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Warum handelt man wider besseres Wissen? Das Konzept der Akrasia bei Sokrates

Titre: Warum handelt man wider besseres Wissen? Das Konzept der Akrasia bei Sokrates

Plan d'enseignement , 2019 , 39 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Barbara Lampert (Auteur)

Philosophie - Philosophie antique
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Akrasia bedeutet so viel wie "Unbeherrschtheit" "Handeln wider besseres Wissen" und stellt ein klassischen, philosophisches Problem dar: Wie kann es sein, dass jemand ein richtiges Urteil hat und dennoch entgegen diesem Urteil handelt? Diese Frage steht im Zentrum des Unterrichtsentwurfes.

Eine Person führe also eine bestimmte Handlung A aus, obwohl sie weiß, dass die alternative Handlung B besser sei. Die Person handelt also entgegen ihrer eigenen Handlungsintention. Die Annahme, dass Personen, sofern sie dazu in der Lage sind, diejenigen Handlungen ausführen, die sie für am besten halten, trifft bei akratischen Handlungen nicht zu. Wie also lässt sich dieses Handlungsphänomen philosophisch erklären? Wie ist es möglich, dass eine Person die bessere Handlung weiß, sich aber für die schlechtere Handlungsalternative entscheidet? Sokrates' Auffassung nach kann, eine Person nicht willentlich entgegen ihres besseren Wissens handeln und die schlechtere Handlungsalternative wählen. Wenn ein Subjekt echtes Wissen besitzt, führe dies notwendig zu richtigen Handeln. Echtes Wissen impliziere also handeln in Übereinstimmung mit diesem Wissen. Sokrates versteht das Wissen also als eine übergeordnete Instanz, welches sich gleichzeitig gegen jene anderen Einflüsse, wie zum Beispiel den Einfluss von Affekten, wehren könne. Diese Auffassung hat zu Folge, das Sokrates die Existenz von Akrasia leugnen muss.

Mithilfe des Alltagsbezugs in der Einstiegsphase wird das Problem der Akrasia dabei von den SuS wahrgenommen, da sie dieses Problem auf ihre Lebenswelt beziehen können und ihnen deutlich wird, dass auch sie täglich mit dem Problem des Handelns wider besseres Wissen konfrontiert sind. Demzufolge wird ein problemorientierter Schwerpunkt gebildet, der für die Lerngruppe von Relevanz ist und stellt kein rein philosophiegeschichtliches Problem dar. Dadurch kann die Themenwahl für die Lerngruppe als motivierend wahrgenommen werden. Die Problematisierung ist kontrovers und verlangt nach einer Antwort: Warum entscheiden wir uns letztlich für eine andere Handlungsalternative, obwohl wir wissen, was besser ist? Wie kann es also sein, dass sich der Mensch entgegen seines eigenen, besseren Wissens entscheidet und eine schlechtere Handlung wählt, die wiederum schlechte Konsequenzen mit sich bringt und dem Menschen letztlich schadet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Allgemeine Auswertung der Erfahrungen im Praxissemester

2. Planung von Unterricht I

2.1 Die Unterrichtsvoraussetzungen

2.2 Die Sachanalyse

2.3 Kompetenzen, Standards und Standardkonkretisierung

2.4 Verlaufsplan

2.4.1 Didaktisch-methodische Überlegungen

3. Analyse von Unterricht I

3.1 Analyse der Planung

3.1.1 Problemorientierung der Stunde

3.1.2 Sachlogik und Phasierung der Stunde

3.1.3 Einsatz von Fachmethodik, Operationsobjekten und Sozialformen

3.1.4 Impulsgebung und Gesprächsmoderation

3.2 Analyse der Durchführung

3.2.1 Verhältnis zwischen Planung und Durchführung

3.2.2 Lehrer*innenverhalten

3.2.3 Schüler*innenverhalten

4. Hinzuziehung (fach)didaktischer Literatur und Hospitationserfahrungen

5. Planung von Unterricht II

5.1 Die Unterrichtsvoraussetzungen

5.2 Die Sachanalyse

5.3 Kompetenzen, Standards und Standardkonkretisierung

5.4 Verlaufsplan

5.4.1 Didaktisch-methodische Überlegungen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit dokumentiert die Planung, Durchführung und fachdidaktische Analyse von zwei Unterrichtsstunden im Fach Philosophie/Ethik, wobei das zentrale Problem der Akrasia – das Handeln wider besseren Wissens – im Fokus der Auseinandersetzung steht.

  • Analyse philosophischer Ansätze zur Willensschwäche (Sokrates vs. Aristoteles)
  • Reflexion über die didaktische Gestaltung von Unterrichtseinstiegen
  • Evaluierung der Wirksamkeit von kooperativen Lernformen im Philosophieunterricht
  • Optimierung von Gesprächsführung und Impulsgebung für kontroverse Diskussionen
  • Verknüpfung von theoretischem Wissen mit lebensweltlichen Alltagssituationen

Auszug aus dem Buch

Aristoteles: Über Unbeherrschtheit (Handeln wider besseren Wissens)

Im siebten Buch seiner Nikomachischen Ethik referiert Aristoteles zunächst Sokrates' Position zum Problem der Unbeherrschtheit:

Man könnte nun eine Schwierigkeit darin sehen, wie jemand ein richtiges Urteil haben und dennoch unbeherrscht sein kann. Einige sagen, dass er sich unmöglich so verhalten könne, wenn er Wissen hat. Denn es wäre – wie Sokrates dachte – seltsam, wenn, obwohl Wissen vorhanden ist, etwas anderes es beherrschen und wie einen Sklaven herumzerren würde. Sokrates lehnte ja die fragliche Auffassung vollständig ab in der Überzeugung, es gebe keine Unbeherrschtheit. Niemand, so pflegte er zu sagen, handelt gegen das Beste in der Überzeugung, dies zu tun, sondern [man handelt nur so] aufgrund von Unwissenheit.

Danach entwickelt Aristoteles seine eigene Sicht:

[F]alls wir Wissen haben und dennoch nicht anwenden, sehen wir, dass das Haben etwas ganz anderes wird, sodass man in solchen Fällen auf gewisse Weise Wissen hat und auch nicht hat, zum Beispiel beim Schlafenden, Wahnsinnigen oder Betrunkenen. Gerade in einer solchen Verfassung sind aber diejenigen, die sich in Affekten befinden. Denn Zornesausbrüche, sexuelle Begierden und manches dieser Art verändern offensichtlich auch die körperliche Verfassung, und in einigen Menschen bewirken sie sogar Schübe von Wahn. Man muss also offenbar sagen, dass sich die Unbeherrschten in einer ähnlichen Verfassung befinden wie diese. Dass sie Sätze sagen, die aus Wissen hervorgehen, beweist gar nichts. Denn auch diejenigen, die sich in den Affekten befinden, sagen mathematische Beweise oder Verse des Empedokles auf. Und auch diejenigen, die etwas erst zu lernen beginnen, reihen Sätze aneinander, haben aber noch kein Wissen. Denn das Wissen muss mit dem Menschen verwachsen; das aber braucht Zeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Allgemeine Auswertung der Erfahrungen im Praxissemester: Der Autor reflektiert seine ersten praktischen Erfahrungen in einem schulischen Umfeld mit dem Fokus auf die Bedeutung der Unterrichtsgestaltung und Moderation.

2. Planung von Unterricht I: Dieses Kapitel legt die theoretischen und sachanalytischen Grundlagen für die erste Unterrichtsstunde zum Thema Akrasia und Ethik fest.

3. Analyse von Unterricht I: Hier erfolgt eine kritische Nachbetrachtung der geplanten und tatsächlich durchgeführten Unterrichtsstunde, wobei didaktische Entscheidungen reflektiert werden.

4. Hinzuziehung (fach)didaktischer Literatur und Hospitationserfahrungen: Der Autor verknüpft seine Beobachtungen mit fachdidaktischen Modellen, um Verbesserungsansätze für zukünftige Unterrichtseinheiten abzuleiten.

5. Planung von Unterricht II: Basierend auf der vorangegangenen Analyse wird eine zweite Unterrichtsstunde geplant, die spezifische methodische Anpassungen integriert.

Schlüsselwörter

Akrasia, Willensschwäche, Philosophieunterricht, Ethik, Unterrichtsplanung, Sokrates, Aristoteles, Handeln wider besseren Wissens, Fachdidaktik, moralisches Urteilen, Unterrichtsanalyse, Reflexion, Lebensführung, Moralphilosophie, Unterrichtsmethodik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit umfasst ein Portfolio zur Planung, Durchführung und Analyse von Unterrichtsstunden im Fach Philosophie/Ethik, mit besonderem Augenmerk auf die philosophische Problematik der Akrasia.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die philosophische Auseinandersetzung mit der Willensschwäche nach Sokrates und Aristoteles sowie die didaktische Umsetzung moralphilosophischer Fragen im Unterricht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist die methodische Optimierung der Vermittlung komplexer philosophischer Positionen, wobei untersucht wird, wie SuS dazu befähigt werden können, Handlungsweisen in Bezug auf moralisches Wissen zu reflektieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden eine fachwissenschaftliche Sachanalyse philosophischer Texte sowie eine reflexive didaktische Analyse der eigenen Unterrichtspraxis angewendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Planung und Analyse zweier Unterrichtssequenzen, die Einbindung didaktischer Fachliteratur und die Reflexion über schülerzentrierte Lernmethoden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Akrasia, Moralphilosophie, Unterrichtsplanung, Reflexion und Urteilsbildung.

Welchen Stellenwert nimmt die Sachanalyse im Dokument ein?

Die Sachanalyse dient als theoretisches Fundament, um die philosophischen Positionen zur Unbeherrschtheit präzise zu definieren und didaktisch für den Unterricht nutzbar zu machen.

Warum unterscheidet der Autor zwischen zwei Unterrichtsplanungen?

Die zwei Planungen ermöglichen eine iterative Verbesserung; die Analyse der ersten Stunde liefert Erkenntnisse, die direkt in die didaktische Konzeption der zweiten Stunde einfließen.

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Résumé des informations

Titre
Warum handelt man wider besseres Wissen? Das Konzept der Akrasia bei Sokrates
Université
Humboldt-University of Berlin
Note
1,0
Auteur
Barbara Lampert (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
39
N° de catalogue
V539947
ISBN (ebook)
9783346166630
ISBN (Livre)
9783346166647
Langue
allemand
mots-clé
Philosophie Ethik Akrasia Unterrichtsentwurf Sokrates Aristoteles Handelnwiderbesserenwissens
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Barbara Lampert (Auteur), 2019, Warum handelt man wider besseres Wissen? Das Konzept der Akrasia bei Sokrates, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539947
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Extrait de  39  pages
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