Ist Erlebnispädagogik auch bei Kindern im Grundschulalter schon eine geeignete Methode um soziale Kompetenzen zu trainieren?

Eine kurze Betrachtung unter Berücksichtigung entwicklungspsychologischer Aspekte


Hausarbeit, 2018

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung
2.1 Begriffsbestimmung Grundschulkinder
2.2 Begriffsbestimmung soziale Kompetenzen
2.3 Begriffsbestimmung Erlebnispadagogik

3. Entwicklungsaufgaben von Grundschulkindern
3.1.Soziale Kompetenzen bei Grundschulkindern
3.2 Identitat - Selbstkonzept, Selbstwert und Selbstwirksamkeit und ihre Rolle in der Ausbildung sozialer Kompetenzen - Grundlage von problemloseorientierter Handlungskompetenz
3.3 Kennenlernen und wahrnehmen eigener Gefuhle und deren Regulation als Grundstein sozial kompetenten Verhaltens
3.4 Prosoziales Verhalten

4. Forderung sozialer Kompetenzen durch Erlebnispadagogik
4.1 Forderung des Selbstkonzepts durch erlebnispadagogische Lernsettings
4.2 Forderung von Selbstwirksamkeitserwartungen durch Erlebnispadagogik

5. Fazit

1.Einleitung

Unsere Gesellschaft befindet sich in einem strukturellen und sozialen Wandel. Kinder wachsen unter anderen Bedingungen auf, als es noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war. Globalisierung, mediale Uberflutung oder der mittlerweile hoherer Anteil von Migranten sind einige Faktoren die unsere Gesellschaft und die Gestaltung der Kindheit auf vollig andere Weise herausfordern als die Generationen vorher. Kinder wachsen in Elternhausern auf,die oft nicht mehr den Hauptteil der Erziehung ubernehmen. Es steigt die Tendenz zur Kleinfamilie mit gleichzeitigem Anstieg der Scheidungsquote. Mutter sind in der Regel berufstatig. Jugendliche sind immer haufiger sich selbst uberlassen. Nutzung von Ganztagsbetreuung - und schulen wird zur Normalitat. Die Institution Schule muss einen Teil der Erziehung ubernehmen, der fruher durch das Elternhaus geschah. Gleichzeitig steigen die Anforderungen im Bildungsbereich. Der Arbeitsmarkt fordert neben schulischer Leistung immer starker auch soziale Kompetenzen; fur beruflichen Erfolg spielen soziale Fertigkeiten mittlerweile eine groBe Rolle. Da die Schule die Kinder auf das spatere Berufsleben vorbereiten soll, mussen nun auch Moglichkeiten gefunden werden, soziale Kompetenzen, Kooperation und Problemlosestrategien im schulischen Rahmen erfahrbar zu machen und zu trainieren.

Da ich an einer Grundschule arbeite, gilt mein besonderes Interesse der Forderung von Grundschulkindern. Die Frage, welche Angebote im Rahmen der Ganztagsschule den Kindern guttun, nicht nur ihre intellektuellen Fahigkeiten ansprechen, sondern auch einen Rahmen bieten in dem die Entwicklung der Personlichkeit gefordert und soziale Fahigkeiten eingeubt werden konnen ist standiger Begleiter in der Ausarbeitung von Angeboten fur die Kinder im schulischen Ganztagsbereich. Dieses Halbjahr biete ich nachmittags zwei erlebnispadagogische Projekte in der Grundschule an. Leitender Gedanke ist es, den Kindern eine Aktivitat anbieten zu konnen, in der Teamgeist gefragt ist und das soziale Miteinander spielerisch gestarkt wird. Aufgrund mancher Erfahrung in der Praxis bin ich mir noch nicht so sicher wie genau in diesem jungen Alter die Entwicklung sozialer Kompetenz gefordert werden kann. Daher mochte ich im Rahmen meiner Hausarbeit die Moglichkeiten untersuchen, ob und wenn ja wie es moglich ist, Erlebnispadagogik bereits im Grundschulalter als Methode zu nutzen um die sozialen Kompetenzen der Kinder zu trainieren.

