Diese Arbeit beschäftigt sich mit unterschiedlichen Fragestellungen bezüglich Alzheimer: Zum einen, was unterscheidet die Alzheimer-Krankheit von einer Demenz? Obgleich der Begriff vielen geläufig ist, setzt die Gesellschaft eine Demenz häufig gleich mit Morbus Alzheimer. Zwar handelt es sich bei der Erkrankung zweifelsfrei auch um eine Demenz, dennoch darf diese Bezeichnung nur als Überbegriff verstanden werden. Im gesellschaftlichen Fokus steht die Alzheimer-Krankheit schon deshalb, weil sie heute, im Vergleich zur Jahrhundertwende, prozentual am zahlreichsten auftritt.
Zuerst soll definiert werden, wie die Krankheit entsteht und wie ihr genereller Verlauf ist. Ergänzend dazu wird dargestellt, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um entweder gegen die Erkrankung vorzugehen oder wie sie möglicherweise durch präventive Maßnahmen erst gar nicht zum Ausbruch kommt. Im Anschluss soll der demographische Wandel erörtert werden und wie dieser mit der Alzheimer-Krankheit korreliert. Im Experteninterview mit einer Fachärztin für Psychiatrie & Psychotherapie soll ermittelt werden, was aus Sicht der Expertin für die Pflege von Alzheimer-Kranken essentiell ist und wie zukünftig gegen die Krankheit vorgegangen werden kann. Des Weiteren beschäftigt sich die Arbeit mit der stationären und ambulanten Pflege. Was gilt es neben der medikamentösen und therapieartigen Betreuung zu beachten? Der Fachkräftemangel im Pflegesektor wird ebenfalls thematisiert in dieser Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Alzheimer Krankheit – Epidemiologie
2.1 Diagnose und Differentialdiagnose
2.2 Ätiopathogenese – Entstehung der Krankheit
2.2.1 Amyloid-Plaques
2.2.2 Neurofibrilläre Tangles
2.2.3 Weitere Faktoren
2.3 Krankheitsverlauf
2.3.1 Krankheitsverlauf des Gehirns
2.3.2 Krankheitsverlauf des Wesens
2.3.3 Geschlechterunterschiede
2.4 Pharmakologie
2.4.1 Pharmakotherapie – Behandlung durch Arzneimittel
2.4.2 Nichtmedikamentöse Behandlung
2.4.3 Prävention
3. Gesellschaftliche Relevanz
3.1. Demographische Wandel
3.2 Experteninterview mit Dr. Angela Klädtke
3.3 Versorgung von Demenzkranken
3.4 Stationäre und Ambulante Pflege
3.4.1 Stationäre Pflege
3.4.2 Ambulante Pflege
3.5 Prognose ausgehend vom Pflegemangel
4. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Alzheimer-Krankheit im Kontext des demographischen Wandels, mit dem Ziel, die Pathogenese, den Krankheitsverlauf sowie die aktuellen Herausforderungen und Versorgungsstrukturen im Pflegesektor wissenschaftlich zu beleuchten und kritisch zu analysieren.
- Biologische Entstehung der Alzheimer-Krankheit (Amyloid-Plaques, Tangles)
- Klinische Diagnostik und Abgrenzung zu anderen Demenzformen
- Pharmakologische und nicht-medikamentöse Therapieansätze
- Einfluss des demographischen Wandels auf die stationäre und ambulante Pflege
- Prognose des Fachkräftemangels und zukünftige Versorgungsstrategien
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Amyloid-Plaques
Das ß-Amyloid-Protein (Aß) fungiert als Hauptbestandteil der extrazellulären Plaques, die zur Alzheimer-Krankheit führen. Unter normalen Voraussetzungen lagern sich Aß-Peptide nicht in Blutgefäßen bzw. dem Gehirn ab. Die nervengiftartigen Varianten Amyloid-beta 40 bzw. 42 sind jedoch kennzeichnend für die senilen Plaques. Ausschlaggebend für die Entwicklung dieser Typen sind unter anderem die Veränderung des Vorläufer-Proteins Amyloid (engl.: Amyloid Preccursor Protein = APP) und der damit verbundene Spaltungsprozess. Die Ablagerungen sind besonders im Bereich des Striatums sichtbar (Urmoneit, B. 1996b; Weis, S. 1997b).
