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Entwurf einer Predigt zu Apk 19,1-8. Über die besondere Sprachkraft apokalyptischer Bilder und Metaphern

Unter besonderer Berücksichtigung der homiletischen Frage, wie apokalyptische Bilder und Metaphern in Predigten verwendet werden können

Titel: Entwurf einer Predigt zu Apk 19,1-8. Über die besondere Sprachkraft apokalyptischer Bilder und Metaphern

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2019 , 27 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Jan Mark Budde (Autor:in)

Theologie - Praktische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ganz unscheinbar beginnt die Perikope vom himmlischen Jubel über den Untergang Babylons mit einer narrativ gestalteten Exposition, in der uns der Verfasser aus der Ich-Perspektive davon berichtet, dass er einen vielstimmigen Chor im Himmel hörte. Doch gleich beim ersten Lesen stellte ich mir gedanklich vor, dieses auditive Erlebnis mitzuerleben: Es wirkt geradezu beeindruckend und doch zugleich etwas einschüchternd auf mich, wie die Wesen dort oben im Himmel in einen vielstimmigen Chorgesang fallen und immerzu das Halleluja anstimmen. Dies wird zugleich durch die Klimax von Heil, Herrlichkeit und Macht als Attribuierungen des einen Gottes verstärkt.

In V. 2 ist davon die Rede, dass sein Urteil über die Hure Babylon voll Gerechtigkeit und Wahrheit sei, doch ich erschauere zugleich darüber, dass mein Gott scheinbar unter Anwendung von Gewalt das Blut seiner Knechte an ihr gerächt hat. Ist mein Gott etwa ein gewalttätiger und rachesüchtiger Gott? Doch der himmlische Chor ruft ein zweites Mal „Halleluja“ (V. 3) und lässt sich davon nicht beirren. Nun erschauere ich noch mehr, wenn ich V. 4 lese und mir vorstelle, wie die vierundzwanzig Ältesten und die vier Wesen auf ihre Knie fallen und Gott anbeten, der wie ein König auf dem Thron sitzt. Wiederum sprechen sie „Amen, Halleluja!“. Und wenn es in V. 5 heißt „Καὶ φωνὴ ἀπὸ τοῦ θρόνου ἐξῆλθεν λέγουσα“, dann frage ich mich unweigerlich, wem denn diese Stimme gehöre, die zum Lobpreis Gottes auffordert und wieder stoße ich mich an dem Zusatz, dass sich alle, sowohl die Kleinen, als auch die Großen vor ihm und seiner Macht fürchten sollen.

Ich frage mich: Muss ich mich vor meinem Gott fürchten? Und wieder werde ich urplötzlich aus meinen Gedanken gerissen, wenn in V. 6 erneut vom vielstimmigen Chor die Rede ist, dessen Gesang sich nun sogar anhört ὡς φωνὴν ὑδάτων πολλῶν und ὡς φωνὴν βροντῶν ἰσχυρῶν. Mir stockt geradezu der Atem, weil ihr Gesang klingt „wie das Rauschen vieler Wasser und wie das Dröhnen eines gewaltigen Donnerschlags“ (V. 6). Sie künden davon, dass der HERR, unser Gott, nun König geworden sei und ich fühle mich in eine Inthronisationsszene versetzt. Ich frage mich, wer denn mit der Braut des Lammes gemeint sei? V. 8 berichtet davon, dass sie sich in leuchtend, weißes Leinen kleiden durfte und damit die Taten der Heiligen gemeint seien. Doch ich bleibe mit der Frage zurück, wozu mich der Text aufrufen will: Zum Lob, zur Nachfolge oder vielleicht auch zu beidem?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Eigener Zugang zum Predigttext