Dazu werde ich in dieser Arbeit nach den Begriffsdefinitionen zunachst untersuchen welche sozialen Entwicklungsschritte im Grundschulalter bewaltigt werden und wie man diese fordern kann. AnschlieBend recherchiere ich uber den aktuellen wissenschaftlichen Stand zur Forderung sozialer Kompetenzen durch Erlebnispadagogik. Letztendlich fuhre ich die Ergebnisse zusammen um die Fragestellung zu beantworten.

2.1 Begriffsbestimmung Grundschulkinder

Mit Grundschulkindern meine ich in dieser Arbeit alle Kinder, die die Grundschule besuchen. In der Regel sind diese Kinder zwischen sechs und zehn Jahren alt - in Ausnahmefallen werden Kinder schon mit funf Jahren eingeschult oder wechseln erst im Alter von elf Jahren auf die weiterfuhrende Schule. Da in Deutschland ab sechs Jahren Schulpflicht besteht, umfasst die Zielgruppe Kinder aller gesellschaftlichen Schichten, Familienkonstellationen und Kulturen.

2.2 Begriffsbestimmung soziale Kompetenzen

Soziale Kompetenzen nehmen in unserer heutigen Gesellschaft einen hohen Stellenwert ein. Beruflicher und privater Erfolg sollen unmittelbar mit der Beherrschung der sogenannten „soft Skills“ korrelieren. Die wachsende Wahrnehmung uber die Bedeutung der soziale Kompetenz fuhrt dazu, dass es ein beliebtes Forschungsfeld geworden ist; innerhalb der letzten 60 Jahre stiegen Fachpublikationen uber diesen Themenschwerpunkt um das Tausendfache an.1 Dennoch existiert keine eindeutige, einheitliche Definition - der Begriff bleibt schwammig.

Kompetenz beschreibt eine auf Wissen und Konnen basierende Handlungsfahigkeit, die sich darin zeigt, dass in aktuellen Situationen neues Handeln zur erfolgreichen Bewaltigung generiert werden kann. Besonders bei der Bewaltigung schwieriger Situationen, die keine standardmaBigen Losungen erfordern, zeigt sich die Kompetenz.2 Soziale Kompetenz meint also erfolgreiche Handlungsfahigkeit in sozialen Kontexten.

