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Die anachronistische Raumvorstellung in Tapisserien um 1500 bis 1530

Titre: Die anachronistische Raumvorstellung in Tapisserien um 1500 bis 1530

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2020 , 38 Pages , Note: 2

Autor:in: Madeleine Zimmer (Auteur)

Art - Histoire de l'art
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Diese Seminararbeit befasst sich mit Tapisserien entstanden in dem Zeitraum von 1500 bis 1530. Dabei geht es um das Phänomen der anachronistische Raumwirkung der Tapisserien, die sich nicht an der Tiefenwirkung und Erfindung der Zentralperspektive orientierte.

Anhand ausgewählter Beispiele und ausgehend von Weddigens Beispiel der Cluny Tapisserienserie, wird die ikonographische Tradition der anachronistischen Raumkonstruktion (im französischen Raum) analysiert und weitere Tapisserien die eine stilistische Ähnlichkeit zu ihr aufweisen und um die gleiche Zeit entstanden sind, vorgestellt. Schließlich wird anhand von der "Lérian et Lauréolle" Tapisserienserie die Wirkungsmacht der anachronistischen Darstellung und das Zusammenspiel der Tapisserien mit anderen Medien analysiert.

In seinem Aufsatz "Textile Bildräume: Antike/Neuzeit" versucht Tristan Weddigen sich anhand von Tapisserien vom dominanten kunstgeschichtlichen Diskurs, welcher die Kunst und ihrer Interpretation fernab der Materialität der Kunstwerke betrachtet, zu lösen und auf eine „medial vielfältige Kunstgeschichte“ aufmerksam zu machen. Trotz der gängigen Ausschreibung des Materials aus der Geschichte der neuzeitlichen Kunst, verweist die Vielzahl an Tapisserien aus dieser Zeit und deren Wirkungsmacht auf eine andere Lebens- und Bilderwelt, welche dieser entmaterialisierten Vorstellung von Kunst widerspricht.

In seiner Auseinandersetzung mit Tapisserien aus der Zeit um 1520 verweist Weddigen auf die Existenz mehrerer paralleler Erzählungen der Kunst der Renaissance. Diese Überlegung bezieht sich nicht nur auf die Einbeziehung des Materials in die Interpretation der frühneuzeitlichen Kunst, sondern auch auf die anachronistische Raumwirkung der Tapisserien, die sich nicht an der Tiefenwirkung und Erfindung der Zentralperspektive orientierte.

Weddigen bezeichnet diesen Anachronismus als medienspezifisch und analysiert die Raumvorstellung am Beispiel von (spät)mittelalterlichen nordalpinen Tapisserien (Verduren) und italienischen Groteskenteppichen der Renaissance. Dabei suggeriert er eine Umschreibung der Kunstgeschichte aus der Sicht der behandelten Fallbeispiele und der in ihnen vorkommenden anachronistischen Raumkonstruktion. Zudem betonen die folgenden Beispiele wie das Haptische, also das Material des Kunstwerks und das körperliche Erlebnis des Betrachters auch Teil der damaligen Kunstrezeption waren.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1.EINFÜHRUNG

2. Die Tapisserienserie „Das herrschaftliche Leben“ (1520)

2.1 Millefleurs Tapisserien

3. Die Chaumont Tapisserienserie (1510) und ikonographische Vorläufer

4. Die Tapisserienserie „Die Geschichte von Lérian et Lauréolle“ (1528)

5. CONCLUSIO

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die anachronistische Raumvorstellung von Tapisserien aus der Zeit um 1500 bis 1530 und hinterfragt, inwiefern diese als medienspezifisches Merkmal und Ausdruck einer komplexen Rezeption zu verstehen sind, die über rein visuelle Konzepte der Renaissance hinausgeht.

  • Analyse der Materialität und Raumwirkung von Tapisserien
  • Untersuchung der Serie „Das herrschaftliche Leben“ im Kontext der höfischen Kultur
  • Vergleich mit den Chaumont-Tapisserien und Millefleurs-Exemplaren
  • Deutung der „Geschichte von Lérian et Lauréolle“ als performatives Medium
  • Diskussion des Verhältnisses von Textrezeption und textiler Darstellung

Auszug aus dem Buch

1. EINFÜHRUNG

In seinem Aufsatz “Textile Bildräume: Anitke/Neuzeit“ versucht Tristan Weddigen sich anhand von Tapisserien vom dominanten kunstgeschichtlichen Diskurs, welcher die Kunst und ihrer Interpretation fernab der Materialität der Kunstwerke betrachtet, zu lösen und auf eine „medial vielfältige Kunstgeschichte“ aufmerksam zu machen. Trotz der gängigen Ausschreibung des Materials aus der Geschichte der neuzeitlichen Kunst, verweist die Vielzahl an Tapisserien aus dieser Zeit und deren Wirkungsmacht auf eine andere Lebens- und Bilderwelt, welche dieser entmaterialisierten Vorstellung von Kunst widerspricht.

