Im Rahmen dieser Arbeit werde ich Allama Muhammad Iqbal (1877-1938) und seine politische Theorie untersuchen. Zuerst werde ich Iqbals Lebenslauf darstellen, um dessen Einflüsse, seine vielschichtigen Betätigungsfelder und Interessengebiete aufzudecken. Daraufhin werde ich aufzeigen, inwieweit er von östlichen und westlichen Denkern in seinem Werk beeinflusst wurde. Um die Bedeutung und die Gründe für sein Handeln und Denken weiter zu erhellen, werde ich einen kurzen Abriss über die Geschichte der Muslime in Indien folgen lassen.
Da Iqbals politische Theorie auf seinen religiös philosophischen Anschauungen basiert werde ich daraufhin die wichtigsten seiner metaphysischen Konzepte - das ursprünglich religiöse des Menschen, Gott, das "Individuelle Ego", den "Perfect Man", die Millat - diskutieren. Diesen wird die politische Theorie Iqbals folgen. Die, da Iqbal sie nur wenig ausarbeitete, wird am idealen Staat Iqbals, an seiner Einstellung zu Kapitalismus, Kommunismus und Nationalismus und zu seinen Reformvorschlägen des islamischen Gesetzes dargelegt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Biographie von Allama Muhammad Iqbal
3.Westliche und östliche Einflüsse auf Iqbals Gedankengut
3.1 Westliche Einflüsse
3.2 Östliche Einflüsse
4. Historischer Hintergrund
5. Metaphysische Grundlage von Iqbals politischem Denken
5.1 Religiöse Grundmotivation
5.2 Die Konzeption von Gott
5.3 Das menschliche Ego - Freiheit und Unsterblichkeit
5.4 Der ‘Superman’ oder ‘Perfect Man’
5.5 Die Millat
6. Die Politische Philosophie
6.1 Der ideale Staat: Theokratie-islamische Demokratie
6.2 Die westliche Demokratie, Imperialismus, Kapitalismus, Sozialismus und Kommunismus
6.3 Iqbal und die Nation/Nationalismus
6.4 Iqbal und das Gesetz
7. Zusammenfassung und Bewertung
8. Literatur
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die politische Theorie von Allama Muhammad Iqbal unter besonderer Berücksichtigung ihrer religiös-philosophischen Grundlagen. Ziel ist es, Iqbals Vision des idealen islamischen Staates, seine Haltung zu westlichen Ideologien wie Kapitalismus und Kommunismus sowie sein Konzept des muslimischen Nationalismus zu analysieren und in den historischen Kontext einzuordnen.
- Biographische Einflüsse und Prägung durch westliche sowie östliche Denker
- Metaphysische Grundlagen: Gott, das Individuelle Ego und der 'Perfect Man'
- Die Millat als spirituelle und politische Gemeinschaft
- Islamische Demokratie und die Rolle des islamischen Rechts
- Kritik an westlichen Staats- und Nationenkonzepten
Auszug aus dem Buch
5.4 Der ‘Superman’ oder ‘Perfect Man’
Das Konzept Iqbals vom ‘Superman’ gründet auf dem Koran, dessen Beispielfigur dafür Mohammad selbst ist.
Der ‘perfect man’ ist die höchste Entwicklungsstufe, die ein Mensch - ein ‘Individual Ego’ - auf Erden erreichen kann. Seine größten, nicht meßbaren Qualitäten sind Kraft, Vision, Aktion und Weisheit, der Weg besteht aus Selbstdisziplin. In seiner perfekten Form kann er das Schicksal aufheben und seine eigene Bestimmung schaffen. Das Ziel des ‘Perfect Man’ ist es das Universum und Gott ganz in sich aufzunehmen. Einem solchen Menschen kann die Vizeregentschaft Gottes auf Erden anvertraut werden, der diese im Sinne Gottes regieren wird. In der Konzeption Iqbals wird nicht diskutiert, wann sich dieser Mensch auf Erden entwickeln wird. Sicher für ihn ist aber, das die Menschheit das Potential hat, einen derartigen Menschen hervorzubringen.
Von verschiedenen Autoren wird vermutet, das Iqbal die Idee des ‘Superman’ von Nietzsche übernommen haben könnte. Bei geschichtlichen Nachforschungen ergab sich allerdings, das Iqbal sich zu dem Zeitpunkt der Konstruktion seines Superman noch nicht mit den Schriften Nietzsches befasst hatte, und eher von mittelalterlichen islamischen Philosophen als von Nietzsche inspiriert war, dessen ‘Superman’ zudem in wesentlichen Punkten von dem Iqbals abweicht. Wahrscheinlicher ist, das Iqbal seine Inspiration für die Gestaltung des ‘Perfect Man’ aus islamischen Kreisen bekam. Als erster Punkt muß hier Mohammad als erste Manifestation eines ‘Perfect Man’ genannt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Zielsetzung, der untersuchten Konzepte und des methodischen Vorgehens zur Analyse von Iqbals politischer Theorie.
2. Biographie von Allama Muhammad Iqbal: Darstellung des Lebensweges und der prägenden Erfahrungen, die zu Iqbals philosophischem und politischem Denken führten.
3. Westliche und östliche Einflüsse auf Iqbals Gedankengut: Analyse der philosophischen Strömungen aus Ost und West, die Iqbal maßgeblich beeinflussten und formten.
4. Historischer Hintergrund: Einblick in die Geschichte der Muslime in Indien und die soziopolitischen Rahmenbedingungen, die Iqbal beeinflussten.
5. Metaphysische Grundlage von Iqbals politischem Denken: Erläuterung der religiösen Konzepte wie Gott, Ego und Millat, die als Fundament für Iqbals politische Philosophie dienen.
6. Die Politische Philosophie: Eingehende Betrachtung von Iqbals Vorstellungen zu Staat, Demokratie, Nationalismus und der notwendigen Reform des islamischen Rechts.
7. Zusammenfassung und Bewertung: Synthese der Ergebnisse und kritische Reflexion über Iqbals Rolle als Philosoph und Architekt Pakistans.
8. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.
Schlüsselwörter
Allama Muhammad Iqbal, politische Theorie, islamische Demokratie, Millat, Perfect Man, Individual Ego, Nationalismus, Islam, Metaphysik, Indien, Pakistan, Theokratie, Religionsphilosophie, Gesetzgebung, Reform
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die politische Theorie von Allama Muhammad Iqbal und analysiert, wie diese auf seinen religiösen und philosophischen Anschauungen aufbaut.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentral sind die metaphysischen Konzepte des Islams, Iqbals Staatsideal, seine Haltung zu westlichen politischen Systemen und seine Konzeption einer muslimischen Nation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Iqbals politisches Denken zu erschließen, seine Einflüsse aufzuzeigen und zu klären, inwiefern seine Theorien eine praktische Anleitung oder eher philosophische Grundideen darstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Arbeit, die auf einer umfassenden Analyse von Primärquellen (Vorlesungen, Gedichte, Schriften) und der einschlägigen Forschungsliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Iqbals biographischen Hintergründen, seiner metaphysischen Philosophie sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit seiner politischen Theorie und seinem Verständnis des islamischen Rechts.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie islamische Moderne, Pan-Islamismus, philosophische Metaphysik und politische Theoriebildung im Kontext der indisch-muslimischen Geschichte charakterisieren.
Wie bewertet Iqbal westliche Demokratiekonzepte?
Iqbal steht dem demokratischen Prinzip nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber, kritisiert jedoch, dass westliche Demokratien oft von einer plutokratischen Elite dominiert werden und ihnen eine notwendige spirituelle Dimension fehlt.
Welche Bedeutung misst Iqbal dem 'Perfect Man' in seiner politischen Theorie bei?
Der 'Perfect Man' stellt die höchste Stufe der spirituellen Entwicklung dar und fungiert als visionäre Führungspersönlichkeit, die in der Lage ist, den islamischen Staat im Sinne Gottes zu lenken.
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- Nicole Matthe (Author), 1998, Allama Muhammad Iqbal und seine politische Philosophie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542885