Was das genau bedeutet, dazu gibt es verschiedene Auffassungen. So spricht eine Richtung, deren Vertreter beispielsweise David DuBois und Robert Felner sind, davon, dass soziale Kompetenz im Wesentlichen die Anpassung eines einzelnen Menschen an Werte und Normen einer Gesellschaft meint. Rudiger Hinsch und Ulrich Pfingsten dagegen gehoren zu einer Stromung, die einen sozial kompetenten Menschen daran erkennt, dass er in Interaktionen mit anderen Menschen in der Lage ist seine Interessen erfolgreich zu verwirklichen. Also steht hier anstatt Anpassung die Durchsetzungsfahigkeit im Vordergrund. Uwe Kanning vereint diese beiden Aspekte und definiert soziale Kompetenz als ein Verhalten, das versucht, die Interessen aller Beteiligten auszugleichen und im gunstigsten Fall verwirklichen konnen.3 Seiner Meinung nach ermoglicht die soziale Kompetenz eines Menschen einen Kompromiss zwischen den Anspruchen, die die soziale Umwelt an den Einzelnen stellt, und seinen eigenen Interessen, die es auch im sozialen Kontext zu verwirklichen gilt.4 Da Kannings Definition am umfassendsten ist, werde ich mit seiner Definition weiterarbeiten. Soziale Kompetenz liegt dabei im Verborgenen und zeigt sich als sozial kompetentes Verhalten in konkreten Situationen. Dabei ist soziale Kompetenz nicht eine Eigenschaft, sondern beinhaltet ein ganzes Bundel verschiedener Dimensionen von Eigenschaften. Sozial kompetentes Verhalten wissenschaftlich zu erfassen ist schwierig, denn es ist immer kontextgebunden, zeitlich begrenzt und mit Wertungen verbunden. AuBerdem sind Personen im Normalfall in unterschiedlichen Dimensionen sozial kompetent, so dass eine Altenpflegerin hohe Kompetenzen in der Sterbebegleitung aufweisen kann aber vielleicht vollig versagen wird wenn sie ein Verkaufsgesprach mit auslandischen Kunden fuhren sollte und umgekehrt ein Manager hohe Kompetenz in Verkaufsgesprachen aufweisen kann doch eventuell mit Sterbebegleitung wenig anfangen kann. Es gibt also nicht das sozial kompetente Verhalten, sondern verschiedene Situationen, in denen unterschiedliche soziale Fahigkeiten notig sind, um kompetent zu handeln.5 Kanning erkennt als Quintessenz aller moglichen Fahigkeiten drei Bereiche denen sie zugeordnet sind: den perziptiv-kognitiven Bereich, welcher unter anderem die eigene Selbstaufmerksamkeit, Personenwahrnehmung, Fahigkeit zur Perspektivubernahme, Kontrolluberzeugungen, Entscheidungsfreudigkeit und Wissen umfasst. Zweitens den motivational-emotionalen Bereich, unter dem Kanning Prosozialitat, emotionale Stabilitat und Wertepluralismus zusammenfasst und drittens den behavioralen Bereich, der unter Anderem Extraversion, Durchsetzungsfahigkeit, Handlungsflexibilitat, Kommunikationsstil, Konfliktverhalten und Selbststeuerung meint.6 Schuler und Barthelme unterteilten die sozialen Fahigkeiten dagegen in zwei ubergeordnete Komponenten, namlich zum Einen das beobachtbare Verhalten mit konkretem Verhaltensbezug wie Kommunikationsfahigkeit, Kooperations- und Koordinationsfahigkeit oder Konfliktfahigkeit. Zum anderen in die nicht beobachtbaren Komponenten sozialer Kompetenz wie Beispielsweise Empathie, soziale Einsicht, Durchsetzungsvermogen, Sensibilitat, interpersonale Flexibilitat oder Rollenflexibilitat.7

2.3 Begriffsbestimmung Erlebnispadagogik

Erlebnispadagogik hat sich seit dem zweiten Weltkrieg zu einer machtigen Methode fur alle Felder der praktischen Padagogik entwickelt. Dabei nahm sie ihren Siegeszug von der Praxis zur Theorie.8 Von reinen Freizeitaktivitaten lasst sich diese Methode abgrenzen, da die Erlebnisse wie beispielsweise, kanufahren, klettern, biwakieren uvm., genutzt werden um Emotionen zu wecken, die durch genaue Planung und Reflektion bestimmte Lernprozesse initiieren vertiefen lassen.9 Werner Michl definiert Erlebnispadagogik folgendermaBen:“ Erlebnispadagogik ist eine handlungsorientierte Methode und will durch exemplarische Lernprozesse, in denen junge Menschen vor physische, psychische und soziale Herausforderungen gestellt werden, diese jungen Menschen in ihrer Personlichkeitsentwicklung fordern und sie dazu befahigen, ihre Lebenswelt verantwortlich zu gestalten.“10 Eine andere, aber inhaltlich ahnliche Eingrenzung des Begriffs von Hartmut Paffrath, lautet folgendermaBen: „Erlebnispadagogik ist ein handlungsorientiertes Erziehungs- und Bildungskonzept. Physisch, psychisch und sozial herausfordernde, nicht alltagliche, erlebnisintensive Aktivitaten dienen als Medium zur Forderung ganzheitlicher Lern- und Entwicklungsprozesse. Ziel ist es, Menschen in ihrer Personlichkeitsentfaltung zu unterstutzen und zur verantwortlichen Mitwirkung in der Gesellschaft zu ermutigen.“11

