In der vorliegenden Hausarbeit wird anhand der Analyse zweiter wissenschaftlicher Texte versucht, eine Einschätzung zu den Zielen der aktuell im Bundestag vertretenen politischen Parteien zu geben und, zugleich, den Begriff Corporate Governance zu definieren.
Die beiden Texte werden deshalb mit Hinblick auf die jeweilige Fragestellung durchleuchtet. Zunächst wird dabei näher auf das deutsche Parteiensystem und wichtigsten politischen Parteien eingegangen, und ein Profil anhand ihrer historischen Entstehung und politischen Kernansichten erstellt.
Der zweite Teil der Arbeit widmet sich dann dem Phänomen der Corporate Governance, speziell dem Unterschied zwischen dem sogenannten marktorientierte Outsider und dem netzwerkorientierte Insider.
Inhaltsverzeichnis
Teil 1
1.1 Allgemein
1.2 Historische Einteilung
1.3 Moderne Einteilung
1.4 Die Parteien im Bundestag
1.5 Fazit
Teil 2
2.1 Theorie
2.2 Beispiele
2.3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Strukturen und Funktionen politischer Akteure in Deutschland sowie die Mechanismen der Corporate Governance in der ökonomischen Sphäre. Dabei wird analysiert, wie sich politische Parteien im parlamentarischen System positionieren und welche Steuerungsmodelle innerhalb von Unternehmen in unterschiedlichen Wirtschaftsräumen Anwendung finden.
- Historische und moderne Einordnung politischer Parteien in Deutschland
- Strukturanalyse des 19. Deutschen Bundestages und des personalisierten Verhältniswahlrechts
- Unterscheidung zwischen marktorientierten Outsidersystemen und netzwerkorientierten Insidersystemen
- Darstellung von Corporate Governance-Modellen unter Verwendung des Principal-Agent-Modells
- Vergleichende Betrachtung von Unternehmensführung im "Germanic" und "Latin" System
Auszug aus dem Buch
1.2 Historische Einteilung
Zuerst wurden Parteien nur in zwei Gruppen aufgeteilt. Diese Kategorisierung geht noch auf Max Weber (Bürokratiemodell) zurück. Er hat zwischen Honoratioren- und Massenparteien unterschieden.
Der Begriff „Honoratiorenpartei“ geht auf die sogenannten „Fraktionen“, die ersten Vorläufer der Parteien im 1848 gegründeten Paulskirchen-Parlament in Frankfurt am Main, zurück. Diese bestanden aus jeweils wenigen Abgeordneten, welche sich wegen ihrer zum Teil übereinstimmenden oder zumindest ähnlichen politischen Überzeugung zu kleineren Gruppen zusammenfanden, allerdings ohne an Weisungen und Wünsche aus ihren Heimatregionen gebunden, sondern nur ihrem eigenen Gewissen unterworfen zu sein. Daher ließen sie sich wohl auch als Parteien einer „Kader-Elite“ bezeichnen.
Der Begriff „Massenpartei“ ist etwas jünger. Er kam nach 1860 als Folge der Industrialisierung in „Mode“. Die erste dieser Art war demnach die vor über 150 Jahren gegründete SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands), die sich an die sehr große Zahl der neu entstandenen Bevölkerungsschicht der (Industrie-) Arbeiter richtete, welche aufgrund dessen billig, schnell zu ersetzen und dementsprechend rechtlos waren. Die SPD versuchte, sich für die Interessen der Arbeiter einzusetzen, auch gegen den Widerstand des preußischen Ministerpräsidenten und späteren Reichskanzlers Otto von Bismarck (Sozialistengesetze). Somit kann man sie als eine Art Vorläufer der Volksparteien ansehen.
Zusammenfassung der Kapitel
Teil 1: Analysiert die Rolle politischer Parteien in Deutschland, ihre historische Entwicklung von den Honoratiorenparteien bis zu den heutigen Volksparteien sowie ihre aktuelle Repräsentation im Bundestag.
