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Warnbildern auf Zigarettenschachteln. Zur Wirksamkeit Furcht induzierender Beeinflussungsmethoden zur Raucherentwöhnung

Título: Warnbildern auf Zigarettenschachteln. Zur Wirksamkeit Furcht induzierender Beeinflussungsmethoden zur Raucherentwöhnung

Trabajo Escrito , 2019 , 30 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Lisa Mertens (Autor)

Psicología - Psicología social
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Das Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist es, die Funktionsweise der Beeinflussungsmethode der Furcht induzierenden Kommunikation in einem sozialpsychologischen Kontext zu erläutern und deren Wirksamkeit hinsichtlich der Raucherentwöhnung einzuschätzen.

Seit dem Jahr 2007 erleben Raucher in Deutschland vermehrt Reglementierungen und Sanktionen hinsichtlich ihres Tabakkonsums. Gesetze wie das im Jahr 2007 verabschiedete Nichtraucherschutzgesetz und damit einhergehende Rauchverbote in öffentlichen und gastronomischen Einrichtungen reihten sich in wirtschaftliche Einschränkungen wie Steuer- und Preiserhöhungen ein. Diese Maßnahmen führten jedoch nicht wie erwartet zu einer drastischen Abnahme des Nikotinkonsums in Deutschland. Mit dem Inkrafttreten der EU-Tabakrichtlinie im Jahr 2016, sind Hersteller von Tabakprodukten dazu verpflichtet, abschreckende Bilder von nikotingeschädigten Körperteilen und Organen auf Zigarettenverpackungen zu drucken, die mindestens 50% der Verpackung einnehmen. Trotz der expliziten Darstellung der Langzeitfolgen des Tabakkonsums haben sich die Umsatzzahlen zum größten Teil kaum verändert.

Zunächst werden im Rahmen der Arbeit die theoretischen Grundlagen von Einstellungen beleuchtet, um sie zu klassifizieren und deren Bedeutsamkeit im menschlichen Verhalten hervorzuheben. Im Kapitel der Einstellungsänderung wird der Begriff der kognitiven Dissonanz und die Wichtigkeit für das Vorhandensein dieser für den Änderungsprozess hervorgehoben. Es werden zentrale Wege der Beeinflussung vorgestellt. Ein Schwerpunkt wird hier auf die furchtinduzierende Kommunikation gelegt. Im Anschluss werden psychologische Widerstandsreaktionen wie Reaktanz und defensive Attributionen beleuchtet, um in die Diskussion mit einfließen zu lassen, wieso die Beeinflussungsversuche durch Warnbilder auf den Zigarettenverpackungen nicht zu großflächigen und nachhaltigen Einstellungsänderung keine nennenswerte Wirksamkeit besitzen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einstellungen

2.1. Begriffsbestimmung Einstellungen

2.2. Struktur von Einstellungen

2.2.1. Drei-Komponenten-Modell nach Hovland

2.2.2. Kognitive basierte Einstellungen

2.2.3 Affektiv basierte Einstellungen

2.2.4. Verhaltensbasierte Einstellungen

2.3 Funktionen von Einstellungen

2.3.1. Nützlichkeitsfunktion

2.3.2. Wissensfunktion

2.3.3. Ich-Verteidigungsfunktion

2.3.4. Wertausdrucksfunktion

3. Einstellungsänderungen durch kognitive Dissonanz

3.1. Begriffsbestimmung kognitive Dissonanz

3.2. Reduktion von Dissonanz

3.3. Das Elaboration-Likelihood-Modell nach Petty & Cacioppo

3.4. Peripherer Weg der Einstellungsänderung durch Furcht

3.5. Auswirkungen kognitiver Dissonanz auf Einstellungsänderung

3.5.1. Reaktanz

3.5.2. Defensive Attribution

4. Anwendung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die sozialpsychologischen Mechanismen hinter furchtinduzierenden Kommunikationsstrategien, insbesondere im Kontext der EU-Tabakrichtlinie. Das primäre Ziel ist es, die Wirksamkeit von Warnbildern auf Zigarettenverpackungen kritisch zu bewerten und zu analysieren, warum diese Maßnahmen häufig nicht die erhoffte dauerhafte Verhaltensänderung bei Konsumenten bewirken.

  • Sozialpsychologische Grundlagen von Einstellungen und Einstellungsänderungen
  • Mechanismen der kognitiven Dissonanz und deren Reduktion
  • Die Rolle der furchtinduzierenden Kommunikation in Gesundheitskampagnen
  • Psychologische Widerstandsreaktionen wie Reaktanz und defensive Attribution
  • Kritische Analyse der Wirksamkeit von Warnhinweisen auf Tabakprodukten

Auszug aus dem Buch

3.4. Einstellungsänderung durch Furcht

Bei der Beeinflussung eines Massenpublikums müssen persuasive bzw. beeinflussende Kommunikationsmethoden angewandt werden, um eine Botschaft wirkungsvoll zu übermitteln (Akert, Aronson & Wilson, 2014, S. 223). Wie im vorherigen Kapitel erwähnt, erfordert der periphere Weg der Informationsverarbeitung das Setzen von emotionalen Hinweisreizen. Zielen diese Emotionen darauf ab, aversive Gefühlszustände wie Furcht zu erzeugen, so wird dies als furchtauslösende Kommunikation bezeichnet. Vor allem Gesundheitskampagnen bedienen sich der furchtauslösenden Wirkung von alarmierenden Folgen in Zahlen und Daten in Verbindung mit der Darstellung explizierter Bilder von krankhaft veränderten Organen oder Körperteilen. Dies zielt darauf ab, die entsprechende Zielgruppe über die schädlichen Folgen von pathogenen Verhaltensweisen aufzuklären (Akert, Aronson & Wilson, 2014, S. 230).

Beispiele stellen hierbei die Auswirkungen der EU-Tabakrichtlinie vom Mai 2016 dar, die Tabakproduzenten dazu verpflichtet, abschreckende Bilder und Texte auf Zigarettenverpackungen zu drucken Europäische Kommission, 2016). Ein weiteres Beispiel stellt die amerikanische Suchtpräventionskampagne „Faces of Meth“ des Multnomah County Sheriff’s Office in Oregon dar, die im Jahre 2016 in Deutschland an Bekanntheit erlangte. Das Präventionsprogramm veröffentlichte explizite Bilder, wie stark sich der körperliche Verfall bei monatelangen bis zweijährigem Methamphetaminkonsum auf das Erscheinungsbild der drogenmissbrauchenden Person auswirkt (Multnomah County Sheriff’s Office, 2016). Die Zielintention beider Kampagnen ist es, Angst und Ekel zu erzeugen und den Rezipienten abzuschrecken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die rechtlichen Rahmenbedingungen der EU-Tabakrichtlinie und leitet die Forschungsfrage hinsichtlich der Wirksamkeit furchtinduzierender Kommunikation bei der Raucherentwöhnung ab.

2. Einstellungen: Dieses Kapitel definiert den sozialpsychologischen Begriff der Einstellung, erläutert dessen Struktur anhand des Drei-Komponenten-Modells und stellt die verschiedenen psychologischen Funktionen von Einstellungen vor.

3. Einstellungsänderungen durch kognitive Dissonanz: Das Kapitel erklärt den Zustand der kognitiven Dissonanz, das Elaboration-Likelihood-Modell und beleuchtet, warum Menschen bei Bedrohung ihrer Einstellung zu Widerstandsreaktionen wie Reaktanz und defensiver Attribution neigen.

4. Anwendung: Der Praxisteil analysiert die Warnbilder auf Zigarettenschachteln unter Anwendung der zuvor erarbeiteten theoretischen Konzepte und diskutiert deren begrenzte Wirkung auf abhängige Raucher.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die furchtinduzierende Methode bei affektiv basierten Einstellungen oft zu Abwehrmechanismen führt, die eine Verhaltensänderung eher verhindern als fördern.

Schlüsselwörter

Sozialpsychologie, Einstellungen, kognitive Dissonanz, furchtinduzierende Kommunikation, EU-Tabakrichtlinie, Reaktanz, defensive Attribution, Elaboration-Likelihood-Modell, Verhaltensänderung, Raucherentwöhnung, Überzeugungskraft, Gesundheitskommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie furchtinduzierende Kommunikationsmethoden, speziell am Beispiel von Warnbildern auf Zigarettenschachteln, in der Sozialpsychologie zu bewerten sind.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die Struktur von Einstellungen, das Phänomen der kognitiven Dissonanz und die Wirksamkeit von Furchtappellen als Mittel zur Verhaltensänderung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu analysieren, ob und wie erfolgreich furchtinduzierende Maßnahmen bei der Raucherentwöhnung sind und welche psychologischen Hürden dabei bestehen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse sozialpsychologischer Modelle (z.B. Dissonanztheorie, Elaborations-Likelihood-Modell), die auf das konkrete Beispiel der Tabakprävention angewendet werden.

Was ist das zentrale Ergebnis im Hinblick auf den Hauptteil?

Der Hauptteil zeigt auf, dass Raucher aufgrund der starken affektiven Bindung an das Rauchen und der psychologischen Abwehrmechanismen oft nicht die beabsichtigte Änderung zeigen, sondern ihr Verhalten durch kognitive Verzerrungen rechtfertigen.

Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Begriffe wie kognitive Dissonanz, Reaktanz, Einstellungsänderung und Furchtappelle.

Warum funktioniert der periphere Weg der Beeinflussung bei Rauchern oft nur eingeschränkt?

Da das Rauchen meist eine affektiv basierte Einstellung mit hohem instrumentellem Wert ist, führt die externe Bedrohung durch Warnbilder häufig zu Reaktanz anstatt zu einer internen Einstellungsänderung.

Welche Rolle spielen defensive Attributionen bei der Aufrechterhaltung des Rauchverhaltens?

Sie dienen als Schutzmechanismus, indem Raucher negative Gesundheitsfolgen externalisieren (z.B. durch Glück oder situative Umstände) und somit ihr positives Selbstbild trotz des gesundheitsschädlichen Verhaltens wahren.

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Detalles

Título
Warnbildern auf Zigarettenschachteln. Zur Wirksamkeit Furcht induzierender Beeinflussungsmethoden zur Raucherentwöhnung
Universidad
SRH - Mobile University
Calificación
1,3
Autor
Lisa Mertens (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
30
No. de catálogo
V542717
ISBN (Ebook)
9783346180285
ISBN (Libro)
9783346180292
Idioma
Alemán
Etiqueta
Einstellung Drei-Komponenten-Modell Nützlichkeitsfunktion Wissensfunktion Ich-Verteidigungsfunktion Wertausdrucksfunktion Einstellungsänderung Kognitive Dissonanz Elaboration-Likelihood-Modell Reaktanz Defensive Attribution
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Lisa Mertens (Autor), 2019, Warnbildern auf Zigarettenschachteln. Zur Wirksamkeit Furcht induzierender Beeinflussungsmethoden zur Raucherentwöhnung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542717
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Extracto de  30  Páginas
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