3. Entwicklungsaufgaben von Grundschulkindern

Das Entwicklungsgeschehen im Alter zwischen 6 und 12 Jahren wird als eher unspektakular betrachtet. Freud bezeichnet diesen ubiquitaren Lebensabschnitt, in dem keine neuen psychosexuellen Konflikte auftreten, als Latenzphase12. Im Entwicklungsmodell von Uri Bronfenbrenner geht es in diesem Entwicklungsabschnitt vor Allem darum, dass das Mikrosystem Familie nun um das Mikrosystem Schule erweitert wird. Wobei das Mikrosystem Schule groBe Ahnlichkeiten zum Makrosystem Gesellschaft aufweist und nun neue Rollen und Beziehungsmuster erlebt und trainiert werden. Durch diese Konfrontation werden Identitatsprozesse initiiert. Insgesamt ist diese Schulzeit pragend fur wesentliche gesellschaftliche Funktionen im Erwachsenenalter.13 Die Entwicklungsaufgaben bestehen nach Havighurst in dieser Zeit vor Allemdarin, Kulturtechniken wie zum Beispiel lesen und schreiben zu erwerben, die in engem Zusammenhang mit der Entwicklung von Selbstwert und Selbstkonzept stehen. Sowie dem Erwerb von sozialen Kompetenzen im Sinne von Kooperation und Teamarbeit.14

3.1.Soziale Kompetenzen bei Grundschulkindern

Soziale Kompetenz gestaltet den Umgang mit der eigenen Person, mit Gefuhlen, erlebten Erfahrungen und den Umgang mit anderen Personen. Genetische Faktoren bestimmen die individuelle soziale Kompetenz und fortlaufende Erfahrungen im Lebensumfeld lassen sie sich stetig weiterentwickeln, wobei die gemachten Erfahrungen sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben konnen.15 Wesentliche Faktoren fur die Entwicklung sozialer Kompetenzen sind vor allem die Personlichkeit der Eltern mit ihren jeweiligen Kindheitserfahrungen, der Erziehungsstil und alle Beziehungen zu zum Beispiel Geschwistern, Freunden oder Betreuungspersonen. Sowie deren soziales Umfeld und Wohnumgebung. Zur Ausbildung einer gesunden Personlichkeit sind liebevolle Forderung in den Bereichen Kommunikation, Bewegung, kognitive Entwicklung und das ermoglichen sozial-emotionaler Erfahrungen wichtig. Erlebte und verarbeitete Gefuhle spielen dabei eine wichtige Rolle. Gemachte Erfahrungen stehen mit der Entwicklung von Gefuhlen in einem engen Zusammenhang. Neu erlebte Situationen werden mit bereits gemachten Erfahrungen verglichen, gepruft und gespeichert. Dabei wird ein immer groBeres Gefuhlsrepertoire aufgebaut und anhand des Gefuhls die Situationals gute oder schlechte Erfahrung gespeichert.16

Ungunstige Veranlagung, soziale Risikofaktoren oder wiederholt negative Erfahrungen sind einige Ursachen die die Ausbildung sozialer Kompetenzen negativ beeinflussen konnen, was wiederrum schwerwiegende Folgen von zum Beispiel ungunstigem Sozialverhalten, schlechter Schulleistung, bis hin zu Angststorungen, delinquenten Verhalten im Jugendalter und erhohtem Risiko zu Suchtverhalten nach sich ziehen kann.17

