Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Communications - Movies and Television

Großaufnahme, Gesicht und Spiegel in Ingmar Bergmans "Persona" (1966)

Title: Großaufnahme, Gesicht und Spiegel in Ingmar Bergmans "Persona" (1966)

Essay , 2020 , 12 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Alina Behnen (Author)

Communications - Movies and Television
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

"Von den 1950er und bis in die 1970er Jahre hat das Kino im Zeichen von Spiegel und Gesicht aus dem reflexiven und selbstreferenziellen Potenzial des Kinos geschöpft." Diese Beschreibung verwenden die Theoretiker Thomas Elsaesser und Malte Hagener, um die Themen des Kinos in den 1950er bis 1970er zu beschreiben. In diesen Zeitraum fällt auch unser Forschungsgegenstand, Ingmar Bergmans Film Persona aus dem Jahr 1966. Doppelgängergeschichten und vertauschte Identitäten sind wesentliche psychoanalytische oder ontologische Merkmale eines Films, die große Faszination zu dieser Zeit hervorgerufen haben.

Diese Arbeit ist eine Ausarbeitung des Referats "Das Filmgesicht – Persona" in dem Seminar "Gesichter". Die Textgrundlage ist das Kapitel Spiegel und Gesicht aus Elsaessers und Hageners Publikation "Filmtheorie zur Einführung" (2017) sowie das Kapitel Ingmar Bergman und das Filmgesicht aus dem Werk "Faces" (2013) von dem Medientheoretiker Hans Belting. Es soll durch eine Analyse des Films und herangezogenen Texte herausgearbeitet werden, wie man den Film unter Betracht der Entstehungszeit interpretieren kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorien

2.1 Großaufnahme nach Balázs

2.2 Deleuzes Affektbild

2.3 Kuleshow-Effekt

3. Ingmar Bergmans Film Persona (1966)

3.1 Definition Persona

3.2 Dramaturgie

3.3 Analyse und Interpretationsansätze

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den Film „Persona“ (1966) von Ingmar Bergman unter Berücksichtigung filmtheoretischer Ansätze zu den Motiven Gesicht, Spiegel und Großaufnahme, um die Identitätskrise der Hauptfiguren und das Spiel mit der Persona zu analysieren.

  • Filmtheoretische Analyse der Großaufnahme nach Béla Balázs und Gilles Deleuze.
  • Anwendung des Kuleshow-Effekts auf die filmische Montage von „Persona“.
  • Untersuchung der psychologischen Dimensionen von Persona und Identitätskonstruktionen.
  • Deutung der filmischen Dramaturgie und der reflexiven Verdopplung.
  • Interpretation der Beziehung zwischen den beiden weiblichen Hauptcharakteren.

Auszug aus dem Buch

3.4 Analyse und Interpretationsansätze

Der Film wird mit einer Montage eröffnet. Es werden viele verschiedene Motive hintereinander gezeigt: Hände, ein erigierter Penis, das Schlachten eines Schafes, ein Cartoon, eine Stummfilmszene, eine Tarantel, eine Kreuzigung sowie Landschafts- und Innenaufnahmen. Zunächst scheint es wie ein wahlloses Zusammenwürfeln von Aufnahmen, die nach Kuleshow jedoch eine Bedeutung tragen. Nach diesen schnellen Abläufen von Bildern erscheint ein Junge, der auf die Kamera zugeht und seine Hand über die Kameralinse streicht. Durch das Durchbrechen der vierten Wand scheint es, als würde er die Zuschauer direkt anschauen. Bei einem Kameraperspektivwechsel sehen wir wie der Junge vor einer großen Leinwand steht, wo die Großaufnahme der Gesichter von den beiden Hauptfiguren im Wechsel erscheinen.

