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Partikeln als Indikatoren für Höflichkeit in WhatsApp-Kommunikation

Title: Partikeln als Indikatoren für Höflichkeit in WhatsApp-Kommunikation

Term Paper , 2017 , 32 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sophie Hohmann (Author)

German Studies - Linguistics
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Die Verbreitung des Messenger-Dienstes WhatsApp wächst seit Jahren im Rekordtempo. WhatsApp bietet durch technischen Fortschritt kaum Grenzen und kann durch den Versand von Bildern, Audio- oder Videodateien im Vergleich zur mittlerweile veralteten SMS vielerlei Vorteile bieten.

Die Linguistik hat sich solchen handyvermittelten Kurznachrichten bereits aus verschiedenen Perspektiven genähert. Von den morphologischen und grammatischen Veränderungen zur Schriftsprache einmal abgesehen, bietet die WhatsApp-Kommunikation zusätzlich eine Untersuchungsplattform für Mündlichkeit in der schriftsprachlichen Kommunikation, denn der synchrone Dialogcharakter dieser Textform animiert die anfangs v.a. jungen Schreiber zu einem legeren Schreibstil, der sich weniger um korrekte Schreibweise oder Zeichensetzung sorgt. Die schriftsprachlichen Normen der Rechtschreibung und Interpunktion sind in dieser Kommunikationsform eher nebensächlich.

Doch wie sieht es mit Höflichkeitsmarkern der mündlichen Sprache aus? Es ist bekannt, dass Höflichkeit neben Anredeformen u.a. auch durch den Gebrauch von Partikeln gesteigert werden kann. Höflichkeit nimmt seit Jahrhunderten eine entscheidende Rolle in der Gesellschaft ein und auch heute ist ein soziales Miteinander ohne höfliches Verhalten ausgeschlossen. Im Laufe der Zeit haben sich die Ausdrucksformen und -normen von höflichen Umgangsformen zwar verändert, doch heute wie damals gilt: Mit Höflichkeit werden ein guter Umgangston und Zuvorkommenheit vorausgesetzt, die den Respekt vor dem Gegenüber zum Ausdruck bringen. Auf diesen Bereich der WhatsApp-Wissenschaft hat sich die linguistische Forschung bisher weniger konzentriert.

Diese Arbeit bietet eine grobe Orientierung zum Verhältnis zwischen sprachlicher Höflichkeit durch Partikelgebrauch und der modernen Kommunikationsplattform. Zusammenfassend ergibt sich folgende Forschungsfrage: Treten Partikeln auch in WhatsApp-Kommunikation als Indikatoren für Höflichkeit auf und welche Auffälligkeiten zeigen sich?

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorien zur sprachlichen Höflichkeit

3. WhatsApp-Kommunikation

3.1 Allgemeine Merkmale der WhatsApp-Kommunikation

3.2 Aktueller Forschungsstand

4. Partikeln als Indikatoren für Höflichkeit

5. Empirische Untersuchung

5.1 Die Mobile Communication Database (MoCoDa)

5.2 Auswertung der Modalpartikel ja

5.3 Auswertung der Modalpartikel doch

5.4 Auswertung der Modalpartikel mal

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Modalpartikeln in der WhatsApp-Kommunikation als Indikatoren für sprachliche Höflichkeit fungieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob diese Partikeln – analog zur mündlichen Konversation – zur Harmonisierung von Interaktionen beitragen oder ob sie in schriftlicher Messenger-Kommunikation gar konfliktverstärkende Wirkungen entfalten können.

  • Grundlagen der sprachlichen Höflichkeit nach Brown/Levinson
  • Charakteristika und Forschungsstand der WhatsApp-Kommunikation
  • Die Funktion von Partikeln als Respekt- und Höflichkeitsmarker
  • Empirische Analyse von "ja", "doch" und "mal" mittels MoCoDa-Daten
  • Diskussion über den Zusammenhang von Partikelgebrauch und face-Wahrung

Auszug aus dem Buch

3.1 Allgemeine Merkmale der WhatsApp‐Kommunikation

Die Datenübertragung von Messenger-Systemen wie WhatsApp, Telegram oder Viber findet grundsätzlich nur mit einer ausreichenden Internetverbindung statt, dies setzt gleichzeitig die Benutzung eines Smartphones voraus und bindet den Nutzer in diesem Zuge nicht länger an eine Begrenzung von nur 160 Zeichen, wie es einst bei der SMS der Fall war. Mit bis zu 4000 Zeichen pro Nachricht ist die Zeichenzahl bedeutend umfangreicher. (DÜRSCHEID/FRICK 2014: 164) Auch das Versenden von verschiedenen Medien wird deutlich vereinfacht: Neben dem Übertragen von Textnachrichten können Fotos, Videos oder Audiodateien in die Unterhaltung eingebettet werden. Weiter verfügt der Dienst über die Option, den eigenen aktuellen Standort zu versenden, dafür muss lediglich die GPS-Funktion des Smartphones aktiviert werden (DÜRSCHEID/FRICK: 2014: 166). Sowohl der Versand als auch das Lesen einer Nachricht wird bei WhatsApp jeweils in Form von farbigen Häkchen angezeigt. Ergänzend dazu werden Nutzer darüber informiert, ob Gesprächspartner in diesem Moment schreiben oder wann sie zuletzt online waren. Dadurch wird der Faktor Synchronizität im Vergleich zum Chat zunehmend verstärkt (IMO 2015: 7). Ein innovatives Merkmal der meisten Messenger-Dienste besteht in der Option, Gruppenchats zu erstellen, bei denen bis zu 50 Teilnehmer eingeladen werden können (KÖNIG/BAHLO 2014: 9).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema WhatsApp als Kommunikationsplattform, Erläuterung der Relevanz für die Linguistik und Definition der zentralen Forschungsfrage.