Um soziale Kompetenzen gezielt zu fordern sollten folgende Bereiche trainiert werden: Kennenlernen und Wahrnehmen eigener Gefuhle; Schulung darin, die Gefuhle anderer wahrzunehmen und zu verstehen, und somit Empathie, Schulung von Kommunikationsfahigkeiten, kognitive Prufung von Situationen und Entwicklung von Ideen fur einen fur alle Beteiligten positiven Ausgang von Situationen.18

3.2 Identitat - Selbstkonzept, Selbstwert und Selbstwirksamkeit und ihre Rolle in der Ausbildung sozialer Kompetenzen - Grundlage von problemloseorientierter Handlungskompetenz

Die Identitat definiert einen Menschen als unverwechselbar und einmalig. Es ist die Erkenntnis uber die eigene Kontinuitat uber langere Zeitraume hinweg, die auch von anderen Menschen so ruckgemeldet werden. Die Identitat wird durch standiges Abgleichen innerer Uberzeugungen mit sozialen Erfahrungen in der Lebensumwelt gebildet und bewirkt, dass sich der Mensch seiner Position und Rolle in der Gesellschaft sowie seines Charakters bewusst wird. Die gesammelten Erfahrungen sind verantwortlich fur die Bildung des individuellen Selbstkonzeptes.19 Wichtigste Komponenten des Selbstkonzepts sind Selbstwertgefuhl und Selbstwirksamkeitserwartungen.

Nach dem Modell von Shavelson, Hubner und Stanton (1976) geht man heute davon aus, dass auch das Selbstkonzept eines Grundschulkindes bereits hierarchisch geordnet ist und uber Selbstwahrnehmung aufgebaut wird. Es wird angenommen, dass Stabilitat und Veridikalitat, also den Aufbau einer als wahr wahrgenommener Uberzeugung aus eigener Erfahrung, der Selbsteinschatzung eigener Fahigkeiten wahrend der Grundschulzeit durch stetige Ruckmeldungen und Vergleiche zunimmt. Positiven Einfluss auf die Entwicklung des Selbstkonzeptes konnten innerhalb des Schulalltags folgende Bedingungen erbringen: Autonomieerleben, soziale Eingebundenheit und hohes Kompetenzerleben. Besonders wirkungsvoll sind positive Ruckmeldungen an einzelne Schuler durch die Lehrkraft sowie der soziale Spiegel durch die anderen Kinder, sofern er positiv ist.20

