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Die staatliche Kommunikation in der Berichterstattung zu lokalen Krisen. Krisenkommunikation im föderalistischen Verwaltungsaufbau

Titre: Die staatliche Kommunikation in der Berichterstattung zu lokalen Krisen. Krisenkommunikation im föderalistischen Verwaltungsaufbau

Thèse de Master , 2011 , 106 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Andreas Joos (Auteur)

Médias / Communication - Médias et Politique, Communication politique
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Die Arbeit strebt an, die bislang wenig erforschte Krisenkommunikation im föderalen Verwaltungsaufbau zu untersuchen und den Blick auf lokale Krisen zu richten.

Hierbei wir die Berichterstattung zu vier ausgewählten Krisen im Bundesland Baden-Württemberg verglichen. Ziel ist es, krisenübergreifende Schemata staatlicher Krisenkommunikation herauszuarbeiten und gleichsam Unterschiede abzubilden.

Neben der Themen- und Akteursstruktur sollen insbesondere narrative, relationale und strategische Aspekte sowie die journalistische Kontextualisierung erfasst werden, um die Krisenkommunikation bestmöglich in ihrer Prozesshaftigkeit abzubilden.

Bevor die Krisenkommunikation empirisch untersucht wird, werden Rahmenbedingungen skizziert, welche die Krise erst zu einem universalen und überaus relevanten Phänomen für die Public Relations und die politische Kommunikation werden lassen.

Daran anschließend wird der sozialwissenschaftliche Forschungsstand dargelegt und die Krise aus kommunikationswissenschaftlicher Theorie-Perspektive beleuchtet. Die aus diesem Theorieteil abgeleiteten Ergebnisse bilden die Grundlage für die zentralen Forschungsannahmen und die Operationalisierung der Inhaltsanalyse. Des Weiteren sind die Besonderheiten staatlicher Krisenkommunikation hierfür unabdingbar.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Krisen-Begriff

2.1 Genese und Diffusion

2.2 Öffnung

2.3 Instrumentalisierungspotential

3. Krise und Gesellschaft

3.1 Symptom der Risikogesellschaft

3.2 Die Medienkatalyse

3.3 Krisen als Politikum

4. Public Relations in der Risikogesellschaft

5. Forschungsstand und Theoretische Grundlagen

5.1 Sozialwissenschaftliche Krisenforschung

5.2 Organisationstheoretische Krisenforschung

5.3 Kommunikationswissenschaftliche Krisenforschung

6. Situational Crisis Communication Theory

6.1 Einflussfaktoren der Kommunikationsstrategie

6.2 Kommunikationsstrategien

6.3 Strategie-Wahl

7. Krisenkommunikation im Öffentlichen Sektor

7.1 Verwaltungsstruktur der Bundesrepublik Deutschland

7.2 Staatliches Krisenmanagement in Deutschland

7.3 Staatliche Krisenkommunikation

8. Zentrale Annahmen

9. Methodisches Vorgehen

9.1 Untersuchungsgegenstand

9.2 Auswahl der Krisen

9.3 Operationalisierung

10. Ergebnisse

10.1 Themen und Akteursstruktur

10.2 Krisennarration

10.3 Relationen und Interaktion

10.4 Strategien

10.5 Journalistische Kontextualisierung

10.6 Zusammenfassung

11. Reflexion und Ausblick

12. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Krisenkommunikation im föderalen Verwaltungsaufbau Deutschlands mit dem Ziel, krisenübergreifende Schemata staatlicher Kommunikation herauszuarbeiten. Dabei liegt der Fokus auf der Inhaltsanalyse der Lokalberichterstattung zu vier ausgewählten Krisen in Baden-Württemberg, um die Auswirkungen der föderalen Struktur auf die Konsistenz und Strategiewahl staatlicher Akteure in Krisensituationen zu beleuchten.

  • Analyse der Krisenkommunikation staatlicher Institutionen im föderalen Kontext.
  • Empirische Untersuchung mittels quantitativer Inhaltsanalyse der Lokalberichterstattung.
  • Erforschung der Wechselwirkungen zwischen Verwaltungsebenen, Medien und Krisennarrationen.
  • Überprüfung der Anwendung theoretischer Ansätze (wie der Situational Crisis Communication Theory) im öffentlichen Sektor.
  • Evaluation des Einflusses von Organisationsstrukturen und Ressourcen auf die Krisen-PR.

