Darstellung und Auswertung der Studie "Pflegeschwerpunkte im Operationssaal" und Evaluation der Erhebungsinstrumente


Hausarbeit, 2006

22 Seiten, Note: bestanden


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung
Hintergrund und Ziel der Arbeit
Fragestellung der Studie

1. Stand der Forschung

2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Forschungsmethoden
2.1.1 Qualitative Forschungsmethode
2.1.2 Quantitative Forschungsmethode
2.1.3 Vergleich zwischen qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden
2.2 Datenerhebungsmethoden
2.2.1 Schriftliche Befragung
2.2.2 Beobachtung
2.2.3 Beurteilung der Angemessenheit der gewählten Methoden

3. Ergebnisse

4. Diskussion und Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

Einleitung

Hintergrund und Ziel der Arbeit

Operative Eingriffe sind für viele Patienten Situationen großer persönlicher Unsicherheit und Angst, besonders bei Patienten, die eine Operation in Lokal-, Plexus-, Spinal- oder Peridualanästhesie erleben, d.h. im wachen Bewusstseinszustand (vgl. Blum 1998: 68).

Im Zentrum für Entwicklung, Forschung und Fortbildung in der Pflege des Universitätsspitals Zürich wollten Josi Bühlmann und Silvia Käppeli in ihrer Studie „Pflegeschwerpunkte im Operationssaal, das pflegerische Wissen zur Situation der wachen Patienten im Operationsbereich (OP) erweitern und die Pflegepersonen (OP- und Anästhesie-Pflegepersonal) für deren Erleben sensibilisieren, damit sie sich besser für ihre perioperativen Betreuungsaufgaben rüsten können“ (Pflege 1999; 12, 238).

Durch Befragungen der operierten Patienten mittels Fragebogen mit offenen und halboffenen Fragen, sowie Beobachtungen durch das Pflegepersonal (Anästhesie- oder OP-Pflegepersonal) sollten Pflegeprobleme auf beiden Seiten aufgezeigt und dieses Erleben miteinander verglichen werden.

Ziel der Arbeit ist es, den theoretischen Hintergrund der Erhebungsmethoden Befragung und Beobachtung darzustellen, die Anwendung dieser Methoden am Beispiel der Studie „Pflegeschwerpunkte im Operationssaal“ von Josi Bühlmann und Silvia Käppeli (Pflege 1999;12) zu beschreiben, die Wahl der Methoden und den Forschungsprozess kritisch zu diskutieren und ein alternatives Vorgehen aufzuzeigen.

Fragestellung der Studie

In der Studie „Pflegeschwerpunkte im Operationssaal“ wurde untersucht, welche Probleme Patienten und Patientinnen während eines operativen Eingriffes bei wachem Bewusstseinszustand, d.h. in Lokal-, Plexus-, Spinal- oder Peridualanästhesie, schilderten. Welche Pflegemaßnahmen trugen zur Erleichterung der Situation bei? Inwiefern deckten sich die Wahrnehmungen des Pflegepersonals mit den Aussagen der Patienten und Patientinnen? (vgl. Pflege 1999;12, 238)

1. Stand der Forschung

Die Literaturrecherche soll klären, inwieweit es schon wissenschaftliche Arbeiten zu diesem Thema gibt.

Sie wurde erstens über eine computergestützte Recherche bei PubMed durchgeführt, mittels den Stichworten: nursing, problems, operating room.

Es wurden insgesamt 65 Arbeiten gefunden, darunter auch die ausgewählte Studie „Pflegeschwerpunkte im Operationssaal“.

Für dieses Thema relevant sind aber nur 4 dieser gefundenen Arbeiten, der Rest bezog sich zum größten Teil auf prä- oder postoperative Pflege oder die Operationssituation bei bestimmten Krankheitsbildern.

Die vier relevanten Arbeiten waren:

1. Leinonen, T./Leino-Kilpi, H./ Jouko,K. 1996: “The quality of intraoperative nursing care: the patient’s perspective.” In: Journal Advanced Nursing, Okt. 1996; 24(4): 843-852.

Ziel dieser Studie war es, die Patienten über die intraoperative Betreuung zu befragen und herauszufinden, ob sich ihre Meinung nach einer gewissen Zeit ändert.

Die Befragungen wurden zum einen am Ende des Krankenhausaufenthalts und zum anderen nach ein paar Wochen zu Hause durchgeführt. Die Datenauswertung zeigte, dass die Patienten größtenteils zufrieden mit der intraoperativen Betreuung waren und bei der Befragung zu Hause noch weniger kritisch waren als zuvor.

Probleme, die hauptsächlich benannt wurden, waren fehlende Informationen und Aufklärung und der teilweise fehlende Kälteschutz während der Operation.

2. Leinonen, T./Leino-Kilpi, H./Stahlberg, M.R./Lertola, K. 2001: “The quality of perioperative care: Development of a tool for the perceptions of patients.” In: Journal Advanced Nursing, Jul. 2001; 35(2): 294-306.

