Das Thema der Unterrichtsstunde befasst sich mit dem Tod des englischen Königs Eduard und der damit verbundenen Thronfolge sowie der normannischen Landnahme durch Wilhelm dem Eroberer. Der Tod des Königs führte zu einem wahren Wettlauf um die Nachfolge und basierte auf verschiedenen Legitimationen der einzelnen Kandidaten. Das Thema der Stunde lautet dementsprechend: Designation, Krieg oder Verwandtschaft? Wer hat die „beste“ Legitimation? – Der Wettlauf um die Thronfolge des englischen Königs Eduard in den angelsächsischen und normannischen Quellen?
Inhaltsverzeichnis
1. Thema der Stunde
2. Einordnung des Themas in den Kernlehrplan
3. Lerngruppe
4. Unterrichtsreihe
5. Didaktische Analyse des Stundenthemas
5.1 Sachanalyse
5.2 Geschichtskulturelle Zugänge und Gegenwartsbezüge
5.3 Lebensweltbezug und Zukunftsbedeutung aus Schülerperspektive
5.4 Fragestellung
6. Zielformulierung
7. Methodischer Kommentar
8. Phasenverlauf
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit für die 6. Jahrgangsstufe ist es, den Schülerinnen und Schülern durch eine multiperspektivische Quellenarbeit ein tieferes Verständnis für die komplexe Thronfolge nach dem Tod von Eduard dem Bekenner im Jahr 1066 zu vermitteln. Dabei soll die Forschungsfrage beantwortet werden, warum es zu diesem Nachfolgestreit kam und wie die verschiedenen zeitgenössischen Quellen die Legitimation der jeweiligen Thronanwärter – insbesondere Harold Godwinson und Wilhelm der Eroberer – unterschiedlich begründeten.
- Analyse der historischen Thronfolge im Jahr 1066
- Vergleich angelsächsischer und normannischer Perspektiven auf die Legitimität
- Einsatz von Bildquellen (Teppich von Bayeux) und schriftlichen Zeugnissen
- Transfer zur modernen Thronfolgeregelung in England
- Förderung der Sach-, Methoden- und Urteilskompetenz durch Quellenkritik
Auszug aus dem Buch
a. Sachanalyse
Dahingehend bietet sich das Beispiel der Thronfolge des englischen Königs Eduard dem Bekenner in mehreren Punkten besonders für eine genauere Untersuchung der Umstände an. Mit dem Tod König Eduards 1066 brach in England ein Nachfolgestreit um die Krone aus, denn Eduard starb kinderlos. Sein einziger Verwandter war Edgar Etheling, ein Urenkel des ehemaligen Königs Ethelred, der, obwohl Kinderregentschaften im Mittelalter nicht selten waren, mit 11 Jahren als Nachfolger zunächst nicht infrage kam, aber dennoch Anspruch auf den Thron hatte.
Weil die Nachfolge also ungeklärt war, vermeldeten fünf Männer (Edgar Etheling, Svein Esthrithson, König von Dänemark, Harold Godwinson, mächtigster Mann im Reich und Bruder der Königin Edith, Wilhelm, Herzog der Normandie und Cousin des Königs Eduard mütterlicherseits, Harald Hardrada, König von Norwegen und entfernter Verwandter des Königs) Anspruch auf die Nachfolge, obwohl sie mal mehr, mal weniger dazu legitimiert waren. Für das Stundenthema wird jedoch der Fokus auf Wilhelm und Harald liegen, die die Hauptprotagonisten waren. Die Nachfolge lief also nicht linear ab, sondern es kam zu einem Bruch, einer Ausnahme von der Regel, die in der ersten Einheit der Unterrichtsreihe erarbeitet werden soll.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thema der Stunde: Einführung in den Nachfolgestreit um die englische Krone 1066 als zentrales Unterrichtsthema.
2. Einordnung des Themas in den Kernlehrplan: Verortung der Thematik innerhalb des Inhaltsfeldes "Europa im Mittelalter" für die Jahrgangsstufen 5/6.
3. Lerngruppe: Beschreibung der heterogenen 6. Klasse, ihrer Interessen und ihres Lernverhaltens bei der Arbeit mit historischen Quellen.
4. Unterrichtsreihe: Übersicht über die geplante Unterrichtseinheit zu Herrschaftsformen im Früh- und Hochmittelalter.
5. Didaktische Analyse des Stundenthemas: Detaillierte Begründung der Relevanz, der Quellenlage und der Fragestellung aus fachwissenschaftlicher und schülerorientierter Sicht.
6. Zielformulierung: Auflistung der angestrebten Sach-, Methoden- und Urteilskompetenzen.
7. Methodischer Kommentar: Erläuterung der didaktischen Struktur der Unterrichtsstunde, vom Einstieg bis zur Reflexion.
8. Phasenverlauf: Tabellarische Aufschlüsselung der Unterrichtsstunde nach Zeit, Phasen, Inhalten, Methoden und Sozialformen.
Schlüsselwörter
Thronfolge, England, 1066, Wilhelm der Eroberer, Harold Godwinson, Eduard der Bekenner, Legitimation, Teppich von Bayeux, Angelsächsische Chronik, Wilhelm von Jumièges, Mittelalter, Geschichte, Quellenarbeit, Herrschaft, Multiperspektivität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit entwirft eine Unterrichtsplanung für eine 6. Klasse, in der der englische Thronfolgestreit des Jahres 1066 als Beispiel für mittelalterliche Herrschaftsstrukturen und Legitimationsfragen analysiert wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen das mittelalterliche Königtum, die Thronfolge bei kinderlosen Herrschern, den Vergleich konkurrierender Herrschaftsansprüche und die Arbeit mit multiperspektivischen historischen Quellen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Leitfrage ist, warum es nach dem Tod Eduards 1066 zu einem Wettlauf um die Nachfolge kam und wie die Geschichtsschreiber den Anspruch der jeweiligen Anwärter in zeitgenössischen Quellen legitimierten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine quellenkritische Methode angewandt, bei der Schülerinnen und Schüler lernen, durch Analyse von Textquellen und Bildmaterial (wie dem Teppich von Bayeux) die Subjektivität und Perspektivität historischer Darstellungen zu erkennen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Sachanalyse, die didaktische Einbettung, die Zielformulierung der Unterrichtsstunde und ein detaillierter methodischer Ablauf inklusive der Quellenarbeit präsentiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Thronfolge, 1066, Legitimation, Wilhelm der Eroberer, Harold Godwinson, Multiperspektivität und Quellenarbeit.
Warum wird der Teppich von Bayeux als Quelle verwendet?
Er dient als anschauliche Bildquelle, die den Schülern einen direkten, chronologischen Zugang zu den Ereignissen ermöglicht und die normannische Perspektive auf die Thronfolge verdeutlicht.
Wie wird der Bogen zur heutigen Zeit geschlagen?
Die Stunde beginnt und endet mit einem Vergleich zur aktuellen englischen Monarchie unter Queen Elizabeth II., um den Schülern ein Verständnis für den Wandel von Herrschaftsverständnissen und Thronfolgeregeln zu erleichtern.
Welche Rolle spielt die "Angelsächsische Chronik"?
Sie fungiert als Gegenquelle zum normannischen Standpunkt, um den Schülern aufzuzeigen, dass die Geschichtsschreibung oft parteiisch ist und von der Perspektive des jeweiligen Autors abhängt.
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- Christoph Gwisdeck (Author), 2017, Designation, Krieg oder Verwandtschaft? Wer hat die "beste" Legitimation?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538750