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Medienkatalyse

Eine besondere Rolle im "Krisengerede" (Grundwald/Pfister 2007: 9) kommt unbestritten den Medien zuteil. Die reale Existenz von Krisen ‒ im wörtlichen und metaphorischen Sinn ‒ soll hier zwar keineswegs bestritten werden. Die in den vergangenen Epochen und Jahren gestiegene Zahl medial verzeichneter Krisen legt jedoch nahe, diese Verbindung näher zu untersuchen. Nünning (2007: 53) vertritt die Ansicht, dass die mediale Redeweise von "Krisen" bestimmte Situationen und Geschichten überhaupt erst zu (Medien-) Ereignissen macht. Wenngleich der originäre Urheber-Anteil einer strukturellen Störung oder eines missständischen Ereignisses sicherlich nicht prinzipiell den Medien zugeschrieben werden kann, so sind diese zumindest für die öffentliche Wahrnehmung als solches, im Sinne eines bereitgestellten Deutungsmusters, von entscheidender Bedeutung (Kepplinger 2005: 28).

Projiziert man den Begriff der Krise auf nicht-körperliche Phänomene, so unterliegt die Zustandsbeschreibung abstrakter und somit subjektiver Wertung. Die Krise im weiten wörtlichen Sinne von "Wendepunkt einer gefährlichen Situation" impliziert somit selbst eine Krise. Nämlich, ob einer Situation das Siegel "Krise" zugeschrieben wird oder nicht. An Kepplingers "Mechanismen der Skandalisierung" orientiert (ebd.: 21ff.), beurteilen auf dieser Meta-Ebene der Krise verschiedene Personen die originäre Situation anfänglich unterschiedlich. Je überzeugender das angebotene Deutungsmuster einer der "Parteien" ist, desto stärker gleichen sich ihr die Sichtweisen anderer Menschen an. Infolge mutiert diese Sichtweise zu einer Art allgemein verbindlicher Norm. Somit ist eine schwierige Situation nicht per se eine Krise, sondern wird durch initiative Zuschreibungsprozesse suggeriert und nach Eingang in die öffentliche Wahrnehmung als kollektive Sichtweise in ihrem Deutungsmuster quasi-bestätigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Untersuchung durch die Aktualität von Krisen im Jahr 2011 und erläutert die Zielsetzung, die Krisenkommunikation im föderalen System Baden-Württembergs zu erforschen.

2. Der Krisen-Begriff: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung und die Bedeutungsoffenheit des Krisenbegriffs nach und diskutiert dessen Instrumentalisierungspotential.

3. Krise und Gesellschaft: Der Autor beleuchtet die Rolle von Krisen in der modernen Risikogesellschaft, ihre mediale Verstärkung und ihre Funktion als politisch nutzbare Ereignisse.

4. Public Relations in der Risikogesellschaft: Hier wird der Anpassungsdruck auf die Öffentlichkeitsarbeit durch globale Trends und veränderte Medienstrukturen analysiert.

5. Forschungsstand und Theoretische Grundlagen: Das Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene Disziplinen der Krisenforschung und führt institutionelle, instrumentelle sowie symbolisch-relationale Perspektiven ein.

6. Situational Crisis Communication Theory: Die SCCT wird als theoretischer Rahmen zur Ableitung rhetorischer Strategien vorgestellt, die sich an der wahrgenommenen Verantwortlichkeit orientieren.

7. Krisenkommunikation im Öffentlichen Sektor: Dieses Kapitel überträgt die Theorien auf die spezifische föderale Verwaltungsstruktur der Bundesrepublik Deutschland.

8. Zentrale Annahmen: Auf Basis der vorangegangenen Kapitel werden zentrale Hypothesen zur Konsistenz und Narration der staatlichen Krisenkommunikation formuliert.

9. Methodisches Vorgehen: Es wird die Methode der quantitativen Inhaltsanalyse erläutert, die zur Untersuchung von Zeitungsartikeln zu vier ausgewählten lokalen Krisen in Baden-Württemberg angewandt wird.

10. Ergebnisse: Die Ergebnisse der empirischen Analyse werden hinsichtlich Themen, Akteuren, Narrativen, Interaktionen und Kommunikationsstrategien detailliert dargelegt.

11. Reflexion und Ausblick: Der Autor reflektiert das gewählte Forschungsdesign und deutet zukünftige Möglichkeiten der kommunikationswissenschaftlichen Krisenforschung an.

12. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass staatliche Krisenkommunikation im föderalen System eher ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Akteure bleibt, anstatt einer einheitlichen One-Voice-Policy zu folgen.

Schlüsselwörter

Krisenkommunikation, Risikogesellschaft, föderaler Verwaltungsaufbau, Inhaltsanalyse, Situational Crisis Communication Theory, Public Relations, Krisenmanagement, staatliche Kommunikation, Baden-Württemberg, Medienberichterstattung, Akteursstruktur, Verantwortungszuschreibung, Krisennarration, Kommunikationsstrategien, Medienkatalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie staatliche Akteure innerhalb des föderalen deutschen Verwaltungsaufbaus in Krisensituationen kommunizieren und ob dabei eine konsistente Strategie erkennbar ist.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?

Die Themenfelder umfassen die mediale Konstruktion von Krisen, die Organisation von Krisenkommunikation in Behörden sowie die Anwendung theoretischer Kommunikationsmodelle im öffentlichen Sektor.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, ob die theoretischen Prämissen einer transparenten und konsistenten Krisenkommunikation unter den Bedingungen dezentraler Koordination und mehrstufiger Hierarchie im föderalen System medial tatsächlich sichtbar werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine quantitative Inhaltsanalyse von Lokalzeitungen durch, die über vier ausgewählte Krisenfälle in Baden-Württemberg (Amoklauf, NATO-Gipfel, Geothermie-Schäden, Flutkatastrophe) berichten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erarbeitet zunächst die theoretischen Grundlagen (Krisenbegriff, Risikogesellschaft, SCCT) und analysiert anschließend die spezifischen Herausforderungen der Verwaltungsstruktur sowie die Ergebnisse der Inhaltsanalyse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Krisenkommunikation, Risikogesellschaft, föderaler Verwaltungsaufbau, Inhaltsanalyse, Public Relations und Krisenmanagement sind zentrale Begriffe der Arbeit.

Warum ist die föderale Struktur für die Krisenkommunikation problematisch?

Der föderale Aufbau mit seinen vielfältigen Ebenen und Zuständigkeiten erschwert eine einheitliche und schnelle Kommunikation, da Akteure oft widersprüchliche Interessen und divergierende Auffassungen von Zuständigkeit vertreten.

Wie bewerten Journalisten die Kommunikation der verschiedenen Verwaltungsebenen?

Die Studie zeigt eine negative Korrelation zwischen Hierarchie und journalistischer Bewertung: Akteure auf niedrigeren Verwaltungsebenen werden journalistisch meist positiver wahrgenommen und dargestellt als Akteure in höheren Ämtern.

Erreicht der Staat eine "One-Voice-Policy"?

Nein, die Ergebnisse zeigen, dass eine numerisch einheitliche "One-Voice-Kommunikation" in der Praxis nicht gegeben ist; vielmehr agieren zahlreiche Funktionsträger, was zu inkonsistenten Narrationen führen kann.

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Résumé des informations

Titre
Die staatliche Kommunikation in der Berichterstattung zu lokalen Krisen. Krisenkommunikation im föderalistischen Verwaltungsaufbau
Université
Free University of Berlin  (Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft)
Note
1,0
Auteur
Andreas Joos (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
106
N° de catalogue
V538222
ISBN (ebook)
9783346151933
ISBN (Livre)
9783346151940
Langue
allemand
mots-clé
Krisenkommunikation Krisenmanagement Krisen Öffentlicher Sektor Föderaler Verwaltungsaufbau Föderalismus Behörden Untere Behörden Mittlere Behörden Situational Crisis Communication Theory Krisenbegriff Krise und Gesellschaft Public Relations Krisengesellschaft Risikogesellschaft Staatliche Krisenkommunikation Staatliches Krisenmanagement Journalismus Pressearbeit Öffentlichkeitsarbeit Bundesländer Regierungsbehörden Landkreise Kommunen Städte Gemeinden Baden-Württemberg Krisenforschung Organisationskommunikation Kommunikationswissenschaft Publizistik Sozialwissenschaft Politikwissenschaft Medien Politische Kommunikation Kommunikationsstrategien Medienkatalyse Krisen als Politikum Inhaltsanalyse Berichterstattung zu Krisen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Andreas Joos (Auteur), 2011, Die staatliche Kommunikation in der Berichterstattung zu lokalen Krisen. Krisenkommunikation im föderalistischen Verwaltungsaufbau, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538222
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Extrait de  106  pages
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