Das Aß-Protein ist ein proteolytisches (eiweißabbauendes) Spaltprodukt des APP. Dieses Vorläufer-Protein gehört zur Familie der 90-160 kDa (Kilodalton) großen, löslichen, integralen Membran-Glyko-Proteinen, die posttranslatierenden Modifikationen wie N- und O-Glykosylierung, Sulfatisierung und Phosphatisierung unterliegen. Lokalisiert ist dieses APP-Gen dabei auf dem langen Arm des Chromosoms 21.
Für den Spaltungsprozess essentiell ist dabei die Region von APP, die die Aß-Peptidsequenz vorweist. Dieser Teil ist ausschlaggebend zur Kodierung der Proteine. Verantwortlich dafür sind zwei Enzyme: ß- und y-Sekretase, die das Aß-Protein aus dem Vorläufer-Protein schneiden. Die ß-Sekretase spaltet als Proteaseenzym vornehmlich Proteine und Peptide. Bei diesem Prozess entstehen aus APP sowohl kleine und lösliche Aggregate von carboxyterminalen Aß-Fragmenten, als auch große fibrilläre Komplexe. Beide Formen haben eine toxische Wirkung auf Nervenzellen und neuronale Mitchondrien. Anschließend spaltet die y-Sekretase die restlichen Carboxyfragmente auf der Transmembrandomäne.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entdeckung der Alzheimer-Krankheit durch Alois Alzheimer ein und erläutert die gesellschaftliche Relevanz der Erkrankung im Zuge der demographischen Entwicklung.
2. Alzheimer Krankheit – Epidemiologie: Dieses Kapitel behandelt die medizinischen Grundlagen, von der diagnostischen Abgrenzung gegenüber anderen Demenztypen bis zur detaillierten molekularbiologischen Entstehung der Krankheit.
3. Gesellschaftliche Relevanz: Hier werden die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Gesellschaft und das Gesundheitssystem sowie aktuelle Herausforderungen in der stationären und ambulanten Pflege dargestellt.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung demenzieller Erkrankungen zusammen und bewertet kritisch die zukünftigen Versorgungs- und Forschungsperspektiven.
Schlüsselwörter
Alzheimer, Demenz, demographischer Wandel, Amyloid-Plaques, Tau-Fibrillen, Pflegemangel, Altenpflege, Diagnostik, Pharmakotherapie, Neurodegeneration, Lebensqualität, Angehörigenpflege, stationäre Versorgung, ambulante Pflege, Gerontopsychiatrie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Alzheimer-Krankheit, ihrer biologischen Entstehung, den klinischen Verlaufsformen und den sozioökonomischen Herausforderungen, die durch den demographischen Wandel in der Pflege entstehen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Pathogenese, die differenzierte Diagnose gegenüber anderen Demenzformen, aktuelle Behandlungsansätze sowie die Problematik des Fachkräftemangels in der stationären und ambulanten Pflege.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein tiefgreifendes Verständnis der Krankheit zu vermitteln und aufzuzeigen, wie sich der steigende Bedarf an Pflegeleistungen aufgrund einer alternden Gesellschaft auf die Versorgungsqualität auswirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und stützt sich zudem auf ein Experteninterview mit einer Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die medizinisch-biologische Betrachtung der Demenzentstehung und den gesellschaftlich-pflegerischen Bereich, inklusive konkreter Strategien zur Bekämpfung des Pflegemangels.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Morbus Alzheimer, Amyloid-Plaques, demographischer Wandel, Pflegeheime, therapeutische Interventionen und die Bewältigung des Fachkräftemangels.
Wie unterscheiden sich die Alzheimer-Demenz und andere Demenzformen laut der Arbeit?
Die Arbeit verdeutlicht, dass Alzheimer durch spezifische neuropathologische Marker wie Plaques und Tangles gekennzeichnet ist, während andere Formen wie die vaskuläre Demenz oder die Lewy-Körperchen-Demenz andere Ursachen und Verlaufsstrukturen aufweisen.
Welche Bedeutung haben Angehörige in der Alzheimer-Pflege?
Angehörige tragen eine zentrale Last in der Versorgung, da sie einen großen Teil der Betreuung leisten, wobei die Arbeit die Notwendigkeit professioneller Unterstützung und Entlastung betont.
Was besagt die Arbeit über die Zukunft der Alzheimer-Forschung?
Die Arbeit kritisiert den fehlenden Durchbruch der Pharmaindustrie und betont, dass die Politik eine stärkere Rolle in der Förderung und Subventionierung der Forschung einnehmen muss.
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- Nik Dre (Author), 2018, Alzheimerkrankheit in Anbetracht des demographischen Wandels, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539501