Diese wissenschaftliche Arbeit soll das politikwissenschaftliche Konzept der Rechenschaftspflicht und Verantwortungsübernahme bei Nongovernance Organisationen (NGO), thematisieren, und dieses anhand des aktuellen Falles mit
dem Skandal um die Organisation Oxfam, welcher Anfang 2018 publik wurde, betrachten. Durch den ständigen Wandlungsprozess der internationalen Politik hat diese in den letzten Jahrzehnten einen rapiden Zuwachs an neuen Akteuren erfahren, wozu zu einem großen Teil auch NGOs gehören. Dabei handelt es sich um nichtstaatliche Organisationen, die für verschiedene Themen werben, wie zum Beispiel Grundrechte oder Umweltschutz.
Die Organisation Oxfam International gehört zu den weltweit größten nichtstaatlichen Organisationen, so beschreibt sie sich auf
ihrer eigenen Homepage als einen Zusammenschluss aus 20 Unterorganisationen, die in insgesamt mehr als 90 Ländern weltweit aktiv sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Oxfam im Fokus eines Skandals. Eine Einleitung
2. Theorie
2.1. NGOs als globale Akteure
2.2. Das Konzept Accountability
2.3. Die Wirkungsweisen von Accountability
2.4. Kritik und Problematiken in der praktischen Anwendung von Accountability
3. Oxfam
3.1. Der Skandal um Oxfam. Eine chronologische Aufarbeitung
3.2. Accountability bei Oxfam
3.3. Maßnahmen durch Oxfam
4. Fazit und Forschungsausblick
4.1. Accountability? Fazit
4.2. Forschungsausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das politikwissenschaftliche Konzept der Rechenschaftspflicht (Accountability) im Kontext von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) anhand der Aufarbeitung des Skandals um die Organisation Oxfam im Jahr 2018. Ziel ist es, die Schwachstellen in der praktischen Anwendung von Accountability zu identifizieren und zu bewerten, wie die Organisation auf die aufgedeckten Verfehlungen reagiert hat.
- Politikwissenschaftliche Analyse des Accountability-Konzepts bei NGOs
- Strukturelle Untersuchung des Oxfam-Skandals von 2018
- Diskussion von Upward-, Downward- und interner Accountability
- Kritische Reflexion der Professionalisierung und des Wettbewerbsdrucks im NGO-Sektor
- Evaluierung von Bewältigungsstrategien und internen Reformmaßnahmen
Auszug aus dem Buch
3.1. Der Skandal um Oxfam. Eine chronologische Aufarbeitung
Zu Beginn der Analyse soll zuerst eine Aufarbeitung der dokumentierten Ereignisse geleistet werden. Wie in der Einleitung dieser wissenschaftlichen Arbeit bereits angeführt werden für diese Zwecke auf Grund der Aktualität des Forschungsgegenstandes hauptsächlich journalistische Artikel verwendet, oder direkt durch Oxfam bestätigte Statements.
Oxfam UK war lange Zeit vor dem Erdbeben 2010 bereits in Haiti aktiv. Mit der Naturkatastrophe konfrontiert wurde die Arbeit vor Ort auf Katastrophenhilfe ausgeweitet. Neben Wasser und weiteren Nahrungsressourcen half die Organisation mit der Koordination von lokalen und anderweitig Helfenden, und war damit ein wichtiger Part in der Rekonstruktion des Landes.
2011 machte Oxfam jedoch das erste Mal in Haiti Negativschlagzeilen, da sieben Organisationsmitarbeiter in Folge von Fehlverhalten während des Haiti-Einsatzes die Organisation verlassen hatten. Davon wurden vier Mitarbeiter entlassen, zwei weitere Betroffene traten von ihren Posten zurück, auch einer der ehemaligen Landesdirektoren von Oxfam in Haiti, Roland Van Hauwermeiren. In dem von Oxfam veröffentlichten Report befinden sich jedoch keine genauen Statements bezüglich der Verstöße – es wird lediglich davon gesprochen, dass es sich um keinen Missbrauch der Spendengelder handelt, und dass ebenso keine Unterstützungsempfänger*Innen involviert waren (vgl. Oxfam International 2011).
Wie das Journal „The Times“ am 9. Februar 2018 allerdings offenlegte, handelte es sich bei dem damaligen Fehlverhalten der Mitarbeiter um die sexuelle Ausnutzung einheimischer, schutzbedürftiger Frauen – ebenso wurden Prostituierte bezahlt. Zusätzlich dazu sollen die Frauen teilweise minderjährig gewesen sein (vgl. O'Neill 2018(a)).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Oxfam im Fokus eines Skandals. Eine Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Rechenschaftspflicht bei NGOs ein und stellt den Skandal um Oxfam von 2018 als zentralen Untersuchungsgegenstand vor.
2. Theorie: Dieser Abschnitt definiert NGOs, das Accountability-Konzept und dessen verschiedene Wirkungsrichtungen sowie die damit verbundenen praktischen Problematiken.
3. Oxfam: Hier erfolgt die chronologische Aufarbeitung des Skandals, eine Analyse der Accountability-Defizite bei Oxfam sowie eine Bewertung der eingeleiteten Gegenmaßnahmen.
4. Fazit und Forschungsausblick: Das Fazit bewertet die Entwicklungen nach dem Skandal kritisch und diskutiert die Bedeutung von Lernprozessen in einem transformierenden NGO-Sektor.
Schlüsselwörter
Accountability, NGOs, Oxfam, Skandal, Haiti, Rechenschaftspflicht, Upward Accountability, Downward Accountability, Transparenz, Good Governance, Hilfsorganisationen, Vertrauensverlust, Professionalisierung, Korruption, Interessenvertretung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Bedeutung und der praktischen Anwendung des Konzepts der Rechenschaftspflicht (Accountability) innerhalb von Nichtregierungsorganisationen am Beispiel des Oxfam-Skandals.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Neben der Definition von NGOs als globale Akteure stehen die verschiedenen Ausprägungen von Accountability und die Herausforderungen der praktischen Umsetzung bei großen, international agierenden Organisationen im Mittelpunkt.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Oxfam mit dem Skandal um sexuelles Fehlverhalten in Haiti umgegangen ist und inwieweit dabei zentrale Accountability-Mechanismen gewahrt oder missachtet wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Analyse verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung des Konzepts der Rechenschaftspflicht, die anschließend auf das Fallbeispiel Oxfam angewandt wird. Dabei dienen journalistische Quellen und offizielle Statements als empirische Grundlage.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die chronologische Darstellung der Ereignisse in Haiti ab 2011 und die detaillierte Analyse der organisatorischen Versäumnisse und späteren Reformschritte bei Oxfam.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Accountability, NGOs, Transparenz, Upward/Downward Accountability und ethische Standards in der Entwicklungszusammenarbeit charakterisiert.
Welche Rolle spielt die „upward Accountability“ bei NGOs laut der Arbeit?
Die Arbeit identifiziert eine Dominanz der „upward Accountability“, da NGOs stark von finanziellen Stakeholdern abhängig sind, was zu einer kurzfristigen Ergebnisorientierung führen kann.
Warum wurde die Arbeit in Haiti laut Analyse für Oxfam beendet?
Die haitianische Regierung entzog Oxfam aufgrund des Vertuschungsversuchs beim Skandal von 2011 und der mangelnden Transparenz gegenüber lokalen Stakeholdern die Arbeitsbefugnisse.
- Citar trabajo
- Vanessa Kern (Autor), 2018, Das Konzept Accountability bei NGOs. Wie hat die Organisation Oxfam International im Zuge des 2018 publizierten Skandals Verantwortung übernommen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538722