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Kultureinrichtungen als „Dritter Ort“. Begriffsklärung und Analyse von Beispielen aus der Praxis

Title: Kultureinrichtungen als „Dritter Ort“. Begriffsklärung und Analyse von Beispielen aus der Praxis

Term Paper , 2020 , 27 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Norbert Sprung (Author)

Communications - Intercultural Communication
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Seit einigen Jahren entwickeln Kultureinrichtungen zunehmend Konzepte zum Aufenthalt, für die Begegnung und den Austausch ihrer Besucher. Sie verfolgen damit das Ziel, sich zu einem sogenannten „Dritten Ort“ zu transformieren. Doch warum eignen sich Kultureinrichtungen besonders gut als „Dritter Ort“? Diese Frage soll in der vorliegenden Arbeit untersucht werden. Hierzu ist es zunächst erforderlich, zu betrachten, was ein „Dritter Ort“ ist, wie der Begriff entstanden ist und wie dieser definiert wird. Anschließend soll untersucht werden, wie Kultureinrichtungen die Definition aufgreifen und mit welchen praktischen Konzepten sie den „Dritten Ort“ gestalten.

Dazu wird zunächst ein Bereich des deutschen Kulturbetriebs eingegrenzt. Danach werden die verschiedenen Kultureinrichtungen innerhalb dieses Bereichs und ihre Aktivitäten zum „Dritten Ort“ dargestellt. Diese Darstellungen werden zusätzlich mit Praxisbeispielen ergänzt. Anhand der Beschreibungen und der zugehörigen Praxisbeispiele soll dargestellt werden, inwieweit die ursprüngliche Intention des „Dritten Ortes“ in den Kultureinrichtungen wiederzufinden ist. Zudem soll ein Eindruck gewonnen werden, auf welche gesellschaftlichen Entwicklungen und Problemstellungen Kultureinrichtungen mit der Transformation zum „Dritten Ort“ reagieren. Dieser gesellschaftliche Kontext soll die besondere Eignung von Kultureinrichtungen als „Dritte“ Orte noch einmal verdeutlichen und zudem einen Ausblick auf weitere Entwicklungen in diesem Bereich ermöglichen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung des Begriffs „Dritter Ort“

2.1 Definition des dritten Ortes nach Ray Oldenburg

3. Definition und Merkmale des dritten Ortes im Kulturbereich

3.1 Öffentliche Bibliotheken als dritter Ort

3.1.1 Praxisbeispiele Öffentlicher Bibliotheken als dritte Orte

3.2 Andere Kultureinrichtungen als dritte Orte

3.2.1 Praxisbeispiele anderer Kultureinrichtungen als dritte Orte

3.3 Durch Kooperation zum dritten Ort

3.3.1 Praxisbeispiele kooperativer Konzepte als dritte Orte

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung von Kultureinrichtungen als „Dritter Ort“ im Sinne des Soziologen Ray Oldenburg, um auf gesellschaftliche Veränderungen wie zunehmende Isolation und Digitalisierung zu reagieren. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie Kultureinrichtungen das Konzept des „Dritten Ortes“ interpretieren, adaptieren und durch praxisnahe Konzepte der Begegnung und des Austauschs in ihren Betrieb integrieren.

  • Grundlagen des Begriffs „Dritter Ort“ nach Ray Oldenburg
  • Anpassung soziologischer Merkmale auf den Kulturbetrieb
  • Transformation von Öffentlichen Bibliotheken zum „Dritten Ort“
  • Rolle von Museen und anderen Kultureinrichtungen in diesem Wandel
  • Bedeutung von Kooperationen zur Schaffung neuer Begegnungsräume

Auszug aus dem Buch

2.1 Definition des dritten Ortes nach Ray Oldenburg

Ray Oldenburg leitet den dritten Ort davon ab, dass er zunächst das Zuhause als ersten Ort (First Place) und daneben den Arbeitsplatz als zweiten Ort (Second Place) voranstellt. Die Reihenfolge entspricht dabei der Abhängigkeit, die zum jeweiligen Ort besteht. Das Zuhause ist der erste regelmäßig beständige Ort an dem ein Mensch lebt und aufwächst. Die Arbeit kommt später hinzu und verleiht dem Individuum eine „produktive Rolle“.

Für den dritten Ort nennt Ray Oldenburg in seiner Arbeit eine breite Palette von Beispielen sowohl kommerzieller als auch nicht kommerzieller Orte. Als wichtigste Eigenschaft, neben der heilsamen Wirkung gegenüber Stress, Einsamkeit und Entfremdung, benennt er aber vor allem die Fähigkeit, das Bedürfnis der Menschen nach Gemeinschaft zu dienen.

Darüber hinaus beschreibt er die folgenden acht Eigenschaften, welche den dritten Ort charakterisieren:

1. „On Neutral Ground“ – Neutraler Boden. Menschen wollen und brauchen den Austausch und freundschaftlichen Kontakt zu anderen Menschen. Zugleich wollen sie diesen Anderen aber zunächst außerhalb ihres privaten Raums d.h. außerhalb von ihrem Zuhause begegnen. Deshalb braucht es einen Ort auf neutralem Boden, wo die Menschen kommen und gehen können wie es ihnen beliebt und wo niemand die Rolle des Gastgebers einnehmen muss.

