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Machtkonfiguration in Franz Kafkas Novelle "Das Urteil"

Título: Machtkonfiguration in Franz Kafkas Novelle "Das Urteil"

Trabajo Escrito , 2020 , 19 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Katharina Spreier (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Keines von Franz Kafkas Werken lässt sich hinsichtlich des Entstehungszeitraums so genau datieren wie die Novelle "Das Urteil". Den Kern der Geschichte bildet "eine Darstellung und Kritik hierarchischer Familienverhältnisse mit einem Vater-Sohn Konflikt im Zentrum". Dieser Konflikt kann durchaus als Machtkampf bezeichnet werden, da die sich im Wandel befindende Machtkonfiguration innerhalb der Familie Bendemann die Grundlage bildet. Allerdings existieren unterschiedliche Theorien darüber, was als Ursache für diesen Wandel definiert werden kann. Es scheint ein Konsens darüber zu bestehen, dass sich der Protagonist Georg Bendemann an einem Punkt in seinem Leben befindet, an dem er sich von seinem Vater abwendet. Die möglichen Gründe dafür sollen in dieser Arbeit untersucht und dargelegt werden.

Zunächst wird die Exposition der Geschichte beschrieben sowie eine einführende Beschreibung der drei hauptsächlichen Protagonisten - Georg Bendemann, des Vaters sowie des Freundes - dargelegt. Diese Beschreibung hält die zu Beginn der Erzählung gegebenen Machtverhältnisse fest. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird der familiäre Machtkampf analysiert, der letztendlich nach dem Wendepunkt zur Verurteilung und Exekution Georgs führt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Figurenexposition: gegebene Machtverhältnisse

2.1 Georg Bendemann

2.2 Der Vater

2.3 Der Freund

3. Machtkonfiguration im Wandel

3.1 Der familiäre Machtkampf zwischen Vater und Sohn

3.2 Der Freund als Konfliktursprung (These von David Pan)

3.3 Die Hochzeit als Konfliktursprung (These von Oliver Jahraus)

3.4 Die Thesen im Vergleich

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Dynamik der Machtkonfiguration in Franz Kafkas Novelle "Das Urteil". Dabei wird analysiert, wie sich das Machtgefüge zwischen dem Protagonisten Georg Bendemann und seinem Vater im Verlauf der Erzählung wandelt und welche Faktoren, insbesondere die Rolle des Freundes und die Bedeutung der bevorstehenden Hochzeit, diesen Prozess beeinflussen.

  • Analyse der Figurenkonstellation und der Ausgangsmachtverhältnisse
  • Untersuchung des familiären Machtkampfes als zentrales Handlungselement
  • Vergleich theoretischer Ansätze zur Ursache des Machtwandels (Pan vs. Jahraus)
  • Reflexion über Erzähltechnik und Fokalisierung als Mittel der Machtdarstellung
  • Diskussion der Identitätsfindung und des väterlichen Autoritätsanspruchs

Auszug aus dem Buch

3.1 Der familiäre Machtkampf zwischen Vater und Sohn

Wie bereits erörtert befindet sich Georg in einem Umbruch, der auch als eine familiären Übergangssituation beschrieben werden könnte. Er bewegt sich aus der Abhängigkeit seines Vaters heraus und in einen neuen Lebensabschnitt hinein. Die Spannung, die durch die Umverteilung der Rollen entsteht, entlädt sich in einem Konflikt zwischen Vater und Sohn, welcher in der Kafka-Forschung allgemein als Machtkampf bekannt ist. Jahraus bezeichnet diesen als eine „modellhafte Szene eines innerfamiliären Machtkampfes auf Leben und Tod“. Der Anstoß für diesen Machtkampf ist durch das Aufsuchen des Vaters durch Georg gegeben, wodurch er gewillt ist, seine dominante Position aufzugeben, um den Zuspruch des Vaters zu erhalten. Er versucht sich und seine Lebensentscheidungen zu rechtfertigen, weil er das Urteil des Vaters fürchtet, gleichermaßen jedoch emotional von diesem Urteil abhängig ist.