1.1 Allgemein: Beschreibt die Parteien als festen Bestandteil des politisch-administrativen Systems und als Bindeglied zwischen Gesellschaft und Parlament.
1.2 Historische Einteilung: Differenziert zwischen Honoratioren- und Massenparteien basierend auf der Entstehung der ersten politischen Zusammenschlüsse und der Industrialisierung.
1.3 Moderne Einteilung: Erläutert die Einordnung des Parteienspektrums in Links, Rechts und Mitte sowie moderne Sonderformen wie die "Catch-All-Party".
1.4 Die Parteien im Bundestag: Detaillierte Betrachtung der sieben im 19. Bundestag vertretenen Parteien, ihrer Programme und der Besonderheiten des Wahlsystems.
1.5 Fazit: Fasst die Gemeinsamkeiten der Parteien hinsichtlich ihrer Struktur und FDGO-Konformität sowie ihre spezifischen ideologischen Ausrichtungen zusammen.
Teil 2: Behandelt die theoretischen Grundlagen und praktischen Anwendungsbeispiele von Corporate Governance-Systemen im wirtschaftlichen Kontext.
2.1 Theorie: Definiert Corporate Governance und erläutert die Unterschiede zwischen Outsider- und Insidersystemen unter Berücksichtigung des Principal-Agent-Modells.
2.2 Beispiele: Veranschaulicht die Anwendung der Governance-Systeme am Beispiel internationaler Konzerne sowie japanischer "Kaizen"-Modelle.
2.3 Fazit: Gegenüberstellung der durchsetzungsorientierten Outsider-Modelle und der verhandlungsbasierten Insider-Modelle der Unternehmensführung.
Schlüsselwörter
Parteien, Bundestag, Volkspartei, Corporate Governance, Principal-Agent-Modell, Politik, Wirtschaft, Wahlsystem, Ideologie, Outsidersystem, Insidersystem, Demokratie, Interessenvertretung, Struktur, Organisation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt zwei zentrale Themengebiete: Erstens die Rolle und Einordnung politischer Parteien innerhalb des deutschen parlamentarischen Systems und zweitens die theoretischen sowie praktischen Aspekte von Corporate Governance in der modernen Wirtschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die Parteienlandschaft in Deutschland, die Funktionsweise des personalisierten Verhältniswahlrechts und die vergleichende Analyse von Unternehmensführungssystemen (Governance) im globalen Vergleich.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die organisatorischen Strukturen und ideologischen Hintergründe der deutschen Parteien sowie die Steuerungs- und Kontrollmechanismen in Unternehmen zu systematisieren und zu erläutern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Auswertung von Parteiprogrammen sowie ökonomischen Modellen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der im Bundestag vertretenen Parteien (Teil 1) und eine Untersuchung verschiedener Corporate-Governance-Systeme, wie etwa "Germanic" oder "Latin" Modelle, anhand des Principal-Agent-Modells (Teil 2).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Parteien, Corporate Governance, Bundestag, Volkspartei, Principal-Agent-Modell, Outsidersystem, Insidersystem und politische Willensbildung.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Honoratioren- und Massenparteien?
Der Autor ordnet Honoratiorenparteien dem 19. Jahrhundert zu, charakterisiert durch kleine Elitegruppen, während Massenparteien als Folge der Industrialisierung entstanden, um die Interessen der breiten Arbeiterschaft zu vertreten.
Was zeichnet das deutsche "Germanic" System der Corporate Governance aus?
Das "Germanic" System zeichnet sich durch die duale Führungsstruktur mit Vorstand und Aufsichtsrat aus, wobei letzterer eine Kontrollfunktion innehat und auch Arbeitnehmervertreter eingebunden sind.
- Citation du texte
- Oliver Sieweck (Auteur), 2019, Politische Parteien und ökonomische Corporate Governance. Versuch einer Annährung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538607