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Nuclear Stabilisation. Die Legitimations- und Kooptationsfunktion des nordkoreanischen Nuklearprogramms unter Kim Jong-il und Kim Jong-un

Titel: Nuclear Stabilisation. Die Legitimations- und Kooptationsfunktion des nordkoreanischen Nuklearprogramms unter Kim Jong-il und Kim Jong-un

Bachelorarbeit , 2019 , 54 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Julian Klose (Autor:in)

Politik - Politische Systeme allgemein und im Vergleich
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Trotz seiner geographischen Abgelegenheit steht Nordkorea seit den 1990ern fest im Zentrum weltpolitischer Auseinandersetzungen. Erstens gehört Nordkorea zu den repressivsten Staaten der Welt. Zweitens ist es dem Land gelungen, sämtlichen Krisen und Sanktionen zum Trotz, ein eigenes Nuklearprogramm zu entwickeln. Seit Jahren werden die Hintergründe der nordkoreanischen Regimestabilität debattiert.

Eine wichtige Frage in der Nordkorea-Forschung ist daher die der Verbindung zwischen der Performanz des Landes und dem Nuklearprogramm. Im Kern geht es dabei um die Frage, was die Motivation hinter der nuklearen Aufrüstung Nordkoreas sein könnte. Ausgangspunkt der Forschung ist dabei eine im Detail unterschiedlich begründete Sicherheitsfunktion des Nuklearprogramms. Wenn es dem Kim-Regime letztendlich um das Überleben geht, dann bleibt unklar, welchen Beitrag ein Nuklearprogramm dazu leistet. Von außen betrachtet hängen die Sanktionen und die militärischen Drohungen der USA gegen Nordkorea gerade mit diesem Verhalten zusammen. Es erscheint daher vielversprechend, die Ursachen im politischen System Nordkoreas zu suchen. In Abgrenzung zur innerstaatlichen Forschung in den Internationalen Beziehungen soll nicht primär das außenpolitische Verhalten erklärt werden. Es soll stattdessen untersucht werden, wie das Nuklearprogramm beim Streben nach „regime survival“ hilft. Weiter soll mit der institutionellen Ausgestaltung des Programms ein soweit ersichtlich vernachlässigter Aspekt der politikwissenschaftlichen Forschung untersucht werden. Mit Hilfe des Drei-Säulen-Modells autokratischer Regimestabilität (Gerschewski 2013) wird daher untersucht, welchen Beitrag das nordkoreanische Nuklearprogramm zur Regimestabilität leistet. Konkret wird argumentiert, dass das Regime auf Grund seines Typs mit dem Programm versucht, sich zu legitimieren und Eliten zu kooptieren. Dies geschieht über die Bereitstellung von Gütern an die Bevölkerung und strategisch wichtige Akteure sowie die Einbindung in formelle und informelle Netzwerke. Nach der Vorstellung des Forschungsdesigns werden im dritten Kapitel die Grundlagen der nordkoreanischen Legitimation und Kooptation von Eliten dargelegt. Im vierten Kapitel wird gezeigt wie das Regime u.a. mithilfe des Nuklearprogramms Regimestabilität herbeiführt und warum vermeintliche Denuklearisierung in der Vergangenheit auch der Regimestabilität diente. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Forschungsdesign

2.1 Methodik der Kongruenzanalyse

2.2 Das Drei-Säulen-Modell nach Gerschewski (2013)

2.2.1 Legitimation

2.2.2 Kooptation

2.3 Legitimations- und Kooptationsfunktion

2.3.1 Konzeptualisierung Legitimationsfunktion

2.3.2 Konzeptualisierung Kooptationsfunktion

2.4 Datenerhebung und -analyse

2.4.1 Datenerhebung

2.4.2 Datenanalyse

2.5 Fallauswahl

3 Legitimation und Kooptation in Nordkorea

3.1 Legitimation

3.2 Kooptation

4 Empirische Analyse

4.1 Das Nuklearprogramm

4.2 Legitimations- und Kooptationsfunktion des Programms

4.2.1 Legitimationsfunktion

4.2.2 Kooptationsfunktion

5 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht, welchen Beitrag das nordkoreanische Nuklearprogramm über die rein sicherheitspolitische Komponente hinaus zur Stabilität des Regimes leistet. Dabei wird analysiert, wie das Regime das Programm nutzt, um durch Legitimationsstrategien bei der Bevölkerung und Kooptationsmechanismen innerhalb der Elite seine Herrschaft zu sichern und zu festigen.

  • Anwendung des Drei-Säulen-Modells autokratischer Regimestabilität auf den Fall Nordkorea.
  • Untersuchung der Legitimationsfunktion des Nuklearprogramms im Kontext von wirtschaftlicher Performanz und Ideologie.
  • Analyse der Kooptationsmechanismen zur Bindung strategisch relevanter Eliten, insbesondere Militär und Wissenschaftler.
  • Vergleich der Regierungsperioden von Kim Jong-il und Kim Jong-un hinsichtlich ihrer Nutzung des Nuklearprogramms.
  • Bewertung der institutionellen Einbettung des Nuklearprogramms als komplexes politisches und ökonomisches Instrument.

Auszug aus dem Buch

4.2 Legitimations- und Kooptationsfunktion des Programms

Nachdem in Grundzügen dargestellt wurde, wie und warum das Regime sich legitimiert und Eliten kooptiert, wird nun untersucht, welchen Beitrag das Nuklearprogramm hierzu leistet. Dabei wird entsprechend der unter Abschnitt 2.3 entwickelten Erwartungen vorgegangen. Die Untersuchungszeiträume werden in der jeweiligen Funktion chronologisch untersucht.