Hier wurden Daten von fünf Krankenhäusern in Süd-Finnland gesammelt mittels eines Fragebogens, mit dem Patienten über die Qualität der Pflege während einer Operation befragt wurden. Ziel war es ein gültiges und zuverlässiges Datenerhebungsinstrument zu entwickeln, um die perioperative Qualität der Pflege mittels der Patientenaussagen festzustellen.

3. Ruof, S.M./Zeller, P.A./ Vidauretta,I./Lee, H..J./Holscher, A./Lathrop, R./Garcia, O. 1989: “Practicing in a university hospital. Perioperative nurses focus on patient care in a teaching setting.” In: AORN-Journal, Apr. 1989, 49(4): 1088-1092, 1094-1095.

Die Studie zeigt auf, wie spezialisiert OP-Pflegekräfte geworden sind und das für diese Berufsgruppe, die bestmöglichste Patientenbetreuung während der Operation wichtiger ist als die Operation selbst.

4. Nolan, M.G. 1975: “A master nurse clinician for intraoperative care. In: Nurse Clinic North America, Dez. 1975; 10(4): 645-653.

In dieser Studie soll aufgezeigt werden, ob sich die Patientenzufriedenheit in der prä-, intra- und postoperative Betreuung durch eine speziell ausgebildete Fachpflegekraft verbessert. Die Pflegekraft kümmert während der Zeit ausschließlich um den Patienten.

Zweitens wurde aus dem Literaturverzeichnis der Studie „Pflegeschwerpunkte im Operationssaal“ ersichtlich, dass die beiden Forscherinnen bereits in einer Vorarbeit den Patiententransfer in der Operationsschleuse untersuchten. (Bühlmann, J./Käppeli, S. 1997: „Vom Bett auf den Tisch“. Der Transfer der Patientinnen und Patienten vom Spitalbett auf den Operationstisch. In: Pflege 10: 258-261)

Die Datenerhebung erfolgte mittels einer nicht teilnehmenden Beobachtung durch zwei Pflegeexperten und anschließende Interviews mit den Patienten. Die Aussagen der Befragten deckten sich weitgehend mit den Einstufungen der Beobachtungspersonen.

Die Ergebnisse wurden auch mit den Vertretern des OP-Teams interpretiert.

Des Weiteren beziehen sich die beiden Forscherinnen in ihrer Studie „Pflegeschwerpunkte im Operationssaal“ des Öfteren auf die Studie von Hankela, S./ Kiikkala, J. 1996: „Intraoperative Nursing Care as experienced by surgical patients.“ In: AORN-Journal, Febr. 1996, 345-442.

In der Studie wird beschrieben, welche Erfahrungen und Erlebnisse Patienten vor und während einer Hüftendoprothesen – Operation hatten und es wurde ein Konzept für die intraoperative Pflege entwickelt. Man kam zu dem Ergebnis, dass die Hilfe mit der Situation und der Angst im Operationssaal umzugehen und diese zu verarbeiten, das Wichtigste für die Patienten war.

2. Theoretischer Hintergrund

Der theoretische Hintergrund von Forschungsmethode und Datenerhebungsmethode, der im Folgenden erarbeitet und aufgezeigt wird, bezieht sich auf die verwendeten Methoden in der oben ausgewählten Studie „Pflegeschwerpunkte im Operationssaal“ von Josi Bühlmann und Silvia Käppeli (1999).

Die Datenanalyse in dieser Studie erfolgte sowohl qualitativ als auch quantitativ, wobei die Gesamtresultate quantitativ aufgearbeitet wurden.

Als Datenerhebungsmethoden wurden Befragung durch Fragebogen mit offenen und halboffenen Fragen, sowie Beobachtungen mit Dokumentation dieser auf einem strukturierten Formular (Dokumentationsanalyse) durchgeführt.

2.1 Forschungsmethoden

2.1.1 Qualitative Forschungsmethode

Die qualitative Forschung eignet sich für die gesundheitsbezogenen menschlichen Erfahrungen, da sich qualitative Methoden mit der Gesamtheit der menschlichen Erfahrungen und der Bedeutung beschäftigen, die diesen erlebten Erfahrungen zugeschrieben wird. Somit erhält man ein umfassenderes Verständnis und einen tieferen Einblick in komplexe menschliche Verhaltensweisen. (vgl. LoBiondo-Wood et al. 1996: 290)

Das persönliche Erleben hat bei der qualitativen Forschung eine zentrale Bedeutung und kommt so dem ganzheitlichen Verständnis von Pflege näher als eine rein naturwissenschaftliche Betrachtung (vgl. Mayer 2001: 74).

„Qualitative Methoden sind dann sinnvoll, wenn über ein bestimmtes Phänomen wenig bekannt ist, wenn man ein Phänomen von innen heraus, aus der persönlichen, subjektiven Sichtweise angehen möchte“ (Mayer 2001: 75).