2. Theorien zur sprachlichen Höflichkeit: Vorstellung des face-Modells von Brown und Levinson sowie Diskussion der Konzepte von positiver und negativer Höflichkeit.

3. WhatsApp-Kommunikation: Analyse der technischen und kommunikativen Spezifika von WhatsApp sowie ein Überblick über den aktuellen linguistischen Forschungsstand zu diesem Medium.

4. Partikeln als Indikatoren für Höflichkeit: Theoretische Herleitung der Rolle von Modalpartikeln als Mittel zur Abschwächung von Sprechakten und als Marker für soziale Nähe.

5. Empirische Untersuchung: Durchführung der Untersuchung anhand des MoCoDa-Korpus mit detaillierter Analyse der Modalpartikeln ja, doch und mal in konkreten Dialogbeispielen.

6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Einordnung der Ergebnisse in den Kontext der modernen, informellen Schriftsprache.

Schlüsselwörter

WhatsApp, Linguistik, Modalpartikeln, Höflichkeit, face-Modell, Brown und Levinson, MoCoDa, digitale Kommunikation, soziale Interaktion, Sprachwissenschaft, Partikelgebrauch, Abschwächung, Gesichtsbedrohende Handlungen, Messenger-Dienste, Konzeptionelle Mündlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die sprachliche Höflichkeit in der informellen Kommunikation über WhatsApp, speziell im Hinblick auf den Gebrauch von deutschen Modalpartikeln.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Höflichkeitstheorie nach Brown und Levinson, die Charakteristika von Messenger-Diensten sowie die pragmatische Funktion von Partikeln im Deutschen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist herauszufinden, ob und wie Partikeln in WhatsApp-Nachrichten als Indikatoren für Höflichkeit fungieren und ob sie zur face-Wahrung beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine qualitative empirische Untersuchung durchgeführt, die auf dem Korpus der Mobile Communication Database (MoCoDa) basiert.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Fokus liegt auf der detaillierten Auswertung der Partikeln "ja", "doch" und "mal" anhand von echten Chatverläufen, um deren modulierende Wirkung auf Sprechakte zu analysieren.

Welche Schlüsselwörter kennzeichnen die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie WhatsApp, Modalpartikeln, Höflichkeit, face-Modell und digitale Kommunikation charakterisieren.

Wie unterscheiden sich "Bekanntheits-ja" und "Überraschungs-ja"?

Das "Bekanntheits-ja" verweist auf eine gemeinsame Wissensbasis der Gesprächspartner, während das "Überraschungs-ja" das Staunen des Sprechers über einen neuen Sachverhalt ausdrückt.

Kann die Verwendung von "doch" auch negative Auswirkungen haben?

Ja, in bestimmten Kontexten kann "doch" vorwurfsvoll oder ungeduldig wirken und dadurch das "positive face" des Gegenübers angreifen, anstatt Höflichkeit zu vermitteln.

Warum wird "mal" oft als "höflich" eingestuft?

Weil "mal" als Abschwächungsmittel fungiert, das den Eingriff in die Entscheidungsfreiheit des Gegenübers minimiert und eine Handlung beiläufiger und weniger fordernd erscheinen lässt.

Gibt es eine Garantie für Höflichkeit durch Partikelgebrauch?

Nein, die Untersuchung zeigt, dass Partikeln kontextabhängig sind und keine Garantie für eine höfliche Wirkung bieten; sie können in der schriftlichen Kommunikation auch zu Missverständnissen führen.

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Details

Title
Partikeln als Indikatoren für Höflichkeit in WhatsApp-Kommunikation
College
University of Duisburg-Essen  (Germanistisches Institut)
Grade
1,7
Author
Sophie Hohmann (Author)
Publication Year
2017
Pages
32
Catalog Number
V538145
ISBN (eBook)
9783346144300
ISBN (Book)
9783346144317
Language
German
Tags
SMS Partikeln Füllwörter Wertend Höflichkeit Freundlichkeit Kurznachrichten Emoticons Smiley Emojis face-Modell Goffman face-threatening acts FTA Sprechakte BROWN und LEVINSON WhatApp
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sophie Hohmann (Author), 2017, Partikeln als Indikatoren für Höflichkeit in WhatsApp-Kommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538145
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