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Migration und Flucht aus Eritrea. Mechanismen der Einflussnahme auf die Diaspora durch das Heimatland

Title: Migration und Flucht aus Eritrea. Mechanismen der Einflussnahme auf die Diaspora durch das Heimatland

Term Paper , 2020 , 19 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Pinar Wetzel (Author)

Politics - Region: Africa
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, inwiefern Mechanismen, durch die die eritreische Regierung Einfluss auf das Verhalten der großen eritreischen Diasporagemeinschaften weltweit nehmen kann, existieren. Dabei geht es insbesondere um die Fragestellung, wodurch die Finanzierung eines Regimes durch die Diaspora gelingt, welches einen mächtigen Militärapparat, vor dessen Verpflichtungen man ursprünglich geflohen ist, unterhält.

Nach der Definition des Wortes „Diaspora“ im zweiten Kapitel, um das zentrale Thema der Arbeit besser verständlich zu machen, werden die wichtigsten Gründe einer möglichen Flucht aus Eritrea dargelegt. Ferner werden die Beziehungen innerhalb der Diasporagemeinschaften skizziert, um zu erläutern, warum sich viele Migranten ihrem Land und den eritreischen Bürgern noch verpflichtet fühlen und ihre Regierung unterstützen (müssen).

Weiterhin werden die Mechanismen erklärt, durch die der Staat immer noch Einfluss auf die teilweise räumlich sehr weit entfernten Diasporagemeinschaften ausübt. Im Fazit wird deutlich, warum die Mechanismen in den eritreischen Diasporagemeinschaften funktionieren können und es wird Raum gelassen für einen kritischen Ausblick in Bezug auf die Frage einer Demilitarisierung Eritreas.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsdefinition „Diaspora“

3 Ursachen für eine Flucht aus Eritrea

3.1 Der „National Service“

3.2 Wirtschaftliche Gründe

3.3. Politische Verfolgung

4 Verpflichtungen und Beziehungen innerhalb einer Diasporagemeinschaft

4.1 Moralische Ökonomie in der Diaspora

4.2 Trias der Pflichten

4.3 Labor Remittances

5 Der Einfluss der Regierung auf die eritreischen Diasporagemeinschaften

5.1 Die Wiederaufbausteuer

5.2. Das Vereinswesen der Diasporagemeinschaften

6 Fazit

7 Kritischer Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Mechanismen, durch die das eritreische Regime Einfluss auf seine weltweiten Diasporagemeinschaften ausübt und diese zur Finanzierung des eigenen Machtapparats mobilisiert, trotz der Fluchtgründe der Migranten.

  • Analyse der Fluchtursachen aus Eritrea (National Service, Wirtschaft, Verfolgung)
  • Untersuchung der moralischen Ökonomie und Reziprozitätsverhältnisse innerhalb der Diaspora
  • Bewertung der Rolle von Rücküberweisungen (Remittances) für das Regime
  • Darstellung der Einflussnahme durch die Wiederaufbausteuer und staatlich gelenkte Vereinsstrukturen
  • Kritische Diskussion der Auswirkungen politischer Veränderungen auf das Verhältnis zum Regime

Auszug aus dem Buch

3.3. Politische Verfolgung

Im Jahr 2001 ließ der bis heute regierende Staatschef Afewerki Kritiker inhaftieren, unter welche auch Kabinettsmitglieder fielen. Diese sogenannte „G-15-Gruppe“ veröffentlichte einen offenen Brief, in welchem sie Afewerki kritisierten und eine Reform, vor allem im Bereich der Rechtsstaatlichkeit, forderten. Laut Amnesty International sitzen elf Mitglieder wegen Landesverrats bis heute unrechtmäßig in Haft. Es gab weitere willkürliche Inhaftierungen, unter anderem von Journalisten, ohne dass die Sicherheitskräfte dafür zur Rechenschaft gezogen wurden. Weder hatten die Inhaftierten Zugang zu einem Rechtsbeistand, noch durften sie Besuch von Angehörigen erhalten.

Damit schaltete Präsident Afewerki die Opposition aus und Eritrea wurde zum autoritären Staat. In Eritrea existieren geheime Gefängnisse, zu denen ausländische Journalisten und das Internationale Komitee des Roten Kreuzes keinen Zugang haben und in welchen die Insassen diversen Folterungen ausgesetzt sind. Die Angst willkürlich verhaftet zu werden und ohne Anklage, Gerichtsverfahren oder Rechtbeistand inhaftiert zu werden, treibt die eritreische Bevölkerung in die Flucht. Auch die Haftbedingungen gelten als unzumutbar. Ferner werden Afewerki systematische Menschenrechtsverletzungen, darunter Folter und sexueller Missbrauch von Frauen vorgeworfen. Auch die Negierung der Meinungs-, Religions- und Versammlungsfreiheit durch die Regierung und die nicht existente Reisefreiheit, auch innerhalb des Landes, gelten als Fluchtursachen für die eritreische Bevölkerung. Im Jahr 2009 verhängten die Vereinten Nationen (engl.: United Nations = UN) ein Waffenembargo. Durch diese Sanktionen sah der Präsident einen Beleg für eine Konspiration zwischen Äthiopien und einflussreichen westlichen Staaten gegen Eritrea und schottet deshalb sein Land weiterhin gegen jeden ausländischen Einfluss ab.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die globale Bedeutung der Fluchtbewegungen aus Eritrea dar und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der Einflussnahme des Staates auf seine Diaspora.