2. Exegetischer Kommentar

2.1. Analyse des biblischen Kontextes und der historischen Situation

2.2. Traditionsgeschichtliche Analyse

2.2.1. Das Motiv der Hochzeit und von Braut und Bräutigam

3. Systematischer Kommentar

3.1. Dogmatische Themen des Predigttextes

3.1.1. Hamartiologie (Sünde und Sündhaftigkeit des Menschen)

3.1.2. Eschatologie (Gericht und Erlösung durch Gott)

3.2. Ethische Themen des Predigttextes

3.2.1. Soziale Gerechtigkeit und Gerechtigkeit Gottes

4. Situationsanalyse

5. Homiletischer Kommentar

6. Liturgischer Kommentar

7. Predigt zu Apk 19,1–8: Die Gerechtigkeit Gottes wird kommen

8. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Sprachkraft apokalyptischer Bilder und Metaphern anhand des Predigttextes Apk 19,1–8 für die homiletische Arbeit nutzbar zu machen, wobei insbesondere die Herausforderung der Vermittlung komplexer eschatologischer Inhalte in der heutigen Zeit adressiert wird.

  • Exegese des biblischen Textes und historischer Kontext
  • Systematisch-theologische Auseinandersetzung mit Sünde und Eschatologie
  • Homiletische Reflexion zur Predigtgestaltung in der Postmoderne
  • Sozialethische Relevanz der Gerechtigkeit Gottes und der Hochzeit des Lammes

Auszug aus dem Buch

1. Eigener Zugang zum Predigttext

Ganz unscheinbar beginnt die Perikope vom himmlischen Jubel über den Untergang Babylons mit einer narrativ gestalteten Exposition, in der uns der Verfasser aus der Ich-Perspektive davon berichtet, dass er einen vielstimmigen Chor im Himmel hörte. Doch gleich beim ersten Lesen stellte ich mir gedanklich vor, dieses auditive Erlebnis mitzuerleben: Es wirkt geradezu beeindruckend und doch zugleich etwas einschüchternd auf mich, wie die Wesen dort oben im Himmel in einen vielstimmigen Chorgesang fallen und immerzu das Halleluja anstimmen.

Dies wird zugleich durch die Klimax von Heil, Herrlichkeit und Macht als Attribuierungen des einen Gottes verstärkt. In V. 2 ist davon die Rede, dass sein Urteil über die Hure Babylon voll Gerechtigkeit und Wahrheit sei, doch ich erschauere zugleich darüber, dass mein Gott scheinbar unter Anwendung von Gewalt das Blut seiner Knechte an ihr gerächt hat. Ist mein Gott etwa ein gewalttätiger und rachesüchtiger Gott? Doch der himmlische Chor ruft ein zweites Mal „Halleluja“ (V. 3) und lässt sich davon nicht beirren.

Nun erschauere ich noch mehr, wenn ich V. 4 lese und mir vorstelle, wie die vierundzwanzig Ältesten und die vier Wesen auf ihre Knie fallen und Gott anbeten, der wie ein König auf dem Thron sitzt. Wiederum sprechen sie „Amen, Halleluja!“. Und wenn es in V. 5 heißt „Καὶ φωνὴ ἀπὸ τοῦ θρόνου ἐξῆλθεν λέγουσα“, dann frage ich mich unweigerlich, wem denn diese Stimme gehöre, die zum Lobpreis Gottes auffordert und wieder stoße ich mich an dem Zusatz, dass sich alle, sowohl die Kleinen, als auch die Großen vor ihm und seiner Macht fürchten sollen. Ich frage mich: Muss ich mich vor meinem Gott fürchten?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Eigener Zugang zum Predigttext: Der Autor schildert seine erste Begegnung mit dem Text, die von Faszination über den himmlischen Jubel und gleichzeitigem Erschrecken angesichts des Gottesbildes in der Offenbarung geprägt ist.

2. Exegetischer Kommentar: Dieser Abschnitt beleuchtet den historischen Hintergrund der Offenbarung sowie die traditionsgeschichtliche Entwicklung der Hochzeitsmetaphorik.

3. Systematischer Kommentar: Es erfolgt eine Analyse dogmatischer Themen wie Sünde und Eschatologie sowie ethischer Aspekte im Kontext der Gerechtigkeit Gottes.

4. Situationsanalyse: Hier wird die Rolle der Seminargemeinde als Zielgruppe reflektiert und die Relevanz der Predigt für eine akademisch gebildete Zuhörerschaft erörtert.

