einzug der weiterentwickelten Online-Netzwerke („Web 2.0“), Privatpersonen ohne ein bestimmtes Experten-Know-How große Menschenmassen erreichen können.4

Klassische Werbemaßnahmen rücken dabei immer weiter in den Hintergrund und werden von den Kunden zunehmend weniger akzeptiert. 83 Prozent aller Kunden bzw. Konsumenten legen mehr Wert auf Empfehlungen von Vertrauten, Vorbildern oder unabhängigen Spezialisten, welche in der digitalen Umwelt u. a. als sogenannte Influencer auftreten.5 Angesichts dieser omnipräsenten gesellschaftlichen Relevanz siedelt sich das Influencer-Marketing als zenraler Bereich im Marketing-Mix von Unternehmen an.6

Sogenannte „Influencer“ beeinflussen Menschen hinsichtlich ihrer Produktwahrnehmung bzw. Kaufentscheidungen über bekannte Social Media Kanäle wie Instagram, Facebook, YouTube und Co. Die Chance der „viralen“ und wirkungsvollen Verbreitung von Meinungen zu bestimmten Produkten oder Dienstleistung nutzen Unternehmen deshalb zunehmend aus.7 Die folgende Arbeit stellt das Influencer-Marketing und die damit zusammenhängenden möglichen Chancen, ebenso wie die Risiken für Unternehmen, dar.

2 Wesentliche Begrifflichkeiten

In diesem Kapitel werden die wesentlichen Begrifflichkeiten, welche im Kontext dieser Studienarbeit aufgeführt und verwendet werden, vorgestellt. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf den bereits in der Einleitung angeschnittenen Begriffen „Web 2.0“ und „Social Media“. Auch werden terminologische Definitionen zu den Begriffen „Influencer“, wobei hier auf unterschiedliche Typen eingegangen wird, und ,,Influencer-Marketing” angebracht.

2.1 Web 2.0 und Social Media

Der Begriff „Web 2.0“ fand Einzug in die Gesellschaft um das Jahr 2000.8 Seither wird Web 2.0 vor dem Hintergrund der veränderten Nutzung des Internets oder auch des World Wide Webs verstanden. In den Fokus rückt dabei die veränderte soziotechnische Nutzung des Internets, bei welcher Internetnutzer nicht mehr nur passive Zuschauer der verbreiteten Informationen sind, sondern die Möglichkeit erhalten öffentlich kommunizierend an Medieninhalten teilzunehmen.9 Folglich werden unter Webnutzern nicht nur Konsumenten bestimmter medialer Inhalte verstanden, vielmehr sind es heutzutage tatkräftig handelnde „Prosumenten“. Als solcher kann jedes beliebige Individuum Media Content konsumieren und diesen selbst erstellen. Sinnbildlich für die neuen Kommunikationsformen stehen in vielen Hinsichten die sozialen Medien, die über Plattformen wie zum Beispiel Instagram, Blogs und Facebook gelebt werden.10

„Social Media“ lässt sich ins Deutsche mit „Soziale Medien“ übersetzen und bietet im Allgemeinen als Träger von digitalen Informationen die Möglichkeit zur Massenkommunikation. Die sozialen Medien sind von klassischen Medien wie der Zeitung, Magazinen oder Television zu unterscheiden. Diese Unterscheidung bedingt sich dadurch, dass Soziale Medien die Möglichkeit zur sozialen und digitalen Vernetzung bieten.11 In der Social Media Umgebung können übermittelte Informationen von Empfängern individuell interpretiert und weiter geteilt werden, wobei diese dann wieder als Sender fungieren.12 Das Influencer-Marketing bedient sich an dem Vorteil, den diese Interaktivität in den sozialen Medien bietet: Diverse Web User fungieren im Social Web als Influencer bzw. Markenbotschafter und nehmen durch Aussagen über ein Unternehmen oder eine Marke Einfluss auf den Kaufentscheidungsprozess ihrer Follower.13 Das Web 2.0 bzw. die sozialen Medien bilden damit den zentralen Ort für das Influencer-Marketing.

2.2 Influencer und Influencer-Typen

Beachtung in den sozialen Medien erhalten vor allem die sogenannten „Influencer“, welche durch die öffentliche Darstellung von Lifestyle-, Fitness-, Reise-, Ernährungs- oder Mode-Themen zu einer neuen Generation von Leitfiguren werden.14 Als digitale Influencer (dt. Beeinflusser) werden Menschen bezeichnet, die mit ihren Botschaften zu diversen Marken oder Produkten, über einen oder mehrere webbasierte Kommunikationskanäle, einen starken Einfluss auf ihre Anhängerschaft ausüben können.15 In dieser Arbeit sind mit Kanälen, soziale Netzwerke, wie Instagram, Facebook, Twitter und YouTube gemeint. Dabei erfolgt die direkte soziale Interaktion zwischen Influencern und ihren Followern gewöhnlicherweise in Form von Texten, Videos und Fotos.