Der Machtkampf folgt keiner linearen Struktur, in der die Macht von der einen auf die andere Person übergeht. Dies kann nicht ohne weiteres erfolgen, da nicht eindeutig klar ist, welcher Akteur denn nun die primäre Macht innehat. Stern definiert „any authoritative situation“ als eine Situation, in der eine Seite die Macht der anderen Seite anerkennt und sich dieser Macht unterordnet. Diese Voraussetzung ist zu Beginn der Auseinandersetzung nicht gegeben, da die Machtkonfiguration unklar ist. Nur so kann überhaupt ein Machtkampf zustande kommen. Zwar wird Georg in der Exposition eindeutig als mächtigere Person dargestellt, allerdings wird diese Darstellung der Geschehnisse durch die innere und somit subjektive Fokalisierung entkräftet. Der Figur des Vaters wird wenig Raum gegeben und es wird nur die Perspektive Georgs dargestellt. Dieser weist wohlgemerkt Tendenzen auf, die durchaus als narzisstisch bewertet werden können.. Des Weiteren zeigt sich in der Tatsache, dass Georg den Vater aufsucht und Anerkennung für den Brief an den Freund sucht, dass Georg noch immer abhängig von dem wortwörtlichen Urteil des Vaters ist und sich noch nicht völlig emanzipiert zu haben scheint.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Entstehungsgeschichte von Kafkas "Das Urteil" ein und legt das Ziel der Arbeit fest, den Machtkampf und dessen Ursachen zu untersuchen.

2. Figurenexposition: gegebene Machtverhältnisse: In diesem Kapitel werden die Protagonisten Georg, der Vater und der Freund analysiert, um die Machtverhältnisse zu Beginn der Erzählung zu beleuchten.

3. Machtkonfiguration im Wandel: Das Kapitel analysiert den eskalierenden Machtkampf zwischen Vater und Sohn sowie die konkurrierenden Thesen von Pan und Jahraus zur Ursache dieses Konflikts.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die asymmetrische Machtverschiebung, wobei die Ambivalenz der Interpretationsansätze hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Franz Kafka, Das Urteil, Machtkonfiguration, Machtkampf, Vater-Sohn-Konflikt, Identitätsfindung, Familienverhältnis, David Pan, Oliver Jahraus, Emanzipation, Erzähltechnik, Narzissmus, Patriarchat, Literaturanalyse, Asymmetrische Machtverteilung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Machtstrukturen und deren Wandel in Franz Kafkas Novelle "Das Urteil", mit einem besonderen Fokus auf den Konflikt zwischen dem Protagonisten Georg Bendemann und seinem Vater.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind Machtökonomie innerhalb der Familie, das Spannungsfeld zwischen traditionellen Familienmodellen und individueller Selbstverwirklichung sowie die Deutung der Rolle des Freundes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Gründe für den Umschwung der Machtkonfiguration innerhalb der Familie Bendemann zu untersuchen und zwei gegensätzliche theoretische Erklärungsansätze für diesen Wandel zu vergleichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die auf bestehenden Forschungsliteraturen und Modellanalysen aufbaut, um die erzähltechnischen und inhaltlichen Aspekte der Novelle zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Exposition der Figuren, die detaillierte Analyse des Machtkampfes zwischen Vater und Sohn sowie den direkten Vergleich zwischen der These von David Pan (Konflikt durch den Freund) und der von Oliver Jahraus (Konflikt durch die Hochzeit).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Machtkonfiguration, Patriarchat, Familienzwiespalt, Erzähltechnik und Identitätskrise charakterisiert.

Warum wird der Vater in der Arbeit als eine zentrale Machtfigur interpretiert?

Obwohl der Vater anfangs als schwach dargestellt wird, offenbart der Verlauf der Erzählung seine patriarchale Macht, die Georgs Emanzipationsversuche als unreif entlarvt und letztlich zur Verurteilung des Sohnes führt.

Welche Bedeutung kommt der Figur des Freundes in der Interpretation von David Pan zu?

Pan sieht den Freund als ein utopisches Gegenmodell zur Familie, dessen Existenz und räumliche Distanz den Konflikt zwischen Georgs privater Welt und seinen familiären Verpflichtungen verschärft.

Final del extracto de 19 páginas  - subir

Detalles

Título
Machtkonfiguration in Franz Kafkas Novelle "Das Urteil"
Universidad
University of Cologne  (Institut für Deutsche Sprache und Literatur I)
Curso
Kafka
Calificación
2,0
Autor
Katharina Spreier (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
19
No. de catálogo
V538555
ISBN (Ebook)
9783346137876
ISBN (Libro)
9783346137883
Idioma
Alemán
Etiqueta
Franz Kafka Kafka Das Urteil Macht Machtgefüge Machtkonfiguration Novelle Erzählung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Katharina Spreier (Autor), 2020, Machtkonfiguration in Franz Kafkas Novelle "Das Urteil", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538555
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