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Leib-Seele-Problem. Neurowissenschaft zwischen Erscheinung und Wesen

Titre: Leib-Seele-Problem. Neurowissenschaft zwischen Erscheinung und Wesen

Dossier / Travail , 2015 , 18 Pages , Note: 2

Autor:in: Mihai Daniel Udrea (Auteur)

Philosophie - Philosophie du présent
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Aufgabe dieser Arbeit ist es die Problemfelder, in die die Neuroscience gegenwärtig gerät, ausfindig zu machen, und diese mit philosophischen Überlegungen zu konfrontieren, um so Platz für mögliche Lösungsansätze zu machen. Die Hirnforschung reduziert mich auf neuronale-physikochemische Hirnprozesse und behauptet, dass alle meine Handlungen durch das neuronale Geschehen im Gehirn determiniert sei. Idiosynkratisch behauptet diese weiter, dass mein Bewusstsein nicht mehr und nicht weniger als eine Gehirnaktivität sei. Mein Schmerzerlebnis das ich jetzt und hier habe wäre nichts weiter als ein physisch-neuronaler Zustand und bringen mich auf einem Gipfel der Verzweiflung, indem sie mir mein Selbst- und mein Ich rauben. Als blanke Illusionen werden diese als Ballast der Alltagspsychologie abgeschafft und durch das Cerebrum als Maß aller Dinge ausgetauscht. Ist das aber in der Tat so, dass unser Geist eine Marionette sei, die am Faden des neuronalen Geschehens zappelt?

Das erste Kapitel ist ein Annäherungsversuch um den Dreh- und Angelpunkt der Neurowissenschaften besser verstehen zu können und anhand von Gerhard Roths und Wolf Singers Auffassungen, ohne den Anspruch das man sich auf diese beschränkt, Schlüsselbegriffe wie "Reduktionismus", "Physikalismus", "Determinismus" in den Kontext der Neurobiologie näher unter der Lupe zu nehmen. Dabei wird gezeigt, dass die scheinbar gegenwärtig en vogue Neurowissenschaft die Bewusstseinszustände durch einen Materialismus oder Reduktionismus explizieren wollen, indem diese die psychischen Phänomene entweder durch physische Vorgänge erklären oder sie auf solche reduzieren. Ob es überhaupt konkrete Zusammenhänge von Bewusstsein und Gehirnprozesse gibt, wird in den nachfolgenden Kapiteln problematisiert.

Das zweite Kapitel widmet sich ganz und gar des Gehirn-Bewusstsein-Problems. In welchen Verhältnissen steht Geist zu Körper? Gibt es den Geist als eigene Entität oder ist es das Produkt neuronaler Vorgänge? Kann man psychische Phänomene von physischen Phänomene unterscheiden? In welcher Kausalitätsverhältnis steht den das Gehirn zum Bewusstsein, und vice versa? Kann man noch von einem freien Wille sprechen oder sind wir neurodeterminiert? Solche und andere Fragen verstehen sich als Leitfaden für die Untersuchung des psychophysischen Problems.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Das Neuro-Land - ein kleiner Sprung für den Neurowissenschaftler, ein riesiger Sprung für die Menschheit

1.1. Hasta la vista, Seele! - Gerhard Roth und Wolf Singer

2. Das Bewusstsein-Gehirn Problem. Ein Fall für die >>Akte X << ?

2.1. Das psychophysische Problem - ein hochexplosiver Fass für Philosophie und Hirnforschung

2.2. Vom Eigenschaftsdualismus und neuen Mysterianismus zum kosmischen Brain-Quantum-Computer

3. Die Naturalisierung der Person >>Der Homo neurobiologicus<<

3.1.Gehirnscanner auf den aporetischen Gipfel der Verzweiflung

3.2. Der mereologische Fehlschluss

3.3. Offen für die Offenheit der physischen Welt

3.4. Schlussplädoyer

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die aktuellen Problemfelder der Neurowissenschaften aufzuzeigen und diese kritisch mit philosophischen Positionen zu konfrontieren, um das Verhältnis von Gehirn und Bewusstsein neu zu bewerten und den Anspruch auf neuro-deterministische Erklärbarkeit zu hinterfragen.