Der Junge streicht über die projizierten Bilder, als würde er im Kino sitzen und die Frauen auf der Leinwand berühren wollen. Nach Balázs Theorie entsteht hier ein Spannungsfeld zwischen Distanz und Intimität. Später, beim Höhepunkt des Films, ist der Junge aus dem Opener höchstwahrscheinlich der abgestoßene Sohn von Elisabet. Somit würden schon am Anfang die Unerreichbarkeit der Mutter und die große Sehnsucht des Sohnes durch die Großaufnahme und die Gesichter zur Schau gestellt werden und dieser Einführung im Nachhinein eine Bedeutung geben. Zwischen den oben aufgezählten Motiven werden Aufnahmen von Kameraarbeit gezeigt. Das bedeutet, wir sehen im Film wie die Kamera Szenen aus dem Film aufnimmt. Dies wird die Funktion der reflexiven Verdopplung genannt, die das moderne Kino besonders in den 60ern und 70ern angewandt hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Forschungsthema ein, benennt die theoretischen Grundlagen und erläutert die Vorgehensweise der Analyse für den Film „Persona“.

2. Theorien: In diesem Kapitel werden die theoretischen Instrumente wie die Großaufnahme, das Affektbild und die Montagetheorie zur Filmanalyse vorgestellt.

3. Ingmar Bergmans Film Persona (1966): Dieses Kapitel widmet sich der Definition der Persona, der Dramaturgie des Films sowie einer detaillierten Analyse und Interpretation der filmischen Motive und Figurenkonstellationen.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und reflektiert die verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten bezüglich der Identitätskonstruktion im Film.

Schlüsselwörter

Persona, Ingmar Bergman, Großaufnahme, Filmtheorie, Identitätskrise, Spiegel, Gesichter, Béla Balázs, Gilles Deleuze, Kuleshow-Effekt, Montage, Reflexivität, Psychologie, Drama, Filmwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Spielfilm „Persona“ des Regisseurs Ingmar Bergman aus dem Jahr 1966 vor dem Hintergrund filmtheoretischer und psychologischer Fragestellungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der filmischen Darstellung des Gesichts, der Funktion von Spiegeln, der Identitätskonstruktion sowie der Verwendung von Großaufnahmen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, durch die Verknüpfung von filmtheoretischen Konzepten mit einer Analyse des Films „Persona“ herauszuarbeiten, wie der Regisseur Identitätskrisen und die „Persona“ der Figuren visualisiert.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt filmtheoretische Analyseinstrumente von Béla Balázs, Gilles Deleuze und Lew Kuleshow, um die Dramaturgie und die spezifische Bildsprache des Films zu deuten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe Großaufnahme, Affektbild und Montage sowie eine inhaltliche und interpretative Untersuchung des Films „Persona“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Persona, Identitätskrise, Filmtheorie, Großaufnahme, Montage, Spiegel, Filmgesicht und Psychoanalyse.

Welche Rolle spielt der „Junge“ im Opener des Films laut der Analyse?

Die Autorin interpretiert den Jungen, der über die Leinwand streicht, als den Sohn von Elisabet, dessen Auftreten die Sehnsucht und die Unerreichbarkeit der Mutter symbolisiert.

Warum wird die „reflexive Verdopplung“ in der Arbeit thematisiert?

Dieser Begriff beschreibt das Phänomen, dass der Film sich selbst als Film thematisiert, etwa durch das Zeigen der Kameraarbeit, was für das moderne Kino der 1960er Jahre charakteristisch ist.

Excerpt out of 12 pages  - scroll top

Details

Title
Großaufnahme, Gesicht und Spiegel in Ingmar Bergmans "Persona" (1966)
College
University of Siegen
Grade
2,0
Author
Alina Behnen (Author)
Publication Year
2020
Pages
12
Catalog Number
V540301
ISBN (eBook)
9783346170019
ISBN (Book)
9783346170026
Language
German
Tags
Ingmar Bergman Persona Deleuze Balázs Kuleshow Psychoanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alina Behnen (Author), 2020, Großaufnahme, Gesicht und Spiegel in Ingmar Bergmans "Persona" (1966), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540301
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  12  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint