Leib-Seele-Problem. Neurowissenschaft zwischen Erscheinung und Wesen


Hausarbeit, 2015

19 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitendes

1. Das Neuro-Land - ein kleiner Sprung für den Neurowissenschaftler, ein riesiger Sprung für die Menschheit
1.1. Hasta la vista, Seele! - Gerhard Roth und Wolf Singer

2.2. Das Bewusstsein-Gehirn Problem. Ein Fall für die >> Akte X << ?
2.1. Das psychophysische Problem - ein hochexplosiver Fass für Philosophie und Hirnforschung
2.2. Vom Eigenschaftsdualismus und neuen Mysterianismus zum kosmischen Brain-Quantum-Computer

3. Die Naturalisierung der Person >>Der Homo neurobiologicus<<
3.1. Gehirnscanner auf den aporetischen Gipfel der Verzweiflung
3.2. Der mereologische Fehlschluss
3.3. Offen für die Offenheit der physischen Welt
3.4. Schlussplädoyer Literaturverzeichnis

Einleitendes

Die Hirnforschung reduziert mich auf neuronale-physikochemische Hirnprozesse und behauptet dass alle meine Handlungen durch das neuronale Geschehen im Gehirn determiniert sei. Idiosynkratisch behauptet diese weiter dass mein Bewusstsein nicht mehr und nicht weniger als eine Gehirnaktivität sei. Mein Schmerzerlebnis das ich jetzt und hier habe wäre nichts weiter als ein physisch-neuronaler Zustand und bringen mich auf einem Gipfel der Verzweiflung indem sie mir mein Selbst- und mein Ich rauben. Als blanke Illusionen werden diese als Ballast der Alltagspsychologie abgeschafft und durch das Cerebrum als Maß aller Dinge ausgetauscht. Ist das aber in der Tat so dass unser Geist eine Marionette sei, die am Faden des neuronalen Geschehens zappelt?1

Die Wahrheit ist dass die Hirnforschung Ansprüche geltend macht, die sie de facto nicht einlösen kann denn es gibt eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem neurowissenschaftlichen Welterklärungsmuster und den eigentlich-faktisch-empirischen Resultate. Außerdem kommt der Versuch der Naturalisierung des menschlichen Geistes an einer nicht durchquerbaren naturwissenschaftlich-aporetischen Grenze an wo die einzige Hoffnung an den Faden der nüchtern-klar-begrifflich denkenden Philosophie hängt die durch ihre theoretischen Überlegungen, Problemanalysen und Versuche Lösungsstrategien zu entwickeln, neue Möglichkeiten auf der Karte der Unklarheit und Ungewissheit eröffnet.

Aufgabe der vorliegenden Arbeit ist es somit die Problemfelder in denen die Neuroscience gegenwärtig gerät ausfindig zu machen und diese mit philosophischen Überlegungen zu konfrontieren um so Platz für mögliche Lösungsansätze zu machen.

Der erste Kapitel ist ein Annäherungsversuch um den Dreh- und Angelpunkt der Neurowissenschaften besser verstehen zu können und anhand von Gerhard Roths und Wolf Singers Auffassungen, ohne den Anspruch das man sich auf diese beschränkt, Schlüsselbegriffe wie Reduktionismus ’,, Physikalismus ’, , Determinismus ’ in den Kontext der Neurobiologie näher unter der Lupe zu nehmen. Dabei wird gezeigt dass die scheinbar gegenwärtig en vogue Neurowissenschaft die Bewusstseinszustände durch einen Materialismus oder Reduktionismus explizieren wollen, indem diese die psychischen Phänomene entweder durch physische Vorgänge erklären oder sie auf solche reduzieren. Ob es überhaupt konkrete Zusammenhänge von Bewusstsein und Gehirnprozesse gibt wird in den nachfolgenden Kapiteln problematisiert.

Das zweite Kapitel widmet sich ganz und gar des Gehirn-Bewusstsein-Problems. In welchen Verhältnis steht Geist zu Körper? Gibt es den Geist als eigene Entität oder ist es das Produkt neuronaler Vorgänge? Kann man psychische Phänomene von physischen Phänomene unterscheiden? In welcher Kausalitätsverhältnis steht den das Gehirn zum Bewusstsein, und vice versa ? Kann man noch über einen freien Wille sprechen oder sind wir neurodeterminiert ? Solche und andere Fragen verstehen sich als Leitfaden für die Untersuchung des psychophysischen Problems. Dualistische Positionen wie der cartesische Dualismus, Poppers Drei Welten-Theorie oder Uwe Meixners moderaten psychophysischen Dualismus werden vorgestellt als mögliche Antworten auf monistische Positionen wie den Behaviorismus, Identitätstheorie, Funktionalismus. Der anomale Monismus, Emergentismus, Panpsychismus, Reduktionismus und eliminativer Materialismus werden ebenfalls unter der Lupe genommen. Pro- und Kontra- Argumente werden skizziert um so das diffizile Vorhaben aufzuzeigen das fehlende Puzzlestück des Bewusstseinsrätsels ausfindig zu machen. Das Ende des zweiten Kapitels zeigt einen kleinen Exkurs ins Eigenschaftsdualismus, neuen Mysterianismus und einer Position die einen Panpsychismus mit einen neutralen Monismus ankoppeln möchte (Ervin Laszlo).

Das abschließende Kapitel ist schließlich eine Art Konstatierung in was für Aporien der Neurodogmatismus gegenwärtig gerät. Mit Felix Hasler, Nikolas Rose, Thomas Fuchs, Brigitte Falkenburg, Maxvell Bennett, Peter Hacker u.a. wird schließlich gezeigt in welchen hohen Maß das ganze Fundament der Hirnforschung anfängt zu wackeln ( Bsp. lokalisatorische Fehlschluss, mereologischer Fehlschluss u.a). Es riskiert sogar sich aufzulösen wenn man der Quantenphysik vertraut die fest davon überzeugt ist dass der Alte eher ein Spieler ist, dass er würfelt2 als dass Er strebermäßig alles durch strikte, nicht-probabilistische physikalische Gesetze schon festgelegt hat, und somit auch uns, als ein physikochemisches Gemisch welcher unter den strikten deterministischen Naturgesetze der klassischen Physik vollständig fehlt.

1. Das Neuro-Land - ein kleiner Sprung für den Neurowissenschaftler, ein riesiger Sprung für die Menschheit

Als ein Armstrong unserer Tage entpuppt sich Zack Lynch, ein amerikanischer Neuro-Futurist, der durch seinen in 2009 erschienenen Bestseller The Neuro Revolution: How Brain Science is Shaping Our World, ganz klar vor Augen hat wie die Neurosociety die sich schon langsam aber sicher implementiert, eine radikale Veränderung bewirken wird wie die ,, (...) von der Raupe zum Schmetterling” 3

Auch wenn das momentan vielmehr als ein Wunschdenken einiger dystopischen Neuro-Anhänger erscheint, ist die Idee eines optimierten Individuums und einer Gesellschaft, durch den Eingriff aufs Gehirn, pharmakologisch oder durch einen chirurgischen Eingriff, nicht seit Heute oder Gestern in der Lebenswelt eingesickert sondern genau durch die Art und Weise wie die Neuroscience selbstsicher das Cerebrum als Maß aller Dinge gegenwärtig neuro-dogmatisch deklariert hat.4

Dabei sind Gerhard Roth und Wolf Singer, dessen Auffassungen in Grobehren in weiteren Verlauf ausgeführt werden, etwas kalkulierter wenn sie mit neurowissenschaftlichen Forschungsergebnisse hantieren. Aber eines sind sie sich ganz sicher: Die Zukunft heißt Neuroscience.5

,,Was unser Bild von uns selbst betrifft, stehen uns in sehr absehbarer Zeit beträchtliche Erschütterungen ins Haus” 6

Die Hirnforscher prognostizieren somit dass in den nächsten 20-30 Jahren, sie es schaffen werden das Proprium des Menschseins durch elektrochemische Prozesse erschöpfend explizieren zu können, durch einem neuronalen Reduktionismus und einer Reform in ihren eigenen Haushalt, indem sie eventuell andere Methoden und Instrumente benutzten werden, als bis jetzt, um forschen zu können und ganz einfach das Faktum zu unterstreichen dass Geist, Bewusstsein, Gefühle und unser Willensakt als natürlichen Vorgang angesehen kann und muss, denn sie beruhen letztlich auf nichts weiter als auf biologische Prozessen.7

Anhand einigen von Roths und Singers Veröffentlichungen, ohne das man sich auf diese beschränkt, werden des weiteren beispielhaft charakteristische Positionen wie Neuro-Determinismus und Neuro- Reduktionismus dargestellt8 u.a charakteristische Standpunkte.

1.1. Hasta la vista, Seele! - Gerhard Roth und Wolf Singer

Gerhard Roth

Nach einer 2000 Jahren langen Fahndung schafften es die Philosophen-Detektive nicht den Sitz der Seele aufzuspüren. Entweder war es das Etwas das in homerischen Sinne am Ende des Sterbeprozess, als ein Lufthauch den Körper verlässt, das Prinzip des Lebens, ein feiner-luftartiger Stoff. Ist die Seele (psychē) vielleicht etwas Materielles? Ist die materialistische Auffassung der Atomisten Leukipp und Demokrit vielleicht zutreffender? Oder ist die forensisch-metaphysiche Untersuchung Platons mit dem Ergebnis der Immaterialität der Seele zutreffender? Oder ist Aristoteles Hylemorphismus die richtige Spur? Aber wo ist der Seelensitz eigentlich zu finden? Schaukelt sich die Seele pythagoreisch in Gehirn ( Alkmaion), ist das Herz vielleicht die Komando -Zentrale der empfindenden Seele (Aristoteles), oder sind die bahnbrechenden Indizien Descartes, demnach die Epiphyse (Zirbeldrüse) der Sitz der Seele sei, gerechtfertigter?

Der renommierte deutsche Biologe und Hirnforscher, Gerhard Roth, will die breite Debatte des Leib-Seele Problems endlich beenden indem er, beispielsweise in seinem Buch Wie das Gehirn die Seele macht 9 zeigt dass die Seele sozusagen im Gehirn sitzt, oder anders ausgedrückt dass die Seele nicht mehr und nicht weniger als eine Hirnfunktion sei. ,Seele’ sei seiner Auffassung nach, ein Sammelbegriff für Empfindungen, Gedanken, Wahrnehmungen und Vorstellungen.10 Es steht sozusagen nicht nur für das Geistige (Bsp. kognitive Vorgänge) sondern auch für unsere gesamte Erlebnis- und Gefühlswelt.

Aber wenn die Seele nichts weiter als eine Gehirnaktivität sei, was ja nach Roth auch bei anderen Lebewesen vorhanden sei, was macht uns Menschen so besonders, so einzigartig, was macht uns handlungsfähig, selbstbewusst, was macht uns letztlich von Menschen zum Menschen ?

Nach Roth ist das menschliche Gehirn ein typisches Primatengehirn, es ist ein typisches Säuge- und Wirbeltiergehirn.

,, Die Annahme, daß beim Menschen noch irgendetwas >>völlig Neues<< hinzukommt, das dann den Geist erzeugt, ist nicht gerechtfertigt, auch wenn diese Annahme das Bedürfnis des Menschen nach Einzigartigkeit [nicht] befriedigen mag.” 11

Also müsste folglich das Hirn eines Trockennasenprimaten bzw. Trockennasenaffen qualitativ nicht unterschiedlich sein von das Cerebrum eines Menschen. Die Hirnforschung, kann gegenwärtig, nach Roth beweisen dass nicht nur Menschen, beispielsweise, denken können sondern auch Affen, und warum nicht auch Katzen und Hunde. ,, Diese Tiere zeigen nicht nur bestimmte Verhaltensweisen, die wir bei Menschen als intelligent oder geistig ansehen, sondern bei diesen Verhaltensweisen sind entsprechende Gehirngebiete in etwa derselben Weise aktiv wie beim Menschen.” 12

Mit der Annahme bewaffnet dass auch Tiere nicht bloße biologische Automaten 13 wären weil sie geistig-mentale Zustände besitzen würden in ähnlicher oder gleicher Weise wie wir, würde das nicht beantworten warum wir jedoch anders ( auf besondere Weise) sind, weil wir mindestens eines besitzen was die Tiere nicht haben, nämlich die Sprache, unser Sprachvermögen.

Auch Tiere besitzen so etwas wie Sprachzentren, aber diese ist eine einfachere-primitivere Form der Kommunikation als bei Menschen. Das steht auch bei Roth, unbezweifelbar fest. Es ist kaum zu bezweifeln dass ,, (...) die Ausbildung der menschlichen Sprache geistige Leistungen des Menschen wie Vorstellen, Erinnern und begriffliches Denken außerordentlich effektiver gemacht hat. Insbesondere hat die Erfindung einer grammatischen Sprache zusammen mit dem stark vergrößerten präfrontalen Cortex es dem Menschen ermöglicht, mehr als andere Tiere Handlungs- und Zukunftsplanung zu treiben. Darin scheint sich der Mensch am meisten von den Tieren zu unterscheiden.” 14

Der nicht-reduktive Physikalismus

Gerhard Roth erklärt diese ungeheure Entwicklung des Menschen dadurch dass er eine naturalistische Theorie des Geistes in Form eines nicht reduktionistischen Physikalismus15 erbaut welcher er an den Forschungen zur Evolutionstheorie ankoppelt, um das alles durch die Evolution des Gehirns16 erklären zu können. Das alles bekleidet er in einem neurobiologischen Konstruktivismus.

Roth vertritt einen nicht-reduktiven Physikalismus. Aber wie erklärt jedoch Roth den Geist als einen physischen Zustand, ohne den Geist auf Physisches zurückzuführen?

Na ja, er zeigt dass es eine Parallelität zwischen Hirnprozesse und Kognitive Prozesse gibt. Dieser psycho-physischer Parallelismus manifestiert sich in der Form lokaler Eins-Eins-Korrelationen. Das heißt erstens dass mentale und neuronale Prozesse zwei Seiten desselben Gesamtprozesses sind, und zweitens dass Mentale und das Physische in einer Wechselbeziehung stehen, ohne dabei über eine kausale Beziehung sprechen zu müssen. Dieser Parallelismus lässt sich dann als lokale extensionale Identitätsthese formulieren, welches ermöglicht dass man psycho-physische Bikonditionalgesetze postuliert, welches darauf die Reduktion psychischer Gesetze auf physischen Gesetze ermöglicht. Aber weil man die Nagelreduktion 17 nicht vornehmen kann, weil man die Gesetzmäßigkeiten nicht bestimmen kann, bleibt es faktisch nicht reduzierbar.18 Somit ist Gerhard Roths Physikalismus als ein gnoseologisch-methodologischen Physikalismus zu verstehen, der mit seinen Konstruktivismus einwandfrei vereinbar ist.

Neurobiologischer Konstruktivismus

Als neoro-biologischer Konstruktivist in Tradition eines eliminatorisch-prozessualistischen Konstruktivismus (radikaler Konstruktivismus) wie es beispielsweise Ernst von Glasersfeld vertrat, steht Roth für eine Unzugänglichkeit der Realität und für die These dass das untersuchte Gehirn selbst nicht ein reales Objekt sei, sondern dass es der Wirklichkeit zugehöre. Erwin Rogler19 bezeichnet diese epistemologische Aporie, in der Roth hineingerät, als ,,Gehirnparadox”, denn wie sollte ein Konstrukt die eigene Konstruktion begreifen? ,, Das Gehirn erzeugt also ein Konstrukt von sich selbst” ( S 328). Aber wie kann das Gehirn, als Resultat seiner eigenen Konstruktion, sich selbst entdecken? Roth versucht das Paradox aufzulösen indem er folgendes postuliert:

- Es gibt eine objektive, bewusstseinsunabhängige Welt, nämlich die transphänomenale Welt (Realität).20 In dieser Welt gibt es neben Dinge, auch Organismen mit Gehirnen ( die das reale Gehirn besitzen).
- Aufgrund chemisch-physikalischer Reize, internen Prozesse konstruiert das reale Gehirn eine phänomenale Welt, die Wirklichkeit. Diese phänomenale Welt besteht aus: Welt, Körper und Subjekt. Das Subjekt ordnet sich dieser Welt und dieses Körpers zu. Das Subjekt bzw. das ,Ich’ ist somit in der phänomenalen Welt zuhause und ist gleichzeitig als ein Konstrukt des realen Gehirns zu verstehen, welches somit nur das wirkliche Gehirn betrachten kann, als ein Teil der phänomenalen Welt bzw. der Wirklichkeit. Conclusio:
- Es ist zwischen einen realen Gehirn und einen wirklichen Gehirn zu unterscheiden.
- Ich bin das Konstrukt eines mir unzugänglichen realen Gehirns.21
- Ich kann die Beschaffenheit meiner Wirklichkeit verstehen versuchen, erklären versuchen, um so vielleicht eine vage Idee von der Realität zu haben (oder vielleicht auch nicht), aber ich darf nicht objektive Gültigkeit beanspruchen, ich darf nicht mit objektiven Wahrheiten herumwerfen sondern muss mir in klaren sein dass die Realität mir unzugänglich ist, und mich mit das zufrieden geben was mir die Wirklichkeit serviert.22

Evolution des Gehirns

Geist könne also als physikalischer Zustand angesehen werden, ist aber auch als das System zu verstehen was weit mehr machen kann als nur das bewusste Denken, Wahrnehmen und Entscheiden. Es ist das Resultat der Evolution, nicht akzidentell entstanden weil die natürliche Auslese und das ,,survival of the fitests” am erste stelle stand, sondern weil die Evolution des Gehirns sozusagen substantieller wahr als das erstere.23

Das bedeutet für die Evolution des Geistes, dass in erster Linie sich einsetzbare Eigenschaften wie Intelligenz, Innovationskraft u.a. am Lichte kam, und diese waren die besten Voraussetzungen um zu überleben.

Geist, Bewusstsein seien also Produkte dieser biologischen Evolution, und die geistigen Leistungen gibt es nicht ohne spezifische neuronale Strukturen und Funktionen.

Roth Fazit ist also dass Geistzustände wesensmäßig Hirnzustände sind.

Neuro-Determinismus

Des weiteren könne man Roths Stellung in Bezug auf die Willensfreiheit mit folgender seiner Aussagen schnell erschließen: ,, Der Willensakt geht (...) den neuronalen Prozessen nicht voraus, sondern ergibt sich aus ihnen.” 24 Mehr noch zeigt er auf die Libet-Experimente mit den Finger, und affirmiert dass das Gefühl des Willensentschlusses nicht die eigentliche Ursache einer Handlung sei, sondern eine Begleiterscheinung, die auftritt, nachdem corticale Prozesse begonnen haben.25

[...]


1 Vgl. Falkenburg, Brigitte, Mythos Determinismus. Wie viel erklärt uns die Hirnforschung?, Berlin Heidelberg, 2012, S.4

2 Es geht um die Frage ob die stochastische Erklärung der Quantenphysik oder die deterministische Erklärung zutrifft. Dabei meinte Einstein in einen Brief dass er überzeugt ist dass der Alte ( also Gott) nicht würfelt, wie ja die wahrscheinlichkeitstheoretische Erklärung der Quantenmechanik annimmt.

3 Hasler, Felix, Neuromythologie, Bielefeld, 2014, S.11

4 Somit scheinen Science-Fiction-Filme wie Equilibrium nicht weit hergeholt zu sein , sondern eine Fundierung der Neurosociety von Morgen zu sein. Equilibrium, 2002, in USA erschienen, spielt in Kürze und Knappe gesagt, mit dem Gedanken dass die menschliche Emotion ein Auslöser von vielen Kriegen, Gewalttaten usw. war und weil man das stoische Apathie-Ideal nicht ohne einen Gehirndoping vornehmen konnte, musste man sich einer Pille bedienen um die Emotionen quasi löschen zu können, den diese verursachten Denkstörungen ( Spinoza/Kant). Indem man also pharmakologisch die Emotionen abstrahieren konnte, spielte man also mit dem Gedanken dass nicht die Psyche von den Emotionen betroffen wahr, sondern das Somatische.

5 Monyer, Hannah, Rösler, Frank, Roth, Gerhard, Scheich, Henning, Singer, Wolf, Das Manifest- Elf führende Neurowissenschaftler über Gegenwart und Zukunft der Hirnforschung, in: Gehirn & Geist 6 (2004), S. 30-37

6 Ebd., S. 36

7 Vgl. Ebd., S.36

8 Wobei Gerhard Roth eine ausgefallene Position vertritt, durch seinen nicht-reduktiven Physikalismus, welches folgend thematisiert wird.

9 Roth, Gerhard, Strüber, Nicole, Wie das Gehirn die Seele macht, Stuttgart, 2014

10 Vgl. Roth, Gerhard, Das Gehirn und seine Wirklichkeit, Frankfurt am Main, 1997, S. 213-221 und S.271-278

11 Ebd., S.76

12 Ebd., S.76

13 In Sinne Descartes

14 Roth, Gerhard, Das Gehirn und seine Wirklichkeit, Frankfurt am Main, 1997, S. 77

15 Vgl. Ebd., S. 299-302

16 Siehe dazu Roth, Gerhard, Wie einzigartig ist der Mensch? Die lange Evolution der Gehirne und des Geistes, Heidelberg, 2011, S. 405

17 Nagelreduktion: Eine Theorie A ist genau dann auf eine Theorie B reduziert, wenn sich alle Gesetze von A aus den Gesetzen von B ableiten lassen ( Ernest Nagel- The Structure of Science 1961)

18 , , Im Rahmen eines solchen nicht-reduktionistischen physikalischen Methode ist es möglich, Geist auf der einen Seite als einen mit physikalischen Methoden faßbaren Zustand anzusehen, der in sehr großen interagierenden Neuronenverbänden auftritt, und auf der anderen Seite zu akzeptieren, daß dieser Zustand >>Geist<< von uns als völlig anders erlebt wird. Dies unterscheidet >>Geist<< aber nicht vom E rleben des Lichtes, der Härte von Gegenständen und der Musik.” (Roth, Gerhard, Das Gehirn und seine Wirklichkeit, Frankfurt am Main, 1997, S 302)

19 Mehr zum diesem Thema kann man in Erwin Roglers ,,Das Gehirnparadox. Ein Problem nicht nur bei Schopenhauer” verfolgen. In Kürze und Knappe gesagt versuchte Rogler, Roths neuro-biologischen Konstruktivismus mit den kritischen Realismus im Einklang zu bringen. Das Resultat war ein moderater kritischer Realismus, der davon ausgeht dass es zwischen unsern Erkennen und das Reale, eine gewisse Abhängigkeitsbeziehung bzw.Supervenienz existiert, natürlich nur bis zum einen gewissen Grad.

20 Roth, Gerhard, Das Gehirn und seine Wirklichkeit, Frankfurt am Main, 1997, S. 324

21 Ebd., S. 331

22 Ebd., S. 359

23 Somit stellt für Roth fest dass er Vollmers evolutionäre Erkenntnistheorie besiegt hat indem er die Evolution des Gehirns an erster Stelle angibt, und die herkömmliche Theorie der natürlichen Auslese sekundär wird. Siehe dazu Roth, Gerhard, Wie einzigartig ist der Mensch? Die lange Evolution der Gehirne und des Geistes, Heidelberg, 2011, S. 407

24 Roth, Gerhard, Das Gehirn und seine Wirklichkeit, Frankfurt am Main, 1997, S. 309

25 Ebd., S. 309

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Leib-Seele-Problem. Neurowissenschaft zwischen Erscheinung und Wesen
Hochschule
Universität Augsburg  (Philosophie)
Note
2
Autor
Jahr
2015
Seiten
19
Katalognummer
V542701
ISBN (eBook)
9783346184801
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erscheinung, leib-seele-problem, neurowissenschaft, wesen
Arbeit zitieren
Mihai Daniel Udrea (Autor), 2015, Leib-Seele-Problem. Neurowissenschaft zwischen Erscheinung und Wesen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542701

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