Nach Diana Baumrind verstarkt ein positiver Selbstwert die sozialen Kompetenzen, wie die reale Selbsteinschatzung, Frustrationstoleranz und Durchhaltevermogen. Eine sichere Bindung ist Vorrausetzung um ein gutes Selbstwertgefuhl erwerben zu konnen. Die Sicherheit und Zuverlassigkeit der Bezugspersonen, hilft dem Kind die Welt erkunden zu konnen. Ein Erziehungsstil, indem das Kind liebevoll, aber dennoch bestimmend, begleitet wird, und indem seine Autonomie im Rahmen sicherer Grenzen gefordert wird, hilft dem Aufbau eines guten Selbstwertgefuhls. Spater ist auch die Akzeptanz von Gleichaltrigen wichtig. Ein gesundes Selbstvertrauen ist eine wichtige Voraussetzung fur unser seelisches und korperliches Wohlbefinden.21 Nach Bandura ist eine hohe Selbstwirksamkeitsuberzeugung Voraussetzung dafur, dass schwierige Aufgaben angegangen werden oder um durchzuhalten und auch Hilfe zu suchen, wenn plotzlich Schwierigkeiten auftreten. So wird Handeln, aber auch die Handlungsergebnisse durch die Selbstwirksamkeitsuberzeugung maBgeblich geleitet.22 Der von Albert Bandura entwickelte Ansatz des Konzeptes der Selbstwirksamkeit geht davon aus, dass Selbstwirksamkeitsuberzeugungen, die ein Einzelner von sich selbst hat, nicht unbedingt mit der Wirklichkeit ubereinstimmen mussen: Im Laufe unseres Lebens machen wir Erfahrungen uber Erfolge und Misserfolge und schreiben sie uns selbst zu. Im weiteren Verlauf generalisieren wir diese. Darauf beruhend bilden wir unser Zutrauen in unsere eigenen Fahigkeiten aus.23 Die Selbstwirksamkeitserwartung entwickelt sich aus vier wichtigen Quellen. Eigene Erfahrungen, in denen eigene Aktionen positive Ergebnisse bringen, scheinen die wichtigste Grundlage zur Entwicklung einer positiven Selbstwirksamkeitsuberzeugung zu sein. Solange die positiven Ergebnisse uberwiegen, haben negative Ergebnisse keinen nennenswerten Einfluss auf das Gesamtkonzept der Selbstwirksamkeit. Beobachtung und Nachahmung beeinflussen die Selbstwirksamkeitsentwicklung ebenso positiv: Sieht man Personen mit ahnlichen Voraussetzungen wie man selbst sie hat, welche in der Lage sind eine bestimmte Situation zu schaffen, bekommt man selber auch Zutrauen dazu eine solche Situation zu meistern. Uberzeugung und gutes Zureden von auBen kann den Glauben an seine Fahigkeiten auch positiv beeinflussen, aber nur wenn gleichzeitig Hilfestellung in schwierigen Situationen geboten wird. Als vierter wichtiger Faktor zur Entwicklung des Selbstwirksamkeitskonzepts fungieren die Gefuhle und deren Regulation. Starke Gefuhle von Angst oder Ahnlichem konnen zu Vermeidensverhalten fuhren. Eine schrittweise Desensibilisierung wiederum starkt dann das Zutrauen in seine Fahigkeiten.24

[...]


1 Vgl. Kanning, 2015:1,2

2 bibb.de, Definition und Kontextualisierung des Kompetenzbegriffes, abgerufen am 25.09.2018

3 Vgl.Pfeffer, 2017:12

4 Vgl. Kanning, 2015:5

5 Vgl. Kanning, 2015:6-9

6 Vgl. Kanning, 2015:21

7 Vgl. Evers, 1999:36

8 Vgl. Michl, 2011:8

9 Vgl. Michl, 2011:30,31

10 Michl, 2011:11

11 Paffrath, 2013:21

12 Vgl. Charlton, Kappler, Wetzel, 2003:158

13 Vgl. Charlton, Kappler, Wetzel, 2003:159

14 Vgl. Charlton, Kappler, Wetzel, 2003:160

15 Vgl. Dehu, Brettner, Freiberger, 2015:5

16 Vgl. Dehu, Brettner, Freiberger, 2015:6,7

17 Vgl. Dehu, Brettner, Freiberger, 2015:9 ff

18 Vgl. Dehu, Brettner, Freiberger, 2015:14

19 Vgl.Sendera et.al,2011:57

20 Vgl. Einsiedler et.al, 2011:257-259

21 Vgl. Sendera, 2011:59

22 Vgl. Debener, 2008:16

23 Vgl. Debener, 2008:16

24 Vgl. Debener, 2008:18

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Ist Erlebnispädagogik auch bei Kindern im Grundschulalter schon eine geeignete Methode um soziale Kompetenzen zu trainieren?
Untertitel
Eine kurze Betrachtung unter Berücksichtigung entwicklungspsychologischer Aspekte
Hochschule
DIPLOMA Fachhochschule Nordhessen; Zentrale  (soziale Arbeit)
Note
2,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V542630
ISBN (eBook)
9783346165039
ISBN (Buch)
9783346165046
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erlebnispädagogik, Grundschule, Ganztagsbetreuung, Grundschulkinder, soziale Kompetenzen
Arbeit zitieren
Christina Faber (Autor), 2018, Ist Erlebnispädagogik auch bei Kindern im Grundschulalter schon eine geeignete Methode um soziale Kompetenzen zu trainieren?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542630

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