4.2.1 Legitimationsfunktion

Wie dargelegt, mangelte es beiden Kims zum einen an wirtschaftlicher Performanz, zum anderen an einer dadurch ausgelösten „uncontestedness“ der Juche-Ideologie. Um spezifische Unterstützung in der Bevölkerung zu generieren, muss das Nuklearprogramm Güter für die Bevölkerung bereitstellen. In Frage kommen hier neben sozio-ökonomischem Output auch noch die Befriedigung eines Sicherheitsbedürfnisses in Betracht auf Grund der Rüstungskomponente im Programm. Sozio-ökonomischer Output kann sich dabei aus dem Programm selbst, zum anderen aus seiner Nutzung als „tool“ ergeben. Wie dargelegt, litt Nordkorea unter Kim Jong-il an einem Mangel an Devisen sowie regelmäßigen Versorgungsengpässen. Insbesondere Engpässe bei der Energieversorgung wurden als regimegefährdend eingestuft, da das Selektorat stärker davon betroffen war als von Nahrungsmittelengpässen (Solingen 2007: 132, Byman & Lind 2010: 62).62 Wirtschaftliche Reformen konnten dabei vor dem Hintergrund der Juche-Ideologie als zu riskant angesehen werden, da dies ein Aufgeben des Juche-Ideals von der umfassenden Autonomie bedeutet hätte (Lankov 2015: 109-118, Liegl 2016: 23). Zudem bestand für Kim Jong-il auf Grund eines drohenden US-Militärschlags gegen das nordkoreanische Nuklearprogramm eine zweifache Bedrohung der Regimestabilität.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der nordkoreanischen Regimestabilität unter Berücksichtigung des Nuklearprogramms und der bestehenden Forschungslücke.

2 Forschungsdesign: Vorstellung der methodischen Vorgehensweise mittels Kongruenzanalyse und Einführung des theoretischen Drei-Säulen-Modells nach Gerschewski.

3 Legitimation und Kooptation in Nordkorea: Analyse der strukturellen Grundlagen von Legitimation und Kooptation innerhalb des personalistischen nordkoreanischen Regimes.

4 Empirische Analyse: Untersuchung des Nuklearprogramms als komplexes institutionelles Instrument zur Legitimationsgenerierung und Elitenkooptation.

5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Implikationen für die Regimestabilität sowie Diskussion künftiger Forschungsperspektiven.

Schlüsselwörter

Nordkorea, Nuklearprogramm, Regimestabilität, Drei-Säulen-Modell, Legitimation, Kooptation, Kim Jong-il, Kim Jong-un, Songun-Politik, Juche-Ideologie, Autokratie, Elitenbindung, Sanktionen, Außenpolitik, Sicherheitsfunktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, welche über die rein militärische Sicherheitsfunktion hinausgehenden Aufgaben das nordkoreanische Nuklearprogramm für das Überleben des Regimes erfüllt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Stabilisierungsmechanismen autokratischer Herrschaft, unterteilt in die Säulen Legitimation und Kooptation, angewandt auf den spezifischen Fall Nordkorea.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, den Beitrag des Nuklearprogramms zur Regimestabilität durch die Generierung von spezifischer und diffuser Unterstützung sowie die Einbindung strategisch wichtiger Eliten zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine qualitative Einzelfallstudie mittels Kongruenzanalyse durchgeführt, um theoretische Konzepte (Gerschewskis Drei-Säulen-Modell) mit empirischen Beobachtungen zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung des nordkoreanischen Nuklearprogramms, seine institutionelle Verankerung und seine Wirkung auf die Legitimationsstrategien und die Kooptation von Eliten unter Kim Jong-il und Kim Jong-un.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Nordkorea, Nuklearprogramm, Regimestabilität, Legitimation, Kooptation, Autokratie, Machtnachfolge, Elitennetzwerke.

Wie unterscheidet sich die Nutzung des Nuklearprogramms unter Kim Jong-un im Vergleich zu Kim Jong-il?

Während unter Kim Jong-il die Kooptation des Militärs und die Überbrückung wirtschaftlicher Engpässe im Vordergrund standen, verbindet Kim Jong-un das Nuklearprogramm stärker mit nationalem Prestige und der allgemeinen Performanz seines Regimes.

Welche Rolle spielen externe Schocks für die Legitimationssäule des nordkoreanischen Regimes?

Externe Schocks, wie wirtschaftliche Fehlperformanz oder der Tod des Führers, führen zu Legitimationsdefiziten, die das Regime versucht, durch den propagandistischen Einsatz des Nuklearprogramms und Repressionsmaßnahmen zu kompensieren.

Ende der Leseprobe aus 54 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Nuclear Stabilisation. Die Legitimations- und Kooptationsfunktion des nordkoreanischen Nuklearprogramms unter Kim Jong-il und Kim Jong-un
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Note
1,7
Autor
Julian Klose (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
54
Katalognummer
V539321
ISBN (eBook)
9783346151704
ISBN (Buch)
9783346151711
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nordkorea proliferation nuklearwaffen atombombe kim jong un autokratie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julian Klose (Autor:in), 2019, Nuclear Stabilisation. Die Legitimations- und Kooptationsfunktion des nordkoreanischen Nuklearprogramms unter Kim Jong-il und Kim Jong-un, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539321
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Leseprobe aus  54  Seiten
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