2 Begriffsdefinition „Diaspora“: Das Kapitel definiert den Begriff der Diaspora aus sozialwissenschaftlicher Perspektive und hebt zentrale Merkmale wie Zerissenheit und die Mobilisierung für das Heimatland hervor.

3 Ursachen für eine Flucht aus Eritrea: Hier werden die historischen und politischen Gründe für die Flucht, insbesondere der „National Service“, die wirtschaftliche Lage und politische Repressionen, analysiert.

4 Verpflichtungen und Beziehungen innerhalb einer Diasporagemeinschaft: Das Kapitel beleuchtet die sozialen Dynamiken und Reziprozitätssysteme, die Exilanten an ihre Heimat binden, sowie die Bedeutung von Rücküberweisungen.

5 Der Einfluss der Regierung auf die eritreischen Diasporagemeinschaften: Es wird dargelegt, wie der Staat durch die Wiederaufbausteuer und die Steuerung von Vereinsstrukturen direkt Kontrolle über die im Ausland lebenden Eritreer ausübt.

6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie das Regime das Schuldgefühl und die Bindung der Diaspora nutzt, um seine Militärausgaben über Finanztransfers zu sichern.

7 Kritischer Ausblick: Dieses Kapitel diskutiert die Auswirkungen des Friedensschlusses mit Äthiopien im Jahr 2018 auf die repressive Politik des Regimes und die langfristigen Folgen für die Diaspora.

Schlüsselwörter

Eritrea, Diaspora, Flucht, National Service, Remittances, Wiederaufbausteuer, PFDJ, Isayas Afewerki, Menschenrechte, Reziprozität, Exil, politisches Regime, autoritärer Staat, Militärapparat, Migration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Mechanismen, mit denen die eritreische Regierung Einfluss auf ihre Diaspora nimmt, um trotz massiver Fluchtbewegungen die eigene Macht und das Regime finanziell zu stützen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind Fluchtursachen, soziale Reziprozität in der Diaspora, staatliche Repressionsmechanismen aus der Ferne sowie die Rolle von finanziellen Rücküberweisungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach den existierenden Mechanismen, durch die das eritreische Heimatland Einfluss auf seine Diaspora nimmt und eine Finanzierung des eigenen Regimes durch diese ermöglicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse und sozialwissenschaftliche Konzepte, wie die Theorie der „moralischen Ökonomie“ und die „Trias der Pflichten“ nach Marcel Mauss.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Gründe für die Flucht (Militärdienst, politische Unterdrückung), die Bindungen innerhalb der Diaspora sowie die konkreten Steuerungsinstrumente der Regierung, wie Steuern und Propagandaorganisationen, detailliert erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Eritrea, Diaspora, Flucht, National Service, Remittances, Wiederaufbausteuer und politische Repression.

Welche Rolle spielt die sogenannte „Wiederaufbausteuer“ in diesem Kontext?

Sie dient als direktes Druckmittel der Regierung gegenüber der Diaspora. Durch die Drohung mit Repressalien gegen Angehörige in Eritrea wird die Zahlung erzwungen, was das Regime finanziell stabilisiert.

Wie wirken sich die Vereine der Diaspora auf die Kontrolle durch den Staat aus?

Vereinsstrukturen wie die Young PFDJ dienen der Stärkung der Loyalität. Zudem fungieren sie als Informantennetzwerke, die abweichendes Verhalten der Mitglieder nach Eritrea melden und so Druck auf Verwandte im Heimatland ausüben.

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Details

Title
Migration und Flucht aus Eritrea. Mechanismen der Einflussnahme auf die Diaspora durch das Heimatland
Grade
1.7
Author
Pinar Wetzel (Author)
Publication Year
2020
Pages
19
Catalog Number
V540322
ISBN (eBook)
9783346167750
ISBN (Book)
9783346167767
Language
German
Tags
diaspora einflussnahme eritrea flucht heimatland mechanismen migration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Pinar Wetzel (Author), 2020, Migration und Flucht aus Eritrea. Mechanismen der Einflussnahme auf die Diaspora durch das Heimatland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540322
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