Ziel der Arbeit ist es, anhand einer möglichst originalgetreuen Methodik einen deutschen Vergleichsindex für den Kauffman Index of Main Street Entrepreneurship, im weiteren Verlauf mitunter auch als MSE Index und Kauffman Index bezeichnet, zu konzipieren. Sie trägt so dazu bei, ein breiteres öffentliches Bewusstsein für diesen von Medien und Wissenschaft gleichermaßen vernachlässigten Forschungsbereich zu schaffen. Auch ein Vergleich hinsichtlich deutscher und amerikanischer Main Street Aktivität soll mit Hilfe dieser Untersuchung ermöglicht werden.
In der heutigen Zeit vollzieht sich ein zunehmend dynamischer Wandel unserer Arbeits- und Lebensumstände. Einerseits zwingt die zunehmende Technologisierung viele Arbeitnehmer, sich intensiv mit ihren Kompetenzen und der Möglichkeit auseinanderzusetzen, in naher Zukunft durch Maschinen substituiert zu werden. Andererseits ist das moderne Arbeitsleben durch immer häufigere Arbeitgeber- und Wohnortwechsel gekennzeichnet.
Diese hohen Anforderungen hinsichtlich Flexibilität und die wachsende Unsicherheit führen in nächster Konsequenz oftmals zu einem gesteigerten Verlangen nach mehr Selbstbestimmung. Jener Wunsch ist einer der Kerntreiber der Main Street Entrepreneure, welche die Mehrheit der Unternehmer im Land darstellen und somit das eigentliche Fundament unserer Wirtschaft darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Wall Street Entrepreneurship vs. Main Street Entrepreneurship
3 Die Ewing Marion Kauffman Foundation
4 Der Kauffman Index of Main Street Entrepreneurship
4.1 Auswahlkriterien
4.2 Regionale Untergliederungen
4.3 Datenquellen
5 Allgemeine Grundlagen der Datenaggregation
6 Notwendige Adaptionen für den deutschen Markt
6.1 Auswahlkriterien
6.2 Regionale Untergliederungen
6.3 Datenquellen
7 Erstellung des deutschen Main Street Entrepreneurship Index
8 Forschungsergebnisse
8.1 Ergebnisse der NUTS-0 Ebene
8.2 Ergebnisse der NUTS-1 Ebene
8.3 Ergebnisse der NUTS-3 Ebene
9 Vergleich der beiden Main Street Indizes
10 Schluss
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit ist die Konzeption eines deutschen Pendants zum „Kauffman Index of Main Street Entrepreneurship“. Die Forschungsarbeit untersucht, inwiefern eine originalgetreue methodische Replikation dieses Index für den deutschen Markt möglich ist, um die kleinunternehmerische Aktivität und deren regionale Entwicklung messbar zu machen.
- Theoretische Abgrenzung zwischen Wall Street und Main Street Entrepreneurship
- Methodische Grundlagen der Indexkonstruktion nach OECD-Standards
- Adaption von Auswahlkriterien und Datenquellen auf den deutschen Markt
- Vergleichende Analyse der Main Street Aktivität in Deutschland und den USA
Auszug aus dem Buch
2 Wall Street Entrepreneurship vs. Main Street Entrepreneurship
Hinsichtlich des Begriffs des Entrepreneurship ist festzuhalten, dass bis heute keine einheitlich anerkannte Definition dieses Terms existiert. In seiner Studie kommt Gartner (1999, S.28) zu dem Schluss, dass „[…] a definition of entrepreneurship has yet to emerge.“
Obgleich diesem fehlenden wissenschaftlichen Konsens, hat sich in der öffentlichen Wahrnehmung eine weitestgehend einheitliche Auffassung hinsichtlich der Vorstellung von Unternehmertum etabliert. Rasant wachsende und skalierbare Unternehmen wie Facebook, Google oder Amazon stehen zumeist im Zentrum der Aufmerksamkeit von Forschung und Medien. Diese sehr einseitige Berichterstattung prägt das öffentliche Verständnis nachhaltig und führt letztendlich dazu, dass die allgemeine Bevölkerung fast ausschliesslich diese großen, teilweise rasant gewachsenen Megakonzerne mit Entrepreneurship assoziiert (Glauser, 2016).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Main Street Entrepreneurships als Fundament der Wirtschaft ein und definiert das Ziel der Arbeit, einen deutschen Vergleichsindex zu entwickeln.
2 Wall Street Entrepreneurship vs. Main Street Entrepreneurship: Dieses Kapitel diskutiert die begrifflichen Unterschiede zwischen wachstumsorientierten Megakonzernen (Wall Street) und kleinen, wertebasierten Unternehmen (Main Street).
3 Die Ewing Marion Kauffman Foundation: Es wird die Rolle der Kauffman Foundation als Herausgeber des Originalindex sowie deren Fokus auf die Förderung von Unternehmertum erläutert.
4 Der Kauffman Index of Main Street Entrepreneurship: Dieses Kapitel beschreibt die Auswahlkriterien, regionalen Ebenen und Datenquellen des ursprünglichen amerikanischen Index.
5 Allgemeine Grundlagen der Datenaggregation: Hier werden die methodischen Verfahrensweisen zur Konstruktion zusammengesetzter Indikatoren nach OECD-Standards dargestellt.
6 Notwendige Adaptionen für den deutschen Markt: Das Kapitel behandelt die notwendigen Anpassungen des Index-Grundgerüsts, um die Unterschiede zwischen den Märkten in den USA und Deutschland zu berücksichtigen.
7 Erstellung des deutschen Main Street Entrepreneurship Index: Hier wird der konkrete zehnstufige Prozess der Index-Konstruktion für Deutschland unter Anwendung der zuvor definierten Methodik beschrieben.
8 Forschungsergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse auf den drei NUTS-Ebenen und visualisiert die Trends der kleinunternehmerischen Aktivität.
9 Vergleich der beiden Main Street Indizes: Es erfolgt eine gegenüberstellende Analyse der deutschen und amerikanischen Index-Verläufe, um wirtschaftliche Gemeinsamkeiten und zeitliche Verschiebungen zu identifizieren.
10 Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige gesellschaftliche Bedeutung von Main Street Entrepreneurship.
Schlüsselwörter
Main Street Entrepreneurship, Kauffman Index, Unternehmertum, Wirtschaftsindikatoren, Datenaggregation, NUTS-Klassifikation, Kleinunternehmen, Survival Rate, Business Dynamics, Small Business Density, Rate of Business Owners, Deutschland, USA, Mittelstandsforschung, Indexkonstruktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Erstellung eines deutschen Pendants zum amerikanischen „Kauffman Index of Main Street Entrepreneurship“, um kleinunternehmerische Aktivitäten in Deutschland messbar zu machen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die theoretische Abgrenzung von Unternehmertumsformen, die methodische Konstruktion von Wirtschaftsindikatoren und die empirische Anwendung auf deutsche Regionalebenen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, ein wissenschaftlich fundiertes Schema zu entwickeln, das eine originalgetreue Nachbildung des Kauffman-Index für den deutschen Markt ermöglicht und so einen Vergleich zur US-Wirtschaft erlaubt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf das „Handbook on Constructing Composite Indicators“ der OECD und adaptiert dessen Kriterien für eine Datenaggregation auf NUTS-0, NUTS-1 und NUTS-3 Ebene.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Darstellung der OECD-Methodik, die Anpassung der Kriterien an deutsche Datenquellen sowie die konkrete Berechnung und grafische Aufbereitung der Indexwerte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die wichtigsten Schlagworte sind Main Street Entrepreneurship, Datenaggregation, Survival Rate, NUTS-Ebenen und Indexkonstruktion.
Warum wurde eine Abweichung bei den regionalen Einheiten (NUTS-3) gewählt?
Aufgrund der wirtschaftlichen Struktur Deutschlands wurde bei der NUTS-3 Ebene nicht die Bevölkerungszahl, sondern die wirtschaftliche Ertragskraft (BIP) als entscheidendes Kriterium für die Auswahl der untersuchten Regionen herangezogen.
Welche Rolle spielen die Stadtstaaten bei der Analyse?
Stadtstaaten wie Berlin, Hamburg und Bremen stellen Sonderfälle dar; sie werden aufgrund ihrer Identität als Bundesland und Kommune bei der NUTS-3 Analyse exkludiert, um eine doppelte Datenerfassung zu vermeiden.
- Citar trabajo
- Mario Geiß (Autor), 2018, Ein deutscher Kauffman Index of Main Street Entrepreneurship. Adaptionen für den deutschen Markt und empirische Erstellung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540222