  • Die kritische Auseinandersetzung mit dem neuro-wissenschaftlichen Reduktionismus und Determinismus.
  • Die Untersuchung der Leib-Seele-Problematik durch historische und moderne philosophische Ansätze.
  • Die epistemologischen Grenzen bildgebender Verfahren in der Hirnforschung.
  • Die Problematisierung des Begriffs der menschlichen Persönlichkeit im Kontext eines zunehmenden Neuro-Materialismus.

Auszug aus dem Buch

1.1. Hasta la vista, Seele! - Gerhard Roth und Wolf Singer

Nach einer 2000 Jahren langen Fahndung schafften es die Philosophen-Detektive nicht den Sitz der Seele aufzuspüren. Entweder war es das Etwas das in homerischen Sinne am Ende des Sterbeprozess, als ein Lufthauch den Körper verlässt, das Prinzip des Lebens, ein feiner-luftartiger Stoff. Ist die Seele (psychē) vielleicht etwas Materielles? Ist die materialistische Auffassung der Atomisten Leukipp und Demokrit vielleicht zutreffender? Oder ist die forensisch-metaphysiche Untersuchung Platons mit dem Ergebnis der Immaterialität der Seele zutreffender? Oder ist Aristoteles Hylemorphismus die richtige Spur? Aber wo ist der Seelensitz eigentlich zu finden? Schaukelt sich die Seele pythagoreisch in Gehirn ( Alkmaion), ist das Herz vielleicht die Komando-Zentrale der empfindenden Seele (Aristoteles), oder sind die bahnbrechenden Indizien Descartes, demnach die Epiphyse (Zirbeldrüse) der Sitz der Seele sei, gerechtfertigter?

Der renommierte deutsche Biologe und Hirnforscher, Gerhard Roth, will die breite Debatte des Leib-Seele Problems endlich beenden indem er, beispielsweise in seinem Buch Wie das Gehirn die Seele macht zeigt dass die Seele sozusagen im Gehirn sitzt, oder anders ausgedrückt dass die Seele nicht mehr und nicht weniger als eine Hirnfunktion sei. ,Seele’ sei seiner Auffassung nach, ein Sammelbegriff für Empfindungen, Gedanken, Wahrnehmungen und Vorstellungen. Es steht sozusagen nicht nur für das Geistige (Bsp. kognitive Vorgänge) sondern auch für unsere gesamte Erlebnis- und Gefühlswelt.

Aber wenn die Seele nichts weiter als eine Gehirnaktivität sei, was ja nach Roth auch bei anderen Lebewesen vorhanden sei, was macht uns Menschen so besonders, so einzigartig, was macht uns handlungsfähig, selbstbewusst, was macht uns letztlich von Menschen zum Menschen ?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Neuro-Land - ein kleiner Sprung für den Neurowissenschaftler, ein riesiger Sprung für die Menschheit: Dieses Kapitel führt in die neuro-futuristische Perspektive ein, die das Gehirn als alleiniges Maß aller Dinge betrachtet und die Vision einer durch Neurowissenschaft optimierten Gesellschaft skizziert.

1.1. Hasta la vista, Seele! - Gerhard Roth und Wolf Singer: Hier werden die reduktionistischen Auffassungen von Gerhard Roth und Wolf Singer dargelegt, welche die Seele und das Bewusstsein als rein neuronale Funktionen definieren und die Willensfreiheit als Illusion entlarven.

2. Das Bewusstsein-Gehirn Problem. Ein Fall für die >>Akte X << ?: Dieses Kapitel thematisiert die offene Frage nach der biologischen Grundlage des Bewusstseins und die Schwierigkeit, mentale Zustände physikalisch zu fassen.

2.1. Das psychophysische Problem - ein hochexplosiver Fass für Philosophie und Hirnforschung: Eine historische Einordnung der Debatte zwischen Substanzdualismus, wie bei Descartes, und modernen Versuchen, das psychophysische Problem zu lösen.

2.2. Vom Eigenschaftsdualismus und neuen Mysterianismus zum kosmischen Brain-Quantum-Computer: Das Kapitel beleuchtet alternative Theorien zum Materialismus, darunter den Eigenschaftsdualismus, den neuen Mysterianismus und spekulative Ansätze zur Quantenphysik des Gehirns.

3. Die Naturalisierung der Person >>Der Homo neurobiologicus<<: Eine soziologische und philosophische Kritik an der Tendenz, den Menschen ausschließlich als neurochemisches Wesen zu definieren.

3.1.Gehirnscanner auf den aporetischen Gipfel der Verzweiflung: Eine kritische Analyse der methodischen Grenzen bildgebender Verfahren wie der fMRT und der Problematik der lokalisatorischen Fehlschlüsse.

3.2. Der mereologische Fehlschluss: Hier wird die philosophische Kritik von Bennett und Hacker am Neurowissenschaftlichen Sprachgebrauch thematisiert, dem Gehirn psychologische Attribute zuzuschreiben, die nur einem ganzen Organismus zukommen.

3.3. Offen für die Offenheit der physischen Welt: Die Untersuchung der kausalen Geschlossenheit der Welt und die Frage, ob deterministische physikalische Gesetze das menschliche Handeln vollständig determinieren.

3.4. Schlussplädoyer: Abschließende Reflexion über die Komplexität des Nervensystems und die Schwierigkeit, menschliches Denken und geistige Kultur vollständig auf materielle Prozesse zu reduzieren.

Schlüsselwörter

Neurowissenschaft, Philosophie des Geistes, Bewusstsein, Determinismus, Reduktionismus, Leib-Seele-Problem, Neurobiologie, Qualia, Willensfreiheit, Mentaler Zustand, Gehirnparadox, Mereologischer Fehlschluss, Physikalismus, Neuro-Futurismus, Gehirn.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das kritische Spannungsfeld zwischen der modernen Hirnforschung und der Philosophie, insbesondere im Hinblick auf das Verständnis von Geist, Bewusstsein und der menschlichen Identität.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen den Neuro-Determinismus, die Leib-Seele-Problematik, die Grenzen bildgebender Verfahren sowie die philosophische Kritik an neuro-reduktionistischen Menschenbildern.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die philosophischen Aporien aufzuzeigen, in die sich die Neurowissenschaft begibt, wenn sie versucht, menschliches Erleben rein auf physisch-neuronale Prozesse zu reduzieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit bedient sich einer philosophischen Analyse von Theorien, der Konfrontation verschiedener Standpunkte (z.B. Roth/Singer vs. Fuchs/Hacker) und einer kritischen Auseinandersetzung mit wissenschaftstheoretischen Konzepten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl die Positionen der Neurowissenschaftler zur vollständigen Erklärbarkeit des Geistes als auch die detaillierte philosophische Kritik daran (bis hin zu quantenphysikalischen und synergetischen Ansätzen) gegenübergestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Neurowissenschaft, Bewusstsein, Reduktionismus, Determinismus, Leib-Seele-Problem, Qualia und Willensfreiheit.

Was ist der sogenannte "mereologische Fehlschluss" laut der Arbeit?

Es bezeichnet den logischen Fehler, einem Teil des Organismus (dem Gehirn) psychologische Attribute (wie "entscheiden" oder "glauben") zuzuschreiben, die eigentlich nur dem gesamten Menschen als lebendigem Wesen zukommen können.

Wie bewertet der Autor die Aussagekraft von Gehirnscannern?

Der Autor argumentiert, dass Gehirnscanner zwar Durchblutungsmuster darstellen, aber die Interpretation dieser Bilder als "Abbildung von Gedanken" oder "Wahrheitsgehalt" methodisch höchst problematisch und oft unpräzise ist.

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Résumé des informations

Titre
Leib-Seele-Problem. Neurowissenschaft zwischen Erscheinung und Wesen
Université
University of Augsburg  (Philosophie)
Note
2
Auteur
Mihai Daniel Udrea (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
18
N° de catalogue
V542701
ISBN (ebook)
9783346184801
ISBN (Livre)
9783346184818
Langue
allemand
mots-clé
erscheinung leib-seele-problem neurowissenschaft wesen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Mihai Daniel Udrea (Auteur), 2015, Leib-Seele-Problem. Neurowissenschaft zwischen Erscheinung und Wesen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542701
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Extrait de  18  pages
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