In seiner Auseinandersetzung mit Tapisserien aus der Zeit um 1520 verweist Weddigen auf die Existenz mehrerer paralleler Erzählungen der Kunst der Renaissance. Diese Überlegung bezieht sich nicht nur auf die Einbeziehung des Materials in die Interpretation der frühneuzeitlichen Kunst, sondern auch auf die anachronistische Raumwirkung der Tapisserien, die sich nicht an der Tiefenwirkung und Erfindung der Zentralperspektive orientierte. Weddigen bezeichnet diesen Anachronismus als medienspezifisch und analysiert die Raumvorstellung am Beispiel von (spät)mittelalterlichen nordalpinen Tapisserien (Verduren) und italienischen Groteskenteppichen der Renaissance. Dabei suggeriert er eine Umschreibung der Kunstgeschichte aus der Sicht der behandelten Fallbeispiele und der in ihnen vorkommenden anachronistischen Raumkonstruktion.

Zusammenfassung der Kapitel

1.EINFÜHRUNG: Einführung in die Thematik der medienspezifischen Raumkonstruktion in Tapisserien und Abgrenzung zum dominanten kunstgeschichtlichen Diskurs.

2. Die Tapisserienserie „Das herrschaftliche Leben“ (1520): Analyse des ersten Fallbeispiels, das die höfische Kultur thematisiert und das immersive Erlebnis der „chambres d’amour“ verdeutlicht.

2.1 Millefleurs Tapisserien: Untersuchung der Millefleurs-Tapisserien als Untergruppe, die durch ihren floralen Hintergrund und die flächige Raumkonstruktion charakterisiert sind.

3. Die Chaumont Tapisserienserie (1510) und ikonographische Vorläufer: Betrachtung der Chaumont-Serie und ihrer Verankerung in der Tradition der Internationalen Gotik sowie den Einfluss ikonographischer Vorbilder.

4. Die Tapisserienserie „Die Geschichte von Lérian et Lauréolle“ (1528): Analyse der performativen Wirkung und der komplexen Verbindung zwischen literarischer Vorlage und textiler Darstellung.

5. CONCLUSIO: Synthese der Ergebnisse, welche die anachronistische Raumdarstellung als medienspezifisch und als bewusste Entscheidung der Auftraggeber und Kartonzeichner bestätigt.

Schlüsselwörter

Tapisserie, Renaissance, Raumkonstruktion, Anachronismus, Materialität, Höfische Kultur, Millefleurs, Chaumont, Lérian et Lauréolle, Tristan Weddigen, Bildraum, Textil, Performative Kunst, Kunstgeschichte, Ikonographie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, warum Tapisserien des frühen 16. Jahrhunderts trotz der aufkommenden Zentralperspektive in der Malerei an einer flächigen und anachronistischen Raumvorstellung festhielten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Materialität und Darstellung, die Bedeutung der höfischen Kultur und die spezifische Rezeption von Literatur durch das Medium der Tapisserie.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass die „Fehler“ in der Raumdarstellung der Tapisserien kein Mangel an technischem Können waren, sondern eine bewusste, medienspezifische Gestaltungsweise.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kunsthistorische Analyse, die ikonographische Vergleiche und die Auswertung von Fachliteratur mit der Untersuchung spezifischer Tapisserienserien kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert drei bedeutende Tapisserienserien („Das herrschaftliche Leben“, „Chaumont“ und „Lérian et Lauréolle“) auf ihre kompositorischen Eigenheiten hin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Tapisserie, Raumkonstruktion, Anachronismus, Materialität und höfische Kultur.

Warum spielt die Hofkultur eine so große Rolle bei der Deutung?

Die Hofkultur lieferte die inhaltliche und ikonographische Grundlage der Tapisserien; ihre Werte und Konventionen bestimmten die Art und Weise, wie Raum und Figur dargestellt wurden.

Welchen Einfluss hatte der Brüsseler Zunftstreit von 1476 auf die Forschung?

Der Streit zwischen Malern und Webern führte dazu, dass viele Kunsthistoriker fälschlicherweise annahmen, Werkstätten könnten keine wiederverwendeten Kartons mehr genutzt haben, was die Datierung und Provenienz oft verkompliziert hat.

Was bedeutet der Begriff „chambres d’amour“ im Kontext der Arbeit?

Er bezeichnet „Zimmer der Liebe“, in denen Tapisserien nicht nur zur Dekoration dienten, sondern als raumschaffende Medien das immersive Erlebnis des höfischen Lebensraums verstärkten.

Inwiefern beeinflusste die Literatur die Gestaltung der Tapisserien?

Die Tapisserien fungierten oft als Verbildlichung literarischer Stoffe wie der Liebeslyrik oder des „Gefängnisses der Liebe“, wobei sie den Text nicht bloß illustrierten, sondern als performatives und komplexes Werk ergänzten.

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Résumé des informations

Titre
Die anachronistische Raumvorstellung in Tapisserien um 1500 bis 1530
Université
University of Vienna  (Institut für kunstgeschichte)
Note
2
Auteur
Madeleine Zimmer (Auteur)
Année de publication
2020
Pages
38
N° de catalogue
V540329
ISBN (ebook)
9783346163165
ISBN (Livre)
9783346163172
Langue
allemand
mots-clé
kunst tapisserie tapisserien kunsthandwerk renaissance mittelalter material textil lerian und laureolle cluny tapisserie cluny franocis I.
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Madeleine Zimmer (Auteur), 2020, Die anachronistische Raumvorstellung in Tapisserien um 1500 bis 1530, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540329
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Extrait de  38  pages
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