Die Meinungsmacher grenzen sich durch mehrerlei Merkmale von der Masse der Social-Media-Nutzer ab. Die wesentlichsten Abgrenzungsmerkmale sind die Reichweite, das eindeutige „Commitment“ zu den geteilten Inhalten und der Expertenstatus des Influencers.

Eine große Reichweite meint, dass überproportional viele Personen von dem Beitrag des Markenbotschafters erreicht werden. Dies hängt u. a. mit einer hohen Anzahl an Followern des Influencers zusammen.16 Unterschieden wird zwischen Nano-, Micro-, Macro- und Mega-Influencer. Nano-Influencer haben bis zu 10.000 Follower, weisen eine hohe Interaktionsrate auf und wirken in der Regel sehr authentisch, da sie ihre Follower oft auch persönlich kennen. Micro-Influencer haben durchschnittlich zwischen 10.001 bis 25.000 Anhänger und unterscheiden sich hinsichtlich Authentizität und Engagement nur minimal von Nano-Influencern. Ab einer Reichweite von 100.000 Followern oder mehr spricht man von Macro-Influencern. Diese charakterisieren sich durch eine hohe Professionalität in der Beitragserstellung und sind in bestimmten Themengebieten Experten, wodurch sie vertrauenswürdig wirken. Der Macro Influencer weist eine geringere Interaktionsrate auf, da bei steigender Followerzahl die Interaktionsrate sinkt.17 Mega-Influencer besitzen mehrere Millionen Anhänger und werden ebenfalls durch eine niedrige Interaktionsrate charakterisiert.18

Unter dem Alleinstehungsmerkmal „Commitment“ versteht man die Passion bzw. das durchgehend kongruente und kontinuierliche Teilen bestimmter Inhalte des Influencers, wodurch die Konsumenten gleichzeitig eine gesteigerte Sympathie für den Influencer empfinden. Durch den Expertenstatus auf ihren Themengebieten wirken Influencer gegenüber ihren Konsumenten authentisch und haben dementsprechend Einfluss auf Kaufentscheidungen.19 Grundsätzlich kann sich jeder Nutzer der sozialen Medien eine reichweitenstarke Community aufbauen, ohne dabei von Anfang an ein bestimmtes Talent aufzuweisen. Einige der derzeit erfolgreichen Influencer hatten nicht zwingend die Intention berühmt zu werden und fortlaufend Werbung für Produkte und Marken zu machen. Sie wollten vielmehr unterhalten oder individuelle Themen mit anderen teilen. Die gesteigerte Authentizität, die ein Influencer daher gegenüber einer herkömmlichen Werbeperson mitbringt, macht seine Empfehlungen besonders kostbar und damit attraktiv für Unternehmen.20

Der Bergriff „Influencer“ wird zum besseren Verständnis in fünf Influencertypen aufgegliedert, wobei die Grenzen verschwimmen können:

1. Advocates = Loyale Markenfans: Freunde und Bekannte wenden sich bei konkreten Fragen zum Produkt an sie.
2. Ambassadors = Unternehmens- oder Markenbotschafter: Das können eigene Mitarbeiter sein oder Influencer, die über einen längeren Zeitraum an das Unternehmen gebunden sind.
3. Citizen Influencer: Personen, die in den sozialen Medien sehr vernetzt, als auch aktiv sind und dadurch einen überdurchschnittlichen Einfluss haben. Sie unterscheiden sich zu den „Advocates“ insofern als, dass sie nicht unbedingt Fan einer Marke sind.
4. Professionals/Occupational Influencer: Personen, die karrierebedingt einflussreich sind, z.B. Steve Jobs.
5. Celebrity Influencer: Damit sind klassische Prominente (Stars, Schauspieler, Sportler etc.) gemeint, welche z.B. durch das Tragen einer Marke Aufmerksamkeit für sie erzeugen.21

2.3 Influencer-Marketing

Influencer-Marketing vereint traditionelle Konzepte, verleiht ihnen eine moderne Social-Media-Essenz und bringt sie auf Plattformen zur Anwendung, welche sich fast täglich ändern. Das Influencer-Marketing ist die Kunst und Wissenschaft digital einflussreiche Menschen dazu zu bringen, Markenbotschaften mit ihrem Publikum zu teilen. Die Inhalte werden in den meisten Fällen von dem jeweiligen Auftraggeber gesponsort.22 Weiterhin arbeiten bei dieser Marketingstrategie Unternehmen gezielt mit externen Influencern zusammen, um Produkte oder Marken über reichweitenstarke Social-Media-Auftritte, bei einer relevanten Menge an Followern, zu bewerben.23 Werbetreibende haben schon immer mit Testimonials oder Prominenten, sprich Personen die stark in der Öffentlichkeit stehen, gearbeitet, um die Markenbekanntheit zu steigern und die Markenwahrnehmung zu verbessern. Studien ergaben, dass es positive Assoziationen zwischen der Einstellung zur Berühmtheit und der Einstellung zur Marke gibt.24 Influencer-Marketing bedient sich ähnlicher Mechanismen, wobei es lediglich eine neue Form dieser „Prominenz“ definiert. „Social-Media-Stars“, alias Influencer, üben über Social-Media-Plattformen wie zum Beispiel Instagram einen vergleichbaren sozialen Einfluss auf ihr Publikum aus, ähnlich wie klassische Testimonials.25 Influencer beeinflussen heutzutage die Kaufentscheidungen der Deutschen so stark wie TV- und Radiowerbung. Folglich sind die Chancen des Influencer-Marketings unendlich, da soziale Medien heutzutage jedem den Zugang zum „Influencer-Werden“ ermöglichen und entsprechend ein immer größerer Pool an potenziellen Markenbotschaftern zur Verfügung steht. Dabei spiegelt sich die betriebswirtschaftliche Relevanz auch in den Kosten einer solchen Zusammenarbeit wieder. Exemplarisch hierfür folgen Bianca Hanke aka „Bibi“ 5,5 Mio. Nutzer auf ihrem Instagram Kanal (Stand Januar 2018). Durch dieses Reichweitenpotenzial erwirtschaftet Bianca 27.473€ für die Veröffentlichung von Bild-oder Videomaterial auf Instagram.26

Trotz alldem hat sich das Influencer-Marketing bei richtiger Ausführung als eines der kostengünstigsten und leistungsfähigsten Werkzeuge im Marketing erwiesen, da potenziell neue Käufer in großer Zahl erreicht werden.27

3 Verortung des Influencer-Marketings

In diesem Kapitel wird sowohl die Abgrenzung des Influencer-Marketings zu anderen Marketinstrategien vorgenommen, als auch Wechselwirkungen zu diesen aufgezeigt. Anschließend wird das Influencer-Merkting im Marketingmix von Unternehmen verortet.

3.1 Abgrenzung zu anderen Marketingansätzen

Das Influencer-Marketing siedelt sich als Teildisziplin in der Online-Marketinglandschaft an. Das Online-Marketing ist ein Teilbereich im Marketingarsenal, wobei alle Marketingaktivitäten im Gegensatz zum Offline-Marketing durch den Einsatz des Internets realisiert werden.28

Es exisitieren verschiedene Wechselwirkungen zwischen dem Influencer-Marketing und anderen Marketingformen. Eine besondere Rolle nehmen dabei das Social Media Marketing, das Content Marketing und das Empfehlungsmarketing ein.

Social Media Marketing lässt sich ebenso wie das Influencer-Marketing dem Online-Marketing zuordnen. Hierbei ist das Influencer-Marketing eine Ausprägung des Social Media Marketings. Letzteres beschreibt die Zielsetzung von Unternehmen, mit Inhalten zu Produkten oder Dienstleistungen auf Social-Media-Plattformen authentisch aufzutreten. Somit sind diese präsent für potenzielle Kunden und Geschäftspartner und räumen die Möglichkeit eines Austausches mit Teilnehmern der sozialen Medien ein. Durch diese Präsenz kann die Reputation eines Unternehmens gestärkt und der Bekanntheitsgrad einer Marke erhöht werden.29 Die sozialen Medien sind im vorangegangen Kapitel 2.1 definiert. Durch sie kann kein unmittelbarer Einfluss ausgeübt werden. Sie räumen allerdings die Möglichkeit zur Inhaltsveröffentlichung und -verbreitung ein. Diesen Funktionen bedient sich eben genau das Influencer-Marketing: Zum einen ermöglicht es die Chance, dass jeder Nutzer eigene Inhalte veröffentlichen kann, zum anderen, dass er diese teilen kann und darüber hinaus die Besonderheit, dass sich Nutzer zu Netzwerken zusammenfinden können.30