5. Homiletischer Kommentar: Dieser Teil widmet sich den strategischen Überlegungen zur Predigtarbeit und der Herausforderung, apokalyptische Texte lebensnah zu vermitteln.

6. Liturgischer Kommentar: Der Fokus liegt auf der Einbettung des Textes in das Kirchenjahr, insbesondere auf den Sonntag Kantate als idealen Zeitpunkt für das Thema Lobpreis.

7. Predigt zu Apk 19,1–8: Die Gerechtigkeit Gottes wird kommen: Dies ist der eigentliche Predigtentwurf, der exegetische und theologische Erkenntnisse in eine konkrete Ansprache für die Gemeinde übersetzt.

8. Schlussbemerkungen: Der Autor fasst die Ergebnisse seiner Arbeit zusammen und reflektiert kritisch über die Herausforderungen und Chancen apokalyptischer Texte in der heutigen Verkündigung.

Schlüsselwörter

Offenbarung des Johannes, Apk 19,1–8, Hochzeit des Lammes, Halleluja, Eschatologie, Homiletik, Gerechtigkeit Gottes, Hure Babylon, Seelsorge, christliche Gemeinde, Dogmatik, Sozialethik, Exegese, Verkündigung, Apokalyptik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einem homiletischen Entwurf zu Offenbarung 19,1–8 und untersucht, wie die komplexe apokalyptische Sprache des Textes in eine zeitgemäße Predigt übersetzt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die Exegese des biblischen Kontextes, die systematisch-theologische Einordnung von Gericht und Erlösung sowie die praktische Anwendung durch homiletische Konzepte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie apokalyptische Texte trotz ihres als schwer zugänglich geltenden Bilderreichtums für die heutige Gemeinde fruchtbar gemacht werden können, um den Glauben zu stärken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine Kombination aus exegetischer Textanalyse, systematisch-theologischer Reflexion und homiletischer Methodik (Rezeptionsästhetik, diskurssemiotische Konzepte).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in exegetische Analysen, dogmatische und ethische Erörterungen sowie die situative Einordnung des Predigthandelns in einer akademischen Seminargemeinde.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Offenbarung des Johannes, Eschatologie, Gerechtigkeit Gottes, Homiletik und die Hochzeitsmetaphorik des Lammes.

Wie geht der Autor mit dem schwierigen Gottesbild im Text um?

Er thematisiert seine persönliche Irritation über das gewalttätige Gerichtsbild und ordnet es historisch-kritisch als Trostschrift für eine verfolgte christliche Urgemeinde ein.

Warum spielt das Wort „Halleluja“ eine so zentrale Rolle?

Das Halleluja dient nicht nur als Ausdruck der Freude, sondern fungiert in der jüdisch-christlichen Tradition auch als eschatologischer Ruf, der das Ende des Unrechts ankündigt.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Entwurf einer Predigt zu Apk 19,1-8. Über die besondere Sprachkraft apokalyptischer Bilder und Metaphern
Untertitel
Unter besonderer Berücksichtigung der homiletischen Frage, wie apokalyptische Bilder und Metaphern in Predigten verwendet werden können
Hochschule
Universität Münster  (Evangelisch-Theologische Fakultät)
Veranstaltung
Neutestamentliches und Homiletisches Hauptseminar (Sommersemester 2019)
Note
2,7
Autor
Jan Mark Budde (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
27
Katalognummer
V541310
ISBN (eBook)
9783346160171
ISBN (Buch)
9783346160188
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Homiletik Neues Testament Predigtentwurf Offenbarung des Johannes Apokalypse Bilder Metaphern Predigt Praktische Theologie Gottesdienst Liturgie Theologie Evangelische Theologie Hauptseminar Hauptstudium Pfarramt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jan Mark Budde (Autor:in), 2019, Entwurf einer Predigt zu Apk 19,1-8. Über die besondere Sprachkraft apokalyptischer Bilder und Metaphern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/541310
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Leseprobe aus  27  Seiten
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