2. „The Third Place is a Leveler“ – Am dritten Ort sind alle gleich. Mit dieser zweiten Eigenschaft ist gemeint, dass sich Menschen an einem dritten Ort unabhängig von ihrer Stellung oder ihrem gesellschaftlichen Status begegnen können. Zudem sollen Begegnung und Austausch losgelöst von den Rollen möglich sein, die beispielsweise in der Familie oder am Arbeitsplatz eingenommen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Motivation von Kultureinrichtungen ein, sich zu sogenannten „Dritten Orten“ zu transformieren, und definiert den Untersuchungsgegenstand der Arbeit.

2. Entstehung des Begriffs „Dritter Ort“: Dieses Kapitel erläutert die Herkunft des Konzepts durch Ray Oldenburg als Reaktion auf die Vereinsamung in amerikanischen Vorstädten.

2.1 Definition des dritten Ortes nach Ray Oldenburg: Hier werden die acht soziologischen Kerneigenschaften des „Dritten Ortes“ detailliert dargelegt.

3. Definition und Merkmale des dritten Ortes im Kulturbereich: Dieses Kapitel analysiert die Übertragbarkeit des Modells auf den Non-Profit-Kulturbetrieb und dessen gesellschaftlichen Auftrag.

3.1 Öffentliche Bibliotheken als dritter Ort: Hier wird aufgezeigt, warum Bibliotheken als Vorreiter in der Transformation zu „Dritten Orten“ gelten.

3.1.1 Praxisbeispiele Öffentlicher Bibliotheken als dritte Orte: Dieses Unterkapitel stellt praktische Umsetzungen vor, wie etwa Makerspaces in der Stadtbibliothek Köln.

3.2 Andere Kultureinrichtungen als dritte Orte: Der Fokus liegt hier auf dem Transformationsdruck bei Museen und anderen Einrichtungen jenseits der Bibliotheken.

3.2.1 Praxisbeispiele anderer Kultureinrichtungen als dritte Orte: Es werden Projekte zur Bürgerbeteiligung und Jugendkultur, wie das Projekt „Werne up’n Patt“, vorgestellt.

3.3 Durch Kooperation zum dritten Ort: Dieses Kapitel thematisiert die strategische Notwendigkeit von Kooperationen zwischen Kultur- und Bildungseinrichtungen.

3.3.1 Praxisbeispiele kooperativer Konzepte als dritte Orte: Hier werden Projekte wie das Bildungshaus Norderstedt analysiert, die verschiedene Institutionen unter einem Dach vereinen.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die zukünftige Relevanz des „Dritten Ortes“ als vielversprechende Perspektive für deutsche Kultureinrichtungen.

Schlüsselwörter

Dritter Ort, Third Place, Ray Oldenburg, Öffentliche Bibliotheken, Kulturbetrieb, Soziologie, Stadtentwicklung, Bürgerbeteiligung, Kooperation, Kulturmanagement, Nicht-kommerzielle Orte, Gemeinschaft, Sozialer Raum, Wissensvermittlung, Demokratisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Transformation von Kultureinrichtungen hin zu einem „Dritten Ort“, einem Raum für zwanglose Begegnung und sozialen Austausch abseits von Heim und Arbeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung durch Ray Oldenburg, die Anwendung dieser Kriterien im Kulturbereich sowie die praktische Umsetzung durch verschiedene Kulturinstitutionen in Deutschland.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu analysieren, warum Kultureinrichtungen sich besonders gut als „Dritter Ort“ eignen und welche gesellschaftlichen Anforderungen sie durch diesen Transformationsprozess adressieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse des Modells von Ray Oldenburg sowie einer Untersuchung aktueller Praxisbeispiele und förderpolitischer Konzepte in Deutschland.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Adaption des Begriffs auf Bibliotheken und Museen, der Bedeutung von Kooperationen sowie konkreten Fallstudien zur praktischen Umsetzung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Dritter Ort, Kulturmanagement, Soziale Begegnung, Öffentliche Bibliotheken, Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung sind die prägenden Begriffe.

Wie unterscheiden sich Bibliotheken in ihrer Transformation von Museen?

Bibliotheken gelten als Vorreiter, die das Konzept bereits stärker in ihren Fachdiskurs integriert haben, während Museen stärker über Audience Development und gesellschaftliche Partizipation an das Modell heranrücken.

Welche Rolle spielen staatliche Förderprogramme für das Konzept?

Programme wie die Förderung „Dritter Orte“ in Nordrhein-Westfalen sind essenziell, da sie Kooperationen zwischen Akteuren forcieren und die nötige Infrastruktur für den ländlichen Raum sichern.

Warum ist das Thema heute so relevant?

Angesichts steigender Single-Haushalte und der Auswirkungen der Digitalisierung steigt das Bedürfnis nach analogen, niederschwelligen Treffpunkten im öffentlichen Raum, die von Kultureinrichtungen besetzt werden können.

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Details

Title
Kultureinrichtungen als „Dritter Ort“. Begriffsklärung und Analyse von Beispielen aus der Praxis
College
University of Kaiserslautern  (Distance and Indipendent Studies Center (DISC))
Course
Master Management von Kultureinrichtungen und Non-Profit-Organisationen (MKN)
Grade
2,7
Author
Norbert Sprung (Author)
Publication Year
2020
Pages
27
Catalog Number
V540604
ISBN (eBook)
9783346145796
ISBN (Book)
9783346145802
Language
German
Tags
Dritter Ort Third Place Öffentliche Bibliothek Lernort Museum Community Building
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Norbert Sprung (Author), 2020, Kultureinrichtungen als „Dritter Ort“. Begriffsklärung und Analyse von Beispielen aus der Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540604
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