Die Basis des Social Media Marketings und in diesem Zusammenhang auch des Influencer-Marketings, ist der Content (dt. Inhalt). Das Ziel des Content-Marketings, welches als eine Kommunikationsstrategie verstanden wird, ist es, den Kunden mithilfe mehrwerthaltiger Inhalte zielgruppengetreu zu erreichen. Der kommerzielle Zweck ist zunächst zweitrangig, allerdings im Idealfall direkt verknüpft mit der überlagerten, unmittelbar mehrwertbietenden Aussage. Als Folge können nicht nur Kunden gewonnen, sondern auch das Image maßgeblich beeinflusst werden.31 Content-Marketing fällt unter die Kategorie des Inbound-Marketings und unterscheidet sich ganz klar zum Outbound-Marketing, bei dem die Werbebotschaft im Vordergrund steht. Inbound-Marketing-Maßnahmen sollen zum Interagieren und Nachdenken anregen d.h. die Werbenachrichten sollen den wahrgenommenen, unterhaltenden Inhalten unterlagert sein.32 Im Sinne des Content-Marketings können Influencer als Mittel der Inhaltsdistribution und somit der Reputationsgewinnung dienen. Hierbei werden der ausgewählten Zielgruppe in den sozialen Netzwerken Unternehmensbotschaften mit Mehrwert geliefert.33

Im Allgemeinen vertrauen Kunden weniger öffentlichen Werbeversprechen als vielmehr persönlichen Empfehlungen, die bspw. auf Erfahrungen von Bekannten oder Verwanten aufbauen. Dieses Phänomen beschreibt die Wirkung des sogenannten Empfehlungs- bzw. Word-of-Mouth-Marketings (WOM-Marketing).34 Dabei versteht J. Tropp unter WOM-Marketing eine „[…] Marketing-Kommunikationsdisziplin, die den informellen Charakter der Kommunikationsprozesse unter Konsumenten zu Marketing-Zwecken nutzt, wobei sie auf eine Relevanz der Inhalte dieser Kommunikationsprozesse sowie auf Anschlusskommunikationen, die diese Inhalte betreffen, unter den Konsumenten zielt“.35 Allerdings stoßen Unternehmen beim klassischen WOM-Marketing auf Limitierungen: Es kann nicht grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass zufriedene Kunden ein bestimmtes Produkt weiterempfehlen. Studien haben ergeben, dass man schlechte Erfahrungen wahrscheinlicher als gute Erfahrungen teilt. Zudem ist es unmöglich WOM-Marketing bei einem sehr großen Teil der Gesellschaft zu erzwingen.36 Differenzierend gibt das Influencer-Marketing dem Empfehlungsmarketing heutzutage eine neue Bedeutung. Meinungsführer können einen sehr großen Teil der Gesellschaft aufgrund ihrer Reichweite, mit begeisterten Empfehlungen über Marken bzw. Produkte, erreichen. Demzufolge nehmen Konsumenten vertrauenswürdig wirkende Empfehlungen eines Influencers positiv wahr, lassen sich in ihren Kaufentscheidungen antreiben und sind weniger preissensibel.37

3.2 Integration des Influencer-Marketings im Marketingmix von Unternehmen

Derzeit ist das Influencer-Marketing ein fester Bestandteil im Marketingmix vieler Geschäftszweige.38 59 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland setzen laut einer Statistik aus dem Jahr 2018 gezielt Influencer-Marketing ein.39 Definitionsgemäß beschreibt der Marketing-Mix die „[…] Gesamtheit aller zur Erreichung der Marketingziele festgelegten Aktivitäten. Er teilt sich auf in vier Bereiche: Die Produktpolitik, die Preispolitik, die Distributionspolitik und die Kommunikationspolitik“.40 Die Produktpolitik bezieht sich auf die Gestaltung aktueller und zukünftiger Produkte bzw. Dienstleistungen (z.B. Qualität, Design, Verpackung), um sie möglichst attraktiv für den Endabnehmer zu gestalten. Die Preispolitik umfasst alle Maßnahmen eines Unternehmens zur optimalen Preisgestaltung der angebotenen Leistungen. Weiterhin ist es Aufgabe der Distributionspolitik die richtigen Vertriebswege festzulegen, um die Verfügbarkeit des Produkts bzw. der Dienstleistung im Markt gewährleisten zu können. Zu guter Letzt wirkt die Kommunikationspolitik als Sprachrohr zwischen Unternehmen und dem Absatzmarkt. Vereinfacht gesagt ist dabei die Art der Kommunikation zwischen Unternehmen und dem Kunden gemeint, welche die Bedürfnisse der Kunden immer im Fokus behält.41

In Kapitel 3.1 wurden die Gemeinsamkeiten zwischen Social Media Marketing und Influencer-Marketing dargestellt, weswegen sie bei der Verortung des Influencer-Marketings im Marketing-Mix synonym verwendet werden.