Es werden dafür meist offene, nicht standardisierte Datenerhebungsmethoden und interpretative Auswertungstechniken verwendet. Ziel der qualitativen Forschung ist nicht die Verallgemeinerung, sondern die Erstellung von Konzepten und Theorien. (vgl. Mayer 2001: 75)

Qualitative Forschungsdesigns sind die Phänomenologie, die strukturale oder objektive Hermeneutik, die Ethnographie, die biographischen Verfahren und die Grounded Theory (Tab.1).

Zu den Methoden der Datensammlung bei qualitativen Forschungen zählen Handlungsprotokolle, Beobachtungen, Interviews und Dokumentationsanalysen (vgl. Behrens/Langer 2004: 127).

Bei dieser Forschungsmethode geht es nicht darum Prognosen zu stellen, denn die Ergebnisse lassen sich nicht auf größere Gruppen übertragen. Bei Verwendung der Ergebnisse muss validiert werden, ob die Befunde exakt das Phänomen in einem anderen Setting widerspiegeln. (vgl. LoBiondo-Wood et al. 1996: 545)

Zur Beurteilung qualitativer Studien stellt sich erstens die Frage: „Sind die Ergebnisse glaubwürdig?“ und zweitens: „Sind die Ergebnisse für die pflegerische Betreuung meiner Patienten nützlich?“ (vgl. Behrens/Langer 2004: 129).

Tabelle 1: Darstellung qualitativer Forschungsdesigns und deren Bedeutung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: In Anlehnung an Behrens/Langer 2004: 114-127; LoBiondo-Wood 1996: 293)

Merkmale qualitativer Forschung:

- Methodenspektrum statt einer Methode
- Orientierung am Alltagsgeschehen bzw. –wissen
- Erhebung der Daten in ihrem Kontext
- Reflexivität des Forschers
- Verstehen als Erkenntnisprinzip
- Forderung nach Offenheit
- Konstruktion der Wirklichkeit als Grundlage
- Entdeckung und Bildung von Theorien als Ziel

(Ebster/Stalzer 2003: 159)

2.1.2 Quantitative Forschungsmethode

Die quantitative Forschung spielt eine bedeutende Rolle in der Untersuchung der Wirkung bestimmter Pflegehandlungen und bei der Entwicklung von Gesetzmäßigkeiten. Diese Forschungsmethode wird demzufolge gewählt, wenn bereits genügend Wissen zu einem Thema vorhanden ist, die Frage „Wie viel?“ beantwortet und die kausalen Zusammenhänge erforscht werden sollen. (vgl. Mayer 2001: 74-75)

„Quantitative Designs sind nur sinnvoll, wenn ihre qualitativen Vorrausetzungen geklärt sind“ (Behrens/Langer 2004: 134).

Bei den quantitativen Verfahren werden empirische Beobachtungen über ausgesuchte Merkmale systematisch einem Kategoriensystem (Skala) zugeordnet und auf einer zahlenmäßig breiten Basis gesammelt. Ziel ist es, das umfangreiche Datenmaterial übersichtlich und anschaulich darzustellen. Die Beobachtungen sollen auf die Häufigkeit ihres Auftreten und ihrer graduellen Ausprägungen analysiert werden und durch einfache Maßzahlen (z.B. Mittelwert, Streuung) ersetzt werden, d.h. statistische Verarbeitung von Messwerten. (vgl. Ebster/Stalzer 2003: 158-159)

Quantitative Forschungsdesigns sind die Randomisierte kontrollierte Studie, die Kontrollierte klinische Studie, die Fall-Kontroll-Studie, die Kohortenstudie, die Querschnittstudie, die Vorher-Nachher-Studie, die Multivariablen Analysen und die Meta-Analysen (Tab.2).

In der quantitativen Forschung wurden Maßstäbe entwickelt, an denen die Qualität der Forschungsergebnisse gemessen werden kann – so genannte Gütekriterien:

a) Objektivität

- Testergebnisse sind unabhängig vom Interviewer oder Auswerter, d.h. frei von subjektiven Einflüssen

[...]

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Details

Titel
Darstellung und Auswertung der Studie "Pflegeschwerpunkte im Operationssaal" und Evaluation der Erhebungsinstrumente
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaften)
Veranstaltung
Methoden und Ergebnisse der Pflegeforschung
Note
bestanden
Autor
Jahr
2006
Seiten
22
Katalognummer
V54140
ISBN (eBook)
9783638494069
ISBN (Buch)
9783638663052
Dateigröße
595 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Darstellung, Auswertung, Studie, Pflegeschwerpunkte, Operationssaal, Evaluation, Erhebungsinstrumente, Methoden, Ergebnisse, Pflegeforschung
Arbeit zitieren
Annika Mewitz (Autor), 2006, Darstellung und Auswertung der Studie "Pflegeschwerpunkte im Operationssaal" und Evaluation der Erhebungsinstrumente, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54140

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