Ein relevantes Einsatzfeld des Influencer-Marketings ist die Kommunikationspolitik. Das Influencer-Marketing gilt als Mittel zur Bekanntmachung und Bewerbung von Produktangeboten, als auch zur Beeinflussung der potenziellen Käufer zum Kauf der Produkte.42 Durch die direkte Interaktion des Influencers mit potenziellen Kunden im Internet, kann ein höheres Echtzeit-Feedback der Kunden bezüglich der Botschaften und Produkte erwartet werden als bei klassischen Kommunikationsinstrumenten. Demzufolge können Zielgruppenwünsche- und Bedürfnisse schneller und effektiver umgesetzt und Produkte gegebenenfalls angepasst werden. Dies wiederum festigt die Kundenbindung und Kundenzufriedenheit enorm. Bezugnehmend auf die Word-of-Mouth-Wirkung, wie in Kapitel 3.1 beschrieben, wird durch die Kommunikation in der Influencerwelt nicht nur die Markenbekanntheit und der emotionale Nutzen eines Produktes für den Kunden gesteigert, sondern auch der Produktverkauf und die Produktloyalität nachhaltig positiv beeinflusst.

[...]


1 (Seeger & Kost, 2019, S. 5)

2 (Heggde & Shainesh, 2018, S. 3)

3 (Dänzler & Heun, 2014, S. V)

4 (Seeger & Kost, 2019, S. 18)

5 (Nielsen., 2015)

6 (Nirschl & Steinberg, 2018, S. 1)

7 (Nirschl & Steinberg, 2018, S. 38)

8 (Fries, 2019, S. 18)

9 (Lackes, 2018)

10 (Fries, 2019, S. 19)

11 (Jäckel, Fröhlich, & Röder, 2019, S. 70)

12 (Seeger & Kost, 2019, S. 15)

13 (Brown & Nick, 2008, S. 6)

14 (Jahnke, 2018, S. 9)

15 (Fries, 2019, S. 5)

16 (XOVI GmbH, 2016)

17 (Berner, 2018)

18 (DIM Deutsches Institut für Marketing, 2019)

19 (Seeger & Kost, 2019, S. 28)

20 (Deges, 2018)

21 (Grabs, Bannour, & Vogl, 2018, S. 128)

22 (Sammis, et al., 2015, S. 7)

23 (Fries, 2019, S. 4)

24 (De Veirman, Cauberghe , & Hudders, 2017, S. 802)

25 (Seeger & Kost, 2019, S. 30)

26 (Grabs, Bannour, & Vogl, 2018, S. 58)

27 (Sammis, et al., 2015, S. 9)

28 (GS Lexikon, kein Datum)

29 (Nirschl & Steinberg, 2018, S. 8)

30 (Seeger & Kost, 2019, S. 46)

31 (online marketing praxis, 2016)

32 (Kreutzer & Land, Digitale Markenführung: Digital Branding im Zeitalter des digitalen Darwinismus. Das Think!Book., 2017, S. 57-58)

33 (Nirschl & Steinberg, 2018, S. 9)

34 (Sammis, et al., 2015, S. 26)

35 (Tropp, 2019, S. 464)

36 (Sammis, et al., 2015, S. 27)

37 (Nirschl & Steinberg, 2018, S. 9)

38 (Grabs, Bannour, & Vogl, 2018, S. 21)

39 (statista, 2019)

40 (BWLWissen.net, kein Datum)

41 (Fries, 2019, S. 38)

42 (Fries, 2019, S. 38)

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Influencer Marketing. Moderne Vehikel der Informations- und Inhaltsübertragung
Untertitel
Chancen und Risiken für Unternehmen
Hochschule
Hochschule für Technik Stuttgart
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
28
Katalognummer
V537652
ISBN (eBook)
9783346149985
ISBN (Buch)
9783346149992
Sprache
Deutsch
Schlagworte
influencer, marketing, moderne, vehikel, informations-, inhaltsübertragung, chancen, risiken, unternehmen
Arbeit zitieren
Masa Radtke (Autor), 2019, Influencer Marketing. Moderne Vehikel der Informations- und Inhaltsübertragung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537652

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Influencer Marketing. Moderne Vehikel der Informations- und